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Über dieses Buch

Ausgangspunkt des Bandes ist die These, dass ein interaktiver Film eher spielorientierte Nutzungsmuster und damit verbunden auch andere Wahrnehmungsprozesse initiiert als ein linear erzählter Film. Diese Fragestellung wird in einer empirischen Fallstudie mit einem fiktionalen Kurzfilm und zwei weitgehende kongruenten interaktiven Kurzfilmen untersucht. In der theoretischen Vorarbeit werden die Besonderheit spielerischer und narrativer Rezeptionsmuster bei filmischen AV-Darstellungen untersucht. Die Annahme, dass das filmische Erleben der fiktionalen Geschichte durch die Interaktivität beeinträchtig würde, hat sich in dieser Einfachheit nicht bestätigt. Es zeigte sich u.a. vielmehr, dass der interaktive Eingriff für die Nutzer auch ein verstärktes Eintauchen in die Filmgeschichte und die Welt der Charaktere mit sich bringen kann.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

1. Einleitung: Kurzer Überblick über das Forschungsprojekt

Im dem Forschungsprojekt wird auf theoretischer Basis eine Gegenüberstellung von narrativen und spielerischen Rezeptionsmustern und damit verbundenen Ausprägungen des Rezeptionserlebens entwickelt. Auf Grundlage dieser Differenzierung werden Hypothesen zu möglichen Veränderungen des Rezeptionserlebens eines interaktiven Spielfilms im Vergleich zur Rezeption eines äquivalenten linearen Spielfilms (Kurzfilm) entwickelt und in einer empirischen Studie überprüft. Vorausgehende Ausgangsthese ist die Annahme, dass ein interaktives Medienangebot spielerische Rezeptionsmuster stärker fördert als ein lineares Medienangebot und damit verbunden Verschiebungen im Verhältnis narrativer und spielerischer Rezeptionsmuster untersucht werden können.
Regina Friess

2. Problembenennung, Ausgangsthesen und Eingrenzungen

Die Entwicklung der Fragestellungen und des Forschungsinteresses des vorliegenden Dissertationsprojektes begründet sich einerseits in der theoretischen Diskussion von Interaktivität als Qualität rechnergestützter Medien. Andererseits bezieht es sich auf Problematiken und Diskussionen, die sich im Praxisumfeld der Produktion und Gestaltung interaktiver narrativer audiovisueller Medienangebote ergeben. Die beiden Bezugspunkte werden im Folgenden kurz erläutert.
Regina Friess

3. Grundlagen der Medienrezeption

Die angestrebte Modellentwicklung zur Differenzierung der beim Prozess der Bedeutungskonstruktion beteiligten Prozesse der Medienrezeption in Relation zur Materialität des Medienangebots unter Berücksichtigung des kommunikativen Kontexts soll im ersten Schritt eine soziologisch ausgerichtete Betrachtungsperspektive dargestellt werden. Dies ermöglicht den Anschluss an die weitgefassten medienphilosophischen und kulturtheoretischen Implikationen der oben dargestellten Theorieansätze zu den Ausgangsthesen herzustellen.
Regina Friess

4. Vorhandene Forschung zur Gegenüberstellung spielerischer und narrativer Medienrezeption

Volker Gehrau liefert in seiner Übersicht zur Rezeptionsforschung eine umfassende Klassifizierung der unterschiedlichen wissenschaftlichen Perspektiven und damit verbundenen Qualifizierungen der Rezeptionsprozesse. Den gemeinsamen Nenner der Rezeptionsforschung formuliert Gehrau wie folgt: „Insofern befasst sich die Rezeptionsforschung mit Phänomenen der Interaktion zwischen Rezipienten und Medieninhalten“, die von ihm verstanden wird, als aktive Auseinandersetzung mit Medienangeboten in ihrer jeweiligen audiovisuellen Darstellungsform. Dieser Anspruch ist auch Ausgangspunkt der vorliegenden Forschungsperspektive, die den Prozess der aktiven Auseinandersetzung ins Zentrum setzt und von dort ausgehend Fragestellungen hinsichtlich empirisch erfahrbarer Qualitäten von Rezeption ermittelt.
Regina Friess

