Skip to main content
main-content

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

A. Das Thema: Können neo-institutionalistische Ansätze das halten, was sie versprechen?

Zusammenfassung
Institutionelle Regelungen beeinflussen menschliches Handeln. Sie grenzen Entscheidungsspielräume ein und setzen Verhaltensanreize. Trotz Freiheit von Forschung und Lehre bewegt sich auch das Geschehen in der Wissenschaft nicht im institutionellen Freiraum. Wie das folgende Beispiel zeigt, wirken institutionelle Regelungen sogar auf die Wahl (m)eines Habilitationsthemas ein: Habilitationsschriften unterliegen nicht der Pflicht zur Publikation1) — eine institutionelle Regelung, in der sich die Habilitationsordnung grundlegend von der Promotionsordnung unterscheidet. Böse Zungen behaupten, hierin liege die Ursache dafür, daß die Qualität vieler Habilitationsschriften hinter derjenigen der Dissertation des betreffenden Autors zurückbleibe. Ob solche Qualitätsunterschiede tatsächlich existieren und — wenn ja — ob sie auf die Anreizwirkung der fehlenden Veröffentlichungspflicht zurückzuführen sind, wird sich kaum zweifelsfrei klären lassen. Die Probleme, die mit der Messung der Qualität von Wissenschaft verbunden sind2) sowie bei dem Versuch der empirischen Überprüfung von Hypothesen über die Wirkung institutioneller Regelungen auftreten3), sind zu vielfältig, als daß hier eindeutige Ergebnisse zu erwarten wären. Doch unabhängig davon, welche Relevanz man dem Argument von möglichen Fehlanreizen in der Habilitationsordnung beimißt, die fehlende Pflicht zur Veröffentlichung eröffnet dem Habilitanden zweifelsohne Freiheitsgrade. Diese müssen jedoch nicht ausschließlich im Sinne einer — nutzenmaximierenden(?) — Reduzierung des‘Arbeitsleides’4) genutzt werden, sondern können auch weniger negativ anmutende Auswirkungen zeigen.
Eva Terberger

B. Die Kernfrage: Vereinigung von harter Theorie und Praxisnähe - Das ‘Geheimnis’ der Überzeugungskraft des Neo-Institutionalismus?

Zusammenfassung
„Die neoklassische Theorie hat die Wirtschaftswissenschaft zur vorherrschenden Sozialwissenschaft gemacht, indem sie ihr ein diszipliniertes, logisch-analytisches Skelett gegeben hat. Die neoklassische Theorie aufzugeben hieße, Wirtschaftswissenschaften als Wissenschaft / aufzugeben.“1) Der Vorwurf ist hart, den Wittmann seinen betriebswirtschaftlichen Kollegen in seiner Frankfurter Abschiedsvorlesung macht, wenn er sie dazu aufruft, dieses Zitat von North zukünftig besser zu beherzigen.2) Und doch schien dieser Vorwurf — zumindest bis vor wenigen Jahren — berechtigt, wenn man die Verwendung des Instrumentariums der neoklassischen Theorie zum Maßstab der Wissenschaftlichkeit einer ökonomischen Analyse macht.
Eva Terberger

C. Die Entstehung des Neo-Institutionalismus: Eine idealisierende Darstellung

Zusammenfassung
Die folgenden Abschnitte sind einer Darstellung der Entstehung des Neo-Institutionalismus gewidmet — einer Darstellung jedoch, die sich weniger um den wissenschaftshistorischen Aspekt, also darum bemüht, die Entwicklungsgeschichte der unterschiedlichen Strömungen des Neo-Institutionalismus, d.h. der Property Rights-Theorie, des Transaktionskostenansatzes und der Agency-Theorie mit ihren jeweiligen Ursprüngen, besonderen Eigenheiten und thematischen Schwerpunkten, möglichst getreu wiederzugeben. Vielmehr ist die Darstellung bewußt gefärbt. Sie betont die Gemeinsamkeiten aller neo-institutionalistischen Ansätze, verwischt absichtlich ihre Trennlinien, auf deren Herausarbeitung andere Autoren, weil sie andere Ziele verfolgen, große Mühe verwenden mögen, und führt die verschiedenen Ausprägungen des Neo-Institutionalismus auf eine gemeinsame Wurzel zurück, auch wenn die Wissenschaftshistorie hierdurch ein wenig verfälscht zu werden droht.
Eva Terberger

D. Die Ausbreitung des Neo-Institutionalismus - Theorie ohne Grenzen?

Zusammenfassung
„…Modern economists classified as institutionalists express considerable dissatisfaction with what most economists have been doing, but, by and large, this dissatisfaction is not with the basic economic theory itself but with how it is used. The objection essentially is that the theory floats in the air. It is as if one studied the circulation of blood without having a body. Firms have no substance. Markets exist without laws and therefore without clear specification of what is being bought and sold.….“1)
Eva Terberger

E. Auf der Suche nach den Grenzen zwischen Überzeugungskraft und Überredungskunst - Die Diskussion im und um den Neo-Institutionalismus geht weiter

Zusammenfassung
Eine Theorie, die es erlaubt, alles zu erklären, erregt leicht den Verdacht, im Grunde nichts erklären zu können. Eine gewisse Besorgnis, daß es sich mit dem Neo-Institutionalismus so verhalten könne, scheint angebracht. Und dieser Besorgnis sollte um so mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden, als es sich beim Neo-Institutionalismus nicht um eine rein erklärende Theorie handelt, sondern um eine Theorie, die durchaus auch normative Ansprüche erhebt.
Eva Terberger

F. Anstelle eines (Zwischen-)Fazits: Blick zurück und Blick nach vorn

Zusammenfassung
Die Zeit scheint reif, um einen Blick zurückzuwerfen auf die Spuren, die unser Argumentationsweg bis hierher hinterlassen hat. Warum ist es gerade jetzt geboten, innezuhalten, um über die vorgebrachten Argumente zu reflektieren? Die Antwort liegt auf der Hand: Es scheint fast so, als wären wir im Kreis gelaufen — und dieses ‘wir’ bezieht sich nicht nur auf mich als Autorin sowie den Leser, der mir gezwungenermaßen folgen mußte (und, so hoffe ich, trotz meiner argumentativen Umwege auch konnte). Vor allem sind auch all diejenigen gemeint, die an dem Argumentationsprozeß im und um den Neo-Institutionalismus, den es hier nachzuverfolgen galt, beteiligt waren und noch beteiligt sind.
Eva Terberger

G. Persönliche Schlußbemerkungen

Zusammenfassung
Habilitationsschriften unterliegen nicht der Publikationspflicht — eine institutionelle Regelung, die geschaffen ist oder zumindest sein könnte, um den Habilitanden von Forschungsrisiken zu entlasten. Gleichzeitig überträgt sie dem Habilitanden die Verantwortung für den Entschluß, seine als Habilitationsschrift akzeptierte Arbeit zu veröffentlichen. Auch wenn mir dieser Entschluß sowohl durch das Votum der Gutachter als auch durch das ‘Ja’ der Herausgeber zur Aufnahme meiner Schrift in ihre Reihe erleichtert wurde, verbleibt mir ein etwas ungutes Gefühl, insbesondere auch ob des offenen Endes der Arbeit.
Eva Terberger

Backmatter

Weitere Informationen