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Über dieses Buch

Der vorliegende Band beleuchtet verschiedene Perspektiven von gelebter Nachhaltigkeit im Unternehmensalltag. Es werden Anregungen und Impulse gegeben, aber auch Hemmnisse klar angesprochen und benannt: Von theoretischen Überlegungen, wie Unternehmerinnen und Unternehmer sich auf politischer Ebene für eine Stärkung der Nachhaltigkeit, des Klima- und Umweltschutzes, des Good Governance und der Generationengerechtigkeit einsetzen können, bis hin zu konkreten Hinweisen für die Unternehmensführung im Bereich der Corporate Social Responsibility und der Compliance.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Grundlagen

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Kapitel 1. Einführung

Infolge der großen Finanz- und Wirtschaftskrise der Jahre 2008, 2009 und Folgejahre ist die Marktwirtschaft in ihre wahrscheinlich größte Glaubwürdigkeitskrise geraten. Entsprechend dieser Entwicklung formierten sich sodann auch die Bemühungen um eine Struktur der Nachhaltigkeit im Wirtschaftsleben. Zur nachhaltigen Unternehmensführung bedarf es eines fundierten Basiswissens, konsensualer Orientierungsvorgaben und der persönlichen Überzeugung, nach verantwortlichen Werten zu handeln. Der vorliegende Sammelband soll sowohl theoretische Aspekte als auch praktische Erfahrungen einer nachhaltigen Unternehmensführung aufzeigen und dem Leser dabei als Orientierung dienen.
Die erkennbaren großen Herausforderungen der Gegenwart und der Zukunft sind wesentliche Kriterien, um einen Diskurs in diesem Kontext zu führen. Aus der Perspektive der Marktwirtschaft ist es dringend geboten, über selbstregulierende und freiwillige Konsequenzen nachzudenken, die zu Lösungen der bezeichneten Herausforderungen beitragen können. Die Nachhaltigkeit ist ein Kernthema unserer Zeit.
Christoph Brüssel, Stefan Brüggemann

Kapitel 2. Marktwirtschaft und ökologisch soziale Verantwortung sind kein Gegensatz

Der Senat der Wirtschaft partizipiert durch die Expertise praktischer Kompetenz der Mitglieder
Der Senat der Wirtschaft ist ein Zusammenschluss von Persönlichkeiten der Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft, die sich ihrer Verantwortung gegenüber Staat und Gesellschaft besonders bewusst sind. Auch aus der Perspektive vieler Akteure in der Wirtschaft stellen Ökonomie, Ökologie und soziale Verantwortung keinen Gegensatz oder Ballast dar. Deshalb verstehen viele Unternehmer die Verantwortung für die Gesellschaft als einen Kernpunkt ihrer Aufgabenstellung. Neben dem ideellen Diskurs zu Lösungsansätzen für die Herausforderungen unserer Zeit bemüht sich der Senat um praxisnahe und konkret umsetzbare Möglichkeiten nachhaltiger Unternehmensführung. Auf dieser Basis wurde bereits 2011 die Klimainitiative gegründet, die eine Kompensation von Treibhausgasemissionen fördert und damit die Klimaziele zu erreichen hilft. Ebenso wurde mit der Studie zu einem Marshallplan mit Afrika, die der Senat gemeinsam mit dem Club of Rome 2016 an die Bundesregierung überreichte, ein Beitrag zur Bewältigung der Herausforderung der Migrationsbewegungen geleistet.
Christoph Brüssel

