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Über dieses Buch

Nachhaltiges Wirtschaften ist eine Zukunftsaufgabe, der sich das Buch aus verschiedenen Perspektiven widmet. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, wie die Wettbewerbsfähigkeit unseres Landes erhalten, gestärkt und damit die Zukunftsperspektiven der nächsten Generation gesichert werden können. Behandelt werden darüber hinaus u. a. Fragen nach den ethisch sinnvollen Verankerungsmöglichkeiten von Nachhaltigkeit im Unternehmen und in der Gesellschaft, nach der rechtlichen Unterstützung des globalen nachhaltigen Wirtschaftens, nach den Instrumenten für zukünftige Führungskräfte und den Nutzungsmöglichkeiten von Innovationen für ein nachhaltiges Wachstum, nach den Messungs- und Steuerungsmöglichkeiten von Nachhaltigkeit sowie nach der Perspektive des nachhaltigen Controlling im Nachfolgeprozess. Zusätzlich zur Erörterung praktischer Erfahrungen in Organisationen bilden die nachhaltige Entwicklung der Finanzwirtschaft und die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Immobilienbranche weitere thematische Schwerpunkte.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Ethik und Recht

Frontmatter

Kapitel 1. Biokratie: Hat ein neues Konzept der Nachhaltigkeit vor dem Hintergrund der Generationen Y und Z sowie der künftigen Megatrends eine Chance?

Die Idee Georg Winters, die „Rechte der Natur“ in einer neuen Begriffsdefinition des Nachhaltigkeitsgedankens zu postulieren wird im vorliegenden Beitrag aufgegriffen. Der zunehmend beliebiger werdende und rein ökonomisch adressierte Nachhaltigkeitsbegriff wird dabei im Sinne einer Erweiterung der „Demokratie“ zur „Biokratie“ erhoben, die allen Lebewesen Rechte einräumt. Hat aber eine solche Erweiterung im betriebswirtschaftlichen Diskurs Aussicht auf Erfolg? Dies wird insbesondere vor dem Hintergrund der zukünftigen Megatrends und der heranwachsenden Generation Y und Z diskutiert. Dabei ist der Beitrag nicht als umfassende Reform des Nachhaltigkeitsgedankens, sondern als Impuls zum Mitdenken und Diskutieren angelegt.
Thomas Heupel

Kapitel 2. Ethik im Medizintourismus

Jedes Jahr reisen weltweit Millionen Patienten zu einer stationären oder ambulanten Behandlung in ein anderes Land. Mit diesem sogenannten Medizintourismus sind nicht nur positive Effekte wie zusätzliche Einnahmen für die Kliniken und die Wirtschaft verbunden, sondern es treten auch eine Reihe ethischer Probleme wie mögliche negative Auswirkungen auf die Gesundheitssysteme oder medizinische und ökonomische Interessenkonflikte auf. Der Beitrag verdeutlicht, in welchen Bereichen welche ethischen Fragestellungen zu erwarten sind und wie sich diese in medizinökonomische und gesellschaftspolitische Handlungsfelder einbetten lassen.
Jens Juszczak, Isabella Kern

Kapitel 3. Das neue Datenschutzrecht und die Organhaftung bei Datenschutzverletzungen

Mit der Datenschutz-Grundverordnung (DS-GVO) und dem Datenschutz-Anpassungs- und Umsetzungsgesetz EU wird ab Mai 2018 für Unternehmen, Behörden und sonstige Organisationen europaweit ein neues Datenschutzregime Geltung erlangen, welches zwar teilweise bisherige Regelungen aufgreift, andererseits zahlreiche neue inhaltliche und organisatorische Datenschutzpflichten enthält, die vor allem die Unternehmen vor enorme Herausforderungen stellt. Zudem drohen im Fall von Datenschutzverletzungen drakonische Strafen. Angesichts der neuen Rechtslage werden Unternehmen an einem ausgefeilten Datenschutz-Managementsystem nicht mehr vorbeikommen; darüber hinaus wird die persönliche Haftung der Unternehmensleitung bei Datenschutzverstößen ins Zentrum der Unternehmenskontrolle rücken.
Jürgen Monhemius

Kapitel 4. „Das stell ich lieber nicht ins Netz!“ – zum „Chilling Effect“ und seinen Konsequenzen

