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Über dieses Buch

Ein renommierter Expertenkreis aus Kolleginnen und Kollegen untermauert in dieser Festschrift zum 65. Geburtstag von Prof. Dr. Harald Dyckhoff die große Relevanz der von ihm bearbeiteten Forschungsthemen und diesbezüglicher Erkenntnisse. Die Beiträge folgen seiner multiperspektivischen, theoriegestützten Herangehensweise und fokussieren u. a. Fragen des Nachhaltigkeitsmanagements. Weitere Analysegegenstände sind die Neukonzeption der Produktionstheorie, die entscheidungstheoretische Durchdringung des Controllings und der Performancemessung sowie die Optimierung von (Closed Loop) Supply Chains.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Nachhaltiges Entscheiden als multiperspektivisches Forschungsfeld – Überblick über die Forschung von Harald Dyckhoff und die Beiträge dieser Festschrift

Betriebliche Entscheidungen können nur dann nachhaltig getroffen werden, wenn sie langfristig zielgerichtet, multiperspektivisch durchdacht und theoretisch fundiert sind. Es zeichnet die Arbeiten von Harald Dyckhoff aus, dass er diese drei Aspekte stets im Blick hat. Dabei liegt ihm die theoretische Fundierung besonders am Herzen, was auch die Denomination seines Lehrstuhls an der RWTH Aachen als Unternehmenstheorie, insb. Nachhaltige Produktion und Industrielles Controlling zeigt; der Lehrstuhlname beinhaltet damit als einer von sehr wenigen in Deutschland den Begriff Unternehmenstheorie – und dies ganz bewusst an erster Stelle.

Rainer Souren, Heinz Ahn, Marcel Clermont

Teil A Unternehmenstheorie auf dem Weg zur Nachhaltigkeit – Von der Umweltorientierung der Produktionswirtschaft zur verantwortungsvollen Betriebswirtschaftslehre

Frontmatter

Betriebswirtschaftliche Theorien im Dienste der Unternehmensethik?

Die Auseinandersetzung in der Betriebswirtschaftslehre um die Berechtigung normativer Aussagen und ihre Haltung zur Ethik hat eine lange Tradition (vgl. Schneider 2001, S. 273–324). Nach dem 2. Weltkrieg hatte sich – möglicherweise aufgrund der Erfahrungen in der Zeit des Nationalsozialismus – die auf Max Weber (1904; 1917/18) zurückgehende Konzeption der Wertfreiheit wissenschaftlicher Aussagen durchgesetzt. Sie wurde häufig als programmatische Ausrichtung der BWL vertreten (Wöhe/Döring 2010, S. 10f.), aber vielfach nicht befolgt (Küpper 2011, S. 7, 48–60).

Hans-Ulrich Küpper

Reasoning and Reflections on Corporate Social Responsibility (CSR)

Private enterprises are the central elements of market-based economies in terms of their role in transforming resources into goods and services. While fulfilling this task, they induce positive and negative effects whether willingly or unwillingly and directly or indirectly. On the one hand, they produce and offer goods or services and, thus, amongst others, provide opportunities for customers to consume; they create innovation, thereby benefiting society in general; they pay taxes; and they provide opportunities for their employees to generate income and develop individual skills. On the other hand, however, the activities undertaken by enterprises may cause resource consumption, waste production, and/or societal inequalities.

Regina Lülfs, Gerd Rainer Wagner

Lorenz Curves and Atkinson Theorem – Some Recent Insights

This paper deals with Lorenz curves. They allow for the representation of ‘inequality’ or ‘variability’ independent from absolute magnitudes. The general case is concerned with individuals or objects with an associated non-negative value such as body mass, body height, wealth owned, economic value or return from a customer or product.

Franz-Josef Radermacher

Einkommensverteilung und Kapital im 21. Jahrhundert – Bedeutende Aspekte einer nachhaltigen Entwicklung

Das Phänomen sozialer Ungleichheit gerät in diesen Tagen zunehmend mehr in den Fokus des öffentlichen Interesses. In zahlreichen OECD-Staaten beschäftigen sich die Medien mit der sich in der Gesellschaft hinsichtlich der Einkommens- und Vermögensverteilung zunehmend öffnenden Schere. Angestoßen wurde dieses Medienecho durch eine Studie der OECD, die konstatierte, dass die Einkommensungleichheit in den meisten OECD-Staaten Rekordwerte erreicht hat; dies in einer Zeit, in der die Entwicklungs- und Schwellenländer in noch größeren Ungleichheiten verharren (vgl. OECD 2015a, S. 15).

