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Über dieses Buch

In diesem Band werden die zahlreichen Fragestellungen rund um den Themenkomplex „Nachhaltigkeit in Nonprofit-Organisationen“ des 12. Internationalen NPO-Forschungscolloquiums zusammengeführt. Das Thema wird in zwei Keynotes und mehr als 46 wissenschaftlichen Vorträgen in seinen verschiedenen Facetten behandelt. Wie schon bei den bisherigen, seit 1994 durchgeführten Colloquien ist es auch 2016 wieder gelungen, die vielfältige, unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen entstammende Forschung zusammenzuführen und einen fruchtbaren Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis zu initiieren.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Nonprofit-Organisationen und Nachhaltigkeit – Stand der Forschung und Perspektiven

Nachhaltige Entwicklung als gesellschaftliche Veränderung hin zu Nachhaltigkeit gilt seit den 1980er Jahren als „globaler Imperativ“ (Clausen 1982). Während der Brundtland-Bericht 1987 die intra- und intergenerative globale Gerechtigkeit ins Zentrum stellte (World Commission on Environment and Development 1987; Greiling et al. 2015b), konkretisierte die Konferenz für Umwelt und Entwicklung der Vereinten Nationen (UN) 1992 nachhaltige Entwicklung als das ausgewogene Zusammenspiel der drei Dimensionen Ökologie, Soziales und Ökonomie (Vereinte Nationen 1992; Greiling et al. 2015b).

Katharina Spraul

Ökosoziale Marktwirtschaft in repräsentativen Demokratien: Eine empirische Analyse der Zahlungsbereitschaft von EU-Bürgern für Umweltschutz

Unter den Akteuren (Wähler, Politiker, Produzenten, traditionelle und grüne Interessensgruppen und der Bürokratie) in repräsentativen westlichen Demokratien besteht ein breiter Konsens darüber, dass ein Wandel hin zu einer ökosozialen Marktwirtschaft wesentlich für ein zukünftiges, nachhaltiges Wirtschaftswachstum ist.

Friedrich Schneider, Andrea Kollmann, Johannes Reichl

Creating Shared Value in Nonprofit-Organisationen

Creating Shared Value (CSV) ist ein Ansatz des strategischen Managements (Porter und Kramer 2011). Er zielt darauf ab, Zusammenhänge zwischen ökonomischem und sozialem Fortschritt zu nutzen, um neben der Verwirklichung wirtschaftlicher Interessen auch soziale Probleme anzusprechen und im Idealfall zu lösen. Der CSV-Ansatz ist als „kooperativer Strategieansatz“ zu verstehen. In einem Strategieentwicklungsprozess sollen zusammen mit anderen Organisationen in vor- und nachgelagerten Geschäftsfeldern nach gemeinsamen Zielen und Werten für Wirtschaft und Gesellschaft gesucht werden.

Jeremias Amstutz, Christoph Minnig, Peter Zängl

Nachhaltigkeit und Innovation in NPOs – Empirische Befunde zu den Spezifika des Nonprofit-Kontextes

Während die Themen der Nachhaltigkeit (oder: Corporate Social Responsibility, CSR) und Innovation für sich genommen sehr hohe Aufmerksamkeit in der betriebswirtschaftlichen Forschung erhalten, ist ihr Zusammenspiel noch weniger erschlossen. Im Kontext gewinnorientierter Unternehmen weisen vorliegende Studien auf einen positiven Zusammenhang hin – CSR wirkt sich positiv auf den Innovationsgrad des jeweiligen Unternehmens aus, in besonderem Maßen allerdings auch auf Innovationen im Bereich der Nachhaltigkeit (z.B. Clausen und Loew 2009).

Josef Baumüller, Christian Morzsa

Nachhaltiges Stakeholder-Management in Nonprofit-Organisationen

In der Regel bedienen Nonprofit-Organisationen die Interessen sehr unterschiedlicher Stakeholder, wofür sich im Fachdiskurs der Begriff „hybride Organisationen“ verbreitet hat. Darunter ist das gleichzeitige Bestehen unterschiedlicher Logiken zu verstehen. Mit den Worten von Pache und Santos (2013) auf den Punkt gebracht: „hybrids are by nature arenas of contradictions“.

