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Über dieses Buch

Mitten im digitalen Fortschritt grätscht die Natur dazwischen. Von der Coronakrise lässt sich die Moderne nicht aufhalten auf ihrem Weg in die Computergesellschaft. Aber sie gerät unter verschärfte Beobachtung. Die Massenmedien legen den Sinnschleier der Krise über den öffentlichen Disput. Die Politik zeigt in der Funktion der Risikomanagerin, was sie (nicht) kann. Die Wirtschaft kämpft darum, den Status als Primus des Alltags zurückzugewinnen. Organisationen und Personen machen die klassische Krisenerfahrung, dass Schwache für Opferrollen prädestiniert sind. Spricht etwas dafür, dass die moderne Steigerungslogik von Nachhaltigkeit abgelöst, Konkurrenzdynamik von Kollaboration zivilisiert, Kommerzialisierung von Solidarität begrenzt wird? Das Essential entwickelt eine eigene Perspektive auf Phänomene und Potentiale.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Kapitel 1. Ohne Kommunikation keine Krise

Zusammenfassung
Als Thema hat Krise Karriere gemacht. In die Diagnose „Krise“ steigert sich die neuzeitliche öffentliche Kommunikation zunehmend hinein. Vorstellungen von Krise finden sich jedoch auch in vormodernen Gesellschaften. Für die Stammes- und die Ständegesellschaft der Vormoderne sowie für die Industrie- und die Computergesellschaft der Moderne lassen sich unterschiedliche Krisenerlebnisse identifizieren.
Hans-Jürgen Arlt

Kapitel 2. Die Moderne ist die Krise

Zusammenfassung
Woraus resultiert das „ständige Krisengerede“ in der modernen Gesellschaft? Es muss strukturelle Gründe geben für die Uferlosigkeit der Krisenbefunde – unter Lebensbedingungen, von denen andere nur träumen können. Zwar weist die Coronakrise Eigenarten und Einzigartigkeiten auf, etwa das Großexperiment volldigitalisierten Lehrens und Lernens. Gleichwohl lässt die Krisenkommunikation bekannte Muster erkennen. So treten beispielsweise wie stets Kritiker auf, die nachher wissen, was man schon vorher gewusst haben könnte; und in die Deutungskonkurrenz um die „Meistererzählung“ der Krise greifen immer auch Verschwörungsprediger ein. Der Politik wächst gleichsam automatisch die Rolle der Krisenmanagerin zu.
Hans-Jürgen Arlt

Kapitel 3. Politik und Massenmedien im Netzwerkdebakel

Zusammenfassung
Sozialstruktur und Kultur der Industriegesellschaft erfahren in der Computergesellschaft markante Änderungen, freilich ohne an die Wurzeln der Moderne, an Steigerungslogik, Konkurrenzdynamik und Kommerzialisierungsprozesse heranzureichen. Das Zentrum-Peripherie-Verhältnis, wie es für industriegesellschaftliche Kommunikation und Arbeit typisch ist, wird jedoch zugunsten von Netzverbindungen abgelöst. Soziale Bindungen werden deshalb in der Coronakrise leichter zerstört und leichter geknüpft. Um die Politik als Krisenmanagerin und den Journalismus als Krisenberichterstatter und – Kommentator zu verstehen, bieten sich Funktionsanalysen an, wie sie in der Theorie sozialer Systeme grundgelegt sind. Bleibt die Frage, wie viel Aufbruch - „Jetzt oder nie: Der Corona-Schock birgt die Chance auf eine bessere Welt“ (Der Spiegel) - der Umgang mit der Coronakrise hervorruft, zulässt, vermeidet, verhindert...
Hans-Jürgen Arlt

Backmatter

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