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Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Nachhaltige Regionalentwicklung — Eine Chance für den Südraum Leipzig?

Nachhaltige Regionalentwicklung — Eine Chance für den Südraum Leipzig?

Zusammenfassung
Bergbau- und Industrieregionen stellen eine besondere Herausforderung dar, die Konkretisierung und Umsetzung des Leitbildes einer nachhaltigen Regionalentwicklung anzugehen. Einerseits kämpfen diese Regionen weltweit mit wirtschaftlichen und sozialen Anpassungsschwierigkeiten an ein postmodernes, dienstleistungs- und informationsorientiertes Zeitalter. Andererseits bedingt die weitgehende Konzentration auf strukturell umweltbelastende Wirtschaftsbranchen ein überdurchschnittliches Ausmaß ökologischer Probleme.
Irene Ring

Landschaft Naturzerstörung und neue Chancen

Frontmatter

Geologische und hydrogeologische Verhältnisse des Südraumes Leipzig und deren Veränderung durch den Braunkohlenbergbau

Zusammenfassung
Der Südraum Leipzig läßt sich geologisch mit dem Weißelster-Becken, dem von Meyer (1951) definierten und von Michel (1960) ausführlich beschriebenen Gebiet mit geschlossener Braunkohlenverbreitung südlich von Leipzig bis in das Gebiet Frohburg — Altenburg — Zeitz, gut umreißen. Der tiefere Untergrund des Südraumes Leipzig wurde während der Varistischen Gebirgsbildung (vor ca. 300 Mio. Jahren) konsolidiert. Spätere vulkanotektonische (während des Rotliegenden) und bruchtektonische Deformationen als Folge der Alpenentstehung (Oberkreide, Tertiär) lassen den Betrachtungsraum in mehrere Strukturstockwerke gliedern.
Walter Gläßer

Naturschutz in der Bergbaufolgelandschaft als Teil einer nachhaltigen Landschaftsentwicklung

Zusammenfassung
Der Braunkohlentagebau zerstörte im Südraum Leipzig in großem Umfang und unwiederbringlich agrarische und naturnahe Ökosysteme und beeinträchtigte durch großräumige Grundwasserabsenkungen auch benachbarte Landschaften. Alleine aus diesem Grund sind solche Eingriffe auch in Zukunft aus Naturschutzsicht abzulehnen. In den devastierten Gebieten traten an die Stelle der früheren Landschaft zuvor nicht vorhandene Standorte und Reliefformen der Bergbaufolgelandschaft. Bei ausbleibender land- oder forstwirtschaftlicher Rekultivierung konnten sich dort auf einigen weitgehend sich selbst überlassenen Flächen jedoch neue, naturschutzfachlich wertvolle Biotope und Biotopkomplexe entwickeln. Gerade diese Sukzessionsflächen besitzen aufgrund ihrer relativen Nährstoffarmut, Vielfältigkeit und zugleich Großräumigkeit vor dem Hintergrund zunehmender Eutrophierung, Standortnivellierung und Zerschneidung der Landschaft eine herausragende Bedeutung für den Naturschutz (z. B. Donath 1994; Durka et al. 1995, 1996).
Walter Durka, Michael Altmoos

Zur Realisierung nachhaltiger Naturschutzstrategien mit Hilfe der Geoinformation: Tagebau Borna-Ost/Bockwitz — Vom Tagebau zum Naturschutzgebiet?

Zusammenfassung
Im Braunkohlentagebaugebiet Südraum Leipzig wurden wegen der großräumigen Landschaftsveränderung durch den jahrzehntelangen Tagebau die Regulationsmechanismen des Landschaftshaushaltes teilweise oder gar völlig zerstört. So wurden im Ballungsgebiet Leipzig-Halle in den letzten hundert Jahren ca. 570 km2 Fläche durch den Braunkohlenbergbau beansprucht. Folgen dieser Nutzung waren große vegetationsarme Restflächen in Form von Tagebauen, Restlöchern, Kippen und Halden. Von diesen Flächen wurden bisher ca. 50% einer geordneten Nachnutzung zugeführt (Regiegruppe „Kulturlandschaft Südraum Leipzig“ 1994, S. 9).
Angela Lausch, Annett Bellmann

Landschaftsstruktur und -nutzung als Indikator für eine nachhaltige Erholung

Zusammenfassung
Der Südraum Leipzig hat einen Funktionswandel erlebt von einem jahrhundertealten landwirtschaftlich, zum Teil handwerklich geprägten Raum (Zwibbel-Borne, Schuster-Groitzsch) über einen jahrzehntelang monostrukturierten Rohstoff- und Energielieferanten mit erheblichen negativen ökologischen Konsequenzen zu einem im Zeitraum von Quartalen niedergegangenen Gebiet mit dramatischen ökonomischen und sozialen Folgen.
Eckhard Müller

Mensch Wohnen, Arbeit und Gesundheit

Frontmatter

Siedlungsstrukturelle Einschnitte infolge des Braunkohlenbergbaus

Zusammenfassung
In dem nachfolgenden Aufsatz soll die Frage nach dem Ausmaß bergbaubedingter Beeinflussung der Siedlungsstruktur im Südraum Leipzig diskutiert werden. Nachweisbar beeinträchtigen die durch den Bergbau ausgelösten, tiefgreifenden Deformierungen die Lebensfähigkeit der Siedlungen und die Lebensqualität der Bewohner in diesem Raum. Die mehrdimensionalen Auswirkungen wirtschaftspolitischer Zielvorgaben im Zusammenhang mit der Braunkohlenförderung, die gezielte Eingriffe und Veränderungen in eine über Jahrhunderte gewachsene Siedlungs- und Landschaftsstruktur einschließen, sollen verdeutlicht werden. Der Fokus wird auf die soziale Dimension siedlungsstruktureller Veränderungen gerichtet, wobei Kriterien der Sozialverträglichkeit in Vorbereitung bergbaubedingter Umsiedlungen diskutiert werden. Die Fragestellung ordnet sich in die kritische Debatte um Chancen einer Umsetzung des Leitbildes regionaler Nachhaltigkeit in ökologisch stark geschädigten Regionen ein.
Sigrun Kabisch

