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Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Neue Ungleichheit Durch Erwerbslosigkeit

Zusammenfassung
Seit der Wirtschaftsrezession 1974/75 hat sich die Beschäftigungssituation immer weiter von der Vollbeschäftigung entfernt. Gegenstand der folgenden Überlegungen sind die Höhe und die Verteilung des Risikos, arbeitslos zu werden und arbeitslos zu bleiben. Es soll untersucht werden, inwiefern die Beschäftigungskrise eine besondere Form sozialer Ungleichheit geschaffen oder soziale Ungleichheit vertieft hat.
Mathhes Buhbe

Einkommensungleichheit in den Achtziger Jahren

Zusammenfassung
Ein kürzlich von BECKER/MOHR (1984) vorgenommener Vergleich der Wohlfahrtssurveys 1978 und 1984 hinsichtlich der Zufriedenheit der Bevölkerung in der Bundesrepublik Deutschland mit 13 verschiedenen Lebensbereichen kommt zu dem Ergebnis, daß eine abnehmende Zufriedenheit sich lediglich in den Bereichen Umweltschutz und Haushaltseinkommen nachweisen läßt. Wachsende Unzufriedenheit entsteht, wenn Erwartungen auf einen Abbau der Ungleichheit der Einkommen nicht erfüllt werden oder wenn sich das Ausmaß der Ungleichheit vergrößert. Im vorliegenden Beitrag wird deshalb versucht, mit amtlichem statistischem Material (vgl. kritisch dazu COSTAS 1985, S. 124–127) die Entwicklung der Einkommensungleichheit seit 1950 mit einem Schwerpunkt bei der jüngsten Entwicklung darzustellen. D.h., es soll überprüft werden, ob sich die Ungleichheit der Einkommen vergrößert oder verringert hat oder ob sie unverändert geblieben ist.
Lutz Bellmann

Armut

Analyse aktueller Verschärfungen und staatlicher Reaktionen
Zusammenfassung
Die gesellschaftliche Armut hat in der Bundesrepublik inzwischen ein Ausmaß erreicht, das weit über das der letzten zwei bis drei Jahrzehnte hinausgeht. Sprecher der Opposition im Bundestag und vor allem Gewerkschaftsvertreter nehmen die Armutsentwicklung immer mehr zum Anlaß, den von BALSEN u.a. (1984) verbreiteten Begriff der „Neuen Armut“ zu übernehmen. Unser Beitrag soll zeigen, daß die soziale Ungleichheit, die sich hinter der gegenwärtigen Armut verbirgt, ihren Charakter nicht geändert hat, verändert haben sich vielmehr sowohl der Umfang der Armut wie auch die Lebensbedingungen in der Armut. Diese Armut hat jedoch in jüngster Zeit keine grundlegend neuen Merkmale angenommen. Sie ist die konsequente Fortsetzung der für Krisenzeiten typischen gesellschaftlichen Polarisierung, die Arme zwar in besonderem Maße, aber keineswegs allein trifft. Mit der Ausweitung gesellschaftlicher Armut hat deshalb auch das Ausmaß an sozialer Ungleichheit zugenommen, ohne sich jedoch in Form und Inhalt geändert zu haben. Versuche, hier eine neue Qualität von Ungleichheit aufzuspüren, führen in der Konsequenz zur Verharmlosung früherer Armut, die es in der Bundesrepublik unabhängig von der jeweiligen Regierungsmehrheit selbst zu Zeiten der Hochkonjunktur ständig gegeben hat.
Clemens Adam, Eckhard Rohrmann, Achim Vahle

Auswirkungen der Aktuellen Sozialpolitik auf die Lebenslage von Frauen

Zusammenfassung
Ein Ziel staatlicher Sozialpolitik ist die Entschärfung von ungleichen Lebenslagen und Chancen einzelner Individuen und gesellschaftlicher Gruppen. Um dieses Ziel zu erreichen, stehen verschiedene Instrumentarien zur Verfügung, die sich auch in ihrer Wirksamkeit unterscheiden Mit finanziellen Zuwendungen können Verteilungsprobleme relativ kurzfristig ausgeglichen warden Über strukturpolitische Maßnahmen lassen., sich längerfristig die Voraussetzungen korrigieren, die zur ungleichen Teilhabean sozio-kulturellen Möglichkeiten und gesellschaftlichem Reichtum führen. Die Situation von Frau-en im ökonomischen, aber auch in einem umfassenderen Sinne, verlangt in einem besonderen Maße nach derartigen öffentlichen Leistungen. Für Frauen stellt aber die aktuelle sozialpolitische Praxis keinen Ausgleich her, sondern sie verschärft ihre Benachteiligung.
Herlinde Maindok

