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Über dieses Buch

Dieser Herausgeberband setzt sich empirisch und theoretisch mit verschiedenen Aspekten einer nachhaltigen Unternehmensführung auseinander. Fortwährendes weltweites Bevölkerungswachstum und zunehmender Konsum zusammen mit wachsender Globalisierung führen dazu, dass die in unserer Umwelt vorhandenen natürlichen Ressourcen ohne gegensteuernde Maßnahmen irgendwann erschöpft sein werden. In dieser Situation wird eine strategische Führung von Unternehmen und Organisationen immer wichtiger, die ausgehend von den drei Nachhaltigkeitsperspektiven „Ökonomie“, „Ökologie“ und „Soziales“ alle relevanten Stakeholder einbezieht. Ziel sollte eine generationenübergreifende Entwicklung sein, in der die Bedürfnisse der gegenwärtigen Generation befriedigt werden, ohne dass dies auf Kosten zukünftiger Generationen geschieht. Auf dieser Grundlage greifen die Autoren aktuelle, praxisrelevante Fragestellungen auf, schildern konkrete Fallbeispiele und geben Handlungsempfehlungen. Die Bandbreite reicht von einer grundlegenden Diskussion ethischer Prinzipien internationaler Unternehmen über wertorientierte Steuerungskennzahlen und eine nachhaltige Beschaffung in der Lebensmittelbranche bis hin zur Logistikgestaltung in Smart Cities.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Kapitel 1. Nachhaltige Unternehmensführung: Leitprinzip und Handlungsfelder in der Praxis

Nachhaltigkeit kommt in vielen Unternehmen und in zunehmendem Maße als ein strategisches Leitprinzip zum Tragen, das für die langfristige Existenzsicherung von Bedeutung und mit einer strategischen Stakeholderperspektive kompatibel ist. Ausgehend von den drei  Nachhaltigkeitsperspektiven „Ökonomie“, „Ökologie“ und „Soziales“ werden sechs Handlungsfelder nachhaltigen Wirtschaftens definiert, für die spezifische Problemstellungen untersucht werden. Die Beiträge für die Kontextbereiche Werte, Führung, Beschaffung, Produktion, Marketing und Personal sowie, ergänzend und weiterführend, für übergreifende ökonomische Fragestellungen mit Bezug zur Unternehmensumwelt werden zusammengefasst und im entwickelten Gesamtrahmen eingebettet.
Jochen Schellinger, Philipp Berchtold, Kim Oliver Tokarski

Kapitel 2. Ethik in international tätigen Unternehmen

Einführung und Umsetzung von verhaltensethischen Richtlinien in Schweizer Großunternehmen
Die Geschäftstätigkeit vieler international agierender Großunternehmen wird von der Gesellschaft und den Medien kritisch beobachtet. Unternehmerisches Fehlverhalten verursacht deshalb oft schwere Reputationsschäden. Vor diesem Hintergrund ist eine Dokumentation erwünschter ethischer Verhaltensweisen nicht nur ethisch, sondern auch ökonomisch angezeigt. Ethische Verhaltensrichtlinien sind im internationalen Kontext so zu gestalten, dass diese global verstanden werden und länderspezifischen Anforderungen entsprechen. Zudem ist ein Controlling wichtig, das die Einhaltung der Richtlinien überprüft und bei Bedarf Anpassungen auf den Weg bringt. Der Erfolg von Ethikmaßnahmen hängt maßgeblich davon ab, wie die Vorbildfunktion durch Vorgesetzte wahrgenommen wird. Die Ergebnisse der qualitativen Erhebung bei 14 renommierten international agierenden Unternehmen bestätigen dies in hohem Maße und sprechen für eine in der Praxis durchgängig vorhandene Sicht, wonach Unternehmensethik und Unternehmenserfolg in positiver Wechselwirkung zueinander stehen.
Annelis Straubhaar, Jochen Schellinger

