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10.06.2020 | Multichannel-Vertrieb | Im Fokus | Onlineartikel

Corona und die Folgen in Marketing und Vertrieb

Autor:
Lara Meyer
3:30 Min. Lesedauer

Die Corona-Krise betrifft aktuell fast jede Branche. Die Einflüsse auf Online Marketing, E-Commerce, stationäre Händler und den B2B-Vertrieb sind deutlich spürbar. Vor allem die Automobilindustrie trifft es hart. Ein Gastbeitrag.

Verschiedene Regelungen zur Sicherheit und Gesundheit der Mitarbeiter müssen getroffen werden. Außerdem muss dafür gesorgt werden, dass die Lieferkette nicht abreißt, um auf lange Sicht keine Kunden und deren Vertrauen zu verlieren.

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Geschäftssysteme und Benchmarks im E-Commerce

Der Ausgestaltung des Geschäftssystems kommt eine Schlüsselrolle im Online-Handel zu. Sie ist auch Basis für Kanalexzellenz, die erfolgreiche Online-Händler auszeichnet.

Corona und der Online-Handel

Der Online-Handel bleibt ebenfalls nicht verschont. Auch hier gibt es Veränderungen in den Versandbedingungen und im Umgang mit den Produkten, was zu Einschränkungen im alltäglichen Geschäftsbetrieb führen kann.

Entsprechend spiegelt auch eine Studie des E-Commerce-Netzwerks Händlerbund wider, dass die Krise den Online-Händlern aktuell zusetzt. Die Studie befasst sich mit den Auswirkungen des Coronavirus 2020 auf den Online-Handel. Demzufolge geben

  • 55 Prozent der befragten Händler an, dass die Corona-Krise schlecht fürs Geschäft sei. 
  • Allerdings sagen auch 36 Prozent der Befragten, dass die Corona-Krise weder gut noch schlecht fürs Geschäft sei.
  • Die restlichen neun Prozent geben an, dass die aktuelle Situation sogar gut für ihr E-Commerce Geschäft ist.

Die nachstehende Händlerbund-Grafik zeigt die Verteilung im Überblick:

Dennoch erhielt E-Commerce in den Zeiten der vorübergehenden Ausgangsbeschränkungen einen komplett neuen Stellenwert. Viele Dinge, die die Kunden normalerweise in stationären Läden kaufen, wurden in den vergangenen Wochen online bestellt. Im Vorteil waren Ladenbesitzer, die bereits im Voraus auf digitales Marketing und den Online-Handel gesetzt hatten. Sie konnten über Onlineshops und geschickte Marketingstrategien Umsatzeinbrüche abfedern.

Online-Händler trifft die Corona-Krise somit noch vergleichsweise milde – vor allem im Vergleich zu den Kollegen im stationären Einzelhandel. Der weiterwachsende Online-Handel wird wohl als Gewinner aus der Corona-Zeit hervorgehen und auch noch nach der Krise von neuen Kunden profitieren, die die Bequemlichkeit von Home-Delivery liebgewonnen haben. Stationäre Händler, die in der Krise von digitalen Alternativen profitiert haben, werden wohl teilweise umdenken und auch künftig zu ihren Läden On-Top-Online-Angebote schaffen.

Corona und das B2B-Geschäft

Die Angst, dass Lieferketten unterbrochen werden, herrscht gerade im B2B-Geschäft vor. Zusätzlich besteht die Gefahr, dass der Geschäftsbetrieb aus Gesundheitsgründen jederzeit wieder eingestellt werden könnte. Zudem wird ein weiterer, großer Nachteil jetzt besonders deutlich: Viele Unternehmen im B2B-Segment hängen bei der Digitalisierung oft hinterher. Mit Beginn der Krise war es außerdem schwierig, auf die Schnelle eine vernünftige Alternative zu schaffen. Dies liegt häufig an Altsystemen oder komplexen Integrationsanforderungen, manchmal auch einfach an riesigen Produktkatalogen, die einen kurzfristigen und effektiven Wechsel auf digitale Verkaufskanäle erschweren. Diese B2B-Unternehmen können deshalb oft nicht mit der digitalen Konkurrenz mithalten. Sie sind schlichtweg nicht schnell und effizient genug – das wird ihnen jetzt durch den Coronavirus umso mehr vor Augen geführt.

Corona und die Automobilindustrie

Besonders hart trifft es die Automobilindustrie. Unterbrochene Lieferketten und Überkapazitäten durch fehlende Verkäufe führen dazu, dass die Bänder in den Werken der großen Auto-Hersteller teils immer noch stillstehen. Gerade Zusatzteile, die von Lieferanten aus dem Ausland geliefert werden, fehlen. Grenzschließungen und die Schließungen von Zulieferer-Fabriken in Standorten wie Italien führen zu eingeschränkten Produktionen. Doch selbst mit einer intakten Lieferkette würden die Autos aktuell kaum Käufer finden. Die Umsatz-Flaute führt zu Kurzarbeit und dazu, dass mehrere Tausend Jobs gefährdet sind.

Zusätzlich fallen Live-Events zur Produktpräsentation der Automobilhersteller, etwa zu neuen Modellen, aus. Die Automobilindustrie muss also umdenken, was das Marketing angeht. Mercedes Benz beispielsweise hat seine Werbeclips ganz im Zeichen von #stayhome angepasst. 

Besonders auffällig wird der neue Marketing-Ansatz in den Sozialen Medien. Dort findet man beispielsweise Ausmalbilder, die als PDF heruntergeladen werden können, oder Kurzclips des Werbegesichts Lewis Hamilton, der erklärt, wie man richtig Hände wäscht.

Markt sortiert sich neu

Während viele Branchen auf den großen Aufschwung nach der Pandemie hoffen, fürchtet die Automobilindustrie die Nach-Corona-Zeit. Halbfertige Waren könnten überflüssig werden. Bereits vor dem Virus hat sich der Automobilmarkt insgesamt verkleinert und der Absatz klassischer Verbrenner gerät ins Stocken – Dieselkrise und Elektromobilität sei Dank. Jetzt schrumpft er weiter. Eine neue Abwrackprämie im Rahmen des Konjunkturprogramms der Bundesregierung soll diesen Abwärtstrend stoppen.

Alle tagesaktuellen Beiträge rund um die Corona-Krise finden Sie hier.

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