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2013 | Buch

Neue Energielandschaften – Neue Perspektiven der Landschaftsforschung

herausgegeben von: Ludger Gailing, Markus Leibenath

Verlag: Springer Fachmedien Wiesbaden

Buchreihe : Stadt, Raum und Gesellschaft

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Über dieses Buch

Der Wandel der Energiewirtschaft hin zu mehr Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien spielt sich in physisch-materieller Hinsicht in Landschaften ab. Er wird von Praktikern der Raum- und Landschaftsplanung teils mit Skepsis und teils mit positiven Erwartungen begleitet. In dem Band wird den Fragen nachgegangen, welche Folgen die Energiewende auf die ästhetische Bewertung von Landschaften hat, welche neuen Akteurskonstellationen entstanden sind und welche Konflikte um das Landschaftsbild, die Landnutzung oder die Verteilung von Macht zu verzeichnen sind. Es werden die Konsequenzen der Umbrüche hin zu „neuen Energielandschaften“ für die Landschaftsforschung, aber auch für räumliche Planung und Governance thematisiert.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter
1. Landschaften unter Strom
Zusammenfassung
Wenn heute in der Öffentlichkeit über Landschaft gesprochen wird, dann sehr oft in Zusammenhang mit erneuerbaren Energien. Die verschiedenen Formen erneuerbarer Energie bilden einen wichtigen, wenn nicht den wichtigsten inhaltlichen Bezugspunkt öffentlicher Auseinandersetzungen über Landschaft (Leibenath und Otto 2013; s. auch den Beitrag von Otto und Leibenath in diesem Band).
Markus Leibenath

Akteure, Governance und Diskurse

Frontmatter
2. Die Akteure der neuen Energielandschaften – Das Beispiel Brandenburg
Zusammenfassung
Die neuen Energielandschaften sind nicht nur Produkte des derzeitigen sozio-technologischen Wandels im Rahmen der Energiewende, sondern auch ein neues Forschungsfeld. Fachwissenschaftliche Debattenbeiträge zu den neuen Energielandschaften (vgl. exemplarisch Jessel 2011; Peters 2010; Schöbel 2012; Tischer 2011) thematisieren die brisanten physisch-materiellen Folgen der Energiewende, deren konfliktträchtige Sichtbarkeit im Landschaftsbild sowie juristische, gestalterische und planerische Steuerungsmöglichkeiten.
Sören Becker, Ludger Gailing, Matthias Naumann
3. Die Energiewende und ihre geographische Diffusion
Zusammenfassung
Verschiedenste Aspekte des Wechsels von fossilen zu solaren Formen der Energiegewinnung werden im Deutschen als „Energiewende“ apostrophiert. Damit kann sowohl die Verbreitung von Produktionsanlagen wie Windparks und Solarmodulen gemeint sein als auch der steigende Anteil der „Erneuerbaren“ am gesamten Verbrauch. Sogenannte energieautonome Dörfer und Regionen steuern nur einen geringen Teil zu Produktion und Konsum bei, als „best-practice“-Fälle sind sie jedoch interessant, bieten sie doch einen Ausblick auf das Zukunftsszenario einer erneuerbaren Vollversorgung.
Conrad Kunze
4. Energiewende und Landschafts-Governance: Empirische Befunde und theoretische Perspektiven
Zusammenfassung
In früheren Jahrzehnten war die Energieversorgung vor allem ein Thema der nationalen und europäischen Politik sowie ein Betätigungsfeld großer Konzerne. In den letzten Jahren engagieren sich hingegen Kommunen, zivilgesellschaftliche Organisationen und Initiativen sowie kleine und mittelständische Unternehmen (wieder) in zunehmendem Maßefür energiewirtschaftliche Belange. So gesehen kann man davon sprechen, dass in vielen Ländern Europas eine neuartige kommunale und regionale Energiepolitik entsteht (Hisschemöller 2012).
Markus Leibenath
5. Windenergielandschaften als Konfliktfeld: Landschaftskonzepte, Argumentationsmuster und Diskurskoalitionen
Zusammenfassung
Die politische Diskussion über die Energiewende, also die verstärkte Nutzung erneuerbarer Energien sowie die Abkehr von fossilen Energieträgern und der Kernenergie, nahm in Deutschland in den 1980er Jahren ihren Anfang. Seit 1991 gewährt der Staat eine finanzielle Unterstützung für die Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Energien.
Antje Otto, Markus Leibenath

