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08.07.2013 | Multikanal-Banking | Im Fokus | Onlineartikel

Bankmodelle unter der Lupe

Autor:
Eva-Susanne Krah
3 Min. Lesedauer

Professionalisierter Mutlichannel-Vertrieb wird im Bankensektor ein entscheidendes Kriterium der Zukunftsfähigkeit von Bankstrategien. Und obwohl die Digitalisierung im Bankvertrieb stark vorwärts drängt, fühlt sich nur jedes dritte Institut für die Herausforderungen im Privatkundengeschäft optimal aufgestellt.

Gerade die Entwicklung bei mobilen Zahlverfahren im Privatkundengeschäft zeigt, dass eine "stärkere Bedrohung durch branchenfremde Intermediäre" die Geschäftsmodelle von Banken, Direktbanken und Sparkassen sowie anderen Finanzdienstleistern auf den Prüfstand stellt. Insbesondere sind davon 80 Prozent der Direktbanken überzeugt, wie eine Studie von Investors Marketing zeigt. So glauben die für die Studie befragten rund 100 Top-Entscheider aus der Finanzindustrie, dass mobile Bezahlverfahren bis zum Jahr 2020 mehr als 10 Prozent vom Umsatz der Privatkunden am Point-of-sale erreichen werden. Daran gebunden ist nicht nur die künftige Wirtschaftlichkeit und Aufstellung der Filialnetze und Strategien für ein effizientes Multikanalmanagement, sondern auch der Umgang mit neuen Geschäftsmodellen, die sich aus dem Mobile Banking und weiteren neuen Dienstleistungen für den Zahlungsverkehr ergeben. Insbesondere der Filialrückgang ist ein Thema für die Zukunft der Bankenwelt, das eine deutliche Positionierung erfordert: So bestätigen aktuelle Zahlen den von Investors Marketing anhand der Studie prognostizierten Filialrückgang um 15 Prozent bis zum Jahr 2020. Schon im Jahr 2015 werden laut Zukunftsforschern 70 Prozent der einfachen Transaktionen digital durchgeführt.

Filialgeschäft unter der Lupe

Kundenzentriertes statt filialzentriertes Multikanalmanagement wird im Mittelpunkt stehen. Dass hybride Kunden als Multikanal-User stark zunehmen, sieht Andreas Peters, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Rhein-Nahe. Neue, strukturierte Kontenmodelle, die sich an unterschiedlichen Leistungsportfolien ausrichten, hat die Berliner Volksbank als Antwort auf das Privatkundengeschäft der Zukunft. Ob Videoberatung per Splitscreens (HVB) oder ein "smart access", wie ihn die Deutsche Bank für die Entwicklung des Multikanalvertriebs im Bankenbereich propagiert - klar ist: Verändertes Kundenverhalten geht durch alle Altersgruppen der Bankklientel und setzt neue Maßstäbe für das Privatkundengeschäft.

Mobil, digital, multikanal...

Integriert, mobil und sicher müsse das Bankgeschäft der Zukunft sein, stellte der BANKMAGAZIN-Autor Thomas Reher dazu bereits vor drei Jahren zur Entwicklung des Bankvertriebs fest. Der Vertrieb deutscher Banken und Sparkassen werde in den kommenden drei Jahren "noch einmal deutlich IT-lastiger sein als heute". Welche Auswirkungen dies auf den Bankarbeitsplatz der Zukunft haben kann, erläutern Dieter Spath, Wilhelm Bauer und Martin Engstler, Herausgeber des Buchs "Innovationen und Konzepte für die Bank der Zukunft", für den Vertrieb von Finanzdienstleistungen an Privatkunden. Ihr Credo: Die Vielfalt und Komplexität der Produkte nimmt zu, der Wettbewerbsdruck steigt, hoch spezialisierte Anbieter sind auf dem Vormarsch. Zudem wachsen Wissen und Kompetenz der Kunden in Finanzangelegenheiten, ihre Erwartungshaltung an Finanzinstitute steigt. Antworten darauf sehen sie nicht nur in einer verstärkten IT-Ausstattung am Bankarbeitsplatz, sondern auch in der umfassenden Sicht auf den Kunden (Single Customer View), der End-to-End-Automation sowie der Steuerung und Überwachung der Geschäftsprozesse. Aber auch die Etablierung einer leistungsfähigen Vertriebssteuerung, der Ausbau von Beratungstools sowie die Digitalisierung der Geschäftsprozesse stünden vorne an. Rollenbasierte Bankarbeitsplätze nach dem Muster eines so genannten „Smart Advisory Workplace“-Konzepts, wie es IBM vorgestellt hat, sind dabei unabdingbar, wie Rainer Welsh im Buchkapitel "Der Bankarbeitsplatz der Zukunft" erläutert. Der "smarte" Einsatz modernster Informations- und Kommunikationstechnologien soll die Verbesserung der Qualität von Beratung und Service, mehr Vertriebseffizienz und -effektivität sicherstellen. Privatkundengeschäfte werden in diesem Sinn wohl vor vielfältigen neuen Benchmarks stehen.

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