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16.04.2021 | Nachhaltigkeit | Interview | Onlineartikel

"Beim Start stand mehr social als green im Vordergrund"

Autor:
Thorsten Garber
2:30 Min. Lesedauer

Inklusion und Nachhaltigkeit bestimmen die AfB gGmbH. Denn das Unternehmen mit Zentrale in Ettlingen arbeitet mit gehandicapten Beschäftigten gebrauchte Business-IT auf. Wie die sozial-ökologische Transformation gelang, erzählt Geschäftsführer Daniel Büchle.

return: Herr Büchle, die Wahl auf Sie als Interview-Partner fiel auch, weil bei IT vermutlich viele eher Bilder von Computer-Schrottbergen in Afrika vor Augen haben als Vorbilder für Nachhaltigkeit. Welches Bild sehen Sie für Ihre Branche?

Daniel Büchle: Die Branche kämpft gegen diese negativen Bilder. Denn leider verbinden potenzielle Kunden in Unternehmen mit ihren Altgeräten auch eher Schrott und Abfall. Die Hardware haben viele rund drei bis fünf Jahre genutzt und wollen sie dann oft nur noch loswerden. Bislang werden häufig Entsorger mit der Abholung beauftragt. Wir verwenden einen Großteil wieder. Es ist also noch viel Aufklärung nötig, um die Wertschätzung für gebrauchte Hardware zu erhöhen, von der nach wie vor viel zu viel verschrottet wird.

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Konkrete Vorbehalte könnten gegenüber AfB bestehen, weil man Menschen mit Handicap das sichere Löschen sensibler Daten nicht zutraut, bei Ihnen rund die Hälfte der Beschäftigten.

Solche Vorbehalte gibt es, aber sie würden nie offen geäußert. Die Skepsis weicht, wenn wir unser Abläufe erklären. Unternehmen, die von sich aus auf uns zukommen, sind meist aufgeklärt und vorurteilsfrei. Es ist übrigens ein Trugschluss, gesunden Menschen würden in solchen Prozessen keine Fehler unterlaufen. Behinderte, etwa psychisch Kranke, bleiben bei monotonen Tätigkeiten sogar konzentrierter. Speziell bei der Datenlöschung setzen wir auf Automatisierung mit technischer Lösung von Blancco, die für zertifizierte Gewährleistungen steht. In der Produktion arbeiten bei uns mehr Menschen mit geistiger Behinderung wie Depressionen. Menschen mit körperlichen Einschränkungen wie Querschnittsgelähmte im Rollstuhl arbeiten eher im Verkauf.

Abseits von Vorurteilen liegt die Geschäftsidee nahe, gebrauchte Hardware von Unternehmen abzuholen, um sie aufzubereiten oder Rohstoffe zurückzugewinnen. Wie überfällig waren Gründung und Geschäftsmodell?

Wir waren bei der Gründung vor 16 Jahren nicht die ersten am Markt, sondern es gab schon rein kommerzielle Anbieter. Wir waren allerdings anfangs unter allen Wettbewerbern der erste professionelle IT-Refurbisher, ab 2012 auch "Microsoft authorized", der als inklusives Unternehmen mit behinderten Mitarbeitern das IT-Remarketing inklusive zertifizierter Datenlöschung für Firmen angeboten hat. In Frankreich war dies schon früher stärker ausgeprägt. Für AfB stand beim Start auch mehr social als green im Vordergrund, weil Gründer Paul Cvilak gute Beziehungen zu Behindertenwerkstätten unterhielt und auch Arbeit in IT für Menschen mit Behinderung überfällig fand, aber vorher in Leasing und Asset Management unterwegs war.

Das vollständige Interview mit Daniel Büchle können Sie in der aktuellen Ausgabe von "return - Magazin für Transforamtion und Turnaround" lesen

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