Für Unternehmen bieten die fortschreitenden Entwicklungen in der Datenanalyse umfassende Möglichkeiten, ein besseres Verständnis ihrer Kunden, ihrer Mitarbeiter oder ihrer Konkurrenten, deren Verhalten und ihrer Präferenzen zu gewinnen und dieses in unternehmerische Entscheidungen einfließen zu lassen. Das steigende Bewusstsein von Nutzern sozialer Medien darüber, dass die von ihnen geposteten Informationen, Meinungen, Fotos oder Videos Gegenstand von Analysen sein können, kann ihr Kommunikationsverhalten jedoch verändern. Hemmt dies den freien Meinungsaustausch? Wie lässt sich das messen? Welche Konsequenzen hat es für eine Gesellschaft? Und würde sich dies auf die Kommunikation in Unternehmen auswirken, die soziale Medien für ihre interne Kommunikation verwenden? In diesem Beitrag werden relevante Forschungsarbeiten zur Messung und Erfassung des Chilling-Effektes sowie der Selbstzensur in sozialen Medien und deren Auswirkungen auf unternehmensintern genutzte soziale Medien kurz vorgestellt.
Anke Schüll

Kapitel 5. Verantwortungsvolles Wirtschaften für eine nachhaltige Entwicklung

Versuch einer ganzheitlichen Betrachtung
Ein verantwortungsvolles Wirtschaften und Handeln für eine nachhaltige Entwicklung, das sich den großen gesellschaftlichen Herausforderungen stellt, erfordert einen ganzheitlichen Ansatz. Produktion und Konsum auf mikro- und makroökonomischer Ebene müssen gleichermaßen einbezogen werden. Zudem ist das Zusammenwirken aller relevanten Aspekte und Akteure auf lokaler, regionaler, nationaler und globaler Ebene notwendig. Mit den 2015 von den Vereinten Nationen verabschiedeten Sustainable Development Goals (SDG) hat die Weltgemeinschaft erstmals ein entsprechendes Rahmenwerk festgelegt, das für alle Länder gilt und bis 2030 umzusetzen ist. Aus der historischen Perspektive lassen sich Begrifflichkeiten und Konzepte entwickeln, um konkrete Handlungsempfehlungen abzuleiten. Letztlich stellt ein zukunftsgerichtetes, nachhaltiges und verantwortungsvolles Wirtschaften verbunden mit einem sozial-ökologischen Transformationsprozess ein fundamentales gesellschaftliches und wirtschaftliches Projekt dar.
Wiltrud Terlau

Führung

Frontmatter

Kapitel 6. Wie weit reicht die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen entlang der Supply Chain? Anmerkungen aus wirtschaftsethischer und CSR-praktischer Sicht

Nach schweren Unfällen in Produktionsstätten in den Schwellen- und Entwicklungsländern wird den Unternehmen, die ihre Produkte dort fertigen lassen, von der öffentlichen Meinung häufig eine zumindest auch moralisch begründete Mitverantwortung zugeschrieben. Die nachfolgenden Ausführungen diskutieren diese Verantwortung zunächst aus wirtschaftsethischer Sicht auf der Grundlage der Überlegungen des Shareholder-Value-Konzepts. Danach erfolgt eine Auseinandersetzung mit dem Konzept der Shared-Value-Chain eines CSR-basierten Lieferkettenmanagements. Ein Ausblick und eine abschließende Bewertung schließen den vorliegenden Beitrag ab.
Frank Gogoll, Martin Wenke

Kapitel 7. Hypothesen zur Ausgestaltung des Controllings in Familienunternehmen

Familienunternehmen sind ebenso bedeutsam wie unterschiedlich. Aus diesem Grund werden in diesem Beitrag zunächst auf der Basis eines systematischen Literatur-Reviews die existierenden Typologisierungen von Familienunternehmen aufgedeckt. Darauf aufbauend werden die zur Differenzierung der Typen verwendeten Elemente nach deren Subsumtion in Metaebenen hinsichtlich ihrer Eignung als Einflussgrößen auf die Ausgestaltung des Controllings untersucht. Die Überlegungen münden in normative sowie konstatierende Hypothesen zum Controlling in Familienunternehmen. Damit erweitern und ergänzen die Ergebnisse den derzeitigen Forschungsstand auf diesem Gebiet und bieten, trotz oder gerade wegen ihrer Limitationen, Anregungen zu weiteren Forschungen.
Andreas Wiesehahn, Pascal Görres

Kapitel 8. Peren-Clement-Index – eine exemplarische Fallstudie

Der Peren-Clement-Index (PCI) verknüpft im Kontext einer internationalen Investitionsentscheidung zwei wesentliche Denkströmungen der strategischen Planung, die als ressourcen- und marktorientierte Sicht bekannt sind. Beide Sichtweisen ergänzen sich sinnvoll. Im Kontext einer internationalen Investitionsentscheidung haben direktinvestierende Unternehmen beide Perspektiven einzunehmen und als komplementäre Elemente in ihrer strategischen Planung zu berücksichtigen. Durch eine zweidimensionale Verknüpfung der volkswirtschaftlich relevanten Makroebene mit den jeweils unternehmensindividuellen Zielen einer zu tätigenden Direktinvestition wird eine an der Unternehmenspraxis orientierte strategische Entscheidungsfindung erst möglich.
Christina Pakusch, Franz W. Peren, Markus Arian Shakoor

