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Über dieses Buch

Am 8. September 1966 schrieb die NBC Fernsehgeschichte: An diesem Tag strahlte der US-amerikanische Fernsehsender die erste Folge einer neuen Science-Fiction-Serie aus, mit einer Geschichte über eine außerirdische Lebensform, die Salz zum Überleben braucht und aus Verzweiflung mehrere Mannschaftsmitglieder des Raumschiffes Enterprise ermordet. So recht ahnte bei NBC wohl niemand, dass in diesen 50 Minuten der Grundstein für ein ungeheuer erfolgreiches Science-Fiction-Franchise gelegt wurde: Star Trek.

Allein der 50. Geburtstag von Star Trek wäre schon Grund genug gewesen, der Serie eine wissenschaftliche Tagung zu widmen. Noch dazu kommt: Ihrem Erfinder Gene Roddenberry wird nachgesagt, „seine“ Serie nach seinen eigenen humanistischen Überzeugungen geformt, im Star Trek-Universum mithin eine humanistische Utopie verwirklicht zu haben. Aber stimmt das? Ist die Zukunftsvision von Star Trek eine, in der alle humanistischen Ideale erfüllt sind? Eine Welt, in der friedliche Kooperation und die freie Entfaltung aller Individuen die (oft genug auch mörderische) Konkurrenz hinter sich gelassen haben? Diesen und vielen weiteren spannenden Fragen rund um Star Trek gingen die Gäste einer hochkarätigen, interdisziplinären Tagung vom 15. bis 17. April 2016 in Nürnberg nach. Eingeladen hatte der Humanistische Verband Bayern. Der vorliegende Band dokumentiert die Beiträge.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Star Trek – eine humanistische Utopie? Einleitung des Herausgebers

Der vorliegende Band dokumentiert eine Tagung, die vom 15. bis zum 17. April 2016 unter dem Titel „Neue Welten – Star Trek als humanistische Utopie?“ im Nürnberger Planetarium stattfand. Die Einleitung schildert Absicht und Ablauf der Tagung und stellt die einzelnen Autorinnen und Autoren und ihre Beiträge kurz vor.
Michael C. Bauer

Die humanistischen Werte von Star Trek

Übersetzung aus dem Englischen von Stefan Friedrich
Ich bin ein großer Fan von Star Trek, auch wenn ich mich nicht mit Spock-Ohren schlafen lege und nicht (oder nicht mehr) unbedingt an jedem Kongress teilnehmen muss. Doch erst durch meine Arbeit für die British Humanist Association ist mir bewusst geworden, dass Gene Roddenberry, der Schöpfer von Star Trek, ein überzeugter Humanist gewesen ist.
Andrew Copson

„Auf die (Raum-)Schiffe, ihr Philosophen!“ Star Trek und Philosophie

In der ersten, klassischen Star-Trek-Story von Gene Roddenberry werden wichtige philosophische Themen mit den Mitteln des Films gelungen dargestellt. Der Logik-Fan Mr. Spock war mit Sicherheit ein Anhänger von Hegels Philosophie, im Sinne einer Entdeckungsreise ins Wissen.
Klaus Vieweg

„Love conquers all“? Homosexualität und Formwandler in Star Trek: Deep Space Nine und Star Trek: Discovery

Die Star-Trek-Fernsehserien versprechen eine bessere Zukunft – ein Universum, in dem Diskriminierungen auf Grundlage von Rasse, Geschlecht oder der sexuellen Orientierung als überwunden gelten oder, wenn doch noch vorhanden, erfolgreich bekämpft werden. Und gerade diese Einstellung gilt als entscheidend für den weltweiten Erfolg von Star Trek – und einer globalen Fankultur, inklusive vieler queere Fans. Aber verwirklicht Star Trek sein Versprechen in Hinsicht auf die science-fictionalisierte Repräsentation von Schwulen, Lesben, Bisexuellen, Transgenders und gelebter Sexualität, die nicht heteronormativen Standards entspricht? Um diese Frage zu beantworten, untersucht die Autorin die Verknüpfung von Formwandlern und Homosexualität in den Serien Star Trek: Deep Space Nine und Star Trek: Discovery. Es wird gezeigt, dass Gestaltwandeln und gleichgeschlechtliche Sexualität eine tödliche Kombination bilden, in der die interagierenden Kategorien Geschlecht, sexuelle Orientierung, Raum und Race eine signifikante Rolle spielen.
Uta Scheer

