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Über dieses Buch

Der Motorsport bietet mit seiner Vielzahl an unterschiedlichen Serien, Klassifikationen und Veranstaltungsarten ein breites Spektrum an Betätigungsfeldern. In diesem hochkomplexen und interdisziplinären Arbeitsumfeld werden ganz besondere Anforderungen an das Management gestellt. Aktive in dieser Branche, aber auch Motorsportinteressierte finden in diesem Buch einen fundierten Überblick zu den speziellen Anforderungen des Motorsport-Managements. Dazu gehört eine Einführung in die Strukturen und Abläufe dieses populären Sports auf den unterschiedlichen Ebenen: zwischen Teams, Herstellern, Fahrern, Veranstaltern und den Dach- und Weltverbänden des Motorsports. Die Autoren des Bandes vermitteln grundlegendes Fachwissen über die Organisationsstrukturen und Disziplinen des Motorsports und die für diese Top-Sportart relevanten Prozesse – stets verknüpft mit vielen Beispielen aus der Praxis.

In den vierzehn Kapiteln machen sie Leser mit den Abläufen und Reglements in den nationalen und internationalen Motorsportserien vertraut und führen in die speziellen Managementtechniken für die Personal- und Teamführung ein, aber auch in die Logistik und das Projektmanagement für Motorsportevents. Ein eigenes Kapitel widmet sich Fragen des Marketings, was sowohl die Marktforschung als auch Sponsoring und Finanzierung im Motorsport umfasst. Ein Ausblick zu den zukünftigen Entwicklungen rundet den Band ab.

Der Motorsport von heute ist konfrontiert mit neuen Werten und einem erhöhten Wunsch für Nachhaltigkeit und Ressourcenerhaltung unseres Planeten. Dabei kann der Motorsport selbst aber auch Katalysator für diesen Fortschritt sein. Dazu muss der zukünftige Motorsportmanager den veränderten Herausforderungen gewachsen sein und zudem das Herzblut und die erforderliche Begeisterung für diesen faszinierenden und emotionalen Sport bereits mitbringen.

Das Fachbuch richtet sich an Mitarbeiter in der Motorsportbranche ebenso wie an Motorsportinteressierte, die ihre berufliche Zukunft bei einem Motorsportteam, im Bereich des Veranstaltungsmanagements oder im Kundensport der Automobil- und Automobilzuliefererindustrie sehen.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Organisation im Motorsport

Frontmatter

Kapitel 1. Strukturen, Disziplinen und Regularien im Motorsport

Seit dem im Jahre 1894 die ersten organisierten Autorennen stattfanden, gibt es im Motorsport Regularien, die einen fairen Wettbewerb ermöglichen sollen. Über die Jahre wurden die Regelwerke immer umfangreicher und detaillierter. Wer heutzutage als Akteur in der Motorsportbranche erfolgreich sein will, muss diese komplexen Regularien beherrschen. Der internationale Motorsport wird von den beiden Weltverbänden FIA (Fédération Internationale de l'Automobile) und FIM (Fédération Internationale de Motocyclisme) gelenkt. Als Sporthoheit für den Automobil- und Motorradsport vertritt der DMSB (Deutscher Motor Sport Bund e.V.) den deutschen Motorsport als Mitglied in den internationalen Verbänden. Der Automobilsport in Deutschland kann in neun Disziplinen unterteilt werden: Rundstrecke, Bergrennen, Rallye, Autocross, Rallycross, Slalom, Dragster, Historischer Sport und Driftsport. Das DMSB-Handbuch ist für alle Motorsportler unentbehrlich. Untergliedert in eine Ausgabe für Automobil- und Kartsport sowie eines für den Motorradsport enthält es alle Reglements der einzelnen Motorsportdisziplinen. Die Teilnahme am vom DMSB organisierten Motorsport setzt den Besitz einer gültigen Lizenz für die entsprechende Sportart voraus. Gleiches gilt für die Funktionäre, die ebenfalls im Besitz einer entsprechenden Sportwartelizenz sein müssen. Der Motorsport ist eine Leistungssportart wie jede andere und unterliegt damit auch den allgemeinen Anti-Doping-Bestimmungen. Die Einnahme verbotener Substanzen und die Anwendung verbotener Methoden sind auch im Motorsport nicht erlaubt.
Martin Rosorius

