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2017 | Buch

Muslime, Flüchtlinge und Pegida

Sozialpsychologische und kommunikationswissenschaftliche Studien in Zeiten globaler Bedrohungen

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Über dieses Buch

Das Buch bündelt sozialpsychologische und kommunikationswissenschaftliche Befunde über die öffentliche Einstellung zu Muslimen und dem Islam in Deutschland im Kontext von Flüchtlingsdebatte und Terrorbedrohung 2015 und 2016. Die Ergebnisse stützen sich zum einen auf drei standardisierte Befragungen der deutschen Bevölkerung. Zum anderen handelt es sich um Beiträge, die im Rahmen von Master- und Studienprojekten an der Friedrich-Schiller-Universität Jena realisiert wurden.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter
Chapter 1. Im Zeitalter diversifizierter Bedrohungen
Zeitdiagnose und Perspektiven
Zusammenfassung
Warum der Versuch einer – kaum umfassenden, sondern immer aus dem Blickwinkel des Verfassers – erstellten Zeitdiagnose? Die Antwort auf diese Frage ist einfach: Einstellungen zu Muslimen und dem Islam, Vorurteile gegenüber Muslimen, Islamfeindlichkeit oder Islamophobie gehören zu den Markenzeichen dieser Gesellschaft und dieses Zeitalters. Derartige Einstellungen, Vorurteile und vermeintlichen Ängste lassen sich nur dann verstehen, wenn sie im Kontext gesamtgesellschaftlicher und globaler Entwicklungen beobachtet werden.
Wolfgang Frindte
Chapter 2. Das Konzept Islamophobie
Zusammenfassung
Um die wichtigste Erkenntnis vorweg zu nehmen: Es gibt genauso wenig die Islamophobie wie es den Islam gibt. Das Wort Islamophobie stellt einen Neologismus dar, der sich aus dem Wort Islam und dem griechischen Begriff Phobie (abgeleitet von φόβος, phobos) zusammensetzt (Strüning 2012). Phobie bedeutet so viel wie Angst oder Furcht.
Nico Dietrich
Chapter 3. Einstellungen zum Islam und zu Muslimen I
Zusammenfassung
Mit dem diesem Zitat aus Goethes Nachlass zum „West-Östlichen Divan“ verband der damalige Bundespräsident Christian Wulff in seiner Rede zum Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober 2010 die Feststellung, auch der Islam gehöre inzwischen zu Deutschland (Wulff 2010). Bekanntlich ist diese Feststellung nicht unwidersprochen geblieben. Zwar hatte Wolfgang Schäuble schon 2006, als er noch Bundesminister des Innern war, in einer Regierungserklärung zur Deutschen Islamkonferenz vor dem Deutschen Bundestag betont, der Islam sei Teil Deutschlands und Teil Europas (Schäuble 2006); so richtig Fahrt nahmen die Gegenreden zu Wulffs Feststellung erst im Jahre 2010 auf.
Wolfgang Frindte, Nico Dietrich
Chapter 4. Einstellungen zu Muslimen und zum Islam II und der Terrorismus
Zusammenfassung
Von Dezember 2015 bis Januar 2016 wiederholten wir unsere Befragung zu den Einstellungen gegenüber Muslimen und dem Islam. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) vermeldet am 6. Januar 2016, dass im Jahre 2015 insgesamt 476.649 formelle Asylanträge gestellt worden seien. Allein 162.510 Asylbewerber kämen aus Syrien (Bundesministerium des Innern 2016).
Nico Dietrich, Wolfgang Frindte
Chapter 5. Medien und Islam – eine gefährliche Mischung?
Die Wirkung der Medien auf Einstellungen gegenüber Muslimen und dem Islam und die Islamophobie
Zusammenfassung
Die feindselige Abwertung und Benachteiligung von Muslimen hat einen in der Gesellschaft recht verbreiteten Namen: Islamophobie. Die Furcht sitzt tief „im Westen“ und ist bei weitem kein Unterschichtenphänomen (Mirbach 2013). Aufgrund der Flüchtlingssituation und der Bedrohungen durch den sog.