Von der Industrieregion zum Sanierungsgebiet — Ein regionaler Arbeitsmarkt in Veränderung

Zusammenfassung
Zentrales Thema dieses Beitrages sind die Veränderungen in den Erwerbsstrukturen in einer altindustriellen Region im Freistaat Sachsen infolge des wirtschaftlichen Umbruchs. Im Jahr 1990 hatte im Südraum Leipzig noch die Kohlewirtschaft dominiert. Dies schloß die Förderung, Verstromung, Brikettierung und chemische Verarbeitung der Braunkohle ein. Nach dem weitgehenden Zusammenbruch dieser Branche ist die Sanierung der alten Werksgelände mit ihren Bodenflächen, Gebäuden und technischen Anlagen und der durch die Großtagebaue zerstörten Landschaft zu einem Beschäftigungsschwerpunkt geworden. Dieses Wirkungsfeld ist mittelfristig von großer Bedeutung für den regionalen Arbeitsmarkt.
Ursula Bischoff, Sabine Linke

Umweltepidemiologische Untersuchungen zur gesundheitlichen Entwicklung von Kindern

Zusammenfassung
Bei der Luftbelastung durch Immissionen belegte der Kreis Borna innerhalb der ehemaligen DDR die Spitzenstellung (Bericht Lufthygiene 1989).
Olf Herbarth, Peter Krumbiegel, Ingrid Koschny, Martina Rehwagen, Matthias Richter

Wirtschaft Landwirtschaft, Umweltmarkt und Informationsgesellschaft

Frontmatter

Die Landwirtschaft im Südraum Leipzig — Nachhaltig geschädigt

Zusammenfassung
Weshalb soll man sich in dieser Bergbau- und Industrieregion überhaupt mit Landwirtschaft auseinandersetzen — und erst noch mit dem Anspruch, ihre Nachhaltigkeit zu beurteilen? Scheinen doch die Sanierung der offenen Tagebaue, die Bekämpfung der durch den Zusammenbruch des Bergbaus und der Industrie entstandene Arbeitslosigkeit und Schaffung regionaler Entwicklungskonzepte viel drängender. Außerdem ist die Landwirtschaft wirtschaftlich nahezu bedeutungslos geworden. Sie beschäftigte Ende 1993 nur noch 4% der Arbeitnehmer im ehemaligen Kreis Borna, und Land- und Forstwirtschaft sowie Fischerei trugen lediglich 1, 5% zur Wertschöpfung in Sachsen bei (Bischoff et al. 1995, SML 1995).
Felix Herzog, Katrin Heinrich

Umweltwirtschaft und regionale Nachhaltigkeit

Zusammenfassung
Eine zukunftsorientierte Neugestaltung des Südraumes Leipzig bedingt seine ökologische Sanierung. Dadurch wird nicht nur eine belastete Industrielandschaft ökologisch aufgewertet. Es entsteht auch eine Nachfrage nach Umweltschutzleistungen, die sich für die Region als Wirtschaftsfaktor erweisen kann. Im folgenden Beitrag wird aufgezeigt, inwieweit die lokal gebundene Nachfrage nach Umweltschutzmaßnahmen auch zur Entwicklung einer regionalen Umweltwirtschaft führte und welche weiteren Impulse ihre Entwicklung induzierten. Auf der Basis von empirischen Analysen zu Anbietern von Umweltschutzleistungen im Kreis Leipziger Land sowie im Südraum Leipzig als Teil dieses Kreises ist im Kontext zum regionalen und nationalen Umweltmarkt der Beitrag dieser Wirtschaftsstruktur zur nachhaltigen Entwicklung zu beurteilen. Des weiteren sind die mit den entstandenen Strukturen verbundenen Probleme sichtbar zu machen und die Schlußfolgerungen für ihre Bewältigung zu ziehen.
Helga Horsch

Ein zukunftsorientiertes Konzept für Leben, Wirtschaft und Umwelt in der Informationsgesellschaft

Zusammenfassung
„Dann wird eine Vision Realität: Schöner, hoffnungsvoller, chancenreicher Südraum Leipzig!“ (Hainichen 1996) — „Doch weiträumige Flächen für die Landwirtschaft, Wälder und Erholungsgebiete auf ehemaligem Bergbaugelände werden schon vorausbedacht und können so Beispiel und Anregung sein für die Planenden anderenorts“ (Guth et al. 1990, S. 50). „Das Leipziger Land...als kulturell reiche, extrem gefährdete, aber dennoch der Zuneigung werte Region zu zeigen“ (Guth et al. 1990, S. 4), ist Anliegen der Autoren dieses Beitrages. Welche der in mehreren hundert Gutachten um vielfältige Varianten bereicherten Visionen sind realistisch, wünschenswert, beschäftigungswirksam und ökologisch nachhaltig? Die erste Antwort hierzu ist einfach: Nur informationsreiche und informationsbasierte Wirtschaft in einer hochwertig gestalteten Südraumlandschaft kann eine Chance haben. Da in Deutschland wenigen Menschen deutlich ist, was informationsreiche Wirtschaft bedeutet, sind analytische Verfahren zu Bewertung dieser Optionen und Visionen einzusetzen.
Stefan Fränzle, Wolf Dieter Grossmann, Karl-Michael Meiß

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