Nachhaltiger Wirtschaftsverkehr in urbanen Ballungsräumen
Prinzipien, Raumanalyse und Gestaltungsmöglichkeiten
- 2026
- Buch
- Verfasst von
- Ralf Bogdanski
- Marius Bayer
- Verlag
- Springer Fachmedien Wiesbaden
Über dieses Buch
Wie lassen sich Gütertransporte und Dienstleistungsverkehre in urbanen Ballungsräumen ökologisch, ökonomisch und sozial nachhaltig gestalten? Dieses Buch liefert fundierte Antworten auf eine der drängendsten Fragen moderner Stadtentwicklung. Es analysiert Herausforderungen und Handlungsbedarfe im nachhaltigen Wirtschaftsverkehr, stellt fünf zentrale Nachhaltigkeitsprinzipien vor und bewertet deren praktische Umsetzbarkeit kritisch. Ein besonderer Fokus liegt auf der Raumanalyse als Schlüssel zur konsistenten Logistikplanung sowie auf der Integration des öffentlichen Nahverkehrs in die letzte Meile. Mit der Einordnung von Technologien, empirischen Fallstudien und konkreten Konzepten bietet das Buch wertvolle Impulse für kommunale Entscheidungsträger, Stadtplaner, Manager, Logistikexperten und alle, die urbane Wirtschaftsverkehre neu denken wollen.
Inhaltsverzeichnis
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Frontmatter
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1. Themenrelevanz und Eingrenzung
Ralf Bogdanski, Marius BayerDas Kapitel untersucht die Emissionen und den Handlungsbedarf im Wirtschaftsverkehr, insbesondere in Städten und Ballungsräumen. Es wird die Relevanz der Emissionen von Wirtschaftsverkehr und die Betroffenheit der Kommunen aufgezeigt, sowie der heterogene Nachhaltigkeitsbegriff in der Logistik und die unterschiedlichen Sichtweisen auf die erste und letzte Meile in den Verkehrswissenschaften und in der Logistik beleuchtet. Eine räumliche Eingrenzung der behandelten nachhaltigen Logistik wird definiert und die Wahl der betrachteten Verkehrsträger begründet. Die Raumanalyse wird als kritischer Erfolgsfaktor für die ökonomische Nachhaltigkeit von Technologien und Konzepten, die ohne motorisierte Nutzfahrzeuge auskommen, thematisiert. Der Text analysiert die Herausforderungen des Wirtschaftsverkehrs, insbesondere in urbanen Räumen, und zeigt auf, wie nachhaltige Logistikkonzepte zur Reduktion von Emissionen und zur Verbesserung der Lebensqualität beitragen können. Es wird die Bedeutung der Raumanalyse für die ökonomische Nachhaltigkeit von nachhaltigen Logistikkonzepten hervorgehoben. Das Kapitel bietet eine detaillierte Analyse der Emissionen und der Herausforderungen im Wirtschaftsverkehr und zeigt auf, wie nachhaltige Logistikkonzepte zur Erreichung der Klimaziele beitragen können.KI-Generiert
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ZusammenfassungMit dieser Hinführung zum Thema soll in Abschn. 1.1 die Relevanz der Emissionen von Wirtschaftsverkehr und die Betroffenheit sowie die der daraus resultierende Handlungsbedarf der Kommunen aufgezeigt werden. Der folgende Abschn. 1.2 beleuchtet den heterogenen Nachhaltigkeitsbegriff in der Logistik und die unterschiedlichen Sichtweisen auf die erste und die letzte Meile in den Verkehrswissenschaften und in der Logistik. Abschließend wird in Abschn. 1.3 eine räumliche Eingrenzung der behandelten nachhaltigen Logistik definiert und die Wahl der betrachteten Verkehrsträger begründet. Dabei wird die Raumanalyse als kritischer Erfolgsfaktor für die ökonomische Nachhaltigkeit von Technologien und Konzepten, die ohne motorisierte Nutzfahrzeuge auskommen, thematisiert. -
2. Grundlagen der nachhaltigen Ballungsraumlogistik