Innovation und Digitalisierung

Frontmatter

Kapitel 9. IT-Management in turbulenten Zeiten: vom IT-Leiter über den CIO zum CDO

Die Digitalisierungswelle führt zu radikalen und nachhaltigen (disruptiven) Veränderungen innerhalb und außerhalb der Unternehmen. Geschäftsmodelle, Strategien, Prozesse, Organisationsstrukturen und Qualifikationsanforderungen von Mitarbeitern müssen neu ausgerichtet werden, ohne dass das laufende Geschäft zu sehr beeinträchtigt wird. Der Beitrag zeigt auf, dass die bisherigen Berufsbilder wie IT-Leiter, Chief Process Officer oder Chief Information Officer aufgrund der Veränderungen durch ein neues Berufsbild, den Chief Digital Officer, abgelöst werden. Allerdings ist die Diskussion hierzu noch nicht abgeschlossen.
Stefan Brassel, Andreas Gadatsch

Kapitel 10. Mehrwerte auf Basis digitaler Kassenzettel: eine verbraucherinformatische Studie

Die Digitalisierung aller Lebenswelten wird das Kauf- und Konsumverhalten von Verbrauchern stark ändern. Es zeichnet sich ab, dass Zukunftsszenarien des Smart Shopping, Smart Kitchen und Smart Cooking zunehmend real werden und sich immer stärker verzahnen. Zurzeit finden sich z. B. Bestrebungen zum digitalen Kassenzettel. Der Beitrag zeigt, dass Verbraucher sich hierdurch eine Reihe von Mehrwerten erhoffen, z. B. dass sie eine höhere Transparenz ermöglichen, indem sie Zusatzinformationen zu den Produkten bereitstellen. Ebenfalls sollen die Informationen genutzt werden, Rezeptvorschläge zu den gekauften, im Haus befindlichen Waren sowie Auskunft über den Zustand der Waren bereitzustellen. Ein weiterer Bereich stellt eine bessere Kosten- und Ernährungskontrolle dar, indem die Daten des Kassenzettels automatisch in digitale Haushaltsbücher und Ernährungs- bzw. Fitness-Apps übertragen werden können.
Paul Bossauer, Stefan Hanschke, Gunnar Stevens

Kapitel 11. Akzeptanz von innovativen Gesundheitstechnologien bei älteren Menschen – Ergebnisse einer empirischen Analyse

Dieser Artikel befasst sich mit der Akzeptanz von Gesundheitstechnologien in der Bevölkerung älterer Menschen. In diesem Kontext wurden qualitative und quantitative Daten bei Teilnehmern eines EU-geförderten Forschungsprojektes erhoben, die über einen Zeitraum von 24 Wochen einen Aktivitätsmonitor eingesetzt haben. Während die qualitativen Daten einen detaillierten Einblick in Praktiken und Einstellungen der Zielgruppe hinsichtlich der Nutzung solcher Technologien schaffen sollten, wurde mithilfe quantitativer Messungen das Akzeptanzverhalten älterer Menschen im Hinblick auf den Aktivitätsmonitor beschrieben. Die Kombination qualitativer und quantitativer Ergebnisse zeigt, dass Gesundheitstechnologien wie Aktivitätsmonitore grundsätzlich auf Interesse bei der älteren Bevölkerung stoßen, allerdings Merkmale wie das Design, die Bedienung sowie der Nutzen solcher Geräte maßgeblich zur Akzeptanz beitragen und diese Merkmale während Design- und Entwicklungsphasen priorisiert werden sollten.
Daryoush Daniel Vaziri, Dirk Schreiber, Rainer Wieching

Kapitel 12. Die digitale Betriebsstätte und die höhere Steuergerechtigkeit internationaler Konzerne