Kapitel 3. Kernkompetenz Nachhaltigkeit und Corporate Social Responsibility

Was haben Unternehmen von der Nachhaltigkeit
Nachhaltigkeit, nachhaltige Unternehmensführung und nachhaltige Produktion stehen im Mittelpunkt einer zukunftsgewandten Ausrichtung weiter Teile der modernen ökologisch und sozialen Marktwirtschaft. Der Begriff der Nachhaltigkeit wird dabei jedoch so inflationär genutzt, dass seine Glaubwürdigkeit darunter leidet. Nachhaltigkeit soll im Kontext dieses Sammelbands als eine sorgsame Bewahrung der Umwelt sowie zukunftsfähige und gerechte Sozialordnung verstanden werden. Demnach soll sich nachhaltiges Handeln auf drei Bereiche erstrecken. Die Ökonomie, die Ökologie und Soziales.
Eng mit der Nachhaltigkeit verknüpft ist die unternehmerische Verantwortung (CSR). Bei dieser handelt es sich keinesfalls nur um wohltätiges Engagement von Unternehmen. Vielmehr dient sie als ein Indikator für gutes Management und Zukunftsfähigkeit eines Unternehmens. Daran zeigt sich, dass Unternehmen die Nachhaltigkeit nicht nur aus sozialer Verantwortung, im Sinn des Gemeinwohls, in ihre geschäftlichen Entscheidungen einbeziehen sollten, sondern das nachhaltiges Wirtschaften auch direkten Nutzen für ein Unternehmen liefert.
Christoph Brüssel

Prinzipien einer nachhaltigen Unternehmensführung

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Kapitel 4. Mitbestimmung und Teilhabe

Ehrbarkeit, Anstand, Fairness – das sind die Erwartungen, die die Allgemeinheit an den Unternehmer stellt. Viele folgen diesem Leitbild von sich aus, aber wer ein Unternehmen führt, sollte diese Tugenden auch als Teil seiner Unternehmensvision fixieren. Teilhabe und Mitbestimmung an deren Entstehung sind dabei ein unterstützender Faktor für die Akzeptanz bei Mitarbeitern und Kunden. Dies wird umso wichtiger, als heute klar wird, dass für viele der großen Probleme unserer Zivilisation, allem voran zur Bewältigung des Klimawandels ein erheblicher Beitrag vom privaten Sektor geleistet werden muss. Es erfordert allerdings nicht nur das Engagement des einzelnen Unternehmers, sondern fordert ihn auch als Teil seines Wirtschaftssektors. Denn für einen echten Kulturwandel gesamter Branchen bedarf es branchenspezifisch verbindlicher Wertekodizes. Eine Erkenntnis, die sich schon in den Kodizes der Stände und Zünfte früherer Jahrhunderte und in deren ethischem Leitbegriff des ehrbaren Kaufmanns niederschlug, der unverändert das Idealbild des allgemein respektierten Unternehmers ist.
Peter Grassmann

Kapitel 5. Gemeinsam die Zukunft gestalten

Mitarbeiterführung in Zeiten des Wandels
Transparenz und Partizipation zählen zu den Pfeilern einer nachhaltigen Unternehmensführung. Doch wie lässt sich das vertrauensvolle Miteinander wahren, wenn das Unternehmen in eine Krise gerät und ein Personalabbau unausweichlich wird? Am Beispiel der Stadtwerke Heidelberg wird deutlich: Einerseits steht das soziale Miteinander vor einer Zerreißprobe – andererseits ist das Unternehmen mehr denn je auf die Unterstützung und Kreativität seiner Mitarbeiter und des Betriebsrats angewiesen. Ein Restrukturierungsprojekt erfordert, wenn es erfolgreich sein soll, harte Entscheidungen. Um die Arbeitnehmervertreter für eine Kooperation zu gewinnen, kam es deshalb darauf an, ihnen die Lage des Unternehmens nachvollziehbar darzustellen. Dies gelingt nur, wenn notwendige Veränderungsprozesse, wie etwa der Personalabbau, transparent und nachvollziehbar gestaltet werden. Darüber hinaus war für eine nachhaltige Entwicklung des Unternehmens eine agile Kultur notwendig, die neue Anforderungen des Umfelds aufnimmt, auf einen Austausch auf Augenhöhe setzt und Freude am Ausprobieren fördert. Erst in einer solchen Kultur des Miteinanders, die den Mitarbeitern eine Teilhabe an den Entscheidungsprozessen ermöglicht, kann die Kreativität gedeihen, auf die ein Unternehmen heute mehr denn je angewiesen ist.
Rudolf Irmscher