Kapitel 2. Processes, Procedures and Regulations in Motor Racing Series (Motorcycle Sports)

The control and development of Motorcycling have been a prerogative, since 1904, of the Fédération Internationale de Motocyclisme (FIM).
There are 113 National Motorcycle Federations (FMNs) affiliated Members of the FIM.
In order to exercise its sports authority over the Continental Championships, FIM has recognized six Continental Unions (CONUs) as its geographical divisions.
At the level of the FIM World Championships and Prizes, motorcycle racing features six different disciplines.
Since 1998, FIM has made the Union Européenne de Motocyclisme (UEM), FIM Europe after 2010, responsible for the organization of the European Championships and Cups.
Now there are 47 National Motorcycle Federations (FMNs) which are affiliated Members of FIM Europe.
FIM Europe has the task of organizing the Championships and the Continental Cups for each discipline. At European Championships and Cups level, motorcycle racing features nine different disciplines.
The bodies of FIM Europe are as follows:
1.
General Assembly: the supreme authority
 
2.
Management Council: administration and management
 
3.
Executive Board: day-to-day business
 
4.
Councils: advance sporting and non-sporting guidelines and proposals
 
5.
Commissions: research and define proposals for sporting and technical rules
 
6.
Auditing Board: audits and checks budget application
 
7.
Judicial Panel: handles disciplinary matters
 
8.
Medical Panel: handles medical issues
 
FIM Europe’s Administration acts in accordance with the guidelines of the Management Council.
Alessandro Sambuco

Kapitel 3. Motorsport in Österreich – Prozesse, Abläufe und Reglement

Der Motorsport in Österreich verfügt über eine lange Tradition, die ihren ersten Höhepunkt in den 1960er und 1970er Jahren mit dem ersten Formel 1 Weltmeister aus Österreich, Jochen Rindt, fand. Zu dieser Zeit entstanden auch die Rennstrecken in der Steiermark, der heutige Red Bull Ring, sowie der Salzburgring, die bis heute erhalten sind und für Motorsportveranstaltungen auf höchstem Niveau stehen.
Piloten wie Niki Lauda, Gerhard Berger oder aktuell Lucas Auer und Philipp Eng sorgten und sorgen dafür, dass die große Anzahl an motorsportbegeisterten Fans lokale Helden hatte und hat.
Neben den Fahrern, die über eine große Popularität verfügen, sind bereits seit Jahren große Sponsoren im internationalen Motorsport tätig. Marken wie Red Bull und BWT erscheinen omnipräsent in den unterschiedlichen Motorsportserien. Darüber hinaus spielt auch die Industrie eine große Rolle, Unternehmen wie KTM oder Remus zählen in ihren Segmenten zu den Weltmarktführern.
Die sportliche Hoheit übt in Österreich die Austrian Motorsport Federation, kurz AMF, aus, die auch zu den Gründungsmitgliedern der FIA gehört. Zudem gehört der Verband zu den wesentlichen Gestaltern der FIA CEZ Zone, die nach dem Fall des Eisernen Vorhangs eingeführt wurde, um die motorsportliche Entwicklung in den ehemaligen Ostblock-Staaten zu gewährleisten.
Für die zukünftige Entwicklung zeigen sich in der Industrie unterschiedliche Tendenzen, das Vorhandensein der Rennstrecken sowie der Begeisterung des Publikums lassen zudem einen positiven Blick zu.
Paul Strassl

Kapitel 4. Rechtsmittel im Motorsport

Wie auch in anderen Sportarten gibt es auch im Motorsport Regeln zu beachten. Werden die Regeln von den Teilnehmern nicht beachtet können Strafen ausgesprochen werden bzw. die Nichtbeachtung der Regeln zum Ausschluss aus der Veranstaltung führen. Jedoch hat der Teilnehmer auch hier die Möglichkeit die Strafe von einem unabhängigen Organ überprüfen zulassen. Im Motorsport gibt es zwei Rechtsbehelfmittel – den Protest und die Berufung. Je nachdem gegen was sich der Teilnehmer wehren möchte und abhängig davon um welchen Sachverhalt es sich handelt ist der Protest oder Berufung die richtige Wahl. Wie legt man jedoch erfolgreich einen Rechtsbehelf im Motorsport ein? Genau hierbei soll das folgende Kapitel helfen. Die beiden Rechtsbehelfe und ihre Anwendungsgebiete werden anschaulich und detailliert erklärt. Dabei wird auf die einzelnen Verfahrensschritte eingegangen. Vorlagen für Check-Listen und Beispiele für Vorlagen verhelfen zu einer leichten Übertragung in die Praxis. Zur Vertiefung helfen Beispielfälle mit Lösungen, um sich die Thematik der Rechtsbehelfe schnell zu verinnerlichen.
Catharina Golz