Kapitel 3. Schweizer Landwirtschaft: Anpassungsstrategien

Wertvorstellungen von Landwirtinnen und Landwirten als Hemmschwelle für betriebliche Anpassungsstrategien in der Schweizer Landwirtschaft
Aufgrund des Strukturwandels, der seit vielen Jahrzehnten die europäische Landwirtschaft prägt, müssen sich auch mehr und mehr landwirtschaftliche Betriebe in der Schweiz wandeln, um eine Zukunft zu haben. Dieses Wandeln, gepaart mit einem erfolgreichen Umgang mit Krisen, wird auch Resilienz genannt. Schwierig ist, dass traditionelle Werte gerade im Landwirtschaftssektor noch sehr wichtig sind, diese aber oft hemmend auf eine Betriebsentwicklung wirken. Deswegen war es das Ziel der vorliegenden Forschungsarbeit, den Stellenwert von traditionellen Wertvorstellungen in der Schweizer Landwirtschaft mittels einer quantitativen Onlineumfrage zu erheben. Ausgehend von den Ergebnissen lassen sich Rückschlüsse ziehen, ob traditionelle Wertvorstellungen in der Schweizer Landwirtschaft wirklich hemmend auf betriebliche Anpassungsstrategien an den Agrarstrukturwandel wirken. Die zugrunde liegende Forschungsfrage lautet: Wird die Anpassungsfähigkeit der Schweizer Landwirtschaft durch deren Wertevorstellungen gebremst? Als Anpassungsfähigkeit wird die Anpassung auf betrieblicher Ebene verstanden, nicht die Existenzsicherung durch außerbetriebliche Erwerbstätigkeit.
Judith Stettler, Ines Heer

Kapitel 4. Einführung eines Kaizen-Reifegradmodells bei der SBB im Bereich Personenverkehr Vertrieb und Services

Nebst einem attraktiven Preis und dem Faktor Zeit avanciert Qualität zu einem immer wichtigeren Wettbewerbsvorteil. Aus diesem Grund nutzen immer mehr Unternehmen Konzepte und Ansätze zur Qualitätssteigerung. Der Miteinbezug der Mitarbeitenden spielt dabei eine entscheidende Rolle. So auch bei Kaizen. Dabei ist Kaizen eine Philosophie, in welcher die Mitarbeitenden und ihr Wissen in den Fokus der Betrachtung gestellt werden. Denn sie können am besten beurteilen, wie bestehende Prozesse funktionieren und auf welchem Weg sie ihr Arbeitsumfeld optimieren können. Seit 2008 setzen auch die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) Kaizen bereits im Bereich Vertrieb und Services erfolgreich ein. Aktuell wird dabei u. a. ein Kaizen-Auditformular verwendet, um den Stand der Kaizen-Entwicklung und die Fortschritte zu dokumentieren. Der vorliegende Beitrag thematisiert die Entwicklung eines neuen Reifegradmodells bei der SBB, welches den Anforderungen und Bedürfnissen der Führungskräfte sowie Kaizen-Agenten entspricht. Dabei wird eine nachhaltige Verbesserung der Unternehmensentwicklung durch Qualität als verbindendes Konzept angestrebt.
Kateryna Brönnimann, Kim Oliver Tokarski

Kapitel 5. Nachhaltige finanzielle Führung mit wertorientierten Steuerungskennzahlen

Ein Blick in die Praxis von SMI-Unternehmen
Die Führung eines Unternehmens anhand wertorientierter Steuerungskonzepte ermöglicht eine Unternehmenslenkung, die auf eine langfristige Zukunftssicherung ausgerichtet ist und somit ein nachhaltiges Wachstum verfolgt. Vor diesem Hintergrund wirft dieser Beitrag einen Blick in die Praxis von SMI-Konzernen und fragt auf der Basis einer empirischen Analyse nach der Verbreitung, dem Nutzungsrahmen und der Ausgestaltung des Value-based Management. Hierbei wird dem Konzept des Economic Value Added (EVA) besondere Aufmerksamkeit geschenkt, und darüber hinaus der Frage nachgegangen, in welcher Weise eine Koppelung der Vergütung des Managements mit einer nachhaltigen Erhöhung des Unternehmenswertes gegeben ist.
Ivana Juras, Raùl Gimeno

Kapitel 6. Risikomanagement in Finanzinstituten

Empirische Bestandesaufnahme der Risikosensitivität risikogewichteter Aktiva im Handelsbuch
Im Kontext einer nachhaltigen, auf langfristige Existenzsicherung abzielenden Führung von Finanzinstituten kommt einer adäquaten kontinuierlichen Bewertung von Risiken eine wichtige Rolle zu. Das angemessene Erfassen von Marktrisiken beschäftigt allerdings nicht nur Finanzinstitute, sondern auch die regulatorischen Aufsichtsbehörden. Vonseiten des Gesetzgebers werden die risikogewichteten Aktiva (RGA) gemessen, um das nötige regulatorische Kapital bereitzustellen. Finanzinstitute verwenden dazu statistische Messgrößen, wie den Value at Risk, um die Risiken zu quantifizieren. Es soll eruiert werden, ob die RGA eine risikosensitive Marktrisikoeinschätzung gewährleisten. Risikosensitivität in diesem Kontext bedeutet, dass die Eigenkapitalvorschriften die zugrunde liegenden Risiken widerspiegeln sollen, welche die Banken eingegangen sind. Die Untersuchung wurde anhand eines Vergleichs zwischen den risikogewichteten Aktiva und dem Value at Risk durchgeführt, weil der Value at Risk eine risikosensitive Messgröße darstellt.
Michael Baumgartner, Raùl Gimeno