Kapitel 6. Nachhaltige Unternehmensführung in bewegten Zeiten

Marktwirtschaft ist spannend. Jeden Tag suchen wir nach Lösungen für unsere Kunden, verbessern Prozesse, entwickeln weiter, stiften Nutzen. Und merken nicht, dass es keiner merkt. Ganz im Gegenteil: Immer wieder stellen wir fest, dass Unternehmensbashing allgegenwärtig ist und sogar zunimmt. Dazu tragen auch die immer wieder auftretenden handfesten Skandale bei. Aus meiner Sicht haben Unternehmer es selbst in der Hand daran etwas zu ändern. Glaubwürdigkeit können wir nur durch mehr Transparenz und Kommunikation entwickeln. Der erste Schritt dafür ist, diese Transparenz innerhalb des Unternehmens einzuführen. Um dies zu erreichen, haben wir uns für den Wertemanager entschieden. Wertearbeit soll dazu führen, ein gemeinsames Wir im Unternehmen zu erreichen, um an einem Strang ziehen zu können. Diese Werte sind die Grundlage auf dem Weg zu einer lernenden Organisation. Sie sind ein wesentlicher Bestandteil der Zukunftsfähigkeit und Nachhaltigkeit des Unternehmens. Darüber hinaus wirken sie auch nach außen, denn eine in sich stimmige Botschaft des Unternehmens wird positiv wahrgenommen. Wie wir sehen, ist die Wertarbeit im Rahmen des Kulturwandels ein wesentlicher Schritt, um die Innovationsfähigkeit zu erhöhen, das Unternehmen positiv in die öffentliche Wahrnehmung zu bringen und nebenbei auch noch Kosten einzusparen. All diese Fähigkeiten machen fit für das digitale Zeitalter.
Uwe Thomsen

Kapitel 7. Soziale Binnenkultur als Teil der Corporate Social Responsibility

Ein neues Verständnis von Führung als Basis für unternehmerischen Erfolg
Angesichts der erkennbaren Veränderung des Bewusstseins der Arbeitnehmer und der Sorge um fehlende Fachkräfte wird die Nachhaltigkeit innerhalb der Unternehmen an Bedeutung zunehmen. Diese ist vielschichtig und sicher nicht nur auf Wohlfühlfaktoren der Mitarbeiter zu beschränken. Es bleibt fraglich, wie zwischen Hochleistung und Menschlichkeit ein richtiger Weg zu finden ist.
Bei der Suche nach zeitgemäßen Formen sind erfolgreiche Beispiele ein wichtiger Wegweiser. Eine Erkenntnis aus diesen Beispielen ist, dass jede moderne Form der Führung humanistische Führung ist. Dieses Führungsmodell orientiert sich an den Bedürfnissen der Mitarbeiter und basiert auf einem stabilen Wertesystem. Humanistische Führung ist auch erstrebenswert, wenn sie nicht vom Menschenbild getrieben ist. Denn sie ist wirtschaftlich sinnvoll. Mitarbeiter, die von ihren Führungskräften Wertschätzung erfahren, sind i. d. R. motivierter und loyaler. Ich glaube: Auch wenn Führungskräfte ein humanistisches Führungskonzept aus rein wirtschaftlichen Erwägungen einführen, funktioniert dieses besser als andere heute gelebte Kulturen und Führungsstile. Auch dann schaffen sie eine Voraussetzung für ein überdurchschnittlich erfolgreiches Unternehmen.
Holger Wolff

Die private Wirtschaft als Unterstützung der Nachhaltigkeitsziele im Hinblick auf den Klimawandel