Projekt- und Managementtechniken im Motorsport

Frontmatter

Kapitel 5. Motorsport und Logistik

Der Beitrag beschreibt, ausgehend von den Grundlagen der Logistik und des Supply Chain Managements, die Ziele und Inhalte der speziellen Motorsportlogistik. Im Mittelpunkt steht der Automobilsport sowohl auf der Rundstrecke als auch auf nicht-permanenten Strecken (Rallye). Das Hauptziel der Motorsportlogistik ist die Sicherung der Verfügbarkeit des richtigen Equipments (Fahrzeug, Ersatzteile, Benzin, Motorhome etc.), in der für den Einsatz erforderlichen Menge, im einsatzbereiten Zustand, am richtigen Rennort, pünktlich zum Renn-/Testbeginn, für das richtige Rennteam und zu den richtigen Kosten. Neben diesem Hauptziel werden noch einige weitere Ziele angestrebt. So sollen die einzelnen Prozesse nicht nur reibungslos ablaufen, sondern auch fortwährend optimiert werden. Hierzu zählen Schnelligkeit, Kostensenkung, Flexibilität und Nachhaltigkeit der logistischen Aktivitäten.
Die Akteure im Motorsport sind vielfältig und je nach Betrachtungsweise des Einzelnen ergeben sich unterschiedliche Sichten auf die erforderlichen logistischen Aufgaben. So weichen die Anforderungen an die Logistik von Seiten eines Teams bzw. von Werksseite sehr von denen eines Zulieferers (z. B. eines Reifenhersteller), eines Veranstalters oder von einer Motorsport-Behörde wie DMSB oder FIA ab.
Die dargestellte Strukturierung der Motorsportlogistik wird aus unterschiedlichen Blickwinkeln dargestellt und die spezifischen Anforderungen daraus abgeleitet. Die Beispiele für eine effiziente und nachhaltige Logistik im Motorsport bieten den Leserinnen und Lesern Einblicke und Anknüpfungspunkte, um die eigene Logistik in ihrer eigenen Organisation erfolgreich zu implementieren.
Bettina Reuter

Kapitel 6. Entscheidungen in Krisensituationen

Entscheidungen in Krisensituationen zu fällen ist eine der großen Herausforderungen, der sich eine Führungspersönlichkeit stellen muss. Was macht eine Situation eigentlich kritisch? Ein Kern der Sache ist bestimmt das Abweichen vom Routinehandeln (Strohschneider 2003). Heißt:alles, was nicht mehr als ein „normaler, täglicher Ablauf“ angesehen wird. All dies ist unabhängig vom Umfeld, in dem wir arbeiten. Was in der einen Branche normal ist, kann für eine andere die absolute Ausnahmesituation darstellen.
Was alle Arbeitsbereiche jedoch eint, sind die menschlichen Mechanismen in solchen Situationen. Wo man eine klare Linie ziehen muss, sind sogenannte „Hochrisiko-Bereiche“: Arbeitsbereiche, in denen der Umgang mit hohen Risiken normal ist und Fehler gravierende Folgen haben. Aus diesem Grund sollten wir uns einen Blick über den Tellerrand erlauben und schauen, was wir von anderen Berufszweigen lernen können, denn nicht nur im Motorsport kommt es darauf an, in extrem kurzen Zeiträumen weitreichende Entscheidungen zu fällen. Ein Berufszweig, in dem dies eine besondere Rolle spielt, ist die Fliegerei bzw. alles, was im weitesten Sinne dazu gehört. Ein Pilot muss zeitnah auf eine gangbare Lösung kommen, im Besonderen in der militärischen Fliegerei. Im Motorsport ist es sehr ähnlich wenn man erfolgreich sein will. Also ist man oft gezwungen, weitreichende Entscheidungen in sehr kurzer Zeit treffen zu müssen. Inhalt und Zielsetzung dieses Kapitels ist es, kritische Entscheidungen näher zu definieren und eine Einführung in das Thema „Menschliche Faktoren“ bzw „Human Factors“ sowie in einen der Themenbereiche, nämlich „Fehler“, zu geben. Es wird aufgezeigt, welchen Einfluss diese gerade im Bereich kritischer Entscheidungen haben können.
Fabian Berger