Sichtweisen auf die Veränderung von Landschaften

6. Konflikte um regenerative Energien und Energielandschaften aus umwelthistorischer Perspektive
Zusammenfassung
Regenerative Energieträger wie Wasserkraft, Solar- und Windenergie gelten heute als Hoffnungsträger und Motoren einer „grünen Energiewende“. Trotzdem ist ihre Produktion nicht unumstritten. Gerade die Errichtung von Windkraftanlagen löst bei den Betroffenen vor Ort wegen ihrer ästhetischen, ökologischen und gesundheitlichen Auswirkungen oft Sorgen aus (vgl. etwa Becker et al. 2012, S. 49ff.).
Ute Hasenöhrl
7. Landschaftsästhetik und regenerative Energien – Grundüberlegungen zu De- und Re-Sensualisierungen und inversen Landschaften
Zusammenfassung
Der forcierte Ausbau regenerativer Energieträger reizt häufig unser traditionelles Verständnis von Landschaft. Schließlich sei – so Hard (1970, S. 135) – „die (wahre) Landschaft […] weit und harmonisch, still, farbig, groß, mannigfaltig und schön“. Insbesondere Windkraftanlagen, aber auch Photovoltaikanlagen, der Anbau von Biomasse (sei er land- oder forstwirtschaftlich) bedeuten, dass die genannten traditionell zugeschriebenen Eigenschaften von Landschaft so nicht mehr zutreffen oder zumindest einer Neuinterpretation bedürfen.
Olaf Kühne
8. Transformation von Landschaft durch (regenerative) Energieträger
Zur Bedeutung der Bewohnersicht
Zusammenfassung
Der Beschluss der Bundesregierung von 2010 zum Atomausstieg führt zu einem massiven Ausbau regenerativer Energieträger. Dank des Erneuerbare-Energie-Gesetzes (EEG) werden bereits heute etwa 20 Prozent der Energieproduktion durch erneuerbare Energien bereit gestellt (BMU 2012, S. 70) . Die Bundesregierung will diese Produktion bis 2020 auf mindestens 35 Prozent anheben.
Susanne Kost
9. Vielfalt, Eigenart und Schönheit des Landschaftsbilds einklagen – über eine ästhetische Konstruktion gerichtlich entscheiden: Das Beispiel erneuerbare Energien
Zusammenfassung
Die erneuerbaren Energien haben große Auswirkungen auf die Gestaltung von Natur und Landschaft, und diese Auswirkungen werden mit der Zahl der entsprechenden Anlagen zunehmen. Proteste gegen Überlandleitungen oder Speicherkraftwerke sind vorprogrammiert.
Nils M. Franke, Hildegard Eissing

Planungswissenschaftliche Ansätze

10. Landschaftsveränderungen durch Raumansprüche erneuerbarer Energien – aktuelle Entwicklungen und Forschungsperspektiven am Beispiel des Ländlichen Raumes in Baden-Württemberg
Zusammenfassung
Die klimawandelbedingte Erwärmung liegt in Europa bereits heute über dem globalen Durchschnitt (EEA 2008, S. 11). Innerhalb Deutschlands gehört der Südwesten zu den von den Klimaveränderungen am stärksten betroffenen Gebieten (MUNV 2011).
Heidi Megerle
11. Kriterien für die Planung neuer Energielandschaften
Eine englische Untersuchung der Empfindlichkeit von Landschaften gegenüber Windkraft- und Photovoltaikanlagen
Zusammenfassung
Torridge ist ein englischer District im ländlichen Südwesten Englands in der Grafschaft Devon. Seit der Einführung des britischen Einspeisetarifs für erneuerbare Energien 2010 haben sich in Torridge Anträge für Windkraftanlagen (WKA) und Freiflächen-Photovoltaikanlagen (PVA) um ein Vielfaches erhöht.
Bärbel Francis
12. Vielfalt der Planungskulturen – Auswirkungen auf strategische Planungsprozesse zur Energiewende und Klimaanpassung in Baden-Württemberg
Zusammenfassung
Die deutsche Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, als Beitrag zum Klimaschutz spätestens bis zum Jahr 2022 aus der Atomenergie auszusteigen sowie alternative Energieversorgungskonzepte zu entwickeln und umzusetzen. Die dafür notwendige Infrastruktur wird mit einem rasanten Landschaftswandel einhergehen, insbesondere in den Gebieten mit Energieproduktionsstandorten.
Jenny Atmanagara

Fazit

Frontmatter
13. Die Landschaften der Energiewende – Themen und Konsequenzen für die sozialwissenschaftliche Landschaftsforschung
Zusammenfassung
Wenn Sozialwissenschaftler zu einem gesellschaftlichen Prozess forschen, der von hoher aktueller Brisanz ist, weil er von großen Umbrüchen und vielfältigen Debatten geprägt ist, so bietet sich die Möglichkeit, zu einer Versachlichung beizutragen. Die Energiewende in Deutschland – und auch in anderen Staaten – ist ein solcher Wandlungsprozess.
Ludger Gailing
Backmatter
Metadaten
Titel
Neue Energielandschaften – Neue Perspektiven der Landschaftsforschung
herausgegeben von
Ludger Gailing
Markus Leibenath
Copyright-Jahr
2013
Verlag
Springer Fachmedien Wiesbaden
Electronic ISBN
978-3-531-19795-1
Print ISBN
978-3-531-19794-4
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-531-19795-1