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Über dieses Buch

Der Band versteht Straßen als Phänomene, Orte oder Dispositive: Durch praxeologische, inter- und transdisziplinäre Zugriffe finden sich sowohl Themen wie die Straßenmusik, berühmte Straßennamen selbst, sowie Marketingmaßnahmen, welche auf Straßen und urbanen Plätzen ihre Wirkung entfalten. Die Beispiele der Artikel reichen dabei von Zentral- und Ost-Europa bis nach Asien und Nordamerika.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Kapitel 1. Einleitung

Musik & Straße: Inszenierungen, Verortungen und Narrative
Zusammenfassung
Das Motiv der Straße in der Musik ist ein allgegenwärtiger und dennoch bislang weitgehend von der wissenschaftlichen Forschung nur peripher behandelter Topos. Dabei beziehen sich ganz unterschiedliche Popmusikkulturen vergleichsweise häufig auf die Straße, sowohl was die visuellen Inszenierungen als auch die konkret räumliche Verortung der Musik und die Narrative der jeweiligen Genres angeht. Nicht nur ein Genre wie Rap ist ohne den Bezug zur Straße in Form der street consciousness (Keyes, 2004; Alim, 2005) oder street credibility (Balaji, 2012) kaum zu denken, sondern auch im Musical, in der Independent-Musik oder der klassischen Musik begegnet die geneigte Hörerin oder der geneigte Hörer der Straße in unterschiedlichen Narrativen, Ästhetiken und Funktionszuweisungen.
Michael Ahlers, Martin Lücke, Matthias Rauch

Musik & Straße

Kapitel 2. Die Neuversammlung des Sinnlichen

Straßenmusik als urbane Praxis und die Aufteilung der Klänge
Zusammenfassung
Aus kultursoziologischer Sicht formiert sich die Praxis der Straßenmusik als ein diskursiver und klanglicher Streit um die Aufteilung des Sinnlichen (Rancière, 2006) im Stadtraum und erhält genau hier seine gesellschaftliche wie sozialwissenschaftliche Relevanz. Ausgangspunkt dieses Artikels ist die Ambivalenz der Legitimität des Status straßenmusikalischer Praxis: Wann und auf welche Weise vermittelt Straßenmusik einen ästhetischen Zusammenhang, wann ist sie störender Lärm und Ausgangspunkt für Beschwerden und unter welchen Umständen gesteht man ihr künstlerischen Wert zu? Zentrale These ist, dass straßenmusikalische Klänge zwei spezifische soziokulturelle Schemata der Wahrnehmung evozieren können. Dafür wird sozialtheoretisch an bestehende Arbeiten der Praxeologie und Ästhetik (J. Rancière) sowie gesellschaftstheoretische und kulturgeschichtliche Perspektiven zu Musik, Sound und Stadt (J. Attali, A. Corbin, R. M. Schafer) angeschlossen. Hierbei steht die praxistheoretische Perspektive im Vordergrund, die die beiden idealtypischen Sinn(es)muster und Praktiken der funktionalen Urbanität und der Musik freilegen kann, denen jeweils ordnende/legitimierende (voicing) und störende/delegitimierende (noising) Elemente zugeschrieben werden.
Daniel Felscher

Kapitel 3. In to the Music

Escaping From the Streets
Abstract
Streets are the sources of omnipresent sounds and noise: tone signals, conversations and the sounds of people, cars and vehicles, advertisements, media, music in shops, tones in the streets, or traffic noise compose the sphere of audio experiences of the city. In a sense, the street produces noise because it is a lively sphere, and it is a lively sphere because it produces noise. Street sounds create a physical domain from which a modern man cannot escape and he or she has nowhere to escape: man’s life usually runs in the city’s hustle and bustle. Nonetheless, is it evident that one cannot escape from the influence of street noise? Examining the streets, one can observe that many people choose to fend off themselves of the others and put the headphones on to cut off of the surroundings sounds. People try to build a sound barrier that gives them a sense of security and the ability to not integrate with the others: people listen to music while walking the streets, while shopping, jogging, travelling on the public transport, during a break in a school or university, etc.
In the paper I discuss why music has such a seductive power that allows to separate ourselves from the world, to ‘forget’ and isolate ourselves, or become almost fully separated autonomous beings not disturbed by other people. Thus, music gives us not only aesthetic pleasure but also it helps to maintain the group identity, which is especially visible in the context of walking in the street and life in an urban environment.
Moreover, escaping from the streets into music generates and reflects a certain paradox: trying to avoid the noise of the streets, we go into the noise provided by the headphones and players. While the street creates a sphere of sounds uncontrolled by a human being, music played on the headphones is intentionally controlled by a user. A man becomes a creator of the space of the audiosphere around him or her. In this context, people have substantial potency of shaping the sound environment that closely surrounds them.
Marek Jeziński