Maria Laura Bono, Anton Prettenhofer

Wirkungsorientiertes Controlling – Verknüpfung von Wirkungen und Ressourcen bei sozialen Dienstleistungen

Das Drei-Säulen-Modell einer nachhaltigen Entwicklung der Enquete-Kommission des Bundestags beschreibt die Verbindung von ökologischen, sozialen und ökonomischen Zielen. Nach diesem Modell ist es zu wenig, Nachhaltigkeit nur auf die Umwelt zu beziehen. Die drei Dimensionen Ökologie, Ökonomie und Soziales sollen ihre Ziele und Bedarfe in einer nachhaltigen Gesellschaftspolitik austarieren, weil zwischen diesen Dimensionen Verbindungen und teilweise sogar Abhängigkeiten bestehen und sie somit nicht getrennt voneinander zu betrachten sind (Wissenschaftliche Dienste des Bundestages 2004).

Bernd Halfar, Katharina Heider, Wolfgang Meyer

Steuerung in Nonprofit-Organisationen – Entwicklungsstand und Perspektiven

Der Einsatz eines weitentwickelten betriebswirtschaftlichen Instrumentariums für Zwecke der Organisationssteuerung ist heute vor allem in größeren und großen NPOs eine Selbstverständlichkeit; an dieses Faktum knüpfen häufig Diskussionen, welche die Vorteile wie das damit verbundene Gefahrenpotential gleichermaßen thematisieren (vgl. statt vieler Meyer und Simsa 2013a). In besonderem Maße trifft dies auf die Instrumente des Controlling zu, die über alle Ebenen der Führung hinweg gleichermaßen von Relevanz sein können.

Christian Horak, Josef Baumüller, Martin Bodenstorfer

Der Stellenwert von Beziehungen in einer nachhaltigen Freiwilligkeit

Philanthropische Handlungen stellen private freiwillige Handlungen für einen gemeinnützigen Zweck dar, i.a. in Form von Sachspenden, finanziellen Spenden und zeitlichem freiwilligem Engagement (Sulek 2010). Wenngleich der Nutzen für Dritte bzw. die Steigerung des Wohlergehens im Vergleich zum Eigennutz meist überwiegt, so ist eine philanthropische Handlung grundsätzlich nicht gänzlich „erwartungsfrei“.

Katharina Anna Kaltenbrunner, Marietta Hainzer, Christine Duller

Accounting als Komponente der Corporate Governance in christlichen Organisationen

Seit den 1970er Jahren erhält der Einsatz von Accounting in Non-Profit-Unternehmen zunehmend wissenschaftliche Aufmerksamkeit in der internationalen Literatur. Dem Accounting in religiösen Non-Profit-Organisationen (NPOs) wurde aber noch relativ wenig Aufmerksamkeit gewidmet (Booth 1993; Abbdul-Rahman und Goddard 1998; Quattrone 2004), obwohl die Beziehung zwischen Religion und modernen Managementsystemen bereits stärker in den Fokus wissenschaftlicher Untersuchungen gerückt ist (Lungu und Lungu 2014).

Karin Niederwimmer

Barrieren von Nonprofit-Organisation und Umgangsformen damit

In dem Paper geht es um die Frage, mit welchen Barrieren und Schwierigkeiten Nonprofit-Organisationen (NPOs) in Österreich zu kämpfen haben, inwiefern diese ihre Wirkung sowie ihre Nachhaltigkeit einschränken und wie die Organisationen damit umgehen. Basis sind eine quantitative und eine qualitative Erhebung im Rahmen des Europäischen FP7-Projekts „The Contribution of the Third Sector to Europe‘s Socio-economic Development“ unter der Leitung von Bernard Enjolras.

Ruth Simsa, Michael Herndler

Nachhaltiger Wandel in den Beziehungen von NPO und öffentlichen Kontraktpartnern?

Nonprofit-Organisationen (NPO) sind mit erhöhtem Rechtfertigungsdruck konfrontiert und vermehrt gefordert, ihre organisationale Leistungsfähigkeit im Sinne von Effizienz sowie Effektivität und ein Handeln im Einklang mit diversen gesellschaftlichen Erwartungen zu dokumentieren. Dadurch sollen Vertrauenswürdigkeit signalisiert, ihr Handeln legitimiert und Ressourcenzuflüsse (möglichst nachhaltig bzw. langfristig) gesichert werden.