Armut im Alter

Zusammenfassung
(Einkommens)Armut im Alter ist nach wie vor Realität bundesdeutscher Sozialstaatlichkeit. Zwar läßt sich vor allem in den siebziger Jahren ein Abbau in der quantitativen Problemdimension nachweisen - bedingt wesentlich durch die Rentenreformgesetzgebung von 1972/73 (u.a. Einführung der sog. Rente nach Mindesteinkommen) sowie die vergleichsweise hohen Rentenanpassungsraten zwischen 1973 und 1978 (von jeweils zwischen 9,5% und 11,35%), sie ist jedoch noch immer erheblich und seit Beginn der achtziger Jahre wieder ansteigend. So verfügten 1981 rd. 2,5 Millionen Rentner und Pensionäre nur über ein Gesamteinkommen von weniger als DM 800,-/Monat (ADAMY/ STEFFEN 1983, S. 21 f). Damit dürfte zugleich auch das gegenwärtig vorhandene quantitative Armutspotential älterer Menschen eingekreist sein.
Gerhard Naegele

Junge Alte

Soziale Probleme in der Lebenssituation einer neuen Gesellschaftlichen Gruppe
Zusammenfassung
Eine Zielgruppe staatlicher Sozialpolitik ist die Gruppe der alten Menschen. Eine soziale Benachteiligung alter Menschen hat schon in früheren Jahrhunderten bestanden und dauert heute fort (vgl. DIECK/NAEGELE 1978). Die frühere Armenfürsorge, die heutige Sozialhilfe und insbesondere die im Bundessozialhilfegesetz (BSHG) verankerte Altenhilfe sind staatliche Reaktionen auf die Problemlage alter Menschen. In den letzten Jahren wird deutlich, daß aufgrund gesellschaftlicher Veränderungen im industriellen und ökonomischen Bereich eine neue Gruppe innerhalb der Gesellschaft entsteht. Neben einem generellen Anwachsen der Zahl älterer Menschen werden auch immer mehr diejenigen zur Gruppe der alten Menschen gerechnet, die endgültig, aber nach bisherigen gesellschaftlichen Altersgrenzen vorzeitig, aus dem Erwerbsarbeitsprozeß ausscheiden - oder aber, wie es vor allem für viele Frauen zutrifft, die nach einer Phase der Hausund Familienarbeit keine Chance haben, dorthin zurückzukehren. Vergleichbar der Entstehung der gesellschaftlichen Gruppe ‚Jugendliche‘im vorigen Jahrhundert entsteht heute eine neue gesellschaftliche Altersgruppe, die ‚Jungen Alten‘, ‚Frührentner‘, ‚Vorruheständler‘, ‚Jungsenioren‘, ‚Präpensionäre‘.
Elke Steven, Ludger Veelken

Soziale Ungleichheit von Jugendlichen

- Lebenslagen, Folgeprobleme und Jugendhilfe -
Zusammenfassung
Die Jugendforschung der letzten 10 Jahre gibt wenig Hilfen zur Beschreibung von neuen und alten sozialen Ungleichheiten. Im Gegenteil: Infiziert durch die Versprechen der wohlfahrtsstaatlichen Programme der 70er Jahre, klassische und soziale, regionale und geschlechtsspezifische Ungleichheiten abzubauen, wurde die Aufmerksamkeit auf Nebengleise gelenkt. Beforscht wurden die „neuen Werte“, der Widerstand gegen die „Megamaschine Gesellschaft“durch Aussteigen und Protestverhalten. Verständlicherweise stürzt sich der Jugendforscher eher auf das Neue, das - durch Medien vermittelt - vordergründig Unverständliche. Bedeutsame soziale Ungleichheiten gerieten dabei leicht in Vergessenheit, es entstanden öffentliche Bewußtseinslücken, die von politischen Rechtfertigungsideologien gefüllt wurden.
Ursula Möller, Uwe Sielert

Familienpolitische Massnahmen ohne Konzept zur Überwindung Sozialer Ungleichheiten

Zusammenfassung
Dieser Beitrag unterscheidet sich von seiner Anlage her von den übrigen Beiträgen in diesem Band. Er soll weniger ein vorhandenes Maß an sozialer Ungleichheit feststellen und in seinen quantitativen und qualitativen Merkmalen beschreiben, als am Beispiel der aktuellen Familienpolitik verdeutlichen, wie politische Maßnahmen, die der Möglichkeit nach zum Abbau derartiger Ungleichheiten beitragen könnten, nicht oder nicht ausreichend dafür genutzt werden oder im Ergebnis sogar mehr Ungleichheit bewirken.
Siegfried Keil