Kapitel 4. Mobility in the Outlaw Narratives of Gangsta Rap and Punk

Zusammenfassung
Wenn man die Bedeutung und die Funktion der Straße in der populären Musik untersucht, sollte man auch über Mobilität nachdenken – sowohl geographische als auch soziale –, denn diese Begriffe sind häufig untrennbar miteinander verbunden. In diesem Beitrag wird die Funktion der Straße in den Genres Gangsta-Rap und Punk untersucht. Die Narrative dieser Genres lassen sich als Aneignung und Weiterentwicklung klassischer amerikanischer Outlaw Narrative lesen. Betrachtet man diese Outlaw Narrative im Kontext eines expressiven Individualismus wird die Relevanz, Popularität und kontinuierliche Präsenz dieser Narrative plausibel.
Matthias Rauch

Kapitel 5. „Die Gosse im Herzen“

Musikalische Inszenierungen eines Milieus der Straße
Zusammenfassung
Die Gosse wird im vorliegenden Aufsatz als ein spezifisches Milieu der Straße verstanden, das als Topos innerhalb der Unterhaltungsmusik die Funktion eines heterotopen Wunsch- und Sehnsuchtsorts erfüllt. Dessen narrative, musikalische und performative Inszenierung zeichnet das Kernimage der Folk-Rock-Band Knasterbart aus. Während sie die Gosse musikalisch und sprachlich in der Gegenwart verorten, greifen sie mit ihrer Performance auf Mittelalterfestivals das Kollektivimage der Vaganten auf und erreichen damit ein Publikum subkultureller Hedonisten. Ein Exkurs in die ersten Dekaden des 20. Jahrhunderts zeigt, dass die Gosse mit ihrem Versprechen eines lasterhaften Lebens einen besonderen Reiz nicht nur in der aktuellen Unterhaltungsmusik vom Gangsta-Rap bis zum Mittelalter-Rock ausübt. Die Analysen des Songs Klunkerklause Wunderland von Knasterbart und dem Chanson Im Nußbaum links vom Molkenmarkt (von Claire Waldoff kreiert) zeigen, wie das Thema der Gosse in einen jeweils aktuellen Diskurs zu verorten ist und nicht schlicht mimetisch abgebildet wird, sondern Teil eines Künstler_innen-Image wird.
Sandra Danielczyk

Kapitel 6. Von der Straße in den Konzertsaal

Damenkapellen und Damenorchester im 19. Jahrhundert
Zusammenfassung
Ziel dieses Beitrages ist es, einen historischen Überblick des Phänomens der Damenkapellen bzw. Damenorchester im 19. Jahrhundert zu liefern und dabei ein besonderes Augenmerk auf die räumliche Konstitution der Auftrittsorte dieser Ensembles zu richten. Waren die Musikerinnen anfangs vor allem auf der Straße und auf öffentlichen Plätzen zu hören, vollzieht sich im Laufe der Jahrzehnte ein Schritt in Gaststätten, Hotels, Unterhaltungslokale und den Konzertraum hinein. Diese Orte sollen insbesondere mit Blick auf die damit einhergehenden Implikationen für die Handlungsräume der Musikerinnen untersucht werden. Zu zeigen ist, dass der Schritt von der Straße in die Räumlichkeiten der (bürgerlichen) Unterhaltungskultur in zunehmendem Maße mit Restriktionen einherging, denen die Musikerinnen eigene Strategien entgegensetzten bzw. entgegensetzen mussten, um auf dem sich entwickelnden Musikmarkt bestehen zu können. Deskriptiv soll das Zusammenwirken dieser Faktoren räumlicher Strukturen und des Handelns erfasst werden. Dabei wird auch sichtbar, welches Gewicht dem jeweiligen Auftrittsort bei der Wahrnehmung der Ensembles zukommt.
Annkatrin Babbe

