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Über dieses Buch

Dieses Fachbuch dient als Planungswerkzeug für nachhaltiges Bauen im Wohnungsbau, sowohl bei Neubauten als auch beim Bauen im Bestand. Es werden alle relevanten Kriterien erläutert, die beim nachhaltigen Bauen zu beachten sind. Neben konkreten Maßnahmen zur Zielerreichung wird erläutert, wie die vorgestellten Kriterien bei einer Nachhaltigkeitszertifizierung mit dem Deutschen Gütesiegel für nachhaltiges Bauen (DGNB) und dem Qualitätssiegel Nachhaltiger Wohnungsbau (NaWoh) einbezogen und bewertet werden. Jedes Kapitel bietet zusammenfassende Checklisten, mit denen anstehende Bau- und Modernisierungsaufgaben systematisch angegangen werden können.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

1. Einleitung

Bauinvestitionen verursachen nicht nur hohe Investitionen, sondern auch hohe Folgekosten und haben deshalb einen hohen wirtschaftlichen Stellenwert. Hinzu kommen vermehrt hohe ökologische und soziale Anforderungen. Bauliche Maßnahmen sollen die Umwelt möglichst wenig beeinträchtigen und den Menschen in seiner baulichen und natürlichen Umgebung schützen. Außerdem müssen bedarfsgerechter Wohnraum und ein geeignetes Wohnumfeld sichergestellt sein. Die folgenden Kapitel sollen deshalb eine Hilfestellung bieten, die anstehenden Maßnahmen im Wohnungsbau im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung erfolgreich angehen zu können. Der Grundstein für ein erfolgreiches Projekt wird bereits in der Projektentwicklungsphase gelegt. Da Bauprojekte sehr langlebig sind und Umweltbelastungen und Kosten vor allem in der Nutzungsphase anfallen, die Rahmenbedingungen, die über die Höhe der Belastungen und Kosten entscheiden, jedoch bereits in der Planungsphase festgelegt werden, muss bei einem nachhaltigen Gebäude immer der gesamte Lebenszyklus betrachtet und optimiert werden.

Stefanie Friedrichsen

2. Nachhaltige Entwicklung im Baubereich

Im folgenden Kapitel werden die wichtigsten Definitionen zum Thema „Nachhaltige Entwicklung“ aufgeführt. Es wird die Historie zur nachhaltigen Entwicklung weltweit und in Deutschland vorgestellt und insbesondere auf die Entwicklung des nachhaltigen Bauens in Deutschland eingegangen. Anschließend werden die wichtigsten Bewertungs- und Zertifizierungssysteme dargestellt. Ausführlicher erläutert werden das Gütesiegel für Nachhaltiges Bauen (DGNB) und das Qualitätssiegel Nachhaltiger Wohnungsbau (NaWoh).

Stefanie Friedrichsen

3. Besonderheiten beim Bauen im Bestand

Die Aufwendungen für Bauleistungen im Bestand nehmen seit Jahren kontinuierlich zu und übersteigen mittlerweile das Neubauvolumen deutlich. Deshalb darf sich nachhaltiges Bauen nicht nur auf den Neubau beschränken. Beim Bauen im Bestand sind jedoch einige Besonderheiten zu beachten, die in diesem Kapitel erläutert werden. Zunächst werden die Begrifflichkeiten voneinander abgegrenzt und die Struktur des Gebäudebestands vorgestellt. Danach wird auf die Unterschiede zwischen Neubau- und Erneuerungsplanung sowie bauordnungsrechtliche Besonderheiten eingegangen. Abschließend werden Möglichkeiten zur Bildung von Erneuerungspaketen bzw. einer stufenweisen Erneuerung aufgezeigt.

Stefanie Friedrichsen

4. Allgemeine Planungsgrundsätze

Langfristig nutzbar ist ein Gebäude oder eine Wohnung nur dann, wenn das Umfeld zu einer Wohnnutzung passt. Die Lage hat somit große Auswirkungen auf die Attraktivität und damit auch auf den Grundstückswert. Ob ein Wohngebäude tatsächlich in Anspruch genommen wird, hängt daneben auch von den Gegebenheiten des Marktes ab. Eine Maßnahme ergibt nur dann Sinn, wenn eine entsprechende Nachfrage nach Wohnraum vorhanden ist. Bei den rechtlichen Randbedingungen spielen die Voraussetzungen nach Bauordnungs- und Bauplanungsrecht eine Rolle. Bei Bestandsgebäuden können auch denkmalpflegerische Aspekte hinzukommen, und die brandschutzrechtlichen Bestimmungen werden sowohl im Neubau als auch im Bestand immer wichtiger. Mit dem richtigen Timing lässt sich die Bauzeit verkürzen, was wiederum Baukosten spart. Dazu sollten Kooperationsmöglichkeiten und Möglichkeiten zur Vorfertigung genutzt werden. Jede bauliche Maßnahme im Bestand basiert auf der vorhandenen Bausubstanz. Je genauer man diese kennt, desto höher ist auch die Kostensicherheit.