Behinderung Als Lebensrisiko

Zunehmende Benachteiligungen für Behinderte durch Sozialabbau und gesellschaftliche Ausgliederungen
Zusammenfassung
Die Lebensbedingungen Behinderter haben sich im Gefolge der wirtschaftlichen Krisenentwicklung der vergangenen Jahre zunehmend verschlechtert. Behinderung wird immer mehr zum gravierenden Lebensrisiko. Im Prozeß des staatlichen Rückzuges aus sozialen Sicherungsleistungen und der Abwälzung von Krisenlasten auf die privaten Haushalte wird die Bewältigung des Lebensrisikos „Behinderung“zum privaten Problem der Betroffenen und ihrer Familien. Die einschneidenden Leistungskürzungen führen Behinderte in die Gefährdung ihrer existentiellen Absicherung, haben sozialen Abstieg, Armut, Ausgliederung aus Kommunikations- und Lebenszusammenhängen und schließlich ihre gesellschaftliche Isolierung zur Folge.
Clemens Adam, Eckhard Rohrmann, Achim Vahle, Petra Wolbert

Ungleiche Verteilung Gesundheitlicher Risiken und Chancen

Zusammenfassung
Bereits Mitte der 70er Jahre legten verschiedene Studien prinzipielle Mängel unseres Gesundheitswesens offen (vgl. u.a. WSI 1973, ROSENBERG 1975, REINERS/VOLKHOLZ 1977), die darauf hinwiesen, daß die Probleme weniger in zu hohen Gesamtausgaben liegen, sondern mit dem, was Ökonomen „Fehlallokation von Ressourcen“nennen, zu tun haben: Das Geld wird in die falschen Kanäle geschleust. Mittlerweile hat sich die Kritik hin zur Parole „Vorsicht, Arzt!“(HALTER 1981) verschärft: „Medizinische Forschung und medizinische Dienste sind fehlgeleitet“(MCKEOWN 1982, S. 22). Es gibt hinreichend Belege für die Thesen, daß die traditionelle kurative Medizin immer weniger in der Lage ist, mit den auftretenden Krankheiten fertig zu werden; und daß es nach wie vor soziale Unterschiede bei den Krankheitsrisiken und der Lebenserwartung gibt.
Bernard Braun, Hartmut Reiners

„Liberalisierung des Wohnungswesens“ als Abkehr von Einer Sozialverpflichteten Wohnungspolitik

Zusammenfassung
Wer sich heute einen Überblick über die Wohnungsmarktsituation in der Bundesrepublik Deutschland verschaffen will, wird mit einer Reihe widersprüchlicher Informationen konfrontiert: Der Verband der Haus- und Grundeigentümer und ihm nahestehende Politiker werden nicht müde, auf angeblich eine Million leerer und unvermietbarer Wohnungen zu verweisen (Handelsblatt, 26727.04.1985). Dazu scheint zu passen, daß selbst im Frühjahr 1985 - nach zwei Jahren „Aufschwung“- immer noch neue Rekordmeldungen über die Anzahl der Baukonkurse und die Arbeitslosenzahlen unter Bauarbeitern bekannt werden.
Rolf v. Lüde

Freizeitprobleme durch Unterschiedliche Zeitbudgets

Zusammenfassung
Die Erforschung von Ungleichheiten im Freizeitbereich stellt sich der Frage, ob es — unter Berücksichtigung der verschiedenen Einflußfaktoren — Personengruppen gibt, die z.B. in ihrem Potential an Freizeit, in ihren materiellen Ressourcen für die Realisierung von Freizeitaktivitäten, von ihrer sozialen Stellung und von der Freizeitversorgung her benachteiligt sind. Vermutet man im Freizeitbereich neue Ungleichheiten, so sind qualitativ neue Benachteiligungen von Personengruppen durch spezifische Veränderungen der gesellschaftlichen Lage nachzuweisen, durch die
a)
bestimmte Personengruppen erstmalig benachteiligt werden oder
 
b)
schon bisher benachteiligte Personen von einer neuen Qualität der Ungleichheit in der Freizeit betroffen sind.
 
