Skip to main content

02.03.2022 | Notenbanken | Nachricht | Online-Artikel

Bundesbank erhöht Wagnisrückstellung erneut

verfasst von: Angelika Breinich-Schilly

2 Min. Lesedauer

Aktivieren Sie unsere intelligente Suche, um passende Fachinhalte oder Patente zu finden.

search-config
print
DRUCKEN
insite
SUCHEN
loading …

Die Deutsche Bundesbank erhöht ihre Wagnisrückstellung auf insgesamt 20,2 Milliarden Euro. Auch für 2022 rechnet das Institut mit einer weiteren Aufstockung. Aufgrund der wirtschaftlichen Auswirkungen des Ukraine-Krieges schließt die Bank zudem eine Erhöhung der Inflationsprognose nicht aus.

"In den Jahren 2020 und 2021 haben sich die Risiken in unserer Bilanz im Vergleich zu der Zeit vor der Pandemie insgesamt stark erhöht", erläuterte Bundesbankpräsident Joachim Nagel die Notwendigkeit einer weiteren Aufstockung der Risikovorsorge anlässlich der Vorlage des Jahresabschlusses 2021. In den vergangenen beiden Jahren habe sich vor allem aufgrund des Pandemie-Notfallankaufprogramms PEPP ein deutlich gestiegenes Zinsänderungsrisiko ergeben. Gleichzeitig resultierten aus den umfangreichen Käufen von Wertpapieren, darunter auch Unternehmensanleihen, stark steigende Kreditrisiken. Auch für den Jahresabschluss 2022 rechnet er mit einer weiteren Aufstockung der Risikovorsorge. 

Aktuell erhöhte die Bundesbank die Wagnisrückstellung in Höhe des verfügbaren Jahresergebnisses um 1,3 Milliarden Euro auf 20,2 Milliarden Euro. 2020 hatte die Bank höhere Erträge ausgewiesen. Die Aufstockung betrug 2021 daher 2,4 Milliarden Euro. Im Jahr 2021 sank der Nettozinsertrag allerdings von 2,9 Milliarden auf 2,5 Milliarden Euro. Aufgrund eines Sondereffekts bei den Personalrückstellungen stieg außerdem der Personalaufwand deutlich um 0,5 Milliarden auf 1,1 Milliarden Euro. 

Euro-Wertpapierbestand treibt Bilanzsumme hoch

"Die Bilanzsumme hat mit gut drei Billionen Euro den höchsten Stand seit Bestehen der Bundesbank erreicht. Sie liegt um 19 Prozent über dem Rekordstand des Vorjahres von 2,5 Billionen Euro", betont Vorstandsmitglied Johannes Beermann, zuständig für Rechnungswesen und Controlling. Als wichtigsten Grund für das Wachstum auf der Aktivseite der Bundesbankbilanz gibt das Institut den gestiegenen Bestand an Euro-Wertpapieren aus den geldpolitischen Wertpapierankaufprogrammen an - insbesondere aus dem Notfallankaufprogramm PEPP. Zudem haben die Forderungen aus geldpolitischen Operationen zugenommen - vor allem aufgrund der für Kreditinstitute pandemiebedingt besonders zinsgünstigen längerfristigen Refinanzierungsgeschäfte GLRG III.

Auf der Passivseite führten die inländische Liquiditätsbereitstellung und Liquiditätszuflüsse aus dem Ausland zu einem deutlichen Anstieg der Einlagen. Damit liegt im gesamten Eurosystem gut ein Viertel aller Einlagen der Kreditinstitute bei der Bundesbank.

Anhebung der Inflationsprognose prognostiziert

Keine verlässliche Einschätzung ist laut Nagel im Hinblick auf die Auswirkungen des Krieges in der Ukraine auf die wirtschaftliche Entwicklung für Deutschland möglich. Klar sei, dass sich ein weiterer Energiepreisschub auch auf die Verbraucherpreise niederschlage. "Ich erwarte, dass wir unsere Prognose für die Inflationsrate in Deutschland 2022 abermals anheben müssen", so der Bundesbankchef. Mittlerweile rechnen die Fachleute des Instituts damit, dass die Inflationsrate im Jahresdurchschnitt fünf Prozent erreichen könnte. "Für den Euroraum ist ebenfalls eine hohe Inflationsrate zu erwarten. Wir müssen die Normalisierung unserer Geldpolitik im Blick behalten."

print
DRUCKEN

Weiterführende Themen

Die Hintergründe zu diesem Inhalt

2021 | OriginalPaper | Buchkapitel

Inflation und Geldpolitik

Quelle:
Markt und Staat

Das könnte Sie auch interessieren