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Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Einführung

Zusammenfassung
Das vorliegende Buch untersucht den Zusammenhang von gesellschaftlichen Selbstverständigungsdiskursen, Konstruktionen nationaler Identität und Staatsbürgerschaftskonzeptionen vor dem Hintergrund der ethnokulturell heterogenen Gesellschaft der USA. Es will zeigen, wie nationale Identität in politischen und gesellschaftlichen Diskursen konstruiert wird, welche konkreten Konzeptionen von Staatsbürgerschaft sich in ihnen abbilden und wie sich diese in spezifischen Gesetzen materialisieren. Mit einer konsequenten historischen Kontextualisierung der Diskurse um nationale Identität und Staatsbürgerschaft wird die Absicht verfolgt, die zum Teil redundant gewordene politische Diskussion um Begriff und Konzeption der Staatsbürgerschaft, von citizenship, aufzubrechen.
Hans Vorländer, Dietrich Herrmann

Der Kampf um die Deutungsmacht Nationale Identität und Multikulturalismus in den USA

Zusammenfassung
Von einem Kulturkampf war die Rede. In einer erbitterten öffentlichen Auseinandersetzung wurde um die Seele Amerikas gerungen. Seit den 1980er Jahren hatten Kontroversen um die Rahmenlehrpläne für Schulen und die Curricula an den Universitäten, die Debatten um politisch korrektes Sprachverhalten und einen offiziellen Bilingualismus sowie die Diskussionen um Einwanderung und staatsbürgerliche Rechte, um Zugehörigkeit und Mitgliedschaft das nationale Selbstverständnis der Vereinigten Staaten erschüttert. Der Kampf wurde zwischen den Traditionalisten, den Verteidigern eines geeinten Amerikas und den Revolutionären, den Proponenten eines neuen Multikulturalismus ausgefochten. Letztere kämpften für die Anerkennung der Pluralität von Ethnien und Kulturen, weshalb erstere die politische Einheit der Nation gefährdet sahen. Wo es für die Multikulturalisten um das Ende der Vorherrschaft einer westlich, europäisch geprägten Tradition ging, ging es für die Traditionalisten um die Bewahrung der Werte und Ideale, von denen sie annahmen, daß sie den USA einen einzigartigen, exzeptionellen Rang unter den Nationen des Globus gesichert hatten. Ging es für die einen um die Behauptung minoritärer und ethnischer Identitäten, mithin um die Anerkennung multikultureller Differenzen, ging es für die anderen um Integration und Assimilation, um das Überwinden der Differenz und die Behauptung der Einheit. E pluribus unum stand gegen E pluribus plures.1
Hans Vorländer

Multikulturalismus in öffentlichen Schulen der USA: Zwei Fallstudien

Zusammenfassung
Diskussionen um multicultural education sind nicht neu. Tatsächlich kann das Konzept multikultureller Erziehung auf eine bis in die späten 1960er Jahre zurückreichende Tradition nicht nur in den USA, sondern auch in Kanada, Australien und Westeuropa, insbesondere Großbritannien, zurückblicken.1 In den USA fand das seit der Bürgerrechts-Bewegung gewachsene Bewußtsein für unterschiedliche ethnokulturelle Traditionen und Identitäten im Bereich der öffentlichen Bildung seinen Ausdruck nicht zuletzt im Ethnic Studies Heritage Act von 1972. Das Gesetz förderte Bildungsreformen, die auf die Anerkennung von ethnischer und kultureller Heterogenität zielten. In diesem Zeitraum, von den späten 60er bis zu den späten 70er Jahren, entwickelten auch verschiedene professionelle Organisationen Positionen und Erklärungen zur Förderung von Multikulturalismus im Bildungsbreich. Zu nennen wären hier etwa die American Association of Colleges for Teacher Education mit dem Bericht Teachers for a Real World (1969) und einer weiteren Publikation, No One Model American (1972), die 1976 vom National Council for the Social Studies (NCSS) veröffentlichten Curriculum Guidelines for Multiethnic Education sowie die 1979 vom National Council for Accreditation of Teacher Education etablierte Anforderung, daß alle mit der Lehreraus- oder -weiterbildung befaßten Institutionen multicultural education in ihr Lehr- bzw. Ausbildungsprogramm aufnehmen müssen.2
Ulrike Fischer-Inverardi

Mitgliedschaft in den USA: Debatten um Einwanderung, Staatsbürgerschaft und Wahlrecht

Zusammenfassung
Einer der kollektiven Selbstbeschreibungsdiskurse der amerikanischen Gesellschaft verläuft mittelbar im Rahmen von Diskussionen über konkrete Einwanderungspolitik. In den Debatten über Einwanderung spielen von der Kolonialzeit bis in die Gegenwart nicht nur Zweckmäßigkeitserwägungen, sondern stets auch Überlegungen hinsichtlich des kollektiven Selbstverständnisses eine bedeutende Rolle.
Dietrich Herrmann

Auf dem Weg zu einer postnationalen Staatsbürgerschaft? — Ambivalenzen des Bürgerbegriffs in Antike und Moderne

Zusammenfassung
In den letzten zwei Jahrzehnten hat eine bemerkenswerte Renaissance des Bürgers in Westeuropa und Nordamerika stattgefunden. Im Zuge der Diskussion um die Zivilgesellschaft wurde auch der Bürger wiederentdeckt, eine Entdeckung, die zurück zu den Anfängen der politischen Philosophie führt. Denn recht eigentlich bedeutete Politik im aristotelischen Sinne nichts anderes als die Angelegenheiten des Bürgers. Wenn nun, am Ende des 20. Jahrhunderts, der Bürger wieder ins Zentrum politischer, philosophischer und sozialwissenschaftlicher Diskurse rückt, so bedeutet diese Neuorientierung im Grunde eine Rückkehr zu den Anfängen des politischen Denkens.
Hans Vorländer

Backmatter

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