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Über dieses Buch

Wohlstand und Wachstum hängen unumstößlich zusammen. Wachstum wiederum hängt am Fortschritt, der den Erhalt des Wohlstands ermöglicht. Dies geht einher mit stetiger struktureller Veränderung als Folge und Bedingung zugleich. Veränderung benötigt gesellschaftliche Akzeptanz. Akzeptanz kann nur durch Teilhabe induziert werden. Wohlstand, Wachstum und Fortschritt sind somit nur möglich, wenn sie durch die sozio-ökonomische Ordnung, in der wir leben, gewährleistet werden.

Politische Maßnahmen nehmen vermehrt in Kauf, die Funktionsfähigkeit dieser Ordnung strukturell zu gefährden. Die Fortschreibung der positiven Entwicklung der letzten Jahrzehnte wird damit riskiert. Im Kontext von Demografie, Digitalisierung und Globalisierung bedürfen wir einer Rückbesinnung auf die ordoliberale Idee und zugleich ihre Weiterentwicklung.
Es ist an der Zeit unsere ökonomische Realität (erneut) als eine moralisch anspruchsvolle und voraussetzungsreiche Unternehmung moderner Gesellschaften zu verstehen - als Basis für Solidarität und Wohlstand.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Kapitel 1. Einleitung

Der Mangel an Ressourcen ist der Treiber, der Gesellschaften dazu veranlasst, ökonomische Wege zu finden, diese Knappheit zu lösen. Das bedeutet, dass es Missverhältnisse zwischen den Bedürfnissen von Menschen einerseits und dem Vorhandensein von Gütern und Dienstleistungen andererseits gibt und welches es zu überwinden gilt. Hinzu kommt, dass die Bedürfnisbildung mit der ökonomischen Entwicklung einer Gesellschaft einhergeht. Es gibt also einen dynamischen Zustand an Knappheit in einer Ökonomie, der sich nur von seinem Objektbezug her verändert, nicht aber in seinem Grundcharakter. Damit sind Bedürfnisse als eine dynamische Konstante im sozio-ökonomischen Kontext zu sehen, denn sozio-ökonomisches Handeln ist immer ein Handeln basierend auf der Abwägung von Alternativen. Es stellt sich die Frage nach der Art und Weise der Konstruktion einer sozio-ökonomischen Ordnung, nach dem Wie sozialer Interdependenzen (basierend auf Moral und Kultur) und nach der Notwendigkeit entsprechender Anpassungen im Zeitverlauf der Entwicklung sowie der damit einhergehenden Veränderungen der Knappheitsrelation und -überwindung. Die heutigen Ökonomien brauchen vor dem Hintergrund von Demografie, Digitalisierung und Globalisierung mehr denn je eine Rückbesinnung auf die Rahmenbedingungen der ordoliberalen Idee. Darum geht es in diesem Buch. Es geht darum, einen Blick auf das Verständnis von der Wichtigkeit der Moral und Kultur sowie ein Verständnis der dynamischer Entwicklung und Interdependenz von und innerhalb von sozio-ökonomischen Systemen zu richten und so die Basis für gesellschaftlichen Wohlstand und Ausgleich neu zu definieren.
Markus Hans-Peter Müller

Kapitel 2. Wirtschaftssystem und Wirtschaftsordnung

Die Grundlagen für das Verstehen der Existenz von sozio-ökonomischen Ordnungssystemen bildet das Verständnis gegenüber der Wirtschaftsordnung und des Wirtschaftssystems. Die Wirtschaftsordnung beschreibt die Gesamtheit der rechtlichen und sozialen Normen und Institutionen und ist somit als ein Ordnungsgefüge zu verstehen. Im diesem Kapitel geht es darum, das Verständnis gegenüber der Wirtschaftsordnung und dem Wirtschaftssystem zu schärfen. Die derzeit existierenden Wirtschaftssysteme sind das der freien Marktwirtschaft und das der Planwirtschaft. Wirtschaftsordnungen stellen institutionelle Systeme verhaltenssteuernder Regeln dar, die Problembereiche menschlicher Interaktionen gemäß einer Leitidee ordnen. Es wird aufgezeigt, wie diese Institutionen Anreize zwischen Individuen setzen, lenken und ordnen vor dem Hintergrund gesellschaftlicher, politischer und wirtschaftlicher Aspekte. Damit wird deutlich, dass sie somit das Marktergebnis und das Verhalten der Akteure beeinflussen. Das zweite Kapitel legt den Grundstein für das Verstehen der konstituierenden Elemente eines Wirtschaftssystems unabhängig von einer letztendlichen Ausgestaltung, denn Institutionen beeinflussen die wirtschaftliche Leistung, welche wiederum im Zeitverlauf im Besonderen von der Veränderung der Institutionen als Rahmenwerk für sozio-ökonomisches und politisches Handeln abhängt. Im Rahmen der Darlegung der Bedeutung und Funktionsweise von wirtschaftlichen Ordnungssystemen wird mittels dreier Beispielen (USA, UK und Japan) gezeigt, wie sich die unterschiedlichen Leitbilder in der Ordnungspolitik realisiert haben.
Markus Hans-Peter Müller