Kapitel 7. Veranstaltungsmanagement

Der Beitrag befasst sich mit dem Veranstaltungsmanagement an Motorsportstätten. Er beschreibt das Veranstaltungsmanagement als Organisationsaufgabe der Unternehmensleitung, die aus der Unternehmensstrategie erwächst. Der Beitrag erörtert die Entwicklung eines Motorsportstandorts zu einer multifunktionalen Veranstaltungsstätte als Managementaufgabe, erörtert die unterschiedlichen Arten und Varianten von motorsportlichen Veranstaltungen und die Möglichkeiten einer multifunktionalen Nutzung von Motorsportstätten über den Motorsport hinaus, differenziert bei den Arten von Motorsportveranstaltungen selbst am Maßstab der Nutzungsordnung für den Nürburgring und des Landesgesetzes zur Erhaltung der Zweckbestimmung des Nürburgrings. Des Weiteren behandelt der Beitrag eingehend die von der jeweiligen Interessenlage der beteiligten Parteien bestimmten Varianten von Veranstaltungsverträgen und geht schließlich auf die innerbetriebliche Organisation des Veranstaltungsmanagements ein.
Karl-Josef Schmidt

Kapitel 8. Bausteine für ein Innovationsmanagement

Chancen im Motorsportmanagement systematisch entwickeln, operationalisieren und nutzen
Der Beitrag umreißt wesentliche Grundzüge des Innovationsmanagements. Hierbei werden insbesondere das Verständnis des Innovationsbegriffs und eines umfassenden Innovationsmanagements vor dem Hintergrund des Motorsportmanagements aufgebaut. Innovationsmanagement kann im Motorsportmanagement systematisch Zukunftschancen entwickeln. Um dies zu ermöglichen, existieren verschiedene Herangehensweisen und Paradigmen, sowie eine Vielzahl unterschiedlicher methodischer Ansätze, die überblicksartig dargestellt werden. Die identifizierten Bausteine für ein Innovationsmanagement im Motorsportmanagement bieten den Leserinnen und Lesern Anknüpfungspunkte, um Innovationsmanagement in ihrer Praxis weiter zu erkunden und erfolgreich in der eigenen Organisation zu implementieren.
Christian M. Thurnes

Marketing und Finanzierung im Motorsport

Frontmatter

Kapitel 9. Sponsorship Research and Evaluation

‘Sponsorship Research and Evaluation’ provides insight into the need for research in all marketing disciplines especially sponsorship.
Bringing together the theory of research -this chapter demonstrates how these outlines are put to practical use in the marketplace.
Every scenario is different but the basics are the same -good research throughout the time scale of the campaign will reap rewards for all parties.
Nigel Geach

Kapitel 10. Sponsoring im Motorsport

Der Artikel „Sponsoring im Motorsport“ befasst sich mit Fragestellungen des Sponsorings in der Motorsportbranche. Nach einer Einleitung, die sich mit der Begriffsabgrenzung und Unterteilung in verschiedene Affinitätskategorien zum Motorsport befasst sowie die Entwicklung und den Status Quo des Sponsorings darstellt, bildet vor allem das darauffolgende Kapitel den Kern dieses Artikels. Hier erfolgt zuerst eine kurze Analyse des Bekanntheitsgrades einzelner Motorsport-Teams, ehe daraufhin detailliert die systematische Planung des Motorsport-Sponsorings – auch anhand des Fallbeispiels BMW – veranschaulicht wird. Darüber hinaus werden die kommunikativen Zielsetzungen im Motorsport-Sponsoring erläutert, am Beispiel BWM weiter vertieft und schließlich im Rahmen eines Fallbeispiels mit den Imagezielen und der Emotionalisierungsstrategie von Marc O’Polo verknüpft. Im Anschluss daran werden Chancen von Hospitality im Motorsport veranschaulicht, da das Ambiente von Motorsport-Veranstaltungen für die Pflege von Geschäftskontakten und des Kundenbeziehungsmanagements besonders förderlich ist. Den Abschluss des Kapitels bildet das Motorsport-Sponsoring durch Sachmittel und Dienstleistungen. In diesem Kontext werden bedeutende Partnerschaften zwischen Rennteams und Sponsoren erläutert; wie etwa Ferrari und Shell, Mercedes AMG Petronas und die Deutsche Bahn Schenker, Aston Martin und Red Bull sowie das spezielle Engagement von Mobil 1. Im nächsten Kapitel wird die Integration des Motorsport-Sponsorings in den kompletten Kommunikations-Mix mit dem Ziel der Generierung von positiven Synergieeffekten erläutert. Hier wird ein tieferer Einblick in die Vernetzung des Sponsorings gegeben, die als wesentlicher Erfolgsfaktor angesehen wird. In diesem Zusammenhang werden verschiedene Motorsportserien (Formel 1, DTM, WRC) betrachtet, das Thema der rückläufigen TV-Einschaltquoten im Motorsport diskutiert und abschließend ein Einblick in die spezifische Kundenausrichtung der NASCAR gegeben. Der Artikel schließt mit einem Ausblick, insbesondere zum Mediennutzungsverhalten im Generellen sowie zum TV-Nutzungsverhalten im Rahmen der Digitalisierung.
Walter Ruda