Der folgende Beitrag vermittelt einen Überblick, inwieweit die Besteuerung internationaler Konzerne, wie zum Beispiel Google, in ein gerechtes Konzept der Verteilung von Steuerzahlungen an die betroffenen Länder integriert werden kann. Hierbei ist der Anspruch der möglichen Sitzländer der Konzerne von demjenigen der potenziellen Quellenländer des operativen Engagements zu unterscheiden. Besondere Schwierigkeiten einer gerechten Zuordnung der Steueransprüche sind insbesondere dort festzustellen, wo eine Verortung der für die Zuordnung relevanten operativen Betriebsstätte nicht mehr an die festen Koordinaten von Raum und Zeit gekoppelt ist, sondern die Entwicklung von E-Commerce-Geschäftsmodellen die physischen Kriterien einer solchen Betriebsstätte im Unklaren lassen. Gerade diese Unklarheiten ermöglichen es den global agierenden Konzernen, die steuerlich relevanten Raum-und-Zeit-Koordinaten zur Steueroptimierung zu nutzen. Ob die gemeinsame Strategie der OECD, der G20, der EU oder der involvierten nationalen Regierungen ausreicht, durch eine stärker an die Gepflogenheiten des Internethandels angepasste Definition einer digitalen Betriebsstätte den Gestaltungsspielraum dieser Konzerne so einzuengen, dass diese in ein als gerecht empfundenes Besteuerungskonzept integriert werden, wird im folgenden Beitrag ebenso infrage gestellt wie die Frage eines gerechten Besteuerungskonzepts überhaupt.
Norbert Seeger

Kapitel 13. Digitalisierung und Nachhaltigkeit: Herausforderungen an die Rechtsetzung im Mehrebenensystem und die Compliance von Unternehmen

Ausgehend von Reiner Clements Arbeiten zur Nachhaltigkeitsökonomie behandelt der Beitrag aus rechtswissenschaftlicher Perspektive die regulatorischen Herausforderungen an die Verrechtlichung von Nachhaltigkeitserfordernissen und zur Bewältigung der Digitalisierung der Wirtschaft, zeigt Verbindungslinien zwischen beiden Konzepten auf und bettet diese in allgemeine Überlegungen zur Regulierung von Wirtschaftstätigkeit im Mehrebenensystem ein.
Dirk Uwer

Kapitel 14. Digitalisierung und Immobilienvermittlung: Hat der Makler noch eine Zukunft?

Immobilienplattformen haben den Verkauf und die Suche von Immobilien deutlich vereinfacht. Dennoch spielen Makler in Deutschland immer noch eine bestimmende Rolle in der Immobilienvermittlung. Zwar bieten Makler teilweise komplementäre Leistungen zu Immobilienplattformen an, allerdings wäre zumindest bei der Höhe der Provisionen ein Rückgang zu erwarten gewesen. Tatsächlich schützt vor allem das fehlende Bestellerprinzip Makler vor einem intensiveren Wettbewerb, wie er etwa in den Niederlanden üblich ist. Die Einführung des Bestellerprinzips könnte daher auch in Deutschland dazu beitragen, die Effizienzvorteile der Digitalisierung in der Immobilienvermittlung vollumfänglich zu nutzen. Auch in Deutschland ist das Bestellerprinzip zwar eingeführt worden, allerdings gilt es nur für Mietobjekte.
Michael Voigtländer

Kapitel 15. Die digitale Mobilisierung der Wertschöpfung als Instrument der Nachhaltigkeit

Eine hohe Zahl von Managementkonzepten hat die Führung von Unternehmen in den vergangenen Jahrzehnten beeinflusst. Vom Shareholder Value Management bis zur Digitalisierung wurden ganz verschiedenartige Maxime des unternehmerischen Handelns propagiert und adoptiert. Neben der Frage nach der jeweiligen Substanz dieser Neuausrichtungen muss vor allem auch interessieren, welche Wirkungszusammenhänge zwischen einzelnen Managementkonzepten bestehen. Vor diesem Hintergrund wird gezeigt, wie das Mobile Business eingesetzt werden kann, um einen Beitrag zu den ökonomischen, ökologischen und sozialen Zielen der Nachhaltigkeit zu leisten.
Christoph Wamser

Innovation und Lehre

Frontmatter

Kapitel 16. Vom Lehrenden als Führenden zum Lehrenden als Moderator: mit innovativen Lehr- und Lernmethoden Interdisziplinarität und Praxisnähe verwirklichen