Kapitel 7. Nachhaltige Beschaffung durch Zusammenarbeit mit Werkstätten für Menschen mit Behinderung

Im Rahmen einer nachhaltigen Unternehmensführung verfügen alle Funktionsbereiche über Realisierungspotenziale für Maßnahmen zur Verbesserung der Nachhaltigkeit. Vor allem in produzierenden Unternehmen kommt dem Beschaffungsbereich hierfür ein besonders großes Potenzial zu, der typischerweise deutlich mehr als die Hälfte der Kosten von verkauften Industriegütern determiniert. Auf der Grundlage des „Triple Bottom Line“-Ansatzes von Elkington, der von den 3 Nachhaltigkeitsdimensionen Ökologie, Ökonomie und Soziales ausgeht, wurde unter Heranziehung einer Fallstudie mit Schweizer Tochterunternehmen eines internationalen Industriekonzerns untersucht, wie Werkstätten für Menschen mit Behinderung in ein nachhaltiges Supply Chain Management eingebunden werden können. Als Ergebnis der Analyse konnte ein empirisch fundiertes Modell zur nachhaltigen Beschaffung mit Werkstätten für Menschen mit Behinderung abgeleitet werden, das als Hilfestellung bei der verstärkten Ausrichtung von Beschaffungsfunktionen auf Nachhaltigkeit mit besonderer Bezugnahme auf deren soziale Dimension zum Tragen kommen kann. Neben den Chancen einer entsprechend ausgestalteten nachhaltigen Beschaffung werden im Beitrag auch resultierende potenzielle Problemfelder thematisiert.
Yannik Gardi, Jochen Schellinger

Kapitel 8. Nachhaltige Beschaffung von Lebensmitteln

Empfehlungen zur erfolgreichen Implementierung einer nachhaltigen Beschaffungsstrategie
Das nachhaltige Produkteangebot von Lebensmitteln ist bei den Detailhändlern bereits vorhanden und wird von Kunden immer stärker gewünscht. Biologische und Fair-Trade-zertifizierte Produkte gehören heute in jedem Supermarkt zum Bestandteil des Sortiments. Mit dem wachsenden Bewusstsein der Konsumenten und ihrer immer stärkeren Orientierung hin zu nachhaltigem Konsum wachsen auch ihre Anforderungen an die Nachhaltigkeitsleistung der Produkte im Detailhandel. Die Detailhändler haben diesen Trend bereits erkannt, und die meisten haben die Nachhaltigkeit in die Vision, Strategie und strategischen Ziele ihrer Unternehmen integriert. Die sowohl qualitativ als auch quantitativ wachsenden Anforderungen hinsichtlich nachhaltiger Produkte stellen jedoch die Detailhändler vor einige Herausforderungen bei der Umsetzung. Dabei spielt die Beschaffung für das Erreichen der Nachhaltigkeitsziele beim Detailhändler eine zentrale Rolle. In diesem Beitrag werden die Herausforderungen bei einer erfolgreichen Umsetzung der Ziele, die Voraussetzungen dafür sowie die Messung der Nachhaltigkeitsleistung in der Beschaffung von Lebensmitteln thematisiert. Es werden 4 unterschiedliche Lebensmitteldetailhändler in Form von Fallstudien untersucht und Schlussfolgerungen für die erfolgreiche Implementierung der Nachhaltigkeit in der Beschaffungsfunktion der Unternehmen abgeleitet.
Tobias Niklaus, Miriam Wettstein, Marie Brechbühler Pešková

