Skip to main content
main-content

13.11.2013 | Motorentechnik | Interview | Onlineartikel

Interview: "Das Thema Betriebssicherheit wird uns in Zukunft verstärkt beschäftigen"

Autor:
Richard Backhaus

Mehr noch als im Nutzfahrzeug- oder Off-Highway-Sektor liegt der Schwerpunkt bei der Entwicklung von Großmotoren auf geringstem Verbrauch und hoher Zuverlässigkeit. Anforderungen zur Emissionsreduzierung laufen diesen Zielen entgegen. Die MTZ sprach mit Dr. Ioannis Vlaskos, Ricardo, über die Auswirkungen der Emissionsgrenzwerte auf die künftige Schiffsmotorenentwicklung. Dabei spielt der eingesetzte Kraftstoff eine Schlüsselrolle.

Welche Bereiche bei Großmotoren entwickeln sich aktuell besonders stark?

Durch die geplante Einführung von neuen Emissionsrichtlinien gewinnt der Marinedieselöl-Bereich mehr an Bedeutung. Es gibt derzeit einen großen Bedarf an High-Speed-Dieselmotoren mit Drehzahlen zwischen 1200 und 1800/min. Das sind leichte Motoren, die kostengünstig herzustellen sind und in verschiedenen Applikationen eingesetzt werden können. Eine weitere verstärkte Entwicklung wird bei mittelschnelllaufenden Gasmotoren im Drehzahlbereich zwischen 500 und 750/min beobachtet, welche hauptsächlich in Kraftwerken für die Energieerzeugung eingesetzt werden.

Welchen Einfluss haben die Emissionsvorschriften auf die Entwicklung von Marinemotoren?

Großmotoren waren in der Vergangenheit vergleichsweise einfach konzipiert. Insbesondere für Marineanwendungen galt das Prinzip „je einzylindiger, desto besser“, denn man benötigt robuste Motoren, die immer funktionieren. Die Emissionsvorschriften und die gleichzeitige Anforderung, den Kraftstoffverbrauch zu minimieren, führen dazu, dass die Motoren komplizierter werden. Um die Emissionsvorschriften zu erfüllen, ist die Einführung von neuen, aufwendigen Technologien wie Common-Rail-Einspritzung, VTG-Turbolader oder AGR und Motormanagement-Systemen sowie unter Umständen die Einführung von entsprechenden Abgasnachbehandlungssystemen wie SCR notwendig. Da bei manchen Systemen noch keine Langzeiterfahrung vorhanden ist, wird uns das Thema Betriebssicherheit in der Zukunft verstärkt beschäftigen. Denn gerade bei Schiffsanwendungen ist die Zuverlässigkeit des Gesamtantriebssystems besonders wichtig.

Ist das der Grund, warum aktuell in Diskussion ist, die Einführung von IMO 3 auf 2021 zu verschieben?

Einerseits gibt es hier in Europa Unternehmen, die schon seit Jahren Entwicklungsleistungen erbringen und die Lösungen für IMO 3 als Gesamtsystem anbieten können. Andererseits gibt es aber auch Unternehmen in anderen Ländern, die noch nicht so weit in der Entwicklung sind und die Technologien von europäischen Firmen einkaufen müssten. Aufgrund der schlechten wirtschaftlichen Situation im Marinesektor sind sehr viele Schifffahrtsgesellschaften nicht bereit, für diese zusätzlichen Systeme Geld zu investieren.

Das vollständige Interview mit Ioannis Vlaskos lesen Sie hier.

Zur Person

Dr. Ioannis Vlaskos, 1959 in Griechenland geboren, studierte Luft- und Raumfahrttechnik an der Technischen Universität in Berlin und promovierte auf dem Gebiet der Verbrennungsmotoren am Institut für Verbrennungskraftmaschinen der gleichen Universität. Seit 2010 ist er verantwortlich für den Bereich „Large Engines and Gas Engines“ innerhalb der Ricardo Deuschland GmbH und parallel dazu ist er globaler Leiter des Marktbereichs Marine innerhalb der Ricardo plc.

Weiterführende Themen

Die Hintergründe zu diesem Inhalt

01.11.2011 | Industry Emissions | Ausgabe 1/2011

Emissions of Marine Diesel Engines IMO III – And What Then?

01.11.2011 | INDUSTRY DIESEL ENGINES | Ausgabe 1/2011

SUPER-CLEAN MARINE ENGINE THAT MEETS IMO II AND III

01.05.2013 | Development | Ausgabe 1/2013

Developing Turbochargers for IMO Tier II and IMO Tier III

Premium Partner

BranchenIndex Online

Die B2B-Firmensuche für Industrie und Wirtschaft: Kostenfrei in Firmenprofilen nach Lieferanten, Herstellern, Dienstleistern und Händlern recherchieren.

Zur B2B-Firmensuche

Whitepaper

- ANZEIGE -

Und alles läuft glatt: der variable Federtilger von BorgWarner

Der variable Federtilger von BorgWarner (VSA Variable Spring Absorber) ist in der Lage, Drehschwingungen unterschiedlicher Pegel im laufenden Betrieb effizient zu absorbieren. Dadurch ermöglicht das innovative System extremes „Downspeeding“ und Zylinderabschaltung ebenso wie „Downsizing“ in einem bislang unerreichten Maß. Während es Fahrkomfort und Kraftstoffeffizienz steigert, reduziert es gleichzeitig die Emissionen, indem der VSA unabhängig von der Anzahl der Zylinder und der Motordrehzahl immer exakt den erforderlichen Absorptionsgrad sicherstellt.
Jetzt gratis downloaden!

Sonderveröffentlichung

- ANZEIGE -

AVL analysiert im Serien Batterie Benchmark Programm als neueste Fahrzeuge den Jaguar I-Pace und den Hyundai Kona

Das AVL Battery Benchmarking Programm analysiert auf Basis unterschiedlicher Faktoren die Wettbewerbsfähigkeit von Großserienbatterien. Kürzlich wurden die Tests des Tesla Model S abgeschlossen. Neu auf dem Prüfstand sind der Jaguar I-Pace, sowie der Hyundai Kona.
Mehr dazu erfahren Sie hier!

- ANZEIGE -

Konnektivität im autonomen Fahrzeug

Neue Verbindungen für zuverlässige Datenübertragung
Ohne ultimative Konnektivität und schnelle zuverlässige Datenübertragung ist das autonome Auto nicht darstellbar. Dafür müssen die Verbindungsstellen extrem anspruchsvolle Herausforderungen meistern. Mehr dazu erfahren Sie hier!

Bildnachweise