Star Trek als Mythos der Moderne

Star Trek – das ist ein ganzes Bündel von TV-Serien und Spielfilmen, die innerhalb des Spektrums populärer Kultur bis heute eine gewaltige, vielleicht sogar einzigartige Resonanz erfahren. Eine durchaus lesenswerte Studie spricht in dieser Hinsicht schlicht vom „Phänomen Star Trek“. Längst handelt es sich dabei auch um ein Phänomen der kulturwissenschaftlich ausgerichteten akademischen Forschung. Nun stößt man in der bislang zum Thema vorliegenden Literatur immer wieder auf die Behauptung, Star Trek sei sogar ein „moderner Mythos“.
Martin Götze

Aus dem Chaos in die Ordnung – die Schaffung politisch-sozialer Strukturen in Star Trek

Das US-amerikanische Medienfranchise Star Trek ist seit nunmehr über 50 Jahren ein globales Phänomen. Durch diese fortdauernde Präsenz erreichte Star Trek eine große weltweite Bekanntheit in der Populärkultur und einen großen Einfluss über Fernsehen und das Kino hinaus. In diesem Kapitel wird gezeigt, wie im Star Trek-Franchise der Aufbau von politisch-sozialen Strukturen dargestellt wird. Es wird davon ausgegangen, dass Star Trek eine utopische Erzählung darstellt, die eine ideale Gesellschaft skizziert. Aber ist die Vereinte Föderation der Planeten, die vorherrschende politische Struktur bei Star Trek, tatsächlich eine erstrebenswerte Utopie? Welche Rolle nimmt in diesem Kontext die fiktive Rasse der Borg ein, die eine fundamental andere Herrschaftsphilosophie repräsentiert. Und wie geschieht in beiden System die Überführung der Gesellschaft von einem chaotischen Naturzustand in eine sozialpolitische Ordnung?
Sebastian Stoppe

Star Trek Generations – Modifikationen und Konfigurationen eines Mythenpatchworks

Die Eigendynamik des Phänomens Star Trek lässt sich an zwei Begegnungen des Raumschiffs Enterprise mit Aliens aus unterschiedlichen Jahrzehnten veranschaulichen. Die beiden Beispiele aus den Episoden Arena aus der Original Series und Darmok aus der Next Generation ereignen sich nicht am Rande des Universums, an dem Gott, wie seit Star Trek V – The Final Frontier (USA 1989) bekannt ist, auf ein Raumschiff wartet. Sie vollziehen sich in den Grenzgebieten des Alpha-Quadranten und gehören zum Alltagsgeschäft der Crew im Kontakt mit Zivilisationen, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat.
Andreas Rauscher

Android Data – Eigentum oder Träger von Rechten?

The Measure of a Man ist der Originaltitel der 9. Episode der 2. Staffel von Star Trek – The Next Generation, die im Mittelpunkt meiner Überlegungen steht. Hierin beabsichtigt der Kybernetikforscher und Sternenflottenoffizier Bruce Maddox, Forschung am Androiden Data durchzuführen, in der Hoffnung, schließlich Data-ähnliche Androiden erschaffen zu können. Die Forschungsprozesse implizieren jedoch Eingriffe, mit denen das Risiko einhergeht, dass Data zerstört wird, weshalb Data nicht bereit ist, an sich forschen zu lassen. Die entscheidende philosophische Frage diesbezüglich ist: Handelt es sich bei Data um eine Sache oder um eine Person? Ein Weder-Noch stellt hier die plausibelste Antwort dar, wie in diesem Artikel gezeigt wird.
Stefan Lorenz Sorgner

Tod, Jenseits und Götter in Star Trek: Ist der Star-Trek-Humanismus ein weltlicher?

Die Frage meines Beitrags lautet, ob der Star-Trek-Humanismus ein weltlicher ist. Der Begriff „weltlicher Humanismus“ mag jenem zwar pleonastisch anmuten, der davon ausgeht, dass Humanismus ohnehin weltlich, also nichtreligiös sei. Das ist er aber weder historisch noch in der Gegenwart zur Gänze, weshalb das Attribut „weltlich“ zur Präzisierung des Gegenstandes nach wie vor berechtigt scheint.Abstract: Die Frage meines Beitrags lautet, ob und inwiefern der Star-Trek-Humanismus ein weltlicher ist. Zu ihrer Beantwortung bedarf es einer Analyse des gesamten Star-Trek-„Universums“, denn dieses ist nicht völlig homogen, sondern hat sich über die Jahrzehnte entwickelt, und zwar – so die These, die als Ergebnis der Analyse am Ende des Beitrags steht – vom naturalistisch geprägten Weltbild der ersten ca. zweieinhalb Jahrzehnte hin zu einer stärker agnostizistisch gefärbten Sicht, die mitunter problematische Unbestimmtheiten aufweist.
Frank Schulze
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