Sandra Stötzer, Julia V. Schwarz, Dorothea Greiling

Internes Kontrollsystem für staatlich finanzierte Nonprofit-Organisationen

Was gehört zu einem funktionstüchtigen internen Kontrollsystem (IKS) für staatlich finanzierte Nonprofit-Organisationen (NPO)? Diese Frage stellte sich auch in der Schweiz erstmals mit Nachdruck im Jahr 2008. Zu diesem Zeitpunkt trat die Neugestaltung der Finanzen und Aufgaben (NFA) in Kraft, wobei die Finanzierung sozialer Einrichtungen grösstenteils vom Bund an die Kantone delegiert worden ist.

Emilio Sutter, Daniel Zöbeli, Yvonne Dietiker

Die Gemeinwohl-Bilanz als Orientierungsrahmen für gesellschaftsgestaltendes Handeln

Die Definition für Gemeinnützigkeit wird in Deutschland in der Abgabenordnung getroffen: „Eine Förderung der Allgemeinheit ist dann anzunehmen, wenn die Tätigkeit darauf gerichtet ist, die Allgemeinheit auf materiellem, geistigem oder sittlichem Gebiet selbstlos zu fördern.“ (§ 52 AO). Das heißt, die Definition legt Ziel und Aufgabe einer Organisation zugrunde, nämlich einen von 25 definierten Bereichen der Allgemeinheit zu fördern.

Oliver Viest

Lokale Engagementnetzwerke in ländlichen Gebieten – Ergebnisse und Implikationen einer Netzwerkanalyse in der Region Odenwald

Vor dem Hintergrund demographischer Entwicklungen in strukturschwachen ländlichen Gebieten spielen lokale Peer-to-Peer-Netzwerke eine immer wichtigere Rolle für den Erhalt von Selbstständigkeit und Lebensqualität im Alter. Die Funktionalität dieser Netzwerke hängt häufig von einigen wenigen Netzwerkknoten, den „Social-Hubs“, ab.

Michael Vilain, Matthias Heuberger

Non-Profit or For-Benefit? An Experimental Approach to the Link of Altruism and Sustainability Orientation on Hybrid Ventures

Entrepreneurship for sustainable development can be defined following Katsikis and Kyrgidou (2008) as the “teleological process aiming at the achievement of sustainable development, by discovering, evaluating and exploiting opportunities and creating value that produces economic prosperity, social cohesion and environmental protection.” Child (2015) describes for-profit social enterprises similarly.

Hüseyin Doluca, Marcus Wagner

Das „Social-Entrepreneurship-Hexagon“ – ein Beitrag zur Klärung eines schillernden Begriffs

Steigendes Interesse gepaart mit einer unübersichtlichen Begriffsvielfalt kennzeichnen den gegenwärtigen Stand der Social-Entrepreneurship-Literatur. Beispiele für das zunehmende Interesse an Social Entrepreneurship lassen sich ebenso zahlreich finden (z.B. Christie und Honig 2006; Dacin et al. 2010; Mair und Martí 2006; Martin und Osberg 2007; Mort et al. 2002), wie die Forderung nach einem einheitlichen, längst ausstehenden Begriffsverständnis (z.B. Bacq und Janssen 2011; Short et al. 2009; Weerawardena und Mort 2006).

Philipp Erpf

Empirische Befunde zur Förderung von Social Intrapreneurship in der Kooperation zwischen Hochschulen und NPO

Der vorliegende Beitrag basiert auf den Ergebnissen der Begleitforschung zu einem Projekt, in dem die Evangelische Hochschule Darmstadt in Kooperation mit einem Diakonischen Träger ein Social Innovation Lab durchgeführt hat. Das Projekt und das geplante Forschungsdesign wurde bereits in einem Beitrag zum 11. NPO Colloquium 2014 in Linz vorgestellt.

Richard B. Händel, Andreas Schröer

Wertstrebigkeit und Sinnerfahrung in NPO – Neue Aspekte in der Entwicklung von Nachhaltigkeit für den Organisationsraum von Werkstätten für Menschen mit Behinderung

Ein Zugang zum Verständnis von NPO ist der über ihre Nicht-Zugehörigkeit, über ihr Weder-Markt-noch-Staat, über ihr Dazwischen, ihre Intermediarität (Simsa 2013 und die dort genannte Literatur). Diese Eigenschaft als „Vermittler zwischen verschiedenen Welten“ (Simsa 2013) schlägt sich in mehrdimensionalen Zielsystemen mit unterschiedlichen, zum Teil konfliktären Rationalitäten nieder.

