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22.09.2016 | Nachhaltigkeit | Im Fokus | Onlineartikel

Wie Deutschland die UN-Nachhaltigkeitsziele umsetzt

Autor:
Matthias Schwincke

Wo steht Deutschland bei der Umsetzung der UN-Agenda 2030? Wo liegen die größten Herausforderungen auf diesem Weg? Das erste globale Nachhaltigkeits-Ranking liefert dazu Anhaltspunkte.

Im September 2015 wurden auf dem größten Gipfeltreffen der Geschichte die UN-Nachhaltigkeitsziele bis 2030 beschlossen. Durch ein intensives Engagement der Bundesregierung und der zwei beteiligten Ministerien hatte Deutschland einen wichtigen Anteil am Zustandekommen der UN-Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung. Die damit verabschiedeten 17 universellen Entwicklungsziele und 169 Zielvorgaben gelten erstmals für alle Staaten der Erde und beziehen sich auf alle drei Dimensionen der Nachhaltigkeit.

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Bei der Ausgestaltung des Monitoring-Prozesses zu den sogenannten Sustainable Development Goals (SDGs) bleibt Deutschland in seiner weltweiten Vorreiterrolle. Als eines der ersten Länder weltweit präsentierte Deutschland Anfang Juli 2016 im High-Level Political Forum (HLPF) der Vereinten Nationen seinen Bericht über die nationale Umsetzung der Agenda 2030.

Vorreiter mit nachhaltigem Entwicklungsbedarf

Parallel dazu wurde auf dem HLPF in New York auch der rund 400 Seiten starke SDG-Index präsentiert. Der SDG-Index ist die erste weltweite Vergleichsstudie für 149 Industrie- und Entwicklungsländer zur Erreichung der Nachhaltigkeitsziele und wurde von der Bertelsmann Stiftung in Zusammenarbeit mit dem Sustainable Development Solutions Network (SDSN) der UN erarbeitet. Der Befund für Deutschland:

  • Bei der Umsetzung der SGDs liegt Deutschland in der Gesamtwertung auf Platz 6, hinter den skandinavischen Staaten und der Schweiz.
  • Das in Deutschland am besten umgesetzte Oberziel der Agenda 2030 ist SDG 1 ("Keine Armut"). Derzeit am schlechtesten umgesetzt sind die SDGs 13 ("Maßnahmen zum Klimaschutz") und 14 ("Leben unter dem Wasser").
  • Ausschlaggebend für die schlechte Positionierung Deutschlands in diesen Zielbereichen sind der hohe CO2-Ausstoß pro Kopf für die Energiegewinnung, der unzureichende Schutz der marinen Schutzgebiete und die Übernutzung der Fischbestände.
  • Demzufolge liegt Deutschland beim energiebezogenen CO2-Ausstoß pro Kopf auf Platz 128, beim Meeresschutz auf Platz 33 und bei der nachhaltigen Fischerei auf Platz 74.
  • Ein Aufholbedarf besteht auch bei einzelnen SDG-Unterzielen, z.B. beim jährlichen Pro-Kopf-Aufkommen von nichtverwertbarem Hausmüll sowie bei der jährlichen Entwaldungsrate. Hier kommt Deutschland im weltweiten Länderranking nur auf Platz 116 bzw. Platz 58.

Neue Nachhaltigkeitsstrategie auf dem Weg

Wie die Bundesregierung in ihrem ersten HLPF-Bericht unterstreicht, bildet die nationale Nachhaltigkeitsstrategie für die Umsetzung der Agenda 2030 in Deutschland einen wesentlichen Rahmen. Ihre Weiterentwicklung vor dem Hintergrund der Ziele und Ambitionen der UN-Agenda 2030 soll im Herbst 2016 abgeschlossen werden. Die umfassende Einbeziehung unterschiedlicher, auch nichtstaatlicher Akteure ist der Bundesregierung dabei ein großes Anliegen und wird in vielfältigen Dialogformaten gepflegt. Einen Überblick über die maßgeblichen Akteure sowie ihre jeweiligen Positionen und Kritikpunkte zur nationalen Nachhaltigkeitsstrategie bietet der Springer-Autor Gerrit Mumm im Buchkapitel "Grundsätzliche Evaluation".

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