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Kapitel 8. Theoretische Grundlagen und Erfordernisse für CO2-Kompensation

Die Klimafrage ist eine der zentralen Herausforderungen für die Menschheit. Mit dem Weltklimavertrag von Paris wurde insofern ein wichtiger Schritt in Richtung Bewältigung getan, als die Staaten der Welt gemeinsam das Problem benannt und eine Zielsetzung formuliert haben, nämlich den Anstieg der Temperatur unter 2 °C, möglichst unter 1,5 °C im Verhältnis zur vorindustriellen Zeit zu halten. Im vorliegenden Beitrag wird argumentiert, dass der Privatsektor die Lücke von Paris schließen kann und dass die Politik in Paris die Voraussetzungen dafür geschaffen hat, dass der Privatsektor jetzt diese Herausforderung entschlossen angehen kann. Es gibt verschiedene Maßnahmen, die der private Sektor umsetzen kann, die der Atmosphäre CO2 in großem Umfang entziehen. Diese können gleichzeitig sehr viele Co-Benefits erzielen, also weitere positive Effekte, etwa bei der Umsetzung der Sustainable Development Goals (SDG), der 17 Nachhaltigkeitsziele der Weltgemeinschaft bis 2030. In der freiwilligen Klimaneutralität liegen enorme Chancen, die deshalb aus guten Gründen von der Bundesregierung an vereinzelten Stellen bereits genutzt und vonseiten des UN-Klimasekretariats stark propagiert wird. Zahlreiche Beispiele aus der Praxis zeigen, dass viele Akteure bereits aktiv geworden sind, sich klimaneutral stellen und damit als Vorbilder agieren. Dies könnte der Schlüssel zur Erreichung des Zwei-Grad-Ziels sein.
Franz Josef Radermacher

Kapitel 9. Die Rolle der privaten Wirtschaft bei der Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele der UN

Ohne private und freiwillige Verantwortung wird es nicht gelingen
Die Sustainable Development Goals (SDG) wurden bei der UN Generalversammlung 2015 von 191 Staaten als bisher größte gemeinsame Vereinbarung der UN gezeichnet. Hierin verpflichten sich die Staaten erstmals mit einer gewissen Verbindlichkeit. Die SDG sind als direkter Folgeprozess der Millenniumsziele entstanden. Die Integration des privaten Sektors in die Bemühungen zur Erreichung der Ziele ist unumgänglich. Hierbei stellt sich die Frage, welche Rolle der private Sektor aus einer tatsächlichen Selbstregulation, also gleichermaßen in Verantwortung stehend, übernehmen wird. Nur wenn eine solche Eigenverantwortung jenseits der staatlichen Regulierung zur Erreichung der Ziele für eine globale Nachhaltigkeit selbstständig und freiwillig unterstützt wird, kann übermäßiger Einfluss der staatlichen Hand unterbleiben. Denn ein verantwortliches Handeln kann in vielen Sektoren auch erwartet werden: Es ist praktisch gut umsetzbar und häufig auch gewinnbringend für das Unternehmen. Der Vorteil nachhaltiger Wirtschaftsprozesse ist vornehmlich bei börsennotierten Unternehmen und Konzernbetrieben verstanden, denn die Ratingagenturen fragen danach. Zu diesem freiwilligen Engagement für die Erreichung der SDG trägt auch der Senat der Wirtschaft mit seiner eigenen Klimainitiative bei.
Christoph Brüssel