Ralf Bogdanski, Marius BayerDas Kapitel analysiert die Prinzipien der nachhaltigen Ballungsraumlogistik und bewertet deren Anwendbarkeit in der Praxis. Es beginnt mit einer Definition der nachhaltigen Ballungsraumlogistik und der Adaptation der fünf Nachhaltigkeitsprinzipien aus dem industriellen Stoffstrommanagement. Zwei Prinzipien, Effizienz und Suffizienz, werden als logistisch intrinsisch motiviert bzw. als nicht anwendbar identifiziert. Die verbleibenden drei Prinzipien – Substitution, Konsistenz und Vorsorge – werden hinsichtlich ihrer ökologischen, ökonomischen und sozialen Nachhaltigkeitsdimensionen kritisch bewertet. Das Kapitel untersucht auch sinnvolle technologisch-konzeptionelle Kombinationen dieser Prinzipien und analysiert die erforderlichen kommunalen Rahmenbedingungen sowie kritische Erfolgsfaktoren. Besonders hervorgehoben werden die Prinzipien der Substitution und Konsistenz, die in besonderen Konstellationen oder konzeptionellen Kombinationen wirtschaftlich erfolgreich sein können. Das Kapitel schließt mit Empfehlungen für eine erfolgreiche Anwendung dieser Prinzipien in der Ballungsraumlogistik.KI-Generiert
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ZusammenfassungZunächst soll im ▶ Abschn. 2.1 die Begrifflichkeit einer nachhaltigen Ballungsraumlogistik kurz definiert werden, um dann die aus dem industriellen Stoffstrommanagement bekannten fünf Nachhaltigkeitsprinzipien auf die nachhaltige Ballungsraumlogistik zu adaptieren und zu erläutern. Zwei Prinzipien (Effizienz und Suffizienz) werden als logistisch intrinsisch motiviertes bzw. als aus Sicht der logistischen Akteure am Markt aktiv nicht anwendbares Prinzip identifiziert und abgegrenzt. Die verbleibenden drei Nachhaltigkeitsprinzipien – Substitution, Konsistenz und Vorsorge – können aus Sicht der logistischen Akteure am Markt aktiv angewendet werden, erfordern jedoch spezifische Rahmenbedingungen bzw. extrinsische Motivationen der Marktteilnehmer für eine erfolgreiche Umsetzung. Jedes dieser drei Prinzipien wird in den Abschnitten ▶ Abschn. 2.2, ▶ Abschn. 2.3 und ▶ Abschn. 2.4 anhand der derzeit bekannten technologischen und logistisch-konzeptionellen Umsetzungsmöglichkeiten in der ökologischen, ökonomischen und sozialen Nachhaltigkeitsdimension kritisch bewertet und eingeordnet. Abschließend werden in ▶ Abschn. 2.5 sinnvolle technologisch-konzeptionelle Kombinationen dieser drei Nachhaltigkeitsprinzipien in der Ballungsraumlogistik aufgezeigt, dafür erforderliche kommunale Rahmenbedingungen und kritische Erfolgsfaktoren analysiert sowie Empfehlungen für eine erfolgreiche Anwendung ausgesprochen. -
3. Raumanalyse als kritischer Erfolgsfaktor des Konsistenzprinzips
Ralf Bogdanski, Marius BayerDie Raumanalyse spielt eine entscheidende Rolle bei der Umsetzung nachhaltiger Logistikkonzepte in urbanen Räumen. Der Fachbeitrag untersucht die Herausforderungen und Fallstricke der Raumanalyse, insbesondere den ökologischen Fehlschluss und das Modifiable Areal Unit Problem (MAUP). Der ökologische Fehlschluss tritt auf, wenn ein gemeinschaftliches Verhalten fälschlicherweise auf das Verhalten eines Einzelnen übertragen wird. Das MAUP beschreibt das Phänomen, dass sich die Ergebnisse der Analyse durch die Wahl der Aggregationsniveaus oder die Verschiebung der Beobachtungsgebiete verändern können. Der Text beleuchtet auch die Bedeutung der stadtgeographischen Ausgangslage und die Auswirkungen der Raumgrenzen auf die Analyseergebnisse. Abschließend werden ausgewählte Werkzeuge der Raumanalyse vorgestellt, die helfen, raumstrukturelle Phänomene zu erkennen und zu analysieren. Der Fachbeitrag bietet einen umfassenden Überblick über die Komplexität der Raumanalyse und deren Bedeutung für die nachhaltige Stadt- und Ballungsraumlogistik.KI-Generiert