Kapitel 11. Finanzierung im Motorsport

Der Artikel „Finanzierung im Motorsport“ befasst sich mit ausgewählten Fragestellungen bezüglich der Finanzierung in der Motorsportbranche. In diesem Zusammenhang werden – nach einer kurzen Einführung in das Thema „Finanzierung“ – insbesondere verschiedene Finanzierungsformen detailliert und praxisbezogen erläutert. Die Finanzierung durch private Kapitalgeber, die inzwischen im Motorsport fest etabliert ist, stellt hierbei den Anfang dar. Fortgeführt wird die Thematik mit der Finanzierung durch strategische Partnerschaften und Kooperationen, die für viele Motorsportunternehmen die attraktivsten alternativen Finanzierungsformen darstellen, ehe die Finanzierung durch einen Börsengang die Thematik abschließt. Am Beispiel der Formel 1 und der Speedway Motorsports Inc. wird der, im Fall der Formel 1 nicht realisierte, Zugang zum organisierten Kapitalmarkt erläutert. Im Anschluss darin wird die Entwicklung der Rechteverwertung und der Beteiligungsstrukturen in der Formel 1 näher durchleuchtet. Danach werden ausgewählte Angaben zu den Formel-1-Temas, wie etwa Jahresbudgets, Beteiligungsstrukturen und Mitarbeiteranzahl, verglichen und diskutiert sowie diverse Möglichkeiten zur Finanzierung der Rennstallbudgets gegeneinander abgewogen. In diesem Zusammenhang wird ebenso auf Finanzierungsprobleme in der Formel 1 eingegangen, indem an vergangene Insolvenzfälle und die versuchte Einführung einer Budgetobergrenze erinnert wird. Abgeschlossen wird der Artikel durch Erläuterungen zu ausgewählten Aspekten der Finanzierung am Beispiel von verschiedenen Formel-1-Rennteams und Formel-1-Rennstrecken, indem ein realitätsbezogener Einblick in Rennteambudgets und Rennveranstaltungsbudgets gegeben wird, ehe die Rolle der staatlichen Unterstützung für den Motorsport erläutert wird.
Walter Ruda, Frank Christ

Entwicklungen im Motorsport-Management

Frontmatter

Kapitel 12. Umweltschutz und Nachhaltigkeit im Motorsport

Umweltschutz und Motorsport haben eine unnütze Episode der Konfrontationen durchlaufen und sich nicht sehr bereitwillig aufeinander zu bewegt. Viel Zeit wurde vertan, die gegenseitigen Unterstellungen abzubauen, die Bereitschaft zum Zuhören und zur Kooperation zu entwickeln. Anfänge zur Integration des Umweltschutzes in den Motorsport reichen bis in die siebziger Jahre zurück; dabei wurden zahlreiche Einzelmaßnahmen unspektakulär oder gleichsam hinter den Kulissen eingeführt. Es macht heute wenig Sinn, im Rückblick mit Schuldzuweisungen und weiteren Vorwürfen zu arbeiten; es war so gekommen und alle Beteiligten haben daraus gelernt. Im Motorsport hat es schon immer Verantwortliche gegeben, die den Umweltschutz als selbstverständlich angesehen haben und viele Maßnahmen mit dem „gesunden Menschenverstand“ in die Wege geleitet haben. Das begann bei der Abfallreduzierung durch Mehrweggeschirr, beim im Eintrittsticket integrierten Bus- und Bahn-Fahrschein, beim Ölsammelbehälter im Fahrerlager und endete nicht mit der strengen Lärmschutzvorschrift oder der Katalysatorpflicht.
Karl-Friedrich Ziegahn