Kapitel 3. Die Entstehung und Entwicklung des Ordoliberalismus bis hin zur Sozialen Marktwirtschaft

Im Mittelpunkt des 3. Kapitels steht die Denkschule des Ordoliberalismus, welches sich im Kontext der Freiburger Schule entwickelt hat. Sie kann als eine der bedeutendsten Schulen im deutschsprachigen Raum angesehen werden. Um die Denkschule des Ordoliberalismus zu verstehen, wird auf seine Entstehungsgeschichte eingegangen und dabei auch die damalige soziale und ökonomische Situation genauer betrachtet, ebenso wie die von Walter Eucken und Weggefährten postulierten Grundelemente. Das ist eine notwenige Bedingung, um die Unterschiede und die Gemeinsamkeiten im Vergleich zum Ordoliberalismus zu verstehen. Des Weiteren wird auf die Problematik der Staatsintervention zum Beispiel in den Bereichen der Sozialpolitik und Bildung eingegangen. Darauf aufbauend werden in einem Abriss die Entwicklung der jungen Marktwirtschaft in Deutschland und ihre spätere Entwicklung hin zur Sozialen Marktwirtschaft dargestellt sowie ihre Unzulänglichkeiten aufgezeigt. Am Ende dieses Kapitels wird ersichtlich – wie schon des Öfteren in der Zeit vor und nach dem zweiten Weltkrieg –, dass es an der Zeit ist, sich der anstehenden Herausforderungen bewusst zu werden und sich dann der ordoliberalen Grundlinien zu entsinnen und diese um neue, zeitgemäße Aspekte zu erweitern.
Markus Hans-Peter Müller

Kapitel 4. Aktuelle Herausforderungen, die ordnungspolitischer Antworten bedürfen

In vielen aktuellen Debatten wird davon gesprochen, dass sich die heutigen Gesellschaften in den unterschiedlichsten Ländern vielen Einflüssen ausgesetzt sehen, die es in dieser geballten Art scheinbar noch nicht gegeben hat. Ich möchte dem jedoch widersprechen. Menschen sind seit jeher durch Veränderungen in ihrer Umwelt vor neue Herausforderungen gestellt worden. Der Unterschied ist jedoch, dass die aktuellen Herausforderungen sind, die in der längsten Zeit des Friedens stattfinden, die wir jemals hatten und somit grundlegende Bedingungen für den heutigen Wohlstand in Frage stellen.
Markus Hans-Peter Müller

Kapitel 5. Warum wir den Ordoliberalismus neu denken sollten

Wie kann man Themen wie Technologisierung, Klimawandel, Demografie und auch Demokratieverdruss, die die Herausforderungen des aktuellen sozio-ökonomischen Systems darstellen, ordnungspolitisch lösen? Wenn man sich vor Augen führt, wie sich unsere sozio-ökonomische Umwelt in den letzten Jahrzehnten entwickelt hat, so kommt man zu dem Schluss, dass auch ohne ein dramatisches und aktives Gegensteuern alles noch immer irgendwie gut gegangen ist. Graduelle Anpassung hat geholfen. Die Politik hat es folglich immer geschafft, die richtigen Rahmenbedingungen zu setzen; das war auch in früheren Umbrüchen so. Kurzfristig schien alles nicht beherrschbar, aber langfristig haben die Menschen es dann doch geschafft, ihre Ordnungssysteme, in denen sie leben und wirtschaften, entsprechend erfolgreich zu gestalten. Im folgenden Kapitel wird aufgezeigt, wieso wir dennoch die Diskussion um einen Neo-Ordoliberalismus benötigen. Und warum ordnungspolitische Handlungsweisen sich auf Maßnahmen fokussieren sollten, wie Ausbildung, Auf- und Ausbau von Infrastruktur, Erleichterung von Technologieübergängen und dergleichen. Es stellt sich heraus, dass das Problem der Mangel einer gesamtgesellschaftlichen Erkenntnis ist, dass ein liberal organisiertes, offenes ordnungspolitisches System nur dann zu den gewünschten Idealen führt, wenn die agierenden Subjekte in der Lage sind, eine selbstverantwortliche Position in dem sozio-ökonomischen Ordnungssystem einzunehmen. Das heißt, Chancengleichheit ist eine Vorbedingung für ein effektives und effizientes ordnungspolitisches System, denn nur so kann auf Dauer gewährleistet sein, dass die gesellschaftliche Akzeptanz erhalten bleibt.
Markus Hans-Peter Müller

Kapitel 6. Konzeption einer solidarisch-dynamischen Wirtschaftsordnung – Erweiterung des ordnungspolitischen Prinzipienkanons

