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20.06.2022 | Nachhaltigkeit | Interview | Online-Artikel

"Die Kreislaufwirtschaft spielt eine Schlüsselrolle"

verfasst von: Thorsten Garber

2 Min. Lesedauer
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Erderwärmung, Extremwetterereignisse, schwindende Ressourcen: Es gibt viele Risiken, die Unternehmen durch eine nachhaltige Transformation eindämmen könnten. Doch die wenigsten arbeiten bislang klimaneutral, moniert Ex-WWF-Vorstand Eberhard Brandes im Gespräch mit "return".
  

return: Herr Brandes, die Europäische Kommission hat jüngst angekündigt, dass künftig nur noch nachhaltige Produkte der Norm im EU-Binnenmarkt entsprechen sollen. Begrü-ßen Sie die Vorschläge genauso wie die Bundesregierung? 

Eberhard Brandes: Wir begrüßen das erste Paket des neuen Circular Economy Action Plans der EU-Kommission. Produkte werden haltbarer und einfacher zu reparieren, Materialien wiederverwendbar und recyclingfähiger. Die EU setzt darauf, dass künftig alle Produkte zirkulär und energieeffizient gestaltet sind. Dies ist ein wichtiger Schritt, um von der jetzigen Wegwerfgesellschaft wegzukommen. Die Kreislaufwirtschaft spielt eine Schlüsselrolle, um innerhalb planetarer Belastungsgrenzen zu wirtschaften und damit Klima und Biodiversität zu schützen.

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"One Planet Business Economy" heißt die WWF-Vision, die Abstand nimmt von der linearen Wirtschaftslogik – damit auch vom Postulat stetigen Wachstums?

Ein Planet hat keine unendlichen Ressourcen. Würden alle so wirtschaften wie Deutschland, bräuchten wir drei Erden. Die haben wir aber nicht. Wir müssen beides zusammenbringen: Wachstum und nachhaltiges Wirtschaften. Trotz zahlreicher Innovationen ist es nicht gelungen, Wirtschaftswachstum vom steigenden Ressourcenverbrauch zu entkoppeln. Aber das müsste passieren, um den Ressourcenverbrauch zu reduzieren und wertvolle Rohstoffe zu erhalten. Kreislaufwirtschaft und Wachstum sind kein Widerspruch.

Der WWF will Banken oder Investoren zu mehr Nachhaltigkeit animieren. Versprechen Sie eine ausreichend hohe Rendite, die in der Regel auch erwünscht ist?

Rendite ist hier nicht der entscheidende Punkt. Mit nachhaltigen Anlageentscheidungen können Sie aber so viel finanzielle Gewinne oder Verluste machen wie mit konventionellen Anlagen. Entscheidend ist die Frage, wie Geld und Kapital auf dem Finanzmarkt so gelenkt werden, dass sie möglichst schnell, effizient und umfassend die Transformation der Wirtschaft fördern. Dazu zählt die Sanierung von Gebäuden, das Umstellen der Energieversorgung oder das Einführen von Rohstoffrückgewinnung. Zur Rendite gibt es genug Studien, die belegen, dass vermutlich das Risiko bei gleicher Rendite unter nachhaltigen Gesichtspunkten geringer ist.

Das vollständige Interview mit Eberhard Brandes können Sie in der Zeitschrift "return", Ausgabe 3/2022 lesen. Wie WWF Deutschland nach Redaktionsschluss von "return" mitteilte, hat Eberhard Brandes die Organisation mittlerweile verlassen.

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