Stefanie Friedrichsen

5. Ökologische Qualität

Ökologisches Bauen soll sowohl den Menschen in seiner natürlichen und gebauten Umgebung schützen als auch die Umwelt vor den negativen Auswirkungen des Bauens durch den Menschen. Zum Schutz des Menschen müssen vor allem Schadstoffemissionen ausgeschlossen werden. Um die Umwelt zu schützen, sollten möglichst wenig Rohstoffe, Energie, Flächen und Wasser verbraucht sowie möglichst wenige Materialien entsorgt werden. Dabei ist immer der gesamte Lebenszyklus zu betrachten. Im folgenden Kapitel werden Relevanz und Zielsetzung der verschiedenen Themenbereiche dargestellt sowie konkrete Maßnahmen, um die Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. Zusätzlich wird erläutert, wie die genannten Kriterien in den Bewertungssystemen DGNB und NaWoh berücksichtigt werden.

Stefanie Friedrichsen

6. Wirtschaftliche Qualität

Soll ein Gebäude nachhaltig gebaut oder erneuert werden, muss das Planungsteam eng zusammenarbeiten. Außerdem sollten ausführende Unternehmen, Nutzer und Betreiber bereits in die Planungsphase mit einbezogen werden. Bei der Planung ist außerdem zu beachten, dass nachhaltiges Bauen nicht nach einem feststehenden Konzept erfolgen kann. Stattdessen muss immer die optimale Lösung für den spezifischen Einzelfall gefunden werden. Die Erstellungskosten stellen gerade zu Projektbeginn eine große finanzielle Hürde dar, allerdings machen die Nutzungskosten über den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes den größeren Anteil aus. Neben den Baukosten selbst ist die Finanzierung häufig noch bedeutsamer. Die Wahl des optimalen Finanzierungskonzepts ist ein weiterer Baustein zur wirtschaftlichen Qualität eines Bauprojekts. Im Folgenden werden konkrete Maßnahmen zur Kostensenkung sowie verschiedene Methoden für eine Lebenszykluskostenrechnung sowie Benchmarks vorgestellt. Zusätzlich wird erläutert, wie die ökonomische Qualität in den Bewertungssystemen DGNB und NaWoh berücksichtigt wird.

Stefanie Friedrichsen

7. Soziokulturelle Qualität

Die soziale und gestalterische Qualität umfasst die Einbindung in die Umgebung ebenso wie das direkte Gebäudeumfeld. Die Funktionalität spielt eine große Rolle, damit ein Gebäude nachhaltig und langfristig nutzbar ist. Der Mensch hält sich heutzutage überwiegend in geschlossenen Räumen auf. Die Nutzerzufriedenheit ist deshalb ein weiteres zentrales Element für die langfristige Akzeptanz eines Gebäudes. Ein großer Unterschied zwischen Neubau- und Erneuerungsplanungen ist, dass bei Erneuerungen das Gebäude häufig bewohnt ist. Deshalb ist ein wichtiger Themenkomplex der Umgang mit vorhandenen Mietern. Im Folgenden werden die Relevanz der Kriterien aufgezeigt und Maßnahmen zur Sicherstellung einer sozialen und gestalterischen Qualität, zur Verbesserung der Funktionalität, zu einer größeren Nutzerzufriedenheit sowie Vorgehensweisen beim Umgang mit vorhandenen Mietern vorgestellt. Außerdem wird erläutert, wie die genannten Kriterien in den Bewertungssystemen DGNB und NaWoh berücksichtigt werden.

Stefanie Friedrichsen

8. Zusammenfassung und Fazit

In diesem Kapitel werden die wichtigsten Ergebnisse zusammengefasst, und es wird ein Fazit gezogen. Nachhaltiges Planen und Bauen ist nicht nur ein aktuelles, sondern auch ein Zukunftsthema. Durch eine nachhaltige Immobilie lassen sich die Erträge verbessern und verstetigen. Zusätzlich führt ein nachhaltiges Konzept zu einer Wertsteigerung des Gebäudes. Eine nachhaltige Planung ist also auch aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten erstrebenswert. Mit steigenden Energiekosten wird außerdem das Interesse der Mieter an nachhaltigen Wohnungen weiter ansteigen. Die Nachhaltigkeitszertifizierung spielt im Wohnungsbau eine geringere Rolle als bei gewerblichen Objekten. Nichtsdestotrotz wird sie zumindest für Wohnungsunternehmen auch in Zukunft ein Thema sein. Für das nachhaltige Bauen gibt es kein Patentrezept. Aus einer Vielzahl von Maßnahmen muss für jedes Gebäude das individuell sinnvollste Maßnahmenbündel ausgewählt werden. Das macht das nachhaltige Bauen zu einem sehr komplexen, aber auch spannenden Prozess.

Stefanie Friedrichsen

Backmatter

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