Estelle L. A. Herlyn

Ultralanglebige Investitionen und Hotelling-Regel – Ein (Ir-)Relevanzparadox?

Vorausschauende Planung ist ein konstitutives Kennzeichen menschlichen Handelns. Der homo oeconomicus würde eine solche intertemporale Planung dadurch auf die Spitze treiben, dass er ab dem heutigen Zeitpunkt für die gesamte Restdauer seiner (unsicheren) Lebenserwartung eine Batterie flexibler (bedingter) Pläne aufstellen würde, die je nach der künftigen Umweltentwicklung abgearbeitet würden (vgl. zum Konzept flexibler Planung z. B. Franke/Hax 2009, S. 280ff.).

Wolfgang Breuer

Güter und Übel – Überlegungen zu den Dyckhoff’schen Objektkategorien aus der Nachhaltigkeitsperspektive

Im Jahr 1992 hat Harald Dyckhoff erstmals zwischen den Objektkategorien ‘Gut’, ‘Übel’ und ‘Neutrum’ unterschieden (Dyckhoff 1992), die jeweils sowohl die Input- als auch die Outputseite des Produktionsprozesses betreffen. Er hat damit einen sehr bedeutenden Beitrag zur Entwicklung der umweltbezogenen Produktions- und Kostentheorie geleistet. Die anfangs noch recht grobe Unterscheidung hat er später mit Bezug auf Mehrzielentscheidungen mit Hilfe der Data Envelopment Analysis (Dyckhoff/Allen 2001) erweitert und die Tragfähigkeit seiner Überlegungen durch verschiedene Anwendungsfälle nachgewiesen.

Peter Letmathe

Theoretische Fundierung von Green Productivity Indizes

Notwendige Voraussetzung für die systematische Realisierung von Unternehmenszielen ist eine zielorientierte Auswahl von Handlungsalternativen durch den Entscheidungsträger. Dazu ist es erforderlich, den mit der Umsetzung einer konkreten Handlungsalternative verbundenen Zielerreichungsgrad messbar zu machen. Für diesen Zweck werden Kennzahlen bzw. Leistungsindikatoren eingesetzt (Franceschini et al. 2006, S. 569). Aus formaler Perspektive stellt ein Indikator bzw.

Marion Steven, René Blank

Materialflusskostenrechnung im Lichte eines klassischen Kostenrechnungsverständnisses – Versuch einer Annäherung

Seit dem Bericht des Club of Rome ‘Die Grenzen des Wachstums’ (Meadows et al. 1972, S. 1ff.), in dem die Grenzen des Wachstums und der gesamten weiteren menschlichen Entwicklung insbesondere in der Erschöpfung der Ressourcen, d. h. der Erschöpfung der Versorgungsfunktion der natürlichen Umwelt, beschrieben werden, fordern auch Wirtschaftswissenschaftler regelmäßig eine Berücksichtigung der Grenzen der natürlichen Umwelt in den Theorien und Modellen der Betriebswirtschaftslehre. Harald Dyckhoff forderte eine weiterentwickelte Produktionstheorie, in der vom allgemeinen Begriff ‘Gut’ eine Hinwendung zu einer spezifischen Begriffsbildung in die drei Basiskategorien ‘Güter, Übel und Neutra’ erfolgen soll (Dyckhoff 1993, S. 176ff.).

Edeltraud Günther, Ramona Rieckhof, Daniela Schrack, Matthias Walz

Teil B Weiterentwicklungen der Produktionstheorie – Modellierung unsicherer und interaktiver Prozessstrukturen

Frontmatter

Produktionstheoretische Überlegungen zur Berücksichtigung von Ausbeuteunsicherheit in Fertigungsprozessen

In der deutschsprachigen Betriebswirtschaftslehre hat die Produktionstheorie über lange Zeit eine bedeutende Rolle gespielt, bevor sie allmählich den Anschluss an andere betriebswirtschaftliche Teiltheorien und auch an die Problemstellungen des Produktionsmanagements verlor. Es ist insbesondere Harald Dyckhoff, der sich in seinen wissenschaftlichen Arbeiten bemüht hat, diesem Bedeutungsschwund der Produktionstheorie entgegenzuwirken. Dies zeigt sich schon in der ersten Auflage seines Buches ‘Betriebliche Produktion’ aus 1992 und später sehr dezidiert in zwei Aufsätzen zur Neukonzeption der Produktionstheorie (vgl. Dyckhoff 2003a und Dyckhoff 2003b).