Kapitel 10. Die Natur braucht uns nicht – aber wir brauchen die Natur

Wie unternehmerisches Engagement für eine nachhaltige Forst- und Landwirtschaft helfen kann, den Klimawandel zu begrenzen
Die Erde erwärmt sich. Und der Klimawandel ist bereits Realität. Das Klima verändert sich durch die derzeitigen Produktionsweisen und Konsummuster der Menschen. Dieser Wandel korreliert mit Entwicklungen wie extremen Wetterereignissen und ihren Folgen, die das Leben der Menschen auf der Erde gefährden, v. a. in unterentwickelten Regionen. Es ist also Zeit zu handeln. Dabei ist auch eine Kraftanstrengung von Wirtschaft und Zivilgesellschaft gefragt. Hierfür gibt es zwei zentrale Maßnahmenbereiche: Die Energiewirtschaft umbauen und die Landnutzung nachhaltig gestalten. Forst- und Agrarwirtschaft sind nicht nur zweitwichtigster Verursacher des Klimawandels, sie bieten gleichzeitig schnelle und kostengünstige Lösungen v. a. für entwicklungsschwache Regionen. Aus Klimaschutzsicht ist es zentral, die weltweite Landnutzung umzugestalten. Abholzung und Brandrodung v. a. tropischer Wälder verursachen rund 17 % der weltweiten Emissionen – mehr als der gesamte weltweite Verkehr. Ohne Waldschutz gibt es also keinen Klimaschutz. In diesem Beitrag stellen wir dar, wie sich klimaneutrale Produkte und Dienstleistungen auf Basis von forst- und landwirtschaftlichen Klimaschutzprojekten auf den Unternehmenserfolg auswirken und warum und wie Lieferketten durch Investitionen in nachhaltige Forst- und Agroforstvorhaben risikoärmer und zukunftsfähiger werden.
Julian Ekelhof, Michael Sahm

Kapitel 11. Viebrockhaus – Unternehmen mit nachhaltiger und innovativer Unternehmens-DNA

Die Firma Viebrockhaus bietet ihren Kunden einen besonderen Service. Für jedes von Viebrockhaus gebaute Haus wird eine entsprechend große Fläche Regenwald geschützt, sodass das Haus CO2-neutral ist. Dieses Projekt lieferte nicht nur umweltbewussten Kunden einen Anreiz, sondern zeigte dem Unternehmen auch den eigenen CO2-Fußabdruck auf. Waren anfänglich 500 m2 geschützten Regenwalds nötig, um ein Haus CO2-neutral zu stellen, konnte durch eine enge Zusammenarbeit mit Lieferanten der CO2-Fußabdruck stark reduziert werden. So sind heute nur 150 m2 geschützter Regenwald notwendig, um ein Viebrockhaus klimaneutral zu stellen. Die insgesamt durch dieses Projekt Viebrockhaus-Schutzwald geschützte Fläche beläuft sich inzwischen auf beachtliche 45,4 ha, also 454.000 m2. Nachhaltig ist hier aber nicht nur der Umweltschutz, den wir betreiben, sondern auch die soziale Verantwortung, die wir mit diesem Projekt für die Mitarbeiter vor Ort übernehmen. Die Gehälter der Forstarbeiter liegen deutlich über dem gesetzlichen Mindestlohn des Landes und jeder Angestellte erhält von uns zusätzlich eine Unfall- und Lebensversicherung. Nachhaltigkeit und die aus ihr resultierende Innovationsfreude sind zum Teil der Unternehmens-DNA geworden. Damit leisten wir einen Beitrag zum Erhalt eines lebensfähigen und lebenswerten Planeten und wollen als gutes Beispiel für andere vorweg gehen.
Andreas Viebrock

Kapitel 12. Elektromobilität – Fluch oder Segen für Unternehmen und Umwelt?

