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06.10.2021 | Motorentechnik | Nachricht | Onlineartikel

Zukünftige klimaneutrale Mobilitätslösungen gesucht

Autor:
Marc Ziegler
2:30 Min. Lesedauer

Das dreißigjährige Bestehen des Aachener Kolloquiums wird in einer Hybridveranstaltung gefeiert. In den Vorträgen wird nach Lösungen für das ökologische Problem der Mobilität gesucht.

Das Jubiläum des Aachener Kolloquium findet in diesem Jahr vom 4. bis 6. Oktober und zum zweiten Mal unter dem Slogan "Sustainable Mobility" statt. Die Neuausrichtung des Kongresses befasst sich umfassend mit zukünftigen Mobilitätslösungen auf dem Weg zur Klimaneutralität. Dabei erhalten alle technologischen Entwicklungsrichtungen ein Forum, das schließt neben batterieelektrischen und brennstoffzellenelektrischen auch moderne Verbrennungsmotoren mit ein, vorrangig Konzepte mit Wasserstoff und synthetischen Kraftstoffen.

Professor Pischinger und Professor Eckstein hoben in ihren Begrüßungsworten die Wichtigkeit und Relevanz von klimaneutralen und im besten Fall kohlenstofffreien Konzepten hervor. Weiter stehen Fahrzeug- und Verkehrssysteme im Fokus, dabei sind sowohl zukünftige autonome Shuttles und die Weiterentwicklung und Tests von bestehenden Konzepten und Lösungen.

Audi wendet sich vom Verbrenner ab

Audi-Chef Markus Duesmann hob in seiner Keynote erneut die enorme Bedeutung der Elektromobilität für die Klimawende hervor. Seiner Ansicht nach liegt das Hauptproblem des Klimawandels in der Verwendung fossiler Energieträger. Seine Lösung seien hierfür batterieelektrische Fahrzeuge, weshalb Audi ab 2033 keine Verbrennungsmotoren mehr produzieren werde. 

Dazu hob Duesmann die im Vergleich zur direkten Energienutzung von regenerativem elektrischem Strom riesigen Wirkungsgradverluste von Wasserstoff und synthetischen Kraftstoffen hervor und plädierte inständig für die notwendige Defossilisierung. Er sieht dies als gesamtgesellschaftliche Aufgabe an und geht davon aus, dass aufgrund der fallenden Preise für Batterien und Photovoltaikanlagen und des wachsendes Angebotes an Fahrzeugen Elektromobilität auch bezahlbar sein wird.

Defossilisierung des Kraftstoffs als Lösung?

Dr. Stefan Hartung (Bosch) hob den generellen Bewegungsdrang des Menschen hervor. Er sieht einen dringenden Bedarf an Transportlösungen jeder Art, damit auch die Notwendigkeit nach innovativen Lösungen durch Ingenieurleistungen auf dem Weg zur CO2-Neutralität. Auch müssen für Hartung Mobilitätslösungen immer begeistern, damit sie von Kunden angenommen werden. Allerdings sind weltweit sehr unterschiedliche Regulierungen angedacht, weshalb auch unterschiedliche Lösungen gefragt sind. Die Problemstellung ist nach Hartung, dass selbst in Europa bis 2030 nur etwa 25 % der Bestandsflotte elektrifiziert sein wird. Weltweit sind es eher 15 %. Er sieht die Aufgabe also in der anwendungsorientierten Antriebsentwicklung in der Zukunft und in der Defossilisierung des Kraftstoffs. Die Abhängigkeit von Energieimporten aus nachhaltigen Quellen steht für ihn außer Frage. Der positive Appell an junge Studierende: Es ist noch viel zu tun, um die Klimaziele erreichen zu können. Das ökologische Problem ist nicht gelöst und Ingenieure müssen konkurrenzfähig bleiben, um Wege aufzeigen zu können.

Hybridveranstaltung

Nach einem Jahr als rein digitale Veranstaltung findet das Kolloquium 2021 als Hybridveranstaltung mit einem hohen Anteil von knapp 1.000 Personen vor Ort und weiteren 200, die sich über das Internet zuschalten. An den beiden Konferenztagen finden in fünf Räumen und 32 Sessions 110 Fachvorträge und Keynotes aus allen Bereichen nachhaltiger Mobilität statt, die aktuelle und zukünftige Themen weitreichend abdecken. 11 Redner konnten nicht anreisen. Ihre Vorträge werden als Video übertragen, die Redner stehen aber für die Fragesessions live zur Verfügung.

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