Rüdiger H. Jung, Susanne Brötz

Nachhaltiges Nonprofit-Management durch kontinuierliche Wandlungsfähigkeit: Überlegungen zur Übertragung des Dynamic Capability-Ansatzes

Grundlegende sozioökonomische Wandlungsprozesse, „großflächige“ ökologische wie politische Entwicklungen oder Krisen mit teils globalen Auswirkungen, ein verschärfter Wettbewerb sowie eine grundsätzlich erhöhte „Marktdynamik bzw. -komplexität“ und sich ändernde Bedürfnisse interner und externer Stakeholder beeinflussen seit geraumer Zeit das Handlungs- bzw. Gestaltungsspektrum von Nonprofit-Organisationen (NPOs) (Dross und Priller 2013).

Katharina Anna Kaltenbrunner

Caring-Profis oder Community Organizer? Wohlfahrtsverbände und Hilfsorganisationen in Zeiten des „Sharing“ am Beispiel einer Fallstudie

Wohlfahrtsverbände hatten traditionell verschiedene gesellschaftliche Funktionen. Sie waren Interessenvertreter und Kümmerer für ihre Mitglieder und Benachteiligte, erzeugten Zusammenhalt auch über soziale Grenzen hinweg, übernahmen öffentliche Aufgaben und hatten so staatsentlastende Wirkung. Dabei sind in den letzten Jahrzehnten große Dienstleistungsbereiche entstanden, die den Organisationen zunehmend ihr Gepräge gaben.

Michael Vilain, Matthias Heuberger, Sebastian Wegner

Landwirtschaft von unten: Community Supported Agriculture als zivilgesellschaftliche Nachhaltigkeitsinitiative

Die fortschreitende Intensivierung und Mechanisierung der landwirtschaftlichen Produktion sowie die tiefgreifenden strukturellen Veränderungen in der Landund Ernährungswirtschaft haben in den vergangenen Jahrzehnten den Charakter der Lebensmittelproduktion und der ländlichen Räume deutlich verändert. Regionale Versorgungsstrukturen sind zunehmend durch globalisierte Wertschöpfungsketten und -netzwerke ersetzt worden.

Marie Wellner, Ludwig Theuvsen

Die philanthropische Infrastruktur der Schweiz für eine nachhaltige Entwicklung

Die Idee der nachhaltigen Entwicklung hat sich seit dem Brundtland-Bericht im Jahre 1987 als umfassendes Transformationskonzept im politischen und gesellschaftlichen Diskurs weit verbreitet und etabliert (Takeuchi und Komiyama 2006). Vor allem Unternehmen wurde eine entscheidende Rolle im Nachhaltigkeitsdiskurs zugesprochen, da sie zum einen Ausgangspunkt von Nachhaltigkeitsproblemen sind und gleichzeitig wesentlich zu ihren Lösungen beitragen können (Schaltegger und Beckmann 2014).

Theresa Gehringer, Georg von Schnurbein

Nachhaltigkeit durch finanzielle Reservenbildung in spendensammelnden Organisationen

Wirtschaftsbetriebe sind ohne finanzielle Sicherheitsreserven kaum denkbar. Kapitalgesellschaften müssen ein Mindestkapital nachweisen können, um geschäftsfähig zu sein, und auch Personengesellschaften haben ohne finanzielle Rücklagen nur beschränkte Entwicklungsmöglichkeiten. Für Nonprofit-Organisationen in der Rechtsform des Vereins, der Genossenschaft oder der Stiftung sind solche Sicherheiten nicht gesetzlich geregelt.

Markus Gmür, Martina Ziegerer

Finanzierung von nachhaltigen und gemeinnützigen Projekten mit Hilfe der Crowd

Nonprofit-Organisationen (NPO) sind aufgrund der zunehmenden Ökonomisierungs- und Professionalisierungstendenzen in den letzten Jahren mit steigenden Ansprüchen und der Notwendigkeit konfrontiert, ihre knappen Ressourcen nachhaltig, effektiv und effizient einzusetzen (Andeßner 2004). Zu den vielfältigen, teils existenziellen Herausforderungen der Organisationen des Dritten Sektors zählen zum einen die Finanzierung im Allgemeinen, insbesondere das Ressourcen- bzw.