Karl Inderfurth

Interaktive Leistungserbringung beim Personentransport – Exemplarische Gedanken zur Neukonzeption der Produktionstheorie

„Ist die Produktionstheorie tot? Auf der Basis der von Dieter Schneider geäußerten Kritik an der Produktionstheorie stellt Harald Dyckhoff (2003, S. 706) diese provokante Frage in seinem Beitrag „Neukonzeption der Produktionstheorie“. Er attestiert darin der Produktionstheorie „im vierten Quartal [des letzten Jahrhunderts eine] weitgehende Stagnation“, deren Ursache „in dem offenbar zu engen „Korsett“ des traditionellen Verständnisses von Produktionstheorie [liegt], welches keine mühelose, unproblematische Einbeziehung der jüngeren Entwicklungen erlaubt.“ (Dyckhoff 2003, S. 705).

Rainer Souren, Julia Witschel

Gibt es eine Produktionstheorie (auch) für Dienstleistungen?

Die stetig wachsende Bedeutung von Dienstleistungen aus gesamtwirtschaftlicher Sicht ist unbestritten und schlägt sich – wenngleich mit Verspätung (vgl. Maleri/Frietzsche 2008, S. 17f.) – auch in der Betriebswirtschaftslehre nieder. Aktuell findet die Behandlung von Dienstleistungen durch die bzw. in der betriebswirtschaftlichen Produktionstheorie wieder Interesse (vgl. Souren/Richter 2015 mit einem Literaturüberblick auf S. 48f.; vgl. dazu auch Souren/Richter/Miofsky 2009). Traditionell1 herrscht die Auffassung vor, dass auch Dienstleistungen produziert werden, es aber ausreiche, die theoretische Durchdringung der Produktion anhand von Sachgütern voranzutreiben.

Otto A. Altenburger

Wissensvermittelnde Dienstleistungen an Hochschulen – Ansätze einer produktionstheoretischen Neukonzeption auf Basis des konstruktivistischen Lernparadigmas

Prozesse der Wissensvermittlung, wie z. B. Lehrveranstaltungen und Fortbildungen an Hochschulen, werden in der einschlägigen Literatur zumeist als Dienstleistungen eingestuft. Damit gewinnen Ansätze des Dienstleistungsmanagements für die Planung, Steuerung und Evaluation entsprechender Vermittlungsprozesse an Bedeutung. Seit den 1970er-Jahren widmet sich das Hochschulmanagement als spezielle Dienstleistungslehre der „Verbesserung der Planungssysteme, die in den Hochschulen eingesetzt werden“ (Albach/Fandel/Schüler 1978, S. 14), und auch in anderen Bereichen der Managementforschung rückt Wissensvermittlung zunehmend ins Zentrum des Interesses (Pastowski 2004, S. 171ff.; Leimeister 2012, S. 392ff.).

Marcel Clermont, Magnus Richter

Untersuchungen zur Leistungsfähigkeit optimierender und heuristischer Verfahren der Dienstleistungsmodularisierung

Bei der Interpretation der Dienstleistungen als Problemlösungen wird ein Nachfragerbedürfnis als ein individuelles Problem des Nachfragers und die Bedürfnisbefriedigung (Dyckhoff/ Spengler 2010, S. 16) als eine durch ihn akzeptierte Problemlösung interpretiert (Dyckhoff/ Clermont/Rassenhövel 2007, S. 9f.; Kern 1979, Sp 1434ff.). Die Produktion einer Dienstleistung1 ist durch die Integration eines externen Produktionsfaktors charakterisiert und auf die nutzenstiftende Transformation des externen Faktors in Richtung eines definierten Soll-Zustandes ausgerichtet (Corsten/Gössinger 2004, S. 255f.)