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ZusammenfassungNeben der reinen logistischen Abwicklung werden nachhaltige Umsetzungsstrategien und intelligente Lösungen in Städten und Ballungsräumen wichtiger denn je. Durch zukunftsfähige Ideen wie den Einsatz von Lastenrädern, Mikrodepot-Konzepten oder der ÖPNV-Integration können die Weichen für nachhaltige urbane Wirtschaftsverkehre gestellt werden. Der Schlüssel zu einer dauerhaften Etablierung der nachhaltigen Konzepte ist dabei eine fundierte Konzeption, deren Umsetzung auf einer raumanalytischen Grundlage fußt. Diese komplexe Aufgabe der Analyse des Gebiets ist nicht durch einfache Methoden wie die Ausweisung der Bevölkerungsdichte oder ähnliche simple Metriken möglich, sodass an dieser Stelle die Werkzeuge der Spatial Analysis, also der Raumanalyse auf Basis statistischer Methoden zum Einsatz kommen, und dabei entscheidenden Einfluss auf den Umsetzungserfolg nachhaltiger Stadt- und Ballungsraumlogistik haben. -
4. Die Königsdisziplin des Vorsorgeprinzips – niedrige Integration des ÖPNV in den Wirtschaftsverkehr
Ralf Bogdanski, Marius BayerDer Fachbeitrag untersucht die Integration von ÖPNV-Verkehrssystemen in die Ballungsraumlogistik, mit einem besonderen Fokus auf die niedrige Integration von Bushaltestellen als Umschlagsort für Waren. Es werden verschiedene Prozessvarianten des Haltestellenkonzepts vorgestellt, darunter asynchrone und synchrone Milkrun- und Tagestour-Varianten. Die Akzeptanz dieser Konzepte wird empirisch untersucht, wobei die asynchrone Tagestour als präferierte Variante identifiziert wird. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der systematischen Bewertung von Bushaltestellen hinsichtlich ihrer logistischen Eignung, basierend auf einem Kriterienkatalog und einem zweistufigen Klassifizierungsverfahren. Die Analyse umfasst Fahrplan-, Haltestellen- und Verkehrseigenschaften, um geeignete Haltestellen für die praktische Umsetzung zu identifizieren. Abschließend wird die Methodik der Raumanalyse als kritischer Erfolgsfaktor hervorgehoben, um lastenradlogistisch relevante Gebiete und geeignete Bushaltestellen zu identifizieren. Der Beitrag bietet einen detaillierten Überblick über die Potenziale und Herausforderungen der Integration von ÖPNV-Verkehrssystemen in die Logistik und liefert wertvolle Einblicke für die praktische Umsetzung.KI-Generiert
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ZusammenfassungDas Vorsorgeprinzip, insbesondere eine Integration von ÖPNV-Verkehrssystemen in die Ballungsraumlogistik, zeitigt die höchsten Nachhaltigkeitspotenziale, weil es auch das Konsistenzprinzip ermöglicht. Wie im vorangegangenen ▶ Abschn. 2.4 aufgezeigt wurde, gibt es für die hohe Integration mit einer logistischen Nutzung von ÖPNV-Verkehrsmitteln im Personen-Güter-Mischbetrieb große rechtlich-organisatorisch-praktische Hürden für eine erfolgreiche Anwendung und es besteht noch erheblicher Forschungs- und Regulierungsbedarf. Wesentlich niederschwelliger in der Umsetzung stellt sich die niedrige Integration von ÖPNV-Verkehrssystemen dar, also die logistische Mitnutzung von ÖPNV-Haltestellen und Bahnhöfen als Umschlagsort für Waren, um auf der allerletzten Meile das Konsistenzprinzip mit Lastenrädern erfolgreich anwenden zu können. Am Beispiel von in Ballungsräumen ubiquitär verfügbaren Bushaltestellen sowie der KEP-Logistik sollen in ▶ Abschn. 