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02.01.2013 | Motorentechnik | Interview | Onlineartikel

"Das Geschäft mit elektrifizierten Antrieben wird ab 2016 interessant"

Autor:
Richard Backhaus

Als einer der weltweit größten Automobiltechnik-Zulieferer hat sich Continental sowohl dem verbrennungsmotorischen als auch dem elektrischen Antrieb verschrieben. Wie beide Entwicklungsstränge zusammenlaufen und welche Auswirkungen dies auf das Energiemanagement hat, erklärte Continental-Vorstand José Avila im Interview mit der MTZ.

Warum engagiert sich Continental vor dem Hintergrund auch künftig relativ geringer Stückzahlen beim Elektroantrieb?

Weltweit wird eine signifikante Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs in Höhe von 30 bis 40 Prozent gefordert. Um dies zu erreichen, ist eine Elektrifizierung des Antriebs ein Muss. Wir wissen, dass wir noch eine Menge Anstrengung, Entwicklung und Zeit vor uns haben, um die Kosten der Systeme weiter zu reduzieren. Aber für Continental ist das ein Investment in die Zukunft. Mittelfristig wird das Thema Elektrifizierung zum Wettbewerbsfaktor werden, getrieben sowohl durch gesetzliche Anforderungen als auch den Kundenwunsch. Der gesammelte Erfahrungsschatz in Bezug auf Entwicklung und Produktion der Kerntechnologien wird entscheidend sein, wenn E-Mobilität mit großen Stückzahlen kommt. Dann ist es wichtig, sich schon frühzeitig am Markt engagiert zu haben.

Wo liegt Ihr Schwerpunkt bei der Elektrifizierung des Antriebs?

Wir wollen an der Spitze der technologischen Entwicklung sein. Wir arbeiten an Technologien sowohl für Elektro- als auch Hybridfahrzeuge, unser Schwerpunkt liegt dabei auf Vollhybrid-und Plug-in-Hybridsystemen. Bei diesen High-End-Produkten müssen wir viele Herausforderungen hinsichtlich Funktionalitäten und Packaging bewältigen. Davon ausgehend können wir aber einfachere Lösungen ableiten, die für die Kunden finanziell tragbarer sind, wie Mikrohybridsysteme. Nicht für alle Fahrzeuge ist ein Voll- oder ein Plug-in-Hybrid wirtschaftlich darstellbar. Interessante Alternativen sind dabei auch leichte Hybridisierungen oder Energiemanagementsysteme mit 48-V-Hybridsystemen.

Könnte eine herstellerübergreifende Standardisierung die Kosten senken?

Derzeit arbeiten wir an internen Standardisierungen auf Bauteilebene, etwa bei Kondensatoren oder Transistoren. Große elektrische Systeme lassen sich nur schwer hinsichtlich Funktion und Bauraum standardisieren, da sie in bestehende Fahrzeuge und Antriebsstränge integriert werden müssen. Wir stellen fest, dass die Hersteller die Komponenten für ihre Fahrzeuge standardisieren. Eine herstellerübergreifende Standardisierung der Komponenten sehe ich aber nicht. Wichtig wird aber eine Standardisierung der Schnittstellen sein, um die komplexe Funktionalität leichter in zukünftige Systeme integrieren zu können. Hierzu engagiert sich Continental bei der Standardisierung der Softwareschnittstellen im Rahmen der Autosar-Initiative und hat seine zukünftige Motorsteuergeräteplattform EMS3 auf dem Autosar-Level 4.0 aufgebaut.

Das vollständige Interview mit José Avila lesen Sie hier.

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