Wissen vermitteln, Binnendifferenzierung realisieren, individuelle Besorgnis zeigen, Interesse wecken, Praxisbezug herstellen, optimale Lernatmosphäre schaffen, digitale Instrumente einbinden, Interdisziplinarität zeigen, das Gefühl vermitteln, etwas gelernt zu haben – und nicht zuletzt curricular verankerte Lernziele erreichen und ein angemessenes Evaluationsergebnis erreichen: Das Aufgabenspektrum von Hochschullehrenden ist groß. Den klassischen „Vorlesenden“, der Lehrbuchinhalte minimalst visualisiert vorträgt, gibt es bei Weitem weniger als früher, allerdings ist zu fragen, wohin sich dieses Rollenverständnis im Hinblick auf Kompetenzen und Fähigkeiten entwickelt hat. Dieser Beitrag soll die Anforderungen aus der praktischen Lehre mit Forschungsergebnissen verknüpfen und anhand eines konkreten Lehrprojekts zeigen, mit welchen Methoden die Änderung des Rollenverständnisses zielorientiert gelingen kann.
Jürgen Bode, Maria-Christina Nimmerfroh

Kapitel 17. Wie wir lehren, wie wir lernen

Für gute Lehre und geschicktes Lernen ist es wichtig, die Funktionsweisen des Gehirns in Ansätzen zu verstehen. Im Gehirn werden Informationen biologisch gespeichert. Verbindungen müssen aufgebaut werden; Verbindungswege, die oft begangen werden, verbreitern sich. Informationen werden miteinander vernetzt. Das Wissen wird dabei nicht einfach abgespeichert wie auf einer Festplatte, sondern konstruiert, aus Informationsbausteinen zusammengesetzt zu einem mehr oder weniger übereinstimmenden Abbild der äußeren Welt. Durch die Gestaltung unserer Lehre, aber auch unserer Prüfungen, aktivieren wir die Lernenden, sich ein eigenes Bild zu machen, den Stoff zu durchdenken und ihn so zu verinnerlichen, dass er später auch angewendet wird. Hierzu sind verschiedene hier vorgestellte Ansätze hilfreich.
Iris Groß

Kapitel 18. Fabriksimulation – innovative Lehrkonzepte im praktischen Einsatz

Am 19. Juni 1999 haben 30 europäische Staaten in der italienischen Universitätsstadt die sogenannte Bologna-Erklärung unterzeichnet. Sie legten damit den Grundstein für einen europäischen Hochschulraum, der inzwischen 47 Mitgliedsstaaten umfasst. Die Europäische Studienreform hat in ganz Europa zu weitreichenden Veränderungen der nationalen Hochschulsysteme geführt (vgl. Bundesministerium für Bildung und Forschung 2017). Neben zahlreichen strukturellen Veränderungen besteht der Kern der Reform vor allem aus Forderungen, welche die Lehre und das Lernen und somit die Hochschuldidaktik betreffen (Wehr und Ertel 2007, S. 17). Vor diesem Hintergrund stellt dieser Beitrag ein innovatives Lehr- und Lernkonzept im Bereich der Wirtschaftswissenschaften und insbesondere im Fachgebiet Produktion und Logistik vor: die simulationsbasierte Lehre.
Martin Christian Kemnitz

Kapitel 19. Nachhaltigkeit in der Hochschullehre – ein interdisziplinärer Ansatz

Wie lässt sich ein normatives, umfassendes Thema wie globales nachhaltiges Handeln in einer wissenschaftlichen Lehrveranstaltung behandeln? Wie können sich Fachkompetenz und interdisziplinärer Austausch ergänzen? Wie können sich Studierende verschiedener Fachrichtungen mit Lehrenden verschiedener wissenschaftlicher Disziplinen gemeinsam in der Debatte um nachhaltiges Handeln erproben und weiterentwickeln? Dies sind Fragen, die im folgenden Beitrag vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Entwicklungen der Globalisierung und Internationalisierung der Märkte, des Klimawandels und einer insgesamt als komplexer wahrgenommenen sozialen Welt mit Bezug auf die Anforderungen an eine moderne wissenschaftliche Bildung und innovative Lehre an den Hochschulen gestellt und exemplarisch anhand eines interdisziplinären Lehr- und Lernkonzepts beantwortet werden sollen.
Britta Krahn, Thomas Krickhahn, Klaus Lehmann, Margit Schulze

Messung und Controlling der Nachhaltigkeit

Frontmatter

Kapitel 20. Gesellschaftliche Verantwortung von Familienunternehmen – theoretische Zusammenhänge und Messung

Das Konzept CSR hat in den letzten Jahren weltweit an organisationalem Interesse gewonnen, und so zeigen viele Unternehmen vermehrt Engagement im Sinne von CSR. Aber nicht nur in der Praxis steigt die Aufmerksamkeit für dieses Konzept, auch das Forschungsinteresse wächst und so auch die Anzahl der Veröffentlichungen zu diesem Thema. Im Kontext von Familienunternehmen wird das Thema CSR ebenfalls zunehmend diskutiert, sicherlich nicht zuletzt wegen der hohen volkswirtschaftlichen Relevanz dieser Unternehmen. Ziel dieses Beitrags ist, einen kurzen Überblick über den Zusammenhang von Familienunternehmen und CSR zu geben. Des Weiteren werden Ansätze zur Messung von CSR-Aktivitäten vorgestellt.
Klaus Deimel, Mischa Ellenberger, Sonja Ellenberger

Kapitel 21. Wie misst man Nachhaltigkeit: globaler Wohlfahrtsindex oder Indikatorensysteme?

