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Über dieses Buch

In diesem essential werden Meilensteine des Perspektivwechsels hin zu einer ,neuen Landschaftsgeographie‘ beleuchtet. ,Landschaft‘ gehört zu einem alltagsweltlich verankerten und vielgenutzten Begriff und Konzept. Nachdem die Landschaftsgeographie in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts den ,Kern‘ des Faches bildete, geriet sie in den 1960er Jahren im Zuge einer Ausrichtung auf quantitative ,Raum‘-Forschungsansätze in den Hintergrund und sogar in Verruf. Seit den 2000er Jahren wird sich ,Landschaft‘ aus konstruktivistischen Perspektiven heraus erneut mit anderer Ausrichtung angenähert: Nicht mehr die Suche nach der ,Essenz‘ von ,Landschaft‘ steht im Fokus, sondern die Frage, wie diese sozial konstruiert wird. Zentrale aktuelle Ausrichtungen werden mit Forschungsbeispielen verdeutlicht, um einen Einblick in die ,neue Landschaftsgeographie‘ zu geben.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Kapitel 1. Einleitung: Vom Kern der Geographie über das Tabu zu einer ‚neuen Landschaftsgeographie‘

‚Landschaft‘ ist im deutschsprachigen Raum ein Begriff und damit verbunden ein Konzept, das häufig in unterschiedlichen Kontexten auf vielfältige Weise genutzt wird: Am Wochenende geht es ‚raus‘ in die ‚schöne Landschaft‘. ‚Kulturlandschaften‘ werden ‚Naturlandschaften‘ gegenübergestellt. ‚Altindustrielandschaften‘ oder ‚Almenlandschaften‘ werden in Wert gesetzt. Mit dem essential wird das Ziel verfolgt, aufzuzeigen, warum die Befassung mit ‚Landschaft‘ aus unterschiedlichen Perspektiven konstruktivistischer Forschung heraus für die deutschsprachige Geographie ertragreich sein kann und was sich hiermit gewinnbringend untersuchen lässt. In Abgrenzung von ‚traditionellen‘ Zugängen wird die Bezeichnung ‚Neue Landschaftsgeographie‘ genutzt.
Olaf Kühne, Florian Weber, Corinna Jenal

Kapitel 2. Der Begriff ‚Landschaft‘ sowie essentialistisch und positivistisch orientierte Zugänge

,Landschaft‘ stellt heute, eine Begrifflichkeit dar, die in vielen unterschiedlichen Kontexten genutzt wird. Doch wo kommt der Terminus eigentlich her und welche Veränderungsprozesse hat er bereits erlebt? Einführend wird die Begriffsgeschichte skizziert, um einen Ausgangspunkt für die weiteren Ausführungen zu schaffen. Um ‚klassische‘ gegenüber ‚neueren‘ Zugängen zu unterscheiden, werden essentialistische und positivistische Herangehensweisen ausdifferenziert, um nachvollziehen zu können, welche Konsequenzen jeweilige wissenschaftstheoretische Verständnisse auf Forschungsfragen und Forschungsergebnisse zu ‚Landschaft‘ haben können.
Olaf Kühne, Florian Weber, Corinna Jenal

Kapitel 3. Perspektiven einer ‚neuen Landschaftsgeographie‘

Konstruktivistische Perspektiven nehmen eine deutlich andere Grundausrichtung vor als essentialistische und positivistische Zugänge, wie zur Beleuchtung der ‚neuen Landschaftsgeographie‘ gezeigt wird. Zunächst wird kurz erläutert, wie ‚Landschaft‘ den Weg zurück in die Human-/Anthropogeographie finden konnte. Danach werden sozialkonstruktivistische, diskurstheoretische und radikalkonstruktivistische Ansätze der Landschaftsforschung dargestellt und beispielhaft veranschaulicht, um so deren veränderte Blickwinkel und Potenziale aufzuzeigen.
Olaf Kühne, Florian Weber, Corinna Jenal

Kapitel 4. Die Notwendigkeit einer ‚neuen Landschaftsgeographie‘ – ein Fazit

‚Landschaft‘ mag zwar zwischenzeitlich weitgehend aus der Human-/Anthropogeographie verschwunden/verbannt worden sein, doch ist die Thematik gesellschaftlich keineswegs bedeutungslos geworden – ganz im Gegenteil: Im Kontext aktueller Konfliktlagen rund um die Energiewende, die Rohstoffgewinnung, die Einrichtung von Großschutzgebieten oder Infrastrukturprojekte werden Bezugnahmen auf ‚Landschaft und Heimat‘ regelmäßig (re)produziert. Und Bedeutungszuschreibungen wandeln sich weiter – wie bereits vielfach im Geschichtsverlauf geschehen. Eine neuerliche Auseinandersetzung erscheint auch für die Geographie geboten und möglich, wenn sich denn ‚alten‘ Ballasts entledigt wird.
Olaf Kühne, Florian Weber, Corinna Jenal

Backmatter

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