4 Jahre E-Mobil über 300.000 km – ein Zwischenbericht
Wie kommt ein begeisterter Autofahrer dazu, auf eine dieser Elektrokrücken umzusteigen? Der Sound fehlt einem doch. Da stehe ich ja dauernd an Ladesäulen herum. Wo kann ich die überhaupt laden? Elektroautos sind doch viel zu teuer. Wie lange hält da wohl die Batterie? Was ist, wenn man mal mit leerer Batterie liegen bleibt? Die Batterie ist doch sofort leer, wenn man einmal schneller fährt. Das rechnet sich nie. Du kommst sowieso zurück auf deinen Verbrenner. So und ähnlich waren die Kommentare 2013, als ich für die ULTRASONE AG die ersten beiden Elektroautos bestellte. In diesem Beitrag möchte ich von meinem alltäglichen Nutzen der Elektromobilität berichten und dabei die häufigsten Fragen aufzählen und beantworten, die mir dazu gestellt werden.
Michael Willberg

Digitalisierung, nachhaltiger Konsum und Fairtrade

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Kapitel 13. Ungleichheit, Digitalisierung und die Bedeutung einer ökologisch-sozialen Marktwirtschaft

In den letzten Jahren ist weltweit eine zunehmende soziale Spaltung bzw. eine aufgehende Schere in einer Vielzahl von Staaten zu beobachten, zunehmend auch in Europa. Das hat problematische Konsequenzen. Zum einen besteht die Gefahr einer immer weiter um sich greifenden Unzufriedenheit mit dem Status quo infolge des sich bei zunehmend mehr Bürgern verbreitenden Gefühls, zu den Verlierern der aktuellen Entwicklungen zu gehören. Dies kann die Demokratie bedrohen. Der Brexit und die Wahl des US-Präsidenten Donald Trump sowie die Bundestagswahl 2017 haben gezeigt, dass sich viele Menschen nicht mehr von den großen Parteien der politischen Mitte vertreten fühlen. Es zieht sie zu den Parteien des linken und rechten Rands. In der Folge gestaltet sich die Regierungsbildung zunehmend schwierig, was die politische Stabilität des Landes einschränkt. Darüber hinaus drohen die Digitalisierung und dabei insbesondere die künstliche Intelligenz diese Spaltung noch zu vergrößern. Vor dem Hintergrund des hohen Tempos der Entwicklungen sollten Politik und Unternehmen dringend dazu übergehen, die Digitalisierung aktiv zu gestalten und dabei ihre gesamtgesellschaftliche Verantwortung nicht zu vergessen. Eine nachhaltige Entwicklung im Sinn der Agenda 2030 wird ohne eine aktive Gestaltung und Flankierung der Digitalisierung durch Rahmenbedingungen im Sinn einer ökologisch-sozialen Marktwirtschaft nicht zu haben sein.
Estelle Herlyn

Kapitel 14. Generationenwechsel – Erwartungen und Erfordernisse aus Sicht der nächsten Generation

Beim Wechsel der Generationen an der Spitze eines Unternehmens ergeben sich fast immer Reibungen. Nicht selten sind diese auf Spezifika der jeweiligen Generation zurückzuführen. Auch wenn die holzschnittartige Einteilung von Jahrgängen zu kurz greift und die Übergänge fließend sind, ist sicherlich unbestritten, dass die heutige Generation der 25-Jährigen andere Perspektiven und eine andere soziale Prägung erfahren hat als ihre Eltern. Hinzu kommen externe Faktoren, die in den 1950er-Jahren noch keine Rolle gespielt haben, wie etwa der demografische Wandel. Der Beitrag zum Generationenwechsel gibt einen Überblick über Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Generationen und gibt zugleich einen Ausblick, nach welchen Kriterien eine Übergabe der Verantwortung im Unternehmen orientiert werden sollte.
Stefan Brüggemann