Kapitel 7. Die 42nd Street als Mikrokosmos der amerikanischen Gesellschaft

Das Filmmusical (1933) und das Broadway-Musical (1980) im Vergleich
Zusammenfassung
Die New Yorker 42nd Street war zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein Symbol für die Glanzzeiten der amerikanischen Unterhaltungsindustrie. Doch durch den zunehmenden Verfall der Straße und die Vereinnahmung des Viertels durch die New Yorker Halbwelt veränderte sich ihre symbolische Bedeutung. Der vorliegende Beitrag vergleicht die Filmfassung des die New Yorker Straße im Titel tragenden Songs Forty-Second Street (1933) mit der Musicalfassung desselben Songs aus dem Jahr 1980. Es wird dabei untersucht, wie die Verschiebung des Symbolgehalts der 42nd Street über einen Zeitraum von 50 Jahren mit einer Veränderung der musikalischen Mittel, mit denen die Straße in beiden Song-Fassungen charakterisiert wird, korrespondiert. In beiden Versionen wird die 42nd Street als Mikrokosmos der amerikanischen Gesellschaft dargestellt. Doch während die Filmfassung darum bemüht ist, ein breites Gesellschaftsspektrum abzubilden, ist die Musicalfassung von einem nostalgisch-verklärenden Blick auf das Milieu der 42nd Street geprägt. Die musikalischen Pendants dieser beiden Betrachtungsweisen der Straße werden im vorliegenden Artikel mittels zweier Detailanalysen aufgeschlüsselt.
Patrick Mertens

Kapitel 8. „Die Métro und das Kleingeld“

Straßenmusik in der U-Bahn am Beispiel der französischen Gruppe Les Casse Pieds
Zusammenfassung
Dieser Artikel widmet sich dem Phänomen „Musik in der U-Bahn“ als Sonderform von Straßenmusik. Ziel ist es, die Unterschiede und Besonderheiten dieser „Unterart“ – man kann hier in der Tat von einer Art „Untergrund Kunst“ sprechen – herauszuarbeiten. Der Text geht dabei hauptsächlich der Frage nach, wie sich die „oberirdische – reguläre – Straßenmusik“ von der „unterirdischen Straßenmusik“ in der Métro unterscheidet. Dies geschieht anhand der methodischen Analyse von Sprache, Musik und Bild im Videoclip Le Métro – La Monnaie der französischen Gruppe Les Casse Pieds, da sich aus diesem Untersuchungsgegenstand viele Eigenarten des Musizierens in der Métro ableiten lassen. Im Anschluss werden, die herausgearbeiteten Besonderheiten noch durch die Angaben aus einem Interview mit dem Musiker Daniel Le Prince (Paris, April 2018) erweitert. Dies führt abschließend zu einem kurzen Vergleich der Rahmenbedingungen des Musizierens in der Métro zwischen 1988 (1991) und 2018. Letztendlich soll mit diesem Artikel auch die Geschichte der Band Les Casse Pieds wissenschaftlich aufgearbeitet werden.
André Rottgeri

Kapitel 9. Hongdae, die Musikstraße der koreanischen Indie-Bands und ihre Bedeutung für die koreanische Indie-Musikszene