Das Bruttoinlandsprodukt ist ein weltweit anerkannter Indikator für den materiellen Wohlstand. Es besteht aber mittlerweile ein weitgehender Konsens, dass es als Maß für die Wohlfahrt eines Landes unzureichend ist. Die Analyse alternativer Wohlfahrtsindikatoren wie dem Human-Development-Index, dem Nationalen Wohlfahrtsindex und dem Better-Life Index der OECD machen aber deutlich, dass Einzelindikatoren generell nicht in der Lage sind, die ökonomischen, ökologischen und sozialen Aspekte eines Landes in einer Maßzahl zusammenzufassen. Vielmehr sollten Wohlfahrt und Nachhaltigkeit durch Indikatorensysteme erfasst werden.
Manfred Kiy

Kapitel 22. Compliance, Messung und Steuerung der nachhaltigen Entwicklung: EMAS auf dem Vormarsch

In internationalen, europäischen und nationalen Strategien, Leitsätzen und Rahmenwerken werden Unternehmen zur Umsetzung der globalen Sorgfaltspflicht in den Lieferantenketten (due diligence) aufgefordert. Ressourcenverschwendung, negative importbasierte Verlagerungseffekte und Greenwashing im Rahmen der Berichterstattung sollen zukünftig mittels der Implementierung von Risikomanagementsystemen der Vergangenheit angehören. Glaubwürdigkeit, Transparenz, Rechenschaft, Kontrolle und Fortschrittsüberwachung sind die Schlagwörter, die zukünftig eine Steuerung und Überwachung der bisher gescheiterten nachhaltigen Entwicklung sicherstellen sollen. EMAS erhält im vorstehenden Zusammenhang eine neue, über die Unternehmensgrenzen und Wertschöpfungsketten hinausgehende Relevanz.
Rosemarie Stibbe

Wachstum, Innovation und Nachhaltigkeit

Frontmatter

Kapitel 23. Kommunale Umweltpolitik zwischen strategischer Planung und Pragmatismus – das Beispiel der Anpassung an den Klimawandel

In der modernen Umweltpolitik, die sich seit fast fünf Jahrzehnten in Deutschland entwickelt hat, spielen die Kommunen als Akteure vor Ort eine nicht zu unterschätzende Rolle. Diese Rolle nehmen sie systematisch anders wahr als die meisten anderen großen Akteure. Der idealtypische Planungsprozess ist wissens- und analysebasiert. Er ist jedoch lediglich in Großstädten zu beobachten. Mittelstädte und kleinere Kommunen zeichnen sich durch einen sehr viel größeren Pragmatismus aus. Hier werden die konkreten Wirkungen vor Ort stärker beachtet als die externen Ursachen. Vor allem erfolgt eine konkrete Maßnahmenumsetzung auch ohne tiefere Analyse oder systematische Entscheidungsvorbereitung. Dies kann anhand einer Kommunalbefragung zur Anpassung an den Klimawandel gezeigt werden. Eine wesentliche Ursache für das abweichende Verhalten sind die fehlenden Fachkenntnisse und personelle Ressourcen kleinerer Kommunen, sodass diese kaum eine Alternative zum pragmatischen Vorgehen haben. Der idealtypische Planungsansatz, an den die wissenschaftliche Politikberatung bisher gut anknüpfen kann, eignet sich für Großunternehmen, die europäische und nationale politisch-administrative Ebene oder Großstädte, nicht aber für kleinere Kommunen. Für die Institutionen der Politikberatung bedeutet dies, dass sie passende, standardisierte und einfachere Angebote für Kommunen entwickeln müssen.
Hubertus Bardt

Kapitel 24. Im Spannungsfeld zwischen privaten und öffentlichen Gütern: der nutzenintensivierende Konsum in der Sharing Economy