Kapitel 9. Nachhaltigkeit in der Milchproduktion

Erhebung bei Schweizer Milchproduktionsbetrieben
Die Nachhaltigkeit in der Milchwirtschaft steht in politischen und gesellschaftlichen Diskussionen im Fokus. Die Branche ist gefordert, gemeinsam eine Mehrwertstrategie für Schweizer Milch zu unterstützen. Ein Mehrwert entsteht durch eine nachhaltige Milchproduktion, welche von Politik und Gesellschaft gefordert wird. Doch wie definiert und misst sich Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft und wie nachhaltig wirtschaften konkret Schweizer Milchproduktionsbetriebe? Basierend auf den theoretischen Argumentationen wird die Bedeutung der Nachhaltigkeit evaluiert, Erhebungsmethoden zur Messung von Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft werden beschrieben und Erkenntnisse, Fragestellungen und Hypothesen abgeleitet. Darauf aufbauend wird ein praxisorientiertes Modell zur Messung der Nachhaltigkeit in der Milchproduktion erstellt. Eine empirische Forschung bei Schweizer Milchwirtschaftsbetrieben liefert die notwendigen Angaben, um die Nachhaltigkeitsleistung zu messen und Aussagen zur Gesamtnachhaltigkeit abzuleiten.
Anita Stalder, Judith Stettler, Annelis Straubhaar, Ines Heer

Kapitel 10. Ermittlungen von Kundenbedürfnissen zur innovativen Neuproduktentwicklung

Eine Fallstudienanalyse bei Start-ups und etablierten Unternehmen
Mangelhaftes Wissen über marktliche Gegebenheiten und fehlendes Verständnis für Kundenbedürfnisse sind Gründe für Misserfolge bei Innovationen. Aus diesem Grunde ist es wichtig, von unternehmensexternem Wissen Gebrauch zu machen und Kunden als wichtige Innovationspartner in den Prozess einzubinden. Die große Herausforderung dieser Partnerschaft besteht darin, geeignete Methoden und Instrumente zur Erhebung und Auswertung ihrer Bedürfnisse einzusetzen. Mittels einer Fallstudienanalyse zeigt dieses Kapitel auf, wie Unternehmen Kundenbedürfnisse für die Entwicklung von neuen Produkten erheben und validieren. Die Ergebnisse zeigen, dass die Kundenbedürfnisse mit einer Kombination von Instrumenten und Methoden erhoben werden. Die Kunden werden einzeln und persönlich oder online über ihre Bedürfnisse hinsichtlich neuer Produkte befragt. Darüber hinaus werden sowohl Kundenbesprechungen in Gruppen als auch Einzelgespräche verwendet, um Kundinnen und Kunden zur Erhebung der Bedürfnisse bei der Produktanwendung zu beobachten und im Sinne von Marktforschungsprojekten und bei Trendanalysen einzubinden. Zur Bedürfniserhebung kommen auch virtuelle und physische Konzepttests zur Anwendung. Schließlich wird zur Ermittlung von Kundenbedürfnissen künstliche Intelligenz im Rahmen von Datenauswertungen eingesetzt.
Cyril Imhof, Kim Oliver Tokarski

Kapitel 11. Erfolgswirksamkeit von Marketinginstrumenten Schweizer Bildungsorganisationen mit einer Dachmarke

Begründend auf der Tatsache, dass der Schweizer Bildungsmarkt stark zersplittert ist und viele Anbieter um Kunden konkurrieren, bedarf es der zielgruppenorientierten Umsetzung von geplanten und strategiekonformen Marketingmaßnahmen. Dieser Beitrag untersucht am Beispiel des Bildungszentrums für Wirtschaft und Dienstleistung bwd Bern und anhand des Mixed-Methods-Forschungsdesigns erstmalig die Erfolgswirksamkeit sowie die komplementären Erfolgsfaktoren für den effizienten Einsatz von kommunikationspolitischen Marketinginstrumenten bezüglich ihrer Absatz- und Imagebeeinflussung. Hierfür wird ein an Kieser und Kubicek (1992) angelehntes Analysemodell für Bildungsmarketing entwickelt und mittels einer quantitativen Onlinebefragung bei direkten Anspruchsgruppen des bwd Bern (n = 730) sowie 7 qualitativen leitfadengestützten Experteninterviews bei komparablen Schweizer Bildungsinstitutionen in der Empirie überprüft. Als erfolgswirksamste Marketinginstrumente identifizierte die Studie den Einsatz von Direktmarketing, die Unternehmenswebsite sowie den Versand von E-Newslettern. Die Erarbeitung einer stimmigen, auf die jeweiligen Zielgruppen anzupassenden Marketingstrategie (7P-Marketing-Mix), ist gemäß dieser Studie empfehlenswert.
Lars Patrick Kolb, Etienne J. Rumo