Hans Corsten, Hagen Salewski

Produktion von IT-Dienstleistungen – Standardisierung und Industrialisierung

Die herausragende Bedeutung von Informationen für die Produktion von Sachgütern und Dienstleistungen ist allgemein anerkannt. Bei ihrer Gewinnung spielt die Informationstechnologie (IT) heute eine unverzichtbare Rolle. Von den zahlreichen IT-Produkten werden in diesem Beitrag die sogenannten Applications oder Anwendungen, d. h. die anhand der Geschäftsprozesse eines Unternehmens individuell gestalteten Systeme, einer näheren Betrachtung unterzogen. Dabei stehen Standardisierung und Effizienz bei Aufbau, Betrieb und Weiterentwicklung dieser Systeme im Mittelpunkt.

Andreas Dassen

Teil C Controlling als Effektivitäts- und Effizienzsicherung – Entscheidungsfindung in Planungs-, Bewertungs- und Lernprozessen

Frontmatter

Intuitive versus analytische Entscheidungen – Überlegungen zur situativen Stimmigkeit

Management ist im Wesentlichen darauf ausgerichtet, Entscheidungen zu treffen, sie durchzusetzen, zu reflektieren und zu verantworten (Scherm/Pietsch 2008, S. 431). Welche Entscheidungen optimal sind, ist Untersuchungsgegenstand der sogenannten präskriptiven Entscheidungstheorie. Die präskriptive Entscheidungstheorie behandelt Probleme rationaler Entscheidungsfindung und will zeigen, wie Entscheidungen unter gegebenen Voraussetzungen getroffen werden können und sollen.

Ewald Scherm, Christian Julmi, Florian Lindner

Nachhaltiges Management – Eine Bestandsaufnahme aus der Perspektive des Controllings

Viel ist in den letzten Jahr(zehnt)en zum Thema Nachhaltigkeit geschrieben worden (vgl. dazu etwa Dyckhoff/Kirchgeorg 2012). Erschien es 1996 noch als mutiger Schritt, das mit dem Motiv der Nachhaltigkeit eng verbundene Umweltmanagement zum Leitthema der VHB-Jahrestagung an der WHU in Vallendar zu machen, ist nachhaltige Unternehmensführung heute in aller Munde. Das Thema ist seit geraumer Zeit im gesellschaftlichen Mainstream angekommen. Entsprechend erweisen auch Unternehmen in Geschäfts- und eigenen Nachhaltigkeitsberichten dem Thema regelmäßig ihre Referenz. Gleichzeitig erscheint aber die Managementpraxis in Unternehmen häufig alles andere als nachhaltig, kurzfristige Optimierung und Quartalsdenken dominieren viel zu oft den Alltag.

Utz Schäffer

Von Controlling für Open Innovation zu Open Controlling – Implementierung und Steuerung kollaborativer Innovationsprozesse

Die Gestaltung offener Innovationsprozesse gilt heute für viele Organisationen als Chance, erfolgreich zu innovieren und die Effektivität (‘fit-to-market’) wie Effizienz (‘time-to-market’ oder ‘cost-to-market’) im Entwicklungsprozess zu erhöhen. Open Innovation bedeutet in diesem Zusammenhang, durch gezielten Einsatz offener Such- und Ausschreibungsmethoden externes Wissen in den Innovationsprozess zu integrieren und durch neue Kooperationsformen mit externen Partnern, oft außerhalb der eigenen Industrie, zusammenzuarbeiten.

Frank Piller, Dennis Hilgers

Die Kunst der Bewertung von Kunst – Kulturgüter im Fokus öffentlicher Rechnungslegung

Maastricht-Kriterien, Wirtschaftskrise und Budgetknappheit zwingen öffentliche Haushalte in ein immer enger werdendes Korsett an Sparmaßnahmen und Effizienzsteigerungen. Bereits in den 1980er Jahren begann im Zuge des New Public Management eine schrittweise Neugestaltung der öffentlichen Verwaltung in Anlehnung an Leitungsstrukturen und Steuerungsinstrumente privater Dienstleistungsunternehmen (Schröter/Wollmann 2005, S. 63). Damit einhergehend wird seitdem auch die öffentliche Rechnungslegung einer Restrukturierung unterzogen. Die Abkehr von der Kameralistik hin zur doppischen Buchführung (Schauer 2000) bedingt eine Auseinandersetzung mit bisher unberücksichtigten Fragestellungen über Ausweis und Bewertung öffentlichen Vermögens, dessen Charakteristik nur teilweise jenen Anlagegegenständen privatwirtschaftlicher Unternehmen entspricht und somit nicht umfassend von den allgemeinen Regelwerken abgebildet werden kann.

