Skip to main content
main-content

23.06.2014 | Motorentechnik | Interview | Onlineartikel

"Ende der Entwicklungsmöglichkeiten bei Weitem nicht in Sicht"

Autor:
Richard Backhaus

Davon, dass Regelungen wie Real Driving Emissions und WLTC die reale Situation besser widerspiegeln werden, als es die heutigen Zyklen tun, ist Rainer Jückstock überzeugt. Jückstock ist Co-CEO der Federal-Mogul Corporation sowie CEO des Powertrain-Segments. Im Interview mit MTZ erläutert er, auf welche Entwicklungen bei künftigen Otto- und Dieselmotoren sich der Zulieferer ausrichtet.

Welche Entwicklungen bei der Emissionsgesetzgebung erwarten Sie künftig?

Vieles, was zurzeit in den Emissionstestzyklen gefahren wird, ist nicht das, was sich im realen Kundenzyklus abspielt. Wir gehen davon aus, dass Regelungen wie Real Driving Emissions und WLTC die reale Situation besser widerspiegeln werden, als es die heutigen Zyklen tun. Die jetzigen Testzyklen stellen die Unterschiede im inner-städtischen und ländlichen Verkehr nicht deutlich dar. Die neuen Zyklen werden sehr klar differenzieren zwischen dem, was innerstädtisch und dem, was außer-städtisch passiert.

Was heißt das motorseitig?

Damit differenzieren sich auch die spezifischen Anforderungen an den Antriebsstrang. Mit heutigen Emissionsregelungen wird versucht, einen Kompromiss darzustellen, und der führt unter Umständen zur Übergewichtung von Funktionen wie Zylinderabschaltung oder Start-Stopp- Regelung, während in der Zukunft das Lastkollektiv des Kunden sehr viel genauer betrachtet wird. Wir erwarten, dass die neuen Testzyklen zu höheren Lastkollektiven führen. Downsizing, Aufladung, AGR und magere Verbrennung werden daher in allen Märkten zum Tragen kommen. Für uns bedeutet das, dass unsere Komponenten höheren Temperaturen, größeren Belastungen und höherer Zündenergie ausgesetzt sind.

Zugleich wird die CO2-Gesetzgebung immer strenger …

Die Emissionsregelungen und die immer regideren CO2-Anforderungen führen dazu, dass immer neue Technologien entwickelt werden - sie sind also gut für die Industrie. Ich glaube schon, dass 68 g CO2/km irgendwann möglich sein werden. Schon heute haben Hersteller sowie Zulieferer alles im Köcher, was für 95 g CO2/km notwendig ist, auch wenn es aktuell noch Preis- und Kostendiskussionen gibt. Die Technologien sind da, und nachdem Partikel nun weitestgehend aus dem Abgas verschwunden sind, wird sich die nächste Entwicklung voll und ganz auf die Reduzierung des Verbrauchs konzentrieren. Im Jahr 2016 oder 2017 werden wir wettbewerbsfähige Fahrzeuge mit einem Serienverbrauch von 3 oder 4 l/100 km auf dem Markt haben.

Das vollständige Interview mit Rainer Jückstock lesen Sie hier.

Zur Person

Rainer Jückstock wurde am 3. November 1959 in Freiberg geboren. Er hat einen Abschluss der Offiziershochschule in Zittau in Ingenieurswissenschaften. 1990 kam Jückstock zu Federal-Mogul und war seither in verschiedenen Führungspositionen in den Bereichen Operations, Vertrieb und Finanzen tätig. Von 2005 an war Jückstock Senior Vice President, Powertrain Energy sowie Mitglied des Strategy Board und Vorstandsmitglied der Federal-Mogul Corporation. Seit 2012 ist er Co-Chief Executive Officer der Federal-Mogul Corporation sowie Chief Executive Officer des Powertrain-Segments.

Weiterführende Themen

Die Hintergründe zu diesem Inhalt

Premium Partner

    Bildnachweise