Wolf R. Klehm, Lilli Neumann, Klaus Winkler

Rationalisierung und Ungleichheit

Ungleiche Verteilung von Chancen und Risiken im Verlaufe industrieller Rationalisierungsprozesse
Zusammenfassung
Seit rund zehn Jahren verringert sich der Anteil von Ersatz- und Neuinvestitionen zunehmend zugunsten von Rationalisierungsinvestitionen. Zumal mit dem Einsatz neuer Technologien vor allem im Bereich computergestützter Fertigungsverfahren und Telekommunikation hat diese Entwicklung eine Dynamik angenommen, die manche Autoren von einer „dritten industriellen Revolution„ sprechen läßt.
Heiner Minssen

Soziale Ungleichheit von Ausländern

Zur Lage auf dem Arbeitsmarkt und in den Betrieben
Zusammenfassung
Seit Beginn der Arbeitsimmigration (1955) und bis 1973 hatten ausländische Arbeitnehmer die Funktion eines „Puffers“. Dieser Funktion kamen sie in optimaler Weise nach: Während sie in Zeiten der Hochkonjunktur rasch und in großer Zahl auf den inländischen Arbeitsmarkt strömten, trugen sie in Krisenzeiten nicht nur das hauptsächliche Entlassungsrisiko, sondern verließen in großer Zahl das Land. Damit aber verschwanden sie aus den Arbeitslosenstatistiken und verzichteten gleichzeitig auf Leistungen der Sozialversicherung, auf die sie an sich einen Anspruch hatten. Bei erneuter Konjunktur kamen sie teilweise zurück, gefolgt von hunderttausenden weiterer Arbeitsuchender, die sich zuvor einer strengen Überprüfung ihres Gesundheitszustandes unterziehen mußten. So waren es 1966/67 vor allem Ausländer, die den damaligen Beschäftigungseinbruch zu tragen hatten und damit das Beschäftigungsrisiko der inländischen Arbeitnehmer weitgehend abfederten. Ein Fünftel der ausländischen Erwerbspersonen verließ kurzfristig die Bundesrepublik (MIEGEL 1984, S. 64). Wären sie geblieben, so hätte ihr Anteil an der Gesamtzahl der Arbeitslosen etwa 35 vH betragen (MIEGEL 1984, S. 65).
Peter Kühne, Hermann Schäfer

Ungleichheit der Bildungschancen in Schule und Hochschule

Zusammenfassung
Chancengleichheit war Ende der sechziger Jahre der zentrale Orientierungspunkt aller Reformbemühungen im Bildungsbereich. An ihr wurde jeder Vorschlag und jede Maßnahme gemessen. Das galt für die Auslese der Schüler wie für die Curriculumreform, die ein gemeinsames Fundamentum vermitteln sollte. Das galt für Maßnahmen der Differenzierung und Durchlässigkeit der Lernorganisation wie für Anstrengungen zur Integration sowohl der Schulformen der Sekundarstufe I wie der Verbindung von allgemeiner und beruflicher Bildung in der Sekundarstufe II.
Klaus Klemm, Hans-Günter Rolff

Weiterbildung - Ein Beitrag zur ‘Aufhebung’ Sozialer Benachteiligung?

Eine exemplarische Analyse zur Demontage des ‘quartären’ Sektors
Zusammenfassung
Den Ausgangspunkt der folgenden Ausführungen über den Weiterbildungsbereich bildet die Einschätzung der Massenarbeitslosigkeit als dem gegenwärtigen sozialen Hauptproblem. Die Weiterbildung soll nach ihrem Beitrag zur Bewältigung dieses Problems „befragt“ werden. Es wird geprüft, welchen Beitrag sie leistet bzw. überhaupt leisten kann, um jener sozialen Ungleichheit entgegenzuwirken, die das Problem der Massenarbeitslosigkeit hervorgebracht hat, stets erneut hervorbringt und sich in ihm manifestiert. Daher wird keine enzyklopädischen Ansprüchen verhaftete „Bilanz“ der Weiterbildung geliefert, sondern vielmehr einem problemorientierten Vorgehen Vorrang eingeräumt. Im Vordergrund stehen daher jene Bereiche der Weiterbildung, die auf Qualifikation der Arbeitskraft, politisches Bewußtsein und freizeitorientierte Aktivität abzielen, mithin Bereiche, die durch die anhaltende Massenarbeitslosigkeit in besonderem Maße berührt und herausgefordert sind.
Karl-August Faulenbach, Hans-Peter Kremer, Wilfried Mühlhaus, Raimund Pfundtner

Kindheit und neue medien — neue ungleichheiten?

Zusammenfassung
Kindheit — in der Wissenschaft kaum entdeckt — soll schon wieder verschwinden. Es gebe keinen Generationsabstand mehr, Kindheit sei liquidiert (vgl. HENGST 1981).
Peter Zimmermann

Kultur und Ungleichheit

Zusammenfassung
Was ist aus den Ungleichheiten im Kulturbereich geworden, die Anfang der 70er Jahre Anlaß für fortschrittliche Sozialdemokraten waren, „Kultur für alle“ zu fordern?
Hubert Koch, Michael Kreisel, Karsten Lindloff, Konrad Pfaff, Detlev Schnoor

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