Der Beitrag beschäftigt sich mit dem nutzenintensivierenden Konsum und zeigt, dass insbesondere für die Konsumenten positive Effekte aus dem Teilen und In-Wert-Setzen von Gütern resultieren. Zunächst werden private, Club- und öffentliche Güter in Bezug auf die Ausschließbarkeit und Rivalität im Konsum kategorisiert, um zu zeigen, dass die Güter der Sharing Economy im Prinzip zeitweise Club-Güter sind. Anders als innerhalb des Clubs „Familie“, in welcher Vertrauen ein immanenter Bestandteil des Zusammenlebens ist, gilt es, dies in den Clubs der Sharing Economy zu schaffen. Eine wichtige Rolle spielen dabei Internet-Plattformen. Auf diesen werden das gemeinsame Konsumieren und Produzieren organisiert, und es kann der asymmetrischen Informationsverteilung zwischen Anbietern und Nachfragern effektiv und effizient begegnet werden. Dies schafft das Vertrauen, das für den nutzenintensivierenden Konsum grundlegend ist. Was aber ist nutzenintensivierender Konsum aus der Sicht potenzieller Konsumenten? Um dies herauszufinden, wurde im Rahmen einer empirischen Studie, die im Juni 2017 in Form einer Umfrage durchgeführt wurde, die Bereitschaft zu nutzenintensivierendem Konsum untersucht. Die Ergebnisse dieser Studie werden in diesem Beitrag vorgestellt, um zu erwartende Wohlfahrtswirkungen des nutzenintensivierenden Konsums für Konsumenten, Produzenten und den Staat fundiert darstellen zu können.
Iris Böschen, Nehle Herwig

Kapitel 25. Nachhaltiges betriebliches Gesundheitsmanagement – Empfehlungen für die Implementierung in der Praxis

Das betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) gewinnt in Deutschland zunehmend an Bedeutung. Die demografische Entwicklung und der damit verbundene Mangel an qualifizierten Fachkräften, aber auch der generelle Wandel der Arbeitswelt durch Arbeits- und Informationsverdichtung sowie Digitalisierung, machen es für Unternehmen auch aus betriebswirtschaftlicher Sicht zunehmend notwendig, in die Gesundheit ihrer Beschäftigten zu investieren. Kosten durch krankheitsbedingte Fehlzeiten und Frühverrentungen, aber auch durch Präsentismus, haben eine hohe wirtschaftliche Bedeutung für Unternehmen und die Sozialversicherungsträger. Die Herausforderung für viele Unternehmen ist daher, ein nachhaltiges BGM aufzubauen bzw. dahingehend weiterzuentwickeln. Das BGM sollte unabhängig sein von kurzfristigem Denken und der aktuellen Personalsituation, um nachhaltig zu wirken. Nachhaltigkeit bedeutet hierbei vor allem, dass das BGM organisatorisch fest verankert ist, und dass die Grundhaltung und Überzeugung der Unternehmensführung und seiner Führungskräfte widerspiegelt, dass das Thema „Gesundheit“ einen unverzichtbaren Wert für die Beschäftigten und somit auch für das Unternehmen darstellt.
André Scholz, Usha Singh, Argang Ghadiri, Theo Peters

Kapitel 26. Die europäische Bankenabgabe – ein Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung des Bankensektors

Der einheitliche EU-Abwicklungsfonds SRF finanziert in Schieflage geratene europäische Kreditinstitute. Er refinanziert sich über die europäische Bankenabgabe, deren Erhebung und Berechnung u. a. die Bankenabwicklungsrichtlinie und die SRM-Verordnung zugrunde liegen. Die Berechnungslogik der europäischen Bankenabgabe unterscheidet sich (stark) von der Berechnungssystematik der deutschen Bankenabgabe und ist insgesamt deutlich komplexer geworden. Dieser Beitrag gibt einen Überblick über die neue Berechnungssystematik der europäischen Bankenabgabe.
Knut Henkel, Wilhelm Schneider, Isabel Tüns

Kapitel 27. Maximierung des Shareholder-Value als Nachhaltigkeitsstrategie

Ein kommunikatives Argumentationsdrama in vier Akten mit den Studierenden Gut, Schlau, Frech und Emsig sowie den Professoren Alt und Jung
Teilnehmer des kommunikativen Argumentationsdramas in vier Akten sind die Studierenden: Gut, Schlau, Frech und Emsig sowie die Professoren: Alt und Jung. Nach einem Prolog räumen im ersten Akt die Beteiligten dem Shareholder-Value-Konzept Vorfahrt vor dem Stakeholder-Konzept ein. Im zweiten Akt erkennen sie, dass eine konsequent an der Gewinnerzielung ausgerichtete Strategie der Shareholder-Value-Maximierung für die Nachhaltigkeit zwar durchaus förderlich ist, aber wohl doch nicht ausreicht. Im dritten Akt denken sie über allgemeine Möglichkeiten nach, die dem nachhaltigen Wirtschaften die Geltung verschafft, die ihr eigentlich zukommen sollte. Hierbei entlarven sie die durch CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz auf den Weg gebrachte Transparenzoffensive als bloßen „Budenzauber“. Im vierten Akt überlegen die Professoren mit den Studierenden, inwieweit auch die Betriebswirtschaftslehre ihren konstruktiven, wenn auch nur bescheidenen Beitrag für mehr Nachhaltigkeit leisten kann.
Harald Lutz