Kapitel 12. Brandawareness von nachhaltigen Lebensmittellabels in der Schweiz

Viele Schweizer Detailhändler sind bemüht, den Konsumierenden Lebensmittel, die mit einem Nachhaltigkeitslabel gekennzeichnet sind, schmackhaft zu machen. Über die Wahrnehmung dieser Labels bei den Konsumierenden gibt es zwar diverse Studien, jedoch bezieht sich keine davon auf den Schweizer Markt. Mit der vorliegenden Studie über die Wahrnehmung dieser Nachhaltigkeitslabels im Schweizer Markt soll diese Lücke nun geschlossen werden. Im Fokus stehen dabei nachhaltige Lebensmittellabels aus dem Fleischsektor. Anhand einer qualitativen Datenerhebung bei Fokusgruppen und einer quantitativen Querschnittsstudie werden Informationen über die Wahrnehmung dieser Labels bei den Schweizer Konsumierenden gesammelt und ausgewertet. Aus einer Synthese der Resultate beider Studien werden anschließend die Schlüsselfaktoren für nachhaltige Lebensmittellabels im Schweizer Markt hergeleitet. Zudem werden die Resultate aus dem Schweizer Kontext mit den ausländischen Studien verglichen und dabei die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen dem In- und Ausland präsentiert.
Damian Santschi, Etienne J. Rumo

Kapitel 13. Moderne Arbeitswelten unter der Lupe

Durch neue Bürokonzepte zu mehr Collaboration und Innovation
Wie aktuelle Studien zeigen, befinden sich momentan viele Unternehmen auf dem Weg von einer traditionellen in eine moderne Arbeitswelt. Die Gründe dafür sind vielfältig: Zum einen werden neue Arbeitsformen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern immer stärker eingefordert, zum anderen sind sie auf Unternehmensseite mit vielerlei Chancen verbunden. Wie die Einführung einer neuen Arbeitsumgebung konkret aussehen soll und an welchen Erfolgsgeschichten man sich in diesem Zusammenhang orientieren kann, ist aber oft unklar. Erschwerend kommt hinzu, dass die Umsetzung in der Regel nicht auf der grünen Wiese geschieht, sondern innerhalb etablierter Strukturen, einer bestehenden Unternehmenskultur und den damit verbundenen Werten und Einstellungen der Unternehmensmitglieder. Der vorliegende Beitrag zeigt auf, wie 4 Schweizer Großunternehmen bei der Einführung und Umsetzung einer neuen Arbeitsumgebung vorgegangen sind, und beleuchtet, ob die im Vorfeld definierten Ziele erreicht wurden.
Salome Oester, Sara Schaller, Anja Habegger

Kapitel 14. Entwicklung eines Modells für nachhaltige berufliche Grundbildung

Wie Unternehmen ihr Angebot an Berufslehren marktfähig gestalten können
Die notwendigen Kompetenzen von Nachwuchskräften ändern sich rasant. Das gesamte System Berufsbildung Schweiz ist gefordert, in Bezug auf Veränderungen und Trends wie Globalisierung, demografischer Wandel, Upskilling und Deindustrialisierung rascher zu agieren. Auch wenn die Berufsbildung in der Schweiz stark institutionalisiert ist, müssen Unternehmen sie aktiv mitprägen. Sie benötigen ein Modell, Vorgehensweisen und Handlungsempfehlungen, um ihr Angebot an Berufslehren marktfähig zu halten. Basierend auf einer Literaturanalyse über die Berufsbildung Schweiz sowie 10 leitfadengestützte Experteninterviews mit Fachpersonen aus Unternehmen und Institutionen der Berufsbildung wird ein neues Modell präsentiert, wie Unternehmen ihr Angebot an Berufslehren steuern und marktfähig halten können. Das Modell beschreibt 8 zentrale Handlungen. Es zeigt zudem auf, mit welchen Handlungspartnern Interaktionen notwendig und welche Instrumente pro Handlung unterstützend sind. Das erarbeitete Modell fordert Unternehmen auf agile Art und Weise auf, sich im Bereich Berufsbildung ständig weiterzuentwickeln.
Anita Stalder, Isabelle Clerc