Kapitel 13. Rennstrecken Design – Entwicklung, Prozesse und Konzepte

Seitdem im Jahre 1907 die erste permanente Rennstrecke der Welt in Großbritannien „Brooklands“ eröffnet wurde, veränderten sich im Laufe der Jahre die Prämissen des Rennstrecken-Designs aufgrund der permanenten Erhöhung von Sicherheitsstandards sowie der Entwicklung unterschiedlichster Rennstreckenkonzepte. So schreiben die Organisationen der FIA und FIM für internationale Motorsport Veranstaltungen verbindliche Anforderungen für Rennstrecken vor, um einen definierten Sicherheitsstandard angepasst für die jeweilige Veranstaltung zu gewährleisten. Diese Anforderungen müssen bereits bei der Planung einer Rennstrecke berücksichtigt werden. Während in den Anfängen des Rennstreckenbaus noch alleinig der Motorsport im Fokus der Entwicklung lag, spielen heute zusätzliche wirtschaftliche Interessen eine Rolle. Einerseits kann die Rennstrecke durch aufwendige Architektur und entsprechende internationale Veranstaltungen wie Formel 1 oder MotoGP als Prestige-Objekt für ein Land oder eine Region dienen und somit volkswirtschaftlich erfolgreich sein. Andererseits kann die Rennstreckenentwicklung aufgrund kostenoptimierter Planung in Verbindung mit hoher Multi-Funktionalität sowie zusätzlicher Profit-Elemente wie bspw. Motorsport-Clubs, Hotels, Restaurants und Shopping für eine erhöhte Auslastung und den finanziell nachhaltigen Erfolg der Gesamtentwicklung sorgen. Weitere Einflussfaktoren beim Rennstreckendesign sind vorhandene Grundstücksparameter, Genehmigungsaspekte, interne Projektparameter (bspw. Projektbudget) sowie vorhandene und prognostizierte Marktparameter.
Carsten Tilke

Kapitel 14. Qualifikation im Motorsport-Management

Der Motorsport von heute ist konfrontiert mit neuen Werten und einem erhöhten Wunsch für Nachhaltigkeit und Ressourcenerhaltung unseres Planeten. Dabei kann der Motorsport selbst aber auch Katalysator für diesen Fortschritt sein. Dazu muss aber auch das Management den veränderten Herausforderungen in Zeiten des Wandels gewachsen sein. Die Herausforderungen und Aufgaben werden vielfältiger und komplexer und können nur durch sachkundige Qualifikation und Kompetenzentwicklung aufgefangen werden. Auf der einen Seite steht der technische Wandel im Fokus, basierend auf alternativen Antrieben, Elektrifizierung, autonomen Fahren, Digitalisierung und Vernetzung. Auf der anderen Seite haben die gesellschaftlichen Entwicklungen einen ebenso starken Einfluss auf die weitere Entwicklung im Motorsport. Hier sind die die Schlagworte Emotionalisierung, Erlebnisorientierung und Individualisierung zu nennen aber auch neuere Trends wie Sharing Economy und Well-Being.
Das erfolgreiche Management im Motorsport rückt immer stärker in den Mittelpunkt und ist zukunftsentscheidend. Dazu ist es unabdingbar, dass die Kompetenzen und Fähigkeiten im Motorsport professionalisiert werden und die zukünftigen Motorsportmanager hoch qualifiziert werden, um den Anforderungen gewachsen zu sein. Nur durch die Vernetzung und Weiterbildung aller Akteure wird es möglich sein eine zukunftsweisende Entwicklung im Motorsport zu gewährleisten. Doch trotz der Vielzahl an Qualifikationsmöglichkeiten muss der Motorsportmanager das nötige Herzblut bzw. das „Benzin im Blut“ und die Begeisterung für diesen faszinierenden und sehr emotionalen Sport bereits mitbringen.
Bettina Reuter
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