Zusammenfassung
Dieser Artikel widmet sich dem Veränderungsprozess der Independent-Musikszene (im Folgenden ‚Indie-Musik‘ genannt) und der Musikstraße im Viertel Hongdae von Seoul, Korea, in den letzten 20 Jahren. Zunächst wird zur Einführung eine historische Skizze zur Straßen- und populäre Musik sowie zur Indie-Musik Koreas bis in die 1980er-Jahre gegeben. Der Hauptteil zur koreanischen Indie-Musikszene in Hongdae besteht aus drei Teilen: Die Anfangsphase (1995–2001), in der in Hongdae Live-Clubs eröffnet und Straßenmusik-Plätze von Indie-Musiker_innen etabliert wurden. Die Entwicklungsphase (2002–2011), in der die Zahl der Indie-Bands rasch gestiegen ist, weil einige Indie-Musiker_innen in Castingshows erfolgreich waren. Die aktuelle Phase (2012–heute), in der zwar die reinen Indie-Bands Hongdae verlassen, aber immer noch viele Straßenmusiker_innen nach Hongdae strömen. Anhand konkreter Musikbeispiele von repräsentativen Indie-Bands werden Forschungsfragen erläutert, etwa zum Thema, wie die soziale Situation Koreas in Songtexten ausgedrückt wird und inwieweit ihre Musik andere Musiker und Koreaner beeinflusst haben.
Jieun Kim

Kapitel 10. Flashmobs mit Symphonieorchestern im öffentlichen Raum

Eine theoretische Annäherung und aktuelle Berichterstattung
Zusammenfassung
Seit den ersten Flashmobs im Jahr 2003 entwickelte sich diese Art der öffentlichen Aktion in unterschiedliche Richtungen. Die Nutzung des urbanen Raums ist dabei ein verbindendes Hauptcharakteristikum. Auch in der klassischen Musikszene tritt das mittlerweile internationale Phänomen der Flashmobs in Erscheinung. Die Funktionen divergieren hierbei zwischen Musikvermittlungskonzepten, Marketingstrategien oder aber auch dem idealistischen Ziel einer Öffnung der klassischen Musikwelt für eine breite Öffentlichkeit. Das vielschichtige Phänomen ist nur durch eine interdisziplinär ausgerichtete Forschung fassbar und wird daher unter der Berücksichtigung von wirtschaftlichen, kulturellen, musikalischen und medialen Aspekten untersucht. Der Beitrag konzentriert sich auf Flashmobs von Symphonieorchestern und auf die spezielle Form des Symphonic Mob. Einer Einführung zu dem Begriff und den Hintergründen des Konzepts Flashmob und allgemeinen Erkenntnissen zu Flashmobs mit Symphonieorchestern folgt ein Fallbeispiel zu der Idee der Symphonic Mobs, das einen aktuellen Einblick in das Phänomen ermöglicht.
Clara Maria Bauer

Freie Beiträge

Frontmatter

Kapitel 11. Musikszenenforschung im peripheren Raum: Network Hopping im Rhein-Erft-Kreis

Zusammenfassung
Bei dem vorliegenden Forschungsbericht handelt es sich um die Dokumentation des zusammen mit Liv Carina Korth, Maryam Momen Pour Tafreshi und create music NRW durchgeführten Forschungsprojekts „Musikszenenforschung im peripheren Raum: Network Hopping im Rhein-Erft-Kreis“. Ziel des Forschungsprojektes war es, herauszufinden, welche Fördermaßnahmen sich Nachwuchsmusiker_innen und Bands im peripheren Raum NRW’s im Alter von 13 bis 20 Jahren wünschen. Um den Kontakt zu der Zielgruppe herzustellen, wurden bereits bestehende Netzwerke organisierter Kulturakteure genutzt. Dieser Ansatz beruht auf der Annahme, dass die Kontaktaufnahme zu Personen, die zu befragen für das Forschungsvorhaben von Interesse sein könnte, dadurch zum einen erleichtert wird und zum anderen mehr Personen erreicht werden können. Diese Methode wird im Folgenden als Network Hopping beschrieben. Das zu untersuchende Netzwerk haben in unserem Fall Pfadfindergruppen im Rhein-Erft-Kreis dargestellt.
Ina Heinrich, Liv C. Korth, Maryam Momen Pour Tafreshi