Marietta Hainzer

Social Impact Bonds – Möglichkeiten und Grenzen des Konzepts im korporatistischen Wohlfahrtsstaat

Wir nehmen den ersten umgesetzten Social Impact Bond (SIB) in Österreich und unsere Rolle als Evaluator zum Anlass, einen genaueren Blick auf SIBs als nachhaltiges Finanzierungsinstrument zu richten. Im Zentrum steht dabei die Frage, inwieweit die SIB-Modelle hinsichtlich Struktur und Themenfelder auf den deutschsprachigen Raum und das hiesige wohlfahrtsstaatliche Gefüge übertragbar sind.

Reinhard Millner, Clara Moder, Nina Resch

Ist ein Förder-Assessment-Center für Freiwillige ein nutzenstiftendes Instrument eines nachhaltigen Personalmanagements in Nonprofit-Organisationen?

Das formelle freiwillige Engagement ist auch in Österreich einem (fortschreitenden) Wandel unterworfen. Es ist im langfristigen Vergleich – sowohl was die Beteiligungsquote als auch die Beteiligungsintensität betrifft – rückläufig (vgl. dazu die Werte bei Badelt und Hollerweger 2001; BMASK 2013). Es ist zudem vielfältiger geworden; projektorientierte Aktivitäten und neue Formen des Engagements gewinnen (weiter) an Bedeutung.

René Andeßner, Marietta Hainzer

Wandel der Motive Freiwilliger durch die Gestaltung motivierender Tätigkeiten? – eine Cross-Lagged-Panel-Studie

Die Frage nach den Gründen, welche Menschen dazu bewegen, für Projekte, Initiativen und Nonprofit-Organisationen freiwillig und ohne Bezahlung zu arbeiten, stimulierte reichlich sozialwissenschaftliche Forschung. Ein theoretischer Rahmen aus dem Bereich der Sozialpsychologie, der sog. funktionale Ansatz, beschreibt eine Reihe von Funktionen, die Freiwilligenarbeit für die handelnde Person erfüllen kann (Clary et al. 1998).

Stefan Tomas Güntert

Die Relevanz der Nachhaltigkeit für Mitglieder – Eine empirische Untersuchung beim Schweizerischen Hängegleiter-Verband

Hans Carl von Carlowitz (1645-1714) gilt als Vater der Nachhaltigkeit. Er forderte schon früh, dass in einem Wald nur so viel abgeholzt werden sollte, wie sich der Wald in absehbarer Frist auf natürliche Weise regenerieren kann. Damit wollte er sicherstellen, dass das natürliche System des Waldes in seinen wesentlichen Eigenschaften langfristig erhalten bleibt.

Hans Lichtsteiner, Nathaly Schumacher, Vera Liechti

Nachhaltige Mitgliedergewinnung in einer Gewerkschaft

„Solange eine Organisation besteht und funktioniert, muss sie die dreifache Aufgabe erfüllen, Mitglieder zu gewinnen, sie zum Bleiben zu veranlassen und dafür zu sorgen, dass sie ihre Rolle spielen.“ Feinsinnig hat Renate Mayntz in ihrer Organisationssoziologie (1963) die wesentlichen Herausforderungen für jede Managerin und jeden Manager bezeichnet. Für Gewerkschaften und andere Arbeitnehmerorganisationen in den spätindustriellen Gesellschaften weist das Zitat auf eine akute Problemlage hin: Mitgliederschwund, Machtverlust, sinkender Einfluss auf politische Entscheidungsprozesse und fehlende Mobilisierungskraft sind oft gestellte Diagnosen.

Udo Michel, Markus Gmür

Beiträge der österreichischen Zivilgesellschaft zur Bewältigung der Flüchtlingskrise – Leistungen und Lernchancen

Die Herausforderungen durch Immigration und Integration sind nicht nur ein aktuelles Thema, sondern deren Bewältigung wird auch in Zukunft eine Voraussetzung für gesellschaftliche Stabilität und Wohlstand sein. Die im Jahr 2015 virulent gewordene Flüchtlingskrise hat gezeigt, dass die Zivilgesellschaft eine wichtige Rolle einnahm, da seit dem sprunghaften Anstieg der Zahl der Flüchtlinge im Herbst 2015 öffentliche Institutionen stark gefordert bis überfordert waren.