Isabella Steiner, Michaela Schaffhauser-Linzatti

Decision-oriented Performance Measurement Framework – An Emphasis on Rationality

Our study proposes the Decision-oriented Performance Measurement (DPM) framework in an attempt to incorporate multiple decision making criteria into the assessment of organizational performance. The decision making criteria are referred to as relevant goal systems which direct how the decisions should be made. It is the nature of performance that calls for the incorporation of decision making criteria into the measurement process. In its true sense, performance is never objective (Lebas 1995). Even performance criteria are not externally derived, but result from a choice which is inherently subjective. Consequently, organizational performance depends on how relevant parties define it.

Heinz Ahn, Minh Hanh Le

Returns to Scale Revisited – Towards Cross-RTS

In neoclassical economic theory, the production function expresses the technological efficient relationship between inputs and one output (see Shephard 1970). In this theoretical framework, the scale elasticity or returns to scale (RTS), respectively, is a measure of the outputs’ reaction with respect to radial change of inputs; it is one of the most commonly used indices in economic theory. Later, Starrett (1977) and Panzar/Willig (1977) generalized the concept of RTS for multiple outputs. For either simple or multiple outputs, we might have constant, increasing and decreasing RTS.

Andreas Kleine, Wilhelm Rödder, Andreas Dellnitz

Outputanalyse betriebswirtschaftlicher Fachbereiche – Ein zitationsbasiertes Ranking deutschsprachiger Hochschulen

Hochschulen erbringen komplexe Dienstleistungen in Forschung und Lehre, deren Messbarkeit grundsätzlich schwierig ist. Aus informationsökonomischer Sicht sind komplexe Dienstleistungen durch vielfältige Formen von Qualitäts- und Verhaltensunsicherheiten geprägt (vgl. Roth 2001, S. 46). Gerade aus diesem Umstand erwächst die Forderung nach Rankings als Informationsinstrument. Sie versuchen, einerseits Informationen verfügbar zu machen und andererseits durch die Rangfolgenbildung deren Komplexität zu reduzieren. Die Methodologie dieser Komplexitätsreduktion wiederum bestimmt die Validität der Ergebnisse und sollte daher mit Umsicht gewählt und stets kritisch hinterfragt werden.

Alexander Dilger, Harry Müller

Personaleinsatzplanung für Klausuraufsichten an Hochschulen

Für eine anwendungsorientierte, nichtsdestoweniger stark akademisch geprägte Disziplin wie es das Operations Research darstellt, ist es naheliegend, dass sich deren Vertreter auch mit Problemstellungen aus ihrem unmittelbaren Erfahrungsbereich auseinander setzen. So ist es nicht überraschend, dass in einer Vielzahl von Publikationen Fragestellungen der Planung und des Controlling an Hochschulen thematisiert werden (vgl. hierzu etwa die Übersicht von Johnes 2015). In dem vorliegenden Beitrag wenden wir uns einem Planungsproblem zu, das bisher kaum in der Literatur behandelt wurde (eine Ausnahme stellt lediglich eine Arbeit von Awad/Chinneck 1998 dar), nämlich der Planung des Einsatzes von Fakultätsmitarbeitern für Klausuraufsichten. Grundsätzlich lässt sich das Problem zwar als ein Personaleinsatzplanungsproblem charakterisieren, allerdings als eins, das einige sehr spezielle Gegebenheiten aufweist (und sich somit auch erheblich von der in Awad/Chinneck 1998 beschriebenen Problemstellung unterscheidet).

Tino Henke, André Scholz, Gerhard Wäscher

Teil D Netzwerke und Kreislaufwirtschaft – Modellierung und Optimierung unternehmensübergreifender Produktions- und Reduktionssysteme

Frontmatter

Strategische Netzwerkplanung unter Unsicherheit

Die Gestaltung eines Unternehmensnetzwerkes bzw. einer Supply Chain stellt eine wesentliche Grundlage für den Erfolg eines Unternehmens dar. Hierbei sind Entscheidungen der strategischen Netzwerkplanung durch hohe Investitionen sowie einen langfristigen Planungshorizont gekennzeichnet und oftmals nur schwer revidierbar. Die langfristige Vorteilhaftigkeit strategischer Entscheidungen hängt hierbei zumeist stark von der zukünftigen Entwicklung von Planungsparametern aus dem wirtschaftlichen, rechtlichen, technischen und ökologischen Umfeld eines Unternehmens ab. Viele dieser Parameter – wie beispielsweise die zukünftige Nachfrage, die Entwicklung technologischer Innovationen oder die Preise für Rohstoffe – sind angesichts des langen Planungshorizontes mit großen Unsicherheiten behaftet. Langfristige Entscheidungen müssen daher in der Regel unter Unsicherheit getroffen werden.