Kapitel 15. Angehörigenbetreuung in der Schweiz

Bestandsaufnahme und Ausblick auf betriebliche Möglichkeiten zur Unterstützung von betreuenden Mitarbeitenden
Die demografische Entwicklung macht immer mehr Menschen in der Schweiz zu Betroffenen von Angehörigenbetreuung. Gleichzeitig erschweren gesellschaftliche Veränderungen und der Wandel in der Arbeitswelt eine gelingende Work-Life-Balance, wodurch sich die Gefahr einer permanenten Überbelastung für betreuende Erwerbstätige erhöht. Es wird deutlich, dass die Vereinbarkeitsproblematik von Betroffenen ohne geeignete betriebliche Unterstützungsmaßnahmen nicht lösbar ist. Dieser Beitrag gibt Aufschluss darüber, wie Firmen in der Deutschschweiz die Thematik Angehörigenbetreuung aktuell managen. Auf der Grundlage der Erkenntnisse werden Handlungsempfehlungen für Betriebe formuliert, die die langfristige Verankerung der Thematik Angehörigenbetreuung unterstützen sollen.
Katharina Bubb, Pascal Martig, Nada Endrissat

Kapitel 16. Konzeptionierung von Use Cases für die urbane Logistik in einer Schweizer Smart City mittels Design Thinking

In der Schweizer Logistik werden heute noch viele unterschiedliche und proprietäre IT-Systeme eingesetzt. Daten werden häufig nicht aufgezeichnet oder nur intern genutzt und nicht zugänglich gemacht. Gleichzeitig haben die Kunden das Bedürfnis, mehr Informationen über ihren Auftrag zu erhalten. Die Situation im Detailhandel gestaltet sich anders: Die digitalen Ableger der größten Detailhändler sind kaum verbreitet und das, obwohl sich der klassische Detailhandel negativ auf Verkehrsbelastung und Energiebilanz auswirkt und der Endkunde von vollen Filialen, langen Kassenschlangen oder schweren Einkäufen geplagt ist. Das Ziel dieses Beitrags ist es, mittels Design-Thinking-Techniken Pains und Gains in diesen Themenbereichen zu identifizieren und auf der Grundlage einer Smart-City-Plattform Use Cases zu identifizieren und zu entwickeln. Ein Use Case behandelt eine Plattform zum Datenaustausch mit integrierter Fahrtenbörse für die B2B-Logistik, der andere den digitalen Detailhändler, der kaum noch physische Waren präsentiert und eine personalisierte Lieferung für den Endkunden bietet.
Yven Jordan, Christoph von Viebahn, Stephan Haller

Kapitel 17. Nudges to Reduce Waste

Designing more sustainable choice architectures for everyday situations
A transformation towards a more sustainable development affects all levels of society. One of the most important drivers for this transformation is personal behavior. There is a knowing-doing gap when it comes to sustainability. Nudging is a form of transparent influence through a deliberate design of choice architectures and the intention to encourage the “better” option. Although there is considerable room for ethical debates on the nature of the “better” option, in general, the value of sustainability is largely recognized. In an empirical study, the behavior of staff members was analyzed and influenced with a series of nudges to reduce waste generation when getting coffee from the staff coffee kitchen. The results indicate that nudges can be a powerful and low-cost contribution to get people to show more sustainable behaviors when applied to everyday situations and multiplied in large numbers. More research is necessary to assess the appropriateness of using nudges to permanently influence behavior and form habits as part of a sustainable transformation.
Sabrina Schmid, Deane Harder, Marie Brechbühler Pešková

Kapitel 18. Erfolgsfaktoren für die nachhaltige Entwicklung von Regionen im ländlichen Raum

Erkenntnisse aus etablierten Regionen in der Schweiz, Österreich und Deutschland
Seit Jahrzehnten zielt die Regionalpolitik darauf ab, die ländlichen Regionen bei ihrer Entwicklung zu unterstützen. Auch wenn es durchaus Fortschritte gibt, bleiben die Disparitäten zwischen urbanen und ländlichen Räumen jedoch weitgehend unverändert. Im Rahmen der vorliegenden Studie wurde untersucht, warum einigen ländlichen Regionen trotzdem eine langfristig positive Entwicklung gelingt. In einem 2-stufigen Untersuchungsansatz wurden zunächst die Sichtweisen von Regionalentwicklungsexperten aus der Wissenschaft, Verwaltung und Praxis und anschließend von Vertretern der Fallstudienregionen Achental (Deutschland), Bregenzerwald (Österreich) und Entlebuch (Schweiz) erhoben. Anhand der 3 Case Studies konnte eine Liste mit 25 Erfolgsfaktoren zusammengestellt werden. Auf dieser Grundlage wurde ein Modell entwickelt, das die Perspektive der übergeordneten Experten integriert und alle identifizierten Erfolgsfaktoren in einen zyklischen Zusammenhang im Sinne einer nachhaltigen Regionalentwicklung bringt.
Thomas Probst, Kim Oliver Tokarski

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