Nadine D. Müller, Anika Steinert, Kateryna Esselbach, Sophia Zimmerling
Chapter 6. Intergruppenkontakt auf sozialen Netzwerkplattformen
Die Rolle von sozialer Identität und Bedrohungsdarstellung auf die Einstellung gegenüber Muslimen
Zusammenfassung
Die Angebote des Social Web erfreuen sich einer großen und stetig wachsenden Beliebtheit. Sie dienen dabei nicht nur der Unterhaltung, sondern werden mittlerweile ebenfalls intensiv dazu genutzt, um sich zu informieren und mit anderen auszutauschen (Newman et al. 2016, S. 36). Auch die Flüchtlingsdebatte wurde auf sozialen Netzwerkplattformen wie Facebook heiß diskutiert.
Nico Dietrich, Paul Kanis
Chapter 7. „Ich bin ja nicht rechts, aber…“
Eine Untersuchung zum Einfluss einer Bedrohungs- oder Bereicherungsdarstellung auf implizite und explizite Einstellungen gegenüber Flüchtlingen
Zusammenfassung
Mit diesen Zeilen reagierte so der jüdische Schriftsteller Alfred Polgar unter dem Titel Zu einem Gegenwartsthema auf die Flüchtlingskonferenz von Evian im Jahr 1938. Damals wie heute scheinen diese Zeilen von hoher Brisanz.
Stephanie Wohlt, Tarek Barkouni, Anika Czichy, Kirsten Richter, Kristin Silge, Anna Catharina Welzel
Chapter 8. Einfluss von Persönlichkeit und Emotionen auf Bildmaterial zur Flüchtlingskrise
Zusammenfassung
Das Thema der stetigen Zuwanderung Asylsuchender nach Deutschland ist wahrscheinlich eines der kontroversesten des Jahres 2015. Es ist anzunehmen, dass die öffentliche Wahrnehmung diesbezüglich von der medialen Darstellung der Ereignisse geprägt ist. Journalisten sind mit dem Anspruch konfrontiert, komplexe Inhalte zeitnah und verständlich aufzubereiten.
Alicia Altvatter, Julius Kaiser, Alexander Schilling, Eva-Maria Steentjes, Maximilian Wollek, Nicole Haußecker
Chapter 9. Analysemöglichkeiten der Online-Kommunikation auf Social Network Sites am Beispiel PEGIDA und Facebook
Zusammenfassung
Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes – kurz: PEGIDA. Unt er diesem Namen und Motto entstand im Herbst 2014 eine rechtspopulistische Bewegung, deren Dynamik und explosionsartiges Wachstum Medien, Politik und Zivilgesellschaft wie keine andere in den letzten Jahren überraschte (Reuband 2015, S. 133).
Nico Dietrich, Enrico Gersin, Alan Herweg
Chapter 10. NoPegida
Motive des Gegenprotests
Zusammenfassung
Proteste, vor allem junger Menschen, haben in den letzten Jahren wieder Konjunktur. Ob in der Türkei, in Brasilien, Spanien, Ägypten, Thailand oder Mexiko – weltweit gehen junge Menschen auf die Straße, geben ihre Wünsche und Forderungen kund und stehen für ihre Meinung ein (Schoepp 2013).
Katharina Jakobi
Chapter 11. Schluss?
Zwischen Verschwörungstheorien und Utopie-Erzählungen
Zusammenfassung
Das Fragezeichen im Titel dieses letzten Kapitels ist bewusst gesetzt. Auch die Forschungsberichte, die wir mit diesem Buch vorlegen, stellen keine Schlusssteine dar. Im Gegenteil. Nicht nur die Befunde der Kapitel 3 und 4, in denen wir einen neuen Fragebogen und die Ergebnisse zweier Erhebungen zu Einstellungen gegenüber Muslimen und dem Islam vorstellen, auch die Berichte über Zusammenhänge bzw. wechselseitige Beeinflussungen von Medien und Rezipienten mit negativen Einstellungen gegen Fremdgruppen (Kapitel 5, 6 und 7) zeigen, wie dynamisch die entsprechenden Forschungslandschaften und wie vorläufig entsprechende Forschungsbemühungen sind.
Wolfgang Frindte, Nico Dietrich
Backmatter
Metadaten
Titel
Muslime, Flüchtlinge und Pegida
herausgegeben von
Wolfgang Frindte
Nico Dietrich
Copyright-Jahr
2017
Electronic ISBN
978-3-658-17603-7
Print ISBN
978-3-658-17602-0
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-658-17603-7