Kapitel 15. Nachhaltiger Konsum – Verantwortung und Chance der Verbraucher

Eine ökosoziale Marktwirtschaft kann nur in geteilter Verantwortung gestaltet werden. Über die gesamte Wertstoffkette, von der Ressourcengenerierung für Produkte und Dienstleistungen über die Erzeugung, Distribution, den Konsum bis zur Entsorgung sind alle Akteure verantwortlich für die Umsetzung von Nachhaltigkeitszielen. Diese sind am 25. September 2015 von den meisten Staaten der Weltgemeinschaft zur Sicherung einer nachhaltigen Entwicklung in ökonomischer, sozialer und ökologischer Hinsicht gesetzt worden. Ziel 12 der insgesamt 17 Ziele (Sustainable Development Goals, SDG) adressiert die Sicherstellung nachhaltiger Konsummuster und dafür geeigneter Produktionsweisen. Es lautet: „Der Wandel zu einer Wirtschafts- und Lebensweise, die die natürlichen Grenzen unseres Planeten respektiert, kann nur gelingen, wenn wir unsere Konsumgewohnheiten und Produktionstechniken umstellen. Dazu sind international gültige Regeln für Arbeits-, Gesundheits- und Umweltschutz wichtig.“
Franz-Theo Gottwald

Kapitel 16. Fairtrade und Corporate Social Responsibility

Sucht man nach den Motiven, aus denen zivilgesellschaftliche Organisationen und Unternehmen sich für den fairen Handel engagieren, so stößt man historisch auf höchst disparate Ansätze. Ging es zivilgesellschaftlichen Organisationen seit Beginn um die Verbesserung der sozialen und ökologischen Lebens- und Arbeitssituation von Produzentengruppen im globalen Süden, so kann man bei den meisten Unternehmen unterstellen, dass der Schutz vor möglichen Reputationsrisiken aufgrund von Skandalen in der Lieferkette einen wichtigen Beweggrund darstellte. Betrachtet man allerdings die Entwicklung auf beiden Seiten hinsichtlich der Struktur und Arbeitsweise des fairen Handels und des Verständnisses von Unternehmensverantwortung in den letzten Jahrzehnten, so zeigt sich, dass der faire Handel immer mehr z. B. für eine funktionierende Verantwortungsgemeinschaft zwischen Anbietern und Verbrauchern wird. Insgesamt hat sich Fairtrade als ein lernendes System etabliert, das für immer mehr Akteure in den globalen Lieferketten konkrete Problemlösungen bietet. Die Reichweite des fairen Handels ist jedoch begrenzt. Ohne die erforderlichen ordnungspolitischen Rahmenbedingungen kann es keine weltweite Handelsgerechtigkeit geben. Für mehr nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster, eines der UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDG), ist fairer Handel dringend nötig. Mit seiner Advocacy-Arbeit setzt sich TransFair e. V. deshalb für politische Veränderungen ein.
Dieter Overath, Heinz Fuchs, Volkmar Lübke

Kapitel 17. Meine Freundin, die digitale Transformation

Unternehmen und Mittelstand 4.0 brauchen eine neue Denkkultur
Das beherrschende Thema bei allen Zukunftsüberlegungen ist die digitale Revolution. Digitale Transformation, Industrie 4.0, Arbeit 4.0, Mobilität 4.0: Vielfältig sind die Überschriften. Ist die Digitalisierung unser tägliches Schreckgespenst oder eine grandiose Zukunft der ungeahnten Weiten? Die wirklich großen Herausforderungen für Wirtschaft und Politik treten erst mit den weiteren Schritten der Entwicklung von Technik und Anwendung auf. Gemeint ist die weiter fortschreitende Entwicklung zur künstlichen Intelligenz und v. a. die daraus folgende Automatisierung auch anspruchsvoller Bereiche der Arbeitswelt. Das soll aber nicht zur Angst vor der Digitalisierung führen. Die Blickrichtung ist vielmehr auf die Anwendung der aktuellen oder zukünftigen Technik zu legen. Hier bestehen Möglichkeiten für Jeden und für jedes Unternehmen. Diese müssen jedoch unter dem Gesichtspunkt der unternehmerischen Verantwortung für die Gesellschaft abgewogen werden. Diese umfasst bekanntlich die Handlungsfelder Ökologie, Ökonomie und Soziales. Im Licht einer digitalen Zukunftsperspektive werden nachhaltige Unternehmensstrategien eben auf allen Gebieten zu deklinieren sein.
Christoph Brüssel
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