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2022 | OriginalPaper | Buchkapitel

3. Nachhaltigkeit jenseits von Wachstum und Wettbewerb

verfasst von: Moritz Boddenberg

Erschienen in: Nachhaltigkeit als Transformation

Verlag: Springer Fachmedien Wiesbaden

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Zusammenfassung

Das Kapitel beleuchtet alternative Gesellschaftsentwürfe und skizziert auf diese Weise den aktuellen Forschungsstand zur Debatte über die Potenziale einer sozial-ökologischen Transformation. Die Ausführungen dienen der im zweiten Teil der Arbeit vorgestellten Studie als empirischer Referenzrahmen und bilden die Grundlage für die Entwicklung der zentralen Forschungsfragen. Dazu wird zunächst der sozialwissenschaftliche Transformationsbegriff bestimmt, der in der Debatte um Nachhaltigkeit einen zentralen Platz einnimmt. Anschließend betrachtet das Kapitel mit Überlegungen zum Postkapitalismus, der Postwachstumsgesellschaft und dem Konvivialismus drei zentrale Vorstellungen einer zukünftigen Gesellschaftsordnung, um im Anschluss die Perspektive auf mögliche Strategien der Transformation zu verschieben, die zur Veränderung der gegenwärtigen kapitalistischen Verhältnisse führen können.
Fußnoten
1
Masons Begriff des Postkapitalismus unterscheidet sich dabei grundsätzlich von dem der „Postcapitalist Politics“, den Gibson/Graham (2006) verwenden, um aus einer diskurstheoretischen Perspektive gegenhegemoniale Denkformen zu kennzeichnen.
 
2
Seidl und Zahrnt (2019) legen ihren Schwerpunkt dabei in die Entkopplung von Erwerbsarbeit und dem Sozialsystem sowie einer Aufwertung unbezahlter Arbeit.
 
3
Die von Mason prognostizierte Automatisierung von Arbeit, also der Verlust zahlreicher Arbeitsplätze lässt sich dadurch relativieren. Bezieht sich dieser auf Studien, die eine Substituierbarkeit von ca. 47 % amerikanischer Beschäftigter im Zuge der Digitalisierung prognostizieren (Frey/Osborne 2013), scheint die In-Wertsetzung von gesellschaftlicher Arbeit eher eine gegenteilige Tendenz zu bilden. Nicht nur innerhalb der Betriebe entstehen neue Beschäftigungsbilder, die die Verluste kompensieren (Butollo/Frey 2017: 298), auch außerhalb der Betriebsgrenzen wird menschliche Betätigung in den Verwertungszusammenhang gebracht. Die Integration gesellschaftlicher Arbeit in unternehmerische Produktionsprozesse macht diese dann de facto zur Lohnarbeit, wobei die Schutzregelungen des Arbeitsrechts jedoch keine Anwendung finden (Boes et al. 2016: 84). Trebor Scholz (2016: 4) bezeichnet dies daher als crowd-fleecing, das einer neuen Form der Ausbeutung gleichkomme. Statt von einer postkapitalistischen kann hier also vielmehr von einer neoliberalen Entwicklung gesprochen werden.
 
Metadaten
Titel
Nachhaltigkeit jenseits von Wachstum und Wettbewerb
verfasst von
Moritz Boddenberg
Copyright-Jahr
2022
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-658-37675-8_3

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