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Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Kurzfassung

Zusammenfassung
Gegenstände der vorliegenden Arbeit sind die kritische Zivilisationstheorie, die Werttheorie und die Erkenntnistheorie Immlers. Seine Analysen werden als Beispiele für diejenige Form der gesellschaftstheoretischen Analyse des sog. Mensch-Natur-Verhältnisses bzw. der Kapitalkritik diskutiert, die die Ursache der Umweltkrise in der ‘falschen Form’ des Stoffwechsels mit der Natur sieht. Zentral ist die Frage, inwieweit in einem werttheoretischen Sinne von einem Beitrag der Natur zur Wertbildung gesprochen werden kann.
Stefanie Schultz

1. Einleitung

Zusammenfassung
Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, die Reichweite der von Hans Immler entwik-kelten Naturwerttheorie (vgl. insbesondere 1985 und 1989)1 für die adäquate gesellschaftstheoretische Reflexion des sog. Mensch-Natur-Verhältnisses zu prüfen. Immler behauptet, daß auch die Natur, so wie die Arbeit, an der Wertbildung beteiligt sei, und daß das Ignorieren dieses Sachverhaltes (nicht zuletzt seitens der ‘abstrakten’ Ökonomie) als Ursache der ökologischen Krise anzusehen sei.
Stefanie Schultz

2. Die Leugnung und Nutzung der Produktivität der Natur als Ursache der Umweltkrise

Zusammenfassung
Nach Immler ist es eine wesentliche Ursache der Umweltkrise, daß die Produktivität der Natur gleichzeitig genutzt und geleugnet wird. (Vgl. Immler 1989, 209 und 235) Hiermit ist gemeint, daß einerseits in der Produktion ‘Produkte’ bzw. ‘Produktivkräfte’ der Natur durch Arbeit angeeignet und transformiert werden, diese andererseits aber nicht als von der Natur produzierte Produkte anerkannt, sondern als einfach ‘von Natur aus’ vorliegende angesehen werden. Sie werden deshalb ohne Rücksicht auf die Erhaltung der Produktionsfähigkeit der Natur angeeignet. Es wird ‘Raubbau’ an der Natur betrieben; dadurch wird sie zerstört.
Stefanie Schultz

3. Naturwerttheorie kontra ‘Arbeitswertlehre’

Zusammenfassung
Nach Immler kommt es “nicht nur darauf an, was die Menschen von der Natur denken, sondern vor allem, wie sie ihr gegenüber handeln” (Immler 1989, 226). Das heißt, daß nicht nur die Natur als produktive gedacht werden und dies in einer entsprechenden ökologischen Ethik festgelegt werden soll, sondern daß die Produktivität der Natur auch im Wirtschaftssystem berücksichtigt werden müsse, denn das Handeln gegenüber der Natur werde “wesentlich durch die Produktionsentscheidungen in den Betrieben und die Kauf entscheidungen auf den Warenmärkten bestimmt” (ebenda). Die ‘wirkliche’ Ethik der menschlichen Gesellschaften gegenüber der Natur komme “im vorherrschenden Wert- und Preissystem zum Ausdruck” (ebenda).
Stefanie Schultz

4. Zur Kritik der ‘Ökologischen Ökonomie’

Zusammenfassung
Die Entwicklung der Naturwerttheorie ist für Immler nicht nur Ausgangspunkt der Kritik der ökonomischen Theorie und Praxis, sondern auch Anlaß für die positive Entwicklung einer “Ökologische(n) Ökonomie”. (Immler 1989, 227) Sie soll den Weg in eine “ökologische Reform” (ebenda, 225) der “industriellen Wirklichkeit” (ebenda) weisen, die die Wirklichkeit sowohl der “marktwirtschaftlich-kapitalistischen” (ebenda) als auch der “planwirtschaftlich-sozialistischen” (ebenda) Wirtschaftssysteme darstelle. Dies sei eine Wirklichkeit, die die Produktivität der Natur einerseits leugne und andererseits nutze und die die Natur einerseits erzeuge und andererseits zerstöre.
Stefanie Schultz

5. Schluß: Die gesellschaftstheoretische und erkenntnistheoretische Dimension der ‘Erzeugung der Natur’

Zusammenfassung
Wie im zweiten Kapitel dargestellt, läßt sich mit Immler die Ursache der Umweltkrise auf die Leugnung und gleichzeitige Nutzung der Naturproduktivität zurückführen. Immler hat dies in seiner Zivilisationstheorie begründet, in der er zeigt, daß die Leugnung der Produktivität der Natur auf der Trennung von Gesellschaft und Natur beruht. Neben der Realität der Trennung von Gesellschaft und Natur rekonstruiert er aber auch die Einheit beider, die er als ‘Humanisierungsprozeß’ der Natur bezeichnet. Vertritt er auf diese Weise den Standpunkt der Einheit von Gesellschaft und Natur, wird ihre reale Trennung zu einer, die nur im ‘Bewußtsein’ besteht; denn es ist dann die Produktion im ‘Bewußtsein der Trennung’, die vor dem Hintergrund der ‘eigentlichen’ Einheit zur Krise führt. Diese Ebenenverschiebung bleibt in Immlers Theorie jedoch unbegriffen, sie tritt allerdings in ihren Inkonsistenzen zutage.
Stefanie Schultz

6. Zusammenfassung

Zusammenfassung
Ziel der vorliegenden Arbeit war die Analyse der von Hans Immler entwickelten Naturwerttheorie. Es sollte ihre Reichweite für eine gesellschaftstheoretische Reflexion des Verhältnisses von Gesellschaft und Natur geprüft sowie die Frage erörtert werden, inwieweit in einem werttheoretischen Sinne von einem Beitrag der Natur zur Wertbildung gesprochen werden kann.
Stefanie Schultz

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