Ruth Simsa, Michael Herndler, Marion Totter

Nachhaltigkeit durch Beteiligung: Was NPOs von sozialen Bewegungsorganisationen lernen können – Das Beispiel Spaniens

In dem Beitrag wird die Frage diskutiert, was traditionelle Nonprofit-Organisationen (NPOs) von Organisationen sozialer Bewegungen (SMOs) lernen könnten.

Ruth Simsa, Marion Totter

Zwischen Theorie und Praxis: Ansätze nachhaltigen Freiwilligenmanagements in Jugendorganisationen

Ausgehend von der Frage, wie gute Praxis im Freiwilligenmanagement von Jugendorganisationen aussieht, wurde in einem dreijährigen Projekt gemeinsam mit der Bertelsmann Stiftung ein empirisch ausgerichtetes Untersuchungsdesign entwickelt und im Rahmen eines mehrstufigen Forschungsprozesses umgesetzt. Im Zuge der Erhebungen zeichnete sich ab, dass die Praxis sehr verschiedenartige Formen der Arbeit mit jungen Freiwilligen ausgebildet hat. Diese stehen jedoch nicht immer im Einklang mit der Vorstellung einer zentralistisch und hierarchisch geführten Organisation.

Michael Vilain, Tobias Meyer

Sektorspezifische Arbeitsplatzqualität in der Schweiz

Der Dritte Sektor beschäftigt rund sieben Prozent der erwerbstätigen Schweizerinnen und Schweizer (Helmig et al. 2011). Internationale Arbeitsmarktentwicklungen unterstreichen die zunehmende volkswirtschaftliche Relevanz des Nonprofit-Sektors als Arbeitgeber (Clark et al. 2011; Roeger et al. 2012) und halten die sektorspezifische Managementliteratur dazu an, die Effekte der Sachzieldominanz nicht nur in Bezug auf das Freiwilligen- und Ehrenamtsmanagement, sondern auch in Bezug auf bezahlte Arbeit zu untersuchen, wesensbestimmende Merkmale dieser Arbeit zu identifizieren, was schließlich potenzielle Anpassungen in den sektorspezifischen Anreiz- und Führungssystemen ermöglicht.

Remo Aeschbacher

Ansätze zu einem nachhaltigen Personalmanagement Ehrenamtlicher

Der Beitrag geht der Frage nach, wie das Personalmanagement von Nonprofit-Organisationen beschaffen sein muss, um nachhaltig in Bezug auf den Umgang mit der Personalfraktion der Ehrenamtlichen zu sein. Nachhaltigkeit heißt Substanzerhaltung und bedeutet im Themenkontext, mit ehrenamtlichem Engagement so pfleglich umzugehen, dass es quantitativ und qualitativ mindestens erhalten bleibt. Der Beitrag greift zwei Konkretisierungsansätze heraus.

Gerhard V. Krönes

Flexible Beschäftigung: Fluch oder Segen für NPO-Führungsfrauen mit familiären Pflichten?

Der Nonprofit-Sektor in Deutschland steht für Interessenvertretung, Dienstleistungserbringung und soziale Integration. Gleichzeitig steht der Sektor für 2,3 Mio. sozialversicherungspflichtig Beschäftigte – mehr als 75% von ihnen sind weiblich (Dathe et al. 2009). In den Führungs- und Kontrollgremien von Nonprofit-Organisationen (nachfolgend NPOs) spiegelt sich dieses Verhältnis jedoch nicht in gleichen Teilen wider.

Franziska Paul, Andrea Walter

Hochgeschätzte Beschäftigung in Nonprofit-Organisationen: Wie lange noch?

Warum ist die Mehrheit der meist weiblichen Beschäftigten, die in den Kernbereichen wohlfahrtsstaatlicher Dienstleistungserstellung tätig sind und in Deutschland überwiegend in NPOs bzw. Einrichtungen der Wohlfahrtsverbände arbeiten, trotz der sich hier zunehmend verschlechternden Arbeitsbedingungen, hoher Arbeitsbelastung, vergleichsweise bescheidener Bezahlung und perspektivisch sehr geringer Rentenleistungen nach wie vor mit ihrer Arbeit zufrieden? Diese Frage steht im Zentrum des folgenden Beitrags.

