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05.08.2021 | Nachhaltigkeit | Infografik | Onlineartikel

Autobranche steht vor Nachhaltigkeits-Dilemma

Autor:
Christiane Köllner
2 Min. Lesedauer

Laut einer aktuellen Studie haben nur 9 % der Autofirmen eine ganzheitliche Nachhaltigkeitsstrategie. Die größten Hindernisse: Höhere Preise sind nicht durchsetzbar und finanzielle Ressourcen fehlen. 

Nachhaltigkeit hat in den vergangenen Jahren an Bedeutung gewonnen. Dieser Aussage stimmen 93 % der deutschen Automobilmanager zu, wie das Beratungsunternehmen Deloitte im Rahmen des Sustainability Survey im Mai 2021 herausgefunden hat. Für die Umfrage wurden 192 Führungskräfte aus der in Deutschland ansässigen Automobilbranche (Hersteller und Zulieferer mit mehr als 100 Mitarbeitern) befragt. 

Allerdings gibt noch viel Luft nach oben: So gaben lediglich 9 % der befragten Führungskräfte an, dass die Nachhaltigkeitsinitiativen ihres Unternehmens gleichermaßen ökologische, soziale und wirtschaftliche Aspekte berücksichtigen. Ein Großteil fokussiere sich derzeit vorwiegend auf einen Bereich (ökologisch: 24 %, sozial: 18 %, wirtschaftlich: 18 %).

"Bisher standen aus Sicht der Politik Umweltaspekte im Fokus, denn der Straßenverkehr ist für 10 Prozent der weltweiten Emissionen verantwortlich. Jetzt rücken soziale und wirtschaftliche Aspekte nach. Bereits ab 2023 verpflichtet das Lieferkettengesetz deutsche Unternehmen ab einer Größe von 3.000 Mitarbeitern, Menschenrechtsverletzungen bei ihren Lieferanten und Dienstleistern zu ahnden. Das bedeutet, dass die Automobilunternehmen jetzt handeln müssen", so Dr. Harald Proff, Partner und Leiter Automobilindustrie bei Deloitte Deutschland und Global.

Diskrepanz zwischen Kommunikation und Umsetzung

Mehr als die Hälfte der befragten Manager stimmt der Aussage zu, dass zwischen der Kommunikation über nachhaltiges Wirtschaften und der reellen Umsetzung eine Lücke klafft. Laut den Survey-Teilnehmern liegen die Gründe vorwiegend im Finanziellen: Demnach halten 39 % höhere Preise für nachhaltigere Fahrzeuge sowie Fahrzeugteile und -komponenten für nicht durchsetzbar. 38 % gaben zudem an, dass ihrem Unternehmen bedingt durch die Covid-19-Pandemie finanzielle Ressourcen fehlen. Auch die Umstellung auf nachhaltige Rohstoffe und Zwischenprodukte stelle für die Industrie eine große Herausforderung dar, so die Umfrage. So geben rund 30 % der befragten Automobilmanager an, dass eine nicht nachhaltige Produktion und nicht nachhaltige Materialien schwer anzupassen beziehungsweise zu ersetzen seien. 

Die regulatorischen Beschränkungen, die immer mehr Städte und Länder weltweit ankündigen, haben die Automobilunternehmen laut der Deloitte-Umfrage im Blick: 26 % der Befragten geben diese als wesentlichen Treiber für Nachhaltigkeitsinitiativen im eigenen Unternehmen an. Jeweils 42 % nennen das Gewinnen neuer Märkte und neuer Marktanteile sowie die Kundennachfrage als wesentliche Beweggründe. Die wichtigsten Beiträge der Automobilbranche zu mehr Nachhaltigkeit sehen die befragten Führungskräfte in der Effizienz von Ressourcen (60 %), der Kreislaufwirtschaft (59 %) sowie Elektrofahrzeugen (51 %).

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