Kapitel 12. “Hear Me Talkin’ To Ya”: Branding in Music, Music in Branding

Zusammenfassung
Marken als die an den Konsumenten gerichtete Personalisierung von Produkten oder Services nehmen eine zentrale Rolle im modernen Marketing ein, sind aber erst durch die sogenannten Critical Brand Studies mehr in das Blickfeld der Forschung gerückt (Kornberger, 2010). Die gleich zweifache Verbindung mit Musik – sowohl Spielfeld von Marken in der Musikwirtschaft und zugleich Katalysator für die Markenentwicklung innerhalb anderer Industrien, d. h. Musik im Dienste von Marken – mag so offensichtlich sein wie auf der anderen Seite ihre intensive Befragung erst spät zum Fachdiskurs gestoßen ist.
Der vorliegende Artikel zeigt Markenstrategien auf, die so bislang nicht explizit gemacht wurden, tatsächlich aber die Musikgeschichte seit der Emanzipation des öffentlichen Konzertlebens im 18. Jahrhundert durchziehen. Der Beitrag sucht eine kleine Auswahl musikwirtschaftlicher Fallstudien auf, analysiert die zugrunde liegenden Muster und versucht, diese auf die Formen von Markenbildung in der Musik hin kritisch zu befragen. Auf diese Weise will der Beitrag eine Einführung zur strategischen Markenführung in der Musik bieten und gegenwärtige Debatten mit den zumeist übersehenen historischen Vorläufern in Musikmarketing und -publizistik verknüpfen.
Marc Ernesti

GMM Best Paper Award

Frontmatter

Kapitel 13. Business Model Innovation in der Tonträgerindustrie

Eine Bewertung gegenwärtiger Innovationsprojekte großer Tonträgerunternehmen am Beispiel Universal Music Deutschland und Sony Music Deutschland
Zusammenfassung
Denkt man an die Krise der Tonträgerindustrie, denkt man an sinkende Umsatzzahlen, Piraterie, illegales File-Sharing und Streamripping. Die mit dem Aufkommen des Internet verbundenen neuen Vertriebsformen digitaler Musik hatten einen fast zwei Jahrzehnte andauernden, starken Umsatzrückgang der etablierten Tonträgerunternehmen zur Folge. Aufgrund steigender Umsätze aus dem relativ jungen Geschäft des Musikstreaming scheint die Krise überstanden (vgl. Dolata, 2008, S. 348f.). Ziel dieses Beitrags ist, die eher eindimensionale Sichtweise dieser reinen Umsatzbetrachtung zu hinterfragen und die Krise der Tonträgerindustrie als eine Krise des vorherrschenden Business Models (BM) herauszustellen, um anschließend die Vorteilhaftigkeit von Business Model Innovation (BMI) in der Tonträgerindustrie aufzuzeigen.
Im ersten Teil wird geprüft, inwiefern die Mechanismen von Christensens (2013) Logik der Disruption in den vergangenen und aktuellen Entwicklungen in der Tonträgerindustrie greifen und BMI als vielversprechende Innovationsart vorgestellt. Der zweite Teil untersucht und bewertet verschiedene aktuelle Vorstöße großer Tonträgerunternehmen, mit Innovation zu experimentieren. Hierzu werden die Erkenntnisse der entsprechenden Managementliteratur mit den Ergebnissen von sechs Expert_inneninterviews verschiedener Stakeholder der Tonträgerindustrie in Verbindung gebracht. Abschließend schlägt der Beitrag Anpassungs- und Verbesserungsvorschläge für jene Innovationsexperimente vor.
Markus Schwarzer

Rezensionen

Frontmatter

Kapitel 14. Leslie M. Meier: Popular Music as Promotion. Music and Branding in the Digital Age

Zusammenfassung
Musik und ihre Kulturen stellen seit mehr als 200 Jahren einen Bezugspunkt für musikfremde kommerzielle Akteur_innen dar. Man danke beispielsweise an die US-amerikanischen ‚Schlager‘, wie Think & Smoke Tobacco oder später Notendrucke von Songs wie In My Merry Oldsmobile (Taylor, 2012; Wang, 2014, S. 39). Heute hat sich dieses Feld mit gesponserten Festivals, markenfinanzierten Musikplattformen wie der Red Bull Music Academy oder Musikjournalismus wie Telekom Electronic Beats qualitativ ausdifferenziert und es fliest auch mehr Geld in solche Projekte und Kooperationen (IEGSR, 2017; Tschmuck, 2017, S. 152, Grünewald-Schukalla, 2017; Holt, 2015).
Lorenz Grünewald-Schukalla
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