4.1 mögliche logistische Prozessvarianten des Haltestellenkonzepts vorgestellt und deren Akzeptanz auf empirischer Basis untersucht werden. Anhand der präferierten Prozessvariante wird in ▶ Abschn. 4.2 am Beispiel der Stadt Nürnberg eine datenbasierte, systematische Herangehensweise aufgezeigt, wie Bushaltestellen auf Eignung für eine logistische Mitnutzung mittels definierter Kriterien evaluiert werden können. Daran anschließend wird in ▶ Abschn. 4.3 die Methodik der Raumanalyse aus ▶ Kap. 3 als kritischer Erfolgsfaktor angewandt und am Beispiel der Stadt Nürnberg aufgezeigt, wie lastenradlogistisch relevante Gebiete identifiziert und darin gelegene, konzeptionell geeignete Bushaltestellen für eine finale Ortsbegehung ausgewählt werden können. Abschließend wird in ▶ Abschn. 4.4 eine Methodik vorgestellt, mit deren Hilfe konzeptionell geeignete Bushaltestellen in logistisch relevanten Gebieten durch eine systematische Ortsbegehung final validiert und zur praktischen Umsetzung empfohlen werden können. Wird das Haltestellenkonzept bei der logistischen Ver- und Entsorgung der Bushaltestellen mit dem Substitutionsprinzip kombiniert, beispielsweise in Form von batterieelektrisch angetriebenen KEP-Transportern, kann das Nachhaltigkeitspotenzial des Vorsorgeprinzips maximal ausgeschöpft werden. -
5. Fazit und Ausblick
Ralf Bogdanski, Marius BayerIn diesem Fachbeitrag wird die Komplexität der Nachhaltigkeitsprinzipien in der Ballungsraumlogistik untersucht. Es werden fünf Prinzipien identifiziert und in die drei Nachhaltigkeitsdimensionen eingeordnet, wobei das Effizienz- und Suffizienzprinzip ausgeschlossen werden, da sie nicht die erforderlichen sozialen und ökologischen Nachhaltigkeitswirkungen erzielen. Die Bedeutung der logistischen Effizienz für alle Nachhaltigkeitsprinzipien wird hervorgehoben, insbesondere durch die Anwendung klassischer logistischer Werkzeuge wie Frachtraumoptimierung und digitale Routenplanung. Das Substitutionsprinzip wird als bequemste Lösung für mehr Nachhaltigkeit dargestellt, allerdings mit erheblichen Unterschieden hinsichtlich ökologischer und sozialer Verbesserungen. Das Konsistenzprinzip erfordert eine Kombination mit dem Vorsorgeprinzip, wie dem Mikrodepot-Konzept oder der ÖPNV-Integration, um effizient umgesetzt zu werden. Die Notwendigkeit spezifischer Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Umsetzung nachhaltiger Logistikkonzepte wird diskutiert, einschließlich staatlicher Subventionen, ausreichender Ladeinfrastruktur und regulatorischer Anreize. Die Bedeutung der Raumanalyse für das Vorsorge- und Konsistenzprinzip wird betont, da sie die ökonomische Tragfähigkeit und logistische Leistungsfähigkeit der Konzepte maximiert. Der Fachbeitrag schließt mit der Feststellung, dass es keine ultimative Nachhaltigkeitslösung gibt, sondern dass je nach Anwendungsfall die optimale Kombination der Nachhaltigkeitsprinzipien validiert werden muss.KI-Generiert
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ZusammenfassungZusammenfassend wird der Frage nachgegangen, ob ein Nachhaltigkeitsprinzip präferiert werden kann, welche Rahmenbedingungen als kritische Erfolgsfaktoren einer nachhaltigen Ballungsraumlogistik beachtet werden müssen und welche Bedeutung die systematische Raumanalyse für den Erfolg des Konsistenz- und des Vorsorgeprinzips hat.
- Titel
- Nachhaltiger Wirtschaftsverkehr in urbanen Ballungsräumen
- Verfasst von
-
Ralf Bogdanski
Marius Bayer
- Copyright-Jahr
- 2026
- Electronic ISBN
- 978-3-658-50555-4
- Print ISBN
- 978-3-658-50554-7
- DOI
- https://doi.org/10.1007/978-3-658-50555-4
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