Eckhard Priller, Annette Zimmer

Fluktuation von Pflegepersonal in Krankenanstalten

Aufgrund der demographischen Entwicklung und Überalterung der Gesellschaft rückt das Pflegepersonal von Krankenanstalten immer mehr in den Mittelpunkt personalwirtschaftlicher Entscheidungen in Hinblick auf Rekrutierung, Weiterbildung, Bindung und gegebenenfalls Entlassungen. Die hohe Fluktuation von Beschäftigten im Pflegebereich signalisiert ein Scheitern, dieses Personal in der eigenen Organisation halten zu können.

Marion Rauner, Michaela Schaffhauser-Linzatti, Sophie-Marie Kaufmann, Sabine Blaschke

Entgeltdiskriminierung auf Führungsebene – Empirische Befunde zum Gender Pay Gap in Nonprofit-Organisationen

Ziemlich genau vier Wochen vor dem 12. NPO-Forschungscolloquium, am 19. März 2016, war Equal Pay Day. Er symbolisiert den geschlechtsspezifischen Entgeltunterschied, der in Deutschland nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes bei 21,6% liegt.

Berit Sandberg

Ist die eingetragene Genossenschaft eine geeignete Rechtsform für kleine Initiativen des bürgerschaftlichen Engagements?

Die erhöhte Neugründungsaktivität insbesondere im Bereich der erneuerbaren Energien hat die Rechtsform der Genossenschaft im Allgemeinen und ihre Eignung für Bürgerinitiativen im Besonderen wieder ins Bewusstsein von Öffentlichkeit und Politik gerückt. Dies findet Ausdruck im Koalitionsvertrag der 18. Legislaturperiode, in welchem die Förderung der Genossenschaft an mehreren Stellen genannt wird.

Johannes Blome-Drees, Philipp Degens, Clemens Schimmele

Nachhaltigkeit und Vernetzung in zukunftsorientierten Schweizer Wohngenossenschaften

In der Schweiz sind in den letzten fünfundzwanzig Jahren eine ganze Anzahl neuer Wohngenossenschaften entstanden, die neuartige oder auch wieder neuentdeckte „zukunftsorientierte“ Formen des Zusammenlebens und einer nachhaltigen Lebensweise realisieren wollen. Sie werden von einem Umfeld aus konstruktiven Häuserbesetzenden, utopischen Gesellschaftsentwürfen und progressiven Architekten getragen und sind auch gesellschaftspolitisch gut verankert.

Jens Martignoni

Sozialgenossenschaften als Akteure des sozialen Wandels und genossenschaftliche Beiträge zu einer nachhaltigen Sozial- und Daseinsvorsorge

Seit der Jahrtausendwende wurden in Deutschland viele Genossenschaften neugegründet. Bei einem derzeitigen Bestand von etwas über 7.800 (Stappel 2015) sind über 2.000 Genossenschaften erst nach der Jahrtausendwende entstanden (Blome-Drees et al. 2015). Deren Geschäftsfelder betreffen weniger die der „traditionellen“ Genossenschaften, sondern richten sich weit mehrheitlich auf neue Tätigkeitsfelder.

Ingrid Schmale, Nicole Göler von Ravensburg

Genossenschaftsmanagement und Member Value Optimierung

Die Frage der Bedeutung von Werten für das Genossenschaftsmanagement wird aus drei grundsätzlichen Perspektiven angegangen. Zum einen gibt es eine Vielzahl an theoretischen Abhandlungen und empirischen Studien über die Wesensmerkmale von Genossenschaften und deren normativen Wertbasis (Hill und Doluschitz 2014). So halten etwa Rößl et al. (2015) fest, dass Genossenschaften „oft aus […] ihnen zugrunde liegenden Werten definierten Idealbild diskutiert“ werden.

Peter Suter, Markus Gmür

Sozialgenossenschaftliche Unternehmen in Deutschland: Begriff, aktuelle Entwicklungen und Forschungsbedarf

Sozialgenossenschaften sind kein gänzlich neues Phänomen. Seit einigen Jahren interessieren sich jedoch zunehmend mehr Akteure aus Politik und Wissenschaft für diese Genossenschaften, so zum Beispiel aktuell im Freistaat Bayern. Seit 2012 unterstützt dort das Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration im Rahmen der „Zukunftsinitiative Sozialgenossenschaften“ neue Projekte und Initiativen mit bis zu 30.000 Euro Anschubfinanzierung.

Marleen Thürling

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