Grit Walther, Eva Johanna Degel, Laura Elisabeth Hombach

Performance von Risikoentscheidungen für die strukturierte Energiebeschaffung

Entscheidungskonsequenzen hängen häufig vom zufälligen Eintreten unsicherer Parameter ab, die zum Zeitpunkt der Entscheidung nicht bekannt sind. Eine solche Situation ist bei der strukturierten Energiebeschaffung gegeben. Da Energie für die meisten Produktionsprozesse unabdingbar ist, sind Unternehmen von der Verfügbarkeit von Energie abhängig. Um daher eine stabile Energieversorgung sicherzustellen, schließen Unternehmen Verträge mit Energieversorgungsunternehmen oder anderen Energieanbietern ab, wie beispielsweise Stromerzeugern, Händlern oder Gasverteilerunternehmen. Das Ziel der strukturierten Energiebeschaffung ist es, die für einen zukünftigen Zeitraum benötigte Energiemenge kostengünstig zu beschaffen. Dies geschieht durch eine optimale Auswahl verschiedener Versorgungsverträge. Da die Kosten der Energiebeschaffung von der künftigen Entwicklung der Marktpreise abhängen, sind sie bei Vertragsabschluss nicht mit Sicherheit bekannt.

Nadine Kumbartzky, Brigitte Werners

Ressourceneffizienz in Unternehmensnetzwerken – Methoden zur betrieblichen und überbetrieblichen Planung für die Nutzung erneuerbarer Rohstoffe

Der Klimawandel und die Verknappung fossiler Ressourcen stellen für die industrielle Wirtschaft große Herausforderungen dar. Zur Sicherung des Rohstoff- und Energiebedarfes haben nachwachsende Rohstoffe in den letzten Jahren stetig an Bedeutung gewonnen. Die aktuelle Konkurrenzsituation um Rohstoffe tritt in der Forst- und Holzwirtschaft deutlich zutage, die im Wettbewerb mit dem wachsenden Bioenergiesektor steht. Daher entwickeln verschiedene Regionen und Verbände sogenannte Bioökonomie-Strategien, um eine Rohstoffbasis für die betroffenen Wertschöpfungsketten, vor allem in der Prozessindustrie, sicherzustellen. Schon heute bestehen über 10 % der chemischen Rohstoffbasis aus nachwachsenden Ressourcen wie Zucker, Stärke, Cellulose, Öle und Fette, aber weitere Biomasse, die nicht in Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion steht, soll in Zukunft für den industriellen Einsatz erschlossen werden.

Jutta Geldermann, Lutz M. Kolbe, Anita Schöbel, Matthias Schumann

Entscheidungsmodell und Lösungskonzept für die Bestimmung von Konsolidierungspotenzialen für eine internationale Beschaffungslogistik

Großhandelsunternehmen, die z. B. Sportartikel weltweit bei Lieferanten beziehen und diese an die lokalen Verkaufsshops weiter verkaufen, haben komplexe Logistikprobleme zu lösen. Die Beschaffungslogistik (inbound logistics) derartiger Großhandelsunternehmen muss um wirtschaftlich zu handeln, seine internationale Beschaffungslogistik – wenn sie diese nicht an Logistikdienstleister vergeben – unter dem Gesichtspunkt seiner Konsolidierungspotenziale der Handelsströme vornehmen.