Kapitel 28. Die Entwicklung der Arbeitsproduktivität in Deutschland: Hintergründe, Herausforderungen und Implikationen

Der Erhöhung der Arbeitsproduktivität kommt eine zentrale Bedeutung für Wachstum und Wohlstand einer Volkswirtschaft zu. Trotz gewaltiger technologischer Impulse in der jüngeren Vergangenheit („Dritte industrielle Revolution“) haben die Wachstumsraten der Arbeitsproduktivität in Deutschland und vielen Ländern seit den 70er-Jahren des letzten Jahrhunderts – vor allem aber in den letzten beiden Jahrzehnten – eine deutliche Abschwächung erfahren. Dieser Beitrag liefert auf Basis sektoraler und gesamtwirtschaftlicher Betrachtungen einen Überblick über die Bestimmungsgründe der sinkenden Trendrate der Arbeitsproduktivität in Deutschland im internationalen Kontext. In den letzten Jahren und vor allem zu Beginn dieses Jahres haben sich u. a. verschiedene Institutionen, wie der Sachverständigenrat zur Beurteilung der Gesamtwirtschaftlichen Entwicklung (vgl. SVR, 2015, 2016), die Europäische Zentralbank (vgl. EZB 2017), das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (vgl. Herzog-Stein et al. 2017) sowie weitere Autoren u. a. im „Zeitgespräch“ der Zeitschrift „Wirtschaftsdienst“ (vgl. Weber et al. 2017) mit dieser Materie aus unterschiedlichen Blickwinkeln auseinandergesetzt. Vor dem Hintergrund der weiteren Durchdringung der Wirtschaftsprozesse mit digitaler Technik und Vernetzung, wie diese mit den Schlagworten „Vierte industrielle Revolution“ und „Industrie 4.0“ umschrieben werden, wächst aktuell die Hoffnung auf einen wiederkehrenden Anstieg der Arbeitsproduktivitätsrate. Wie steht es mit den Chancen auf eine derartige Trendumkehr in Deutschland? Welche Anpassungsprozesse sind in unserer Gesellschaft erforderlich, um eine Belebung der Wachstumsrate der Arbeitsproduktivität in einer sich schnell wandelnden globalisierten Welt bei rückläufiger und alternder Bevölkerung möglich zu machen? Welche Auswirkungen wären andernfalls von einer dauerhaften Abschwächung der Produktivitätsrate für Wirtschaft und Gesellschaft in Zukunft zu erwarten?
Johannes Natrop, Thomas Neifer

Kapitel 29. Das Peren-Theorem

Der Mensch verbraucht die natürlichen Ressourcen der Erde schneller, als die Erde sie regenerieren kann. Die Menschheit lebt insgesamt über ihre Verhältnisse und auf Kosten zukünftiger Generationen. Die gegenwärtige Art zu wirtschaften mit den Zielen, monetäre Gewinne zu maximieren und quantitatives Wachstum und Wohlstand zu generieren, lässt sich nicht fortsetzen. Das Peren-Theorem zeigt auf, dass ein Verbrauch natürlicher Ressourcen innerhalb eines geschlossenen Systems, wie es die Erde darstellt, nur möglich ist, wenn deren Verzehr sich natürlich regenerieren kann. Wird dieses Gleichgewicht zu lange gestört, so führt dies zum natürlichen Exitus dieses Planeten. Bei wachsender Weltbevölkerung ist der Pro-Kopf-Verbrauch an natürlichen Ressourcen aller auf oder von der Erde lebenden Menschen proportional zu reduzieren.
Franz W. Peren

Kapitel 30. Nachhaltigkeit und/oder Wettbewerbsfähigkeit?

Die nachhaltige Gestaltung einer Gesellschaft steht im Verdacht, mit negativen wirtschaftlichen Wirkungen verbunden zu sein. Dies hat zu entsprechenden Reaktionen der Politik geführt. Der Beitrag beschreibt diesen Zusammenhang auf Unternehmensebene und untersucht ihn empirisch für über 100 Länder, indem ausgewählte Maße von Wettbewerbsfähigkeit und Nachhaltigkeit analysiert werden.
Moritz Brand, Wolfgang Veit

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