5. Rezeption narrativer Filme

Aufgabe der folgenden Theoriereflexionen ist es, den Prozess der Rezeption narrativer Filme unter Berücksichtigung der als relevant erachteten soziologischen wie rezeptionsästhetischen Aspekte von Medienrezeption zu beschreiben. Als theoretische Basis wurden rezeptionsästhetisch und kognitionspsychologisch ausgerichtete Theorieansätze (insbesondere von Branigan, Bordwell, Wuss, Smith, Tan und Grodal) ausgewertet und auf das entwickelte Ebenenmodell bezogen.
Regina Friess

6. Theorieansätze zu Spiel

Im Gegensatz zur Erörterung der Analyse und Qualifizierung narrativer Rezeptionsformen ist die Theorielage für eine analoge Fragestellung zur spielerischen Rezeption von Medienangeboten wenig ergiebig. Die vorhandenen Texte, die sich explizit mit spielerischer Rezeption auseinandersetzen, fokussieren – mit Ausnahme von Ohler und Nieldings Aufsatz – den Handlungsaspekt des aktiv eingreifenden Nutzers. Unter der gegebenen Zielsetzung der Qualifizierung von spielerischer Rezeption als spezifische Form der Bedeutungszuweisung innerhalb einer Rezeptionshandlung muss deshalb übergreifend auf Theorien zum Spiel zurückgegriffen werden, die mentale Prozesse erörtern. Um die jeweils unterschiedlichen Kontexte der für die vorliegende Perspektive interessanten Aspekte dieser Theorien nachvollziehbar zu machen, werden im Folgenden die relevanten Ausschnitte im je eigenen Textzusammenhang dargestellt. Erst im zweiten Schritt wird deren Zusammenführung und Übertragung auf die Qualifizierung spielerischer Rezeption vollzogen.
Regina Friess

7. Spielerische versus narrative Medienrezeption

Für die zusammenfassende Ergebnisdarstellung zur Gegenüberstellung von spielerischen und narrativen Rezeptionsmustern wird, wie bereits vorangehend ausgeführt, eine Idealvorstellung einer einfachen narrativen Rezeption einer filmischen Darstellung vorausgesetzt, bei der der Rezipient davon ausgeht, dass ihm Sachverhalte und Ereignisse in situativen Handlungszusammenhängen mit übergreifendem Handlungsbogen dargestellt werden. Darauf bezogen wird der Gegenpol einer spielerischen Rezeption bei vergleichbaren Präsentations- und Gestaltungsformen formuliert.
Regina Friess

8. Empirische Forschung zur Rezeption interaktiver Filme

Aus den Darstellungen zu den hypothetisch reflektierten Veränderungen von Interpretation, Involvierung und Rezeptionserleben bei der Rezeption eines interaktiven narrativen Spielfilms im Vergleich zu einem linearen Spielfilm werden folgende Forschungshypothesen für die empirische Studie abgeleitet. Die Eingrenzung und Reduktion der Formulierungen sind auf die Möglichkeit der Überprüfbarkeit über eine dem Rezeptionserleben nach geschaltete Rezipientenbefragung ausgerichtet.
Regina Friess

9. Kritische Reflexion der theoretischen Modellierung spielerischer und narrativer Rezeption und der empirischen Studie zur Rezeption interaktiver Filme

Zusammenfassend erwies sich die Kopplung der Untersuchung möglicher Bedeutungsverschiebungen durch den interaktiven Eingriff in ein narratives filmisches Angebot an die Qualifizierung spielerischer Rezeptionsmuster als ergiebige Vorgehensweise. Der generelle Ansatz der vergleichenden Gegenüberstellung narrativer und spielerischer Rezeptionselemente war einerseits theoretisch konsistent durchführbar und andererseits auch für die Analyse und Interpretation (der nicht vorhergesehenen) Ergebnisse sinnvoll einsetzbar. Gerade letzteres weist darauf hin, dass bei einer weiteren Ausdifferenzierung der theoretischen Erörterung einzelner Faktoren aussichtsvolle Ausbaustufen für empirische Erhebungen möglich wären.
Regina Friess

Backmatter

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