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27.02.2018 | Motorentechnik | Nachricht | Onlineartikel

Der Antriebsmix als Königsweg für eine saubere Mobilität

Autor: Thomas Schneider

Elektromobilität allein kann den Mobilitätsbedarf nicht decken, lautet der Tenor auf dem 5. Internationalen Motorenkongress. Ein Antriebsmix ist notwendig, um Fahrzeuge umweltfreundlicher zu machen.

"Technikoffenheit bei Politik und Umweltverbänden" ist gefragt, betont der wissenschaftliche Leiter des Kongresses, Dr. Johannes Liebl, schon bei der Begrüßung. Und diese Einschätzung zieht sich auch wie ein roter Faden durch die drei Keynotes der Referenten Professor Christian Schwarz (BMW), Dr. Otmar Scharrer (Mahle) und Dr. Markus Schwaderlapp (Deutz). Es gilt, das technisch und wirtschaftlich Mögliche auch zu erreichen. Dazu aber bedarf es nicht zuletzt auch einer weiteren Optimierung der Verbrennungsmotoren. Einig sind sich die Teilnehmer auch in der Einschätzung, dass synthetisch hergestellte CO2-neutrale Kraftstoffe einen erheblichen Teil zum Erreichen aktueller und künftiger Grenzwerte beitragen können.

Das Ziel von 95 g CO2/km erscheint durch weitere Verbesserungen möglich, sagt Professor Schwarz in seinem Beitrag "Mastering the Future of Gasoline Engines" voraus. Effizienzsteigerungen seien durch Zylinderabschaltung, Abgasrückführung und eine variable Verdichtung erreichbar. "Der konventionelle Verbrenner hat bei vertretbaren Kosten noch zehn Prozent CO2-Potenzial, das aber immer schwerer zu heben wird." Weitere Möglichkeiten bieten etwa die Wassereinspritzung, elektrisch unterstütze Turbolader und die Rekuperation. Beim aktuellen Strommix seien damit konventionelle Verbrenner in Bezug auf CObatterieelektrischen Fahrzeugen deutlich überlegen. Umso mehr, wenn Kohlenstoff-neutrale, synthetische Kraftstoffe eingesetzt werden, die das CO2-Problem weitgehend lösen können.

Der Verbrennungsmotor wird weiter optimiert

Wie entscheidend eine weitere Verbesserung des konventionellen Verbrennungsmotors ist, verdeutlicht Dr. Otmar Scharrer von Mahle in seiner Keynote "Powertrain 2030: Driven by Diversification". So seien diese auch bei einer positiven Entwicklung der E-Mobilität im Jahr 2030 noch immer dominant und machen 75 Prozent der Pkw weltweit aus. Seine Lösung sind neben der Elektrifizierung ebenfalls alternative Kraftstoffe, mit denen "wir die Einsparungen verdoppeln können". Diese müssen möglichst in flüssiger Form angeboten und standardisiert sein. Der Effekt ist enorm: "Ein Prozent regenerativer Kraftstoff hat das Einsparpotenzial von zehn Millionen Elektroautos", sagt Scharrer. Regeneratives Erdgas sei hier die erste Wahl und biete zudem die Möglichkeit, überschüssige Energie zu speichern.

Dass die Elektrifizierung der Antriebe auch im Bereich der Baumaschinen angekommen ist, verdeutlicht Dr. Markus Schwaderlapp in seinem Beitrag "Towards CO2-neutral Mobility in Off-highway Applications". 48-V-Hybridantriebe und auch 400-V-Plug-in-Hybride sind in der Entwicklung und leisten ihren Beitrag. Eine Elektrifizierung und erst recht batterieelektrische Antriebe seien aber nicht in jedem Bereich möglich, speziell bei sehr leistungsstarken Maschinen und solchen, die im Dauereinsatz sind, ist ein einfacher Umstieg nicht möglich. 

Deutlich praxisnäher seien mit LPG (Liquefied Petroleum Gas) betriebene Motoren, welche durch die neue Euro V-Emissionsgesetzgebung auch wirtschaftlich interessanter werden. Deutz setze künftig verstärkt auf Multifuel-Motoren, die verschiedene Kraftstoffe nutzen können. Auch Dr. Schwaderlapp hebt in diesem Zusammenhang die Wichtigkeit regenerativer Kraftstoffe als notwendigen zweiten Weg neben der Elektrifizierung hervor. Deren Entwicklung und Verbreitung muss nun schnell und konsequent erfolgen.

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