Die Gewährleistung der Freiheit der individuellen Entscheidung ist das A und O für die Nachhaltigkeit einer sozialen Ordnung. Zurzeit erkennen wir die Folge dessen, dass wir zu wenig darüber nachdenken, dass alles Stattfinden in einer Gesellschaft das Ergebnis von individuellen Handlungen einerseits und eine Reaktion auf die Handlungen Anderer andererseits ist. Inhalt des 6. Kapitels ist somit die Darstellung der Veränderung der Gesellschaft, Ökonomie und Politik in der jüngsten Zeit und die Entwicklung eines neuen ordnungspolitischen Rahmenwerks, das der Zukunft gegenüber gewappnet ist. Damit ist es das Ziel dieses Kapitels, das kulturelle und moralische Fundament einer modernen Wirtschaftsordnung darzustellen und die Frage nach dem Verantwortungsbewusstsein des Einzelnen sowie der Leistungsgerechtigkeit zu stellen. Diese Diskussion mündet dann in der Antwort auf die Frage nach den moralischen Potenzialen und Grenzen einer modernen Wirtschaftsordnung und dem Umgang mit der Herausbildung einer zeitgemäßen Wirtschaftsordnung, der Bildung, einer Steuer- und Sozialpolitik korrespondierend zu den Herausforderungen der technologischen Revolution, des Klimawandels und der Gewährleistung der Solidarität, wie zum Beispiel der Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens. Angesichts des Tempos der aktuellen Entwicklung müssen neue Wege gefunden werden, die daraus resultierenden ethischen, sozialen und politischen Risiken und Nebenwirkungen zu steuern. Diese neuen Wege werden im 6. Kapitel aufgezeigt.
Markus Hans-Peter Müller

Kapitel 7. Neo-Ordoliberalismus – als was ist er denn nun zu verstehen?

Damals, das heißt als die ordoliberale Denkschule entstanden ist, so wie zu Zeiten der Entstehung der Sozialen Marktwirtschaft in den späten 1940er- und frühen 1950er-Jahren, waren die Zeiten – wie heute auch – von Veränderungen geprägt. Dies liegt unter anderem in der Natur der Sache, denn menschliche Entwicklung, welche Ökonomie, Soziales und Politik umschließt, ist per Definition Veränderung, die Unsicherheit mit sich bringt. Gerade deswegen waren wichtige und weitreichende Entscheidungen zu treffen. Diese Entscheidungen müssen aber, insbesondere um die Unsicherheit zu reduzieren, transparent und vor allem vorausschauend getroffen werden. Jeder Einzelne muss verstehen können, warum welche Entscheidungen wie getroffen werden. Dieses dazustellen ist das Ziel des 7. Kapitels. Es gilt nun, den existierenden und immer noch validen Prinzipienkanon des Ordoliberalismus zu erweitern. Diese Erweiterung ist jedoch eine fundamentale und wenig flexible. Sie legt nämlich garantierende beziehungsweise prästierende Prinzipien fest. Trotz alledem ist dies nicht genug, denn der Aufbruch in die Innovationsgesellschaft beginnt in den Köpfen. Die vor allem in der Jugend erkennbare Bereitschaft zur Offenheit gegenüber neuen Technologien, neuen Formen der Kommunikation und Kooperation und zur Selbständigkeit muss gefördert werden. Das ist nur mit einem bildungspolitischen Paradigmenwechsel zu leisten.
Markus Hans-Peter Müller

Kapitel 8. Fazit

Von Anfang an war das Leitbild der Marktwirtschaft als Kompromiss angelegt und damit konfliktbezogen. Strukturell ergibt sich der Grundkonflikt daraus, dass die Regeln für marktwirtschaftliche Aktivitäten konstitutiv sind und in der Mehrzahl der Fälle von jenen abweichen, die mit sozialstaatlichen Zielen begründet werden. Seit jeher finden in der Marktwirtschaft moralische Kategorien Eingang in die Regelwerke des Wirtschaftslebens. Die Moral liegt dann in den Spielregeln und der Wettbewerb findet in den Spielzügen statt. Eines ist jedoch auch deutlich geworden. Nämlich dass es das, was die Menschheit bisher erreicht hat, zu erhalten gilt und dieses nicht auf Kosten der Ökologie und der Zivilisation. Es ist ein nächster Schritt, diese Erkenntnis in unsere ordnungspolitische Konzeption aufzunehmen. Generell ist für die Zukunft von sozio-ökonomischen Systemen zu sagen, dass zunächst unabhängig von den Mitteln, die man für den Erhalt und die Weiterentwicklung nutzt, emotionale Intelligenz das ausschlaggebende Kriterium für die Lenker unserer Zeit ist. Dieses Spannungsfeld ist gegeben durch die moralische Verpflichtung unseren Nächsten gegenüber. Als Fazit gibt es zwei dringende Imperative. Die Zukunftssicherung dessen, was die Industrienationen geschaffen haben und schaffen wollen einerseits und andererseits bedürfen wir einer Demokratie, die zeitgemäß ist und die der Zukunft gleichberechtigt in die Augen schaut. Im Rahmen dessen benötigen wir Entscheidungsträger in Gesellschaft, Wirtschaft und Politik, die Ziele haben und diese Ziele unter der Maßgabe eines ethischen und angemessenen Anspruches zu erreichen versuchen.
Markus Hans-Peter Müller
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