Günther Zäpfel, Dagmar Stöllnberger-Geyer

Investitions- und Losgrößenplanung in einer Supply Chain – Koordination des Harris-Ansatzes mit einer Just-in-Time-Anlieferung

Investitionsentscheidungen in einer Supply Chain sind für die beteiligten Unternehmen von großem Interesse. Das gilt insbesondere dann, wenn in einer Supply Chain mit einem Zulieferer und einem Abnehmer die Entscheidungen des einen Unternehmens die Entscheidungen und den Erfolg des anderen Unternehmens und umgekehrt beeinflussen und nicht geklärt ist, wie gemeinsam erzielbare Erfolge untereinander aufgeteilt werden sollen. Diese Situation tritt regelmäßig zutage, wenn die Wirksamkeit von Investitionen des Zulieferers in Kapazitätserweiterungen seiner Produktion zur Erreichung und Bereitstellung höherer wirtschaftlicher Losgrößen davon abhängt, ob der Abnehmer in seine Marketingmaßnahmen dergestalt investiert, dass sich seine Nachfrage und die daraus resultierenden Bestelllose steigern und diese nur durch die Kapazitätserweiterungen des Zulieferers gedeckt werden können. Die hierzu symmetrische Überlegung tritt natürlich dann auf, wenn der Abnehmer über die Wirksamkeit seiner Marketinginvestitionen nachdenkt.

Günter Fandel, Jan Trockel

The Optimal Disposal Rate for the Extended EOQ Repair and Waste Disposal Model with Switching Costs

In recent years, reverse logistics has been receiving increasing attention from academia and industry. There is increasing recognition that careful management can bring both environmental protection and lower costs; environmental and economic considerations have led to manufacturers taking their products back at the end of their lifetime. As a result, the reverse logistics process is now considered to be a basis for generating real economic value and to provide support for environmental concerns.

Nadezhda Kozlovskaya, Nadezhda Pakhomova, Knut Richter

Reverse Logistics Management aus der Produktlebenszyklusperspektive – Ein dynamischer produktionstheoretischer Ansatz zur Entsorgung von Altprodukten

Das Reverse Logistics Management beschäftigt sich mit der Aufgabe, in Closed-Loop-Systemen für die Produktion, Nutzung und Rückführung von Produkten den Teil der Produktrückführung aus der Perspektive betriebswirtschaftlicher Ziele zu gestalten. Hier wird der spezielle Aspekt betrachtet, dass Produkte am Ende ihres Lebenszyklus als Altprodukte einer Entsorgung bedürfen. Für diesen Zweck wird ein nicht-triviales produktionstheoretisches Entscheidungsmodell zur Ermittlung ‘optimaler’ dynamischer Losgrößen für Altprodukt- Transporte von einem Sammellager zu einem Entsorgungsdienstleister vorgestellt, in dem auf eine ‘gesetzesartige’ Produktrückführungsfunktion für den Anfall von Altprodukten im Produktlebenszyklus zurückgegriffen wird.

Stephan Zelewski, Tatjana Heeb, Naciye Akca

Produktlebens- und -rückflusszyklen als Ausgangspunkt der Kapazitätsplanung in Closed-Loop Supply Chains

Dem effizienten Umgang mit Güterrückflüssen wird im Kontext von Supply Chains ein großes wissenschaftliches Interesse entgegengebracht. Vor allem unter dem Schlagwort Closed-Loop Supply Chain (CLSC) werden Netzwerke von Unternehmungen betrachtet, die entlang der Wertschöpfungskette im Hinblick auf Gütererstellung und Handhabung von Güterrückflüssen kooperieren (Dyckhoff/Souren/Keilen 2004, S. 15ff.; Govindan/Soleimani/Kannan 2015, S. 604ff.).

Ralf Gössinger, Sandra Panitz

Planung von Technologien und Kapazitäten für das Recycling von Lithium-Ionen-Batterien – Produktionstheoretische Einordung und Modellentwicklung

Die deutsche Bundesregierung verfolgt mit ihrem Nationalen Entwicklungsplan Elektromobilität das Ziel, die Markteinführung von Elektrofahrzeugen zu beschleunigen und bis zum Jahr 2020 einen Bestand von einer Million Fahrzeugen zu erreichen (Deutsche Bundesregierung 2009, S. 46f.). Bei Realisierung des Plans ist bis Ende 2025 mit einem Aufkommen von mehr als hunderttausend Tonnen gealterter Lithium-Ionen-Traktionsbatterien zu rechnen (Hoyer/Kieckhäfer/Spengler 2011, S. 413). Aufgrund der beinhalteten Metalle Lithium, Cobalt, Nickel, Mangan und Kupfer bietet das Recycling der Batterien ökonomisches und ökologisches Potential.

Thomas S. Spengler, Claas Hoyer, Karsten Kieckhäfer

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