Akzeptanz von E-Lkw in der Logistikbranche steigt
- 06.03.2026
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Die Logistikbranche sieht unter allen alternativen Antrieben die Zukunft beim batterie-elektrischen Lkw. Jedoch bremsen Wissenslücken den Markthochlauf weiterhin. Wasserstoff-Lkw haben an Bedeutung verloren.
Stellenwert alternativer Kraftstoffe/Antriebe für den Güterkraftverkehr (2025)
Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH
Batterie-elektrische Lkw gewinnen in der Logistikbranche an Boden und werden immer stärker als zentrale Technologie für die Antriebswende wahrgenommen. Das macht eine Studie des Öko-Instituts deutlich, für die mehr als 200 Logistikunternehmen befragt wurden. Demnach gehe die Mehrzahl (77 %) der befragten Unternehmen davon aus, dass batterie-elektrische Lkw bis zum Jahr 2030 entweder als Standard (25 %) oder zumindest teilweise (52 %) im Einsatz sein werden. Zum Vergleich: In der letzten Befragung aus dem Jahr 2021 rechneten lediglich 5 % mit einem standardmäßigen Einsatz von E-Lkw bis 2030.
"Die Logistikbranche sieht unter allen alternativen Antrieben die Zukunft beim batterie-elektrischen Lkw. Wasserstoff hingegen hat in den vergangenen Jahren deutlich an Bedeutung verloren", sagt Jonathan Schreiber, Wissenschaftler am Öko-Institut. In der aktuellen Befragung würden weniger als die Hälfte der Unternehmen erwarten, dass Wasserstoff-Lkw bis 2030 als Standard oder zumindest teilweise im Einsatz sein werden – 2021 seien es noch rund 80 % gewesen.
Wissenslücken bei Kosten, Infrastruktur und Regulatorik
Die Umfrage macht zudem deutlich, dass weiterhin erhebliche Wissensdefizite hinsichtlich alternativer Antriebe bestehen. So habe weniger als ein Drittel der befragten Unternehmen die Mautbefreiung für emissionsfreie Lkw korrekt einordnen können, obwohl die Maut einen wichtigen Einfluss auf die Gesamtbetriebskosten habe, so das Öko-Institut. Zudem habe mehr als die Hälfte der Unternehmen (61 %) die Gesamtnutzungskosten eines E-Lkw bislang nicht mit denen eines Diesel-Lkw verglichen. Auch bei infrastrukturellen Grundlagen gebe es Lücken: Zwei Drittel der Unternehmen mit eigenem Depot würden die verfügbare Netzanschlusskapazität ihrer Standorte nicht kennen.
"Es bestehen teils noch erhebliche Wissensdefizite bei Anwendern hinsichtlich zentraler technischer, regulatorischer und ökonomischer Planungsgrößen", sagt Florian Hacker, stellvertretender Bereichsleiter Ressourcen & Mobilität am Öko-Institut. Der Vergleich mit sogenannten Early-Adopter-Unternehmen zeige, dass praktische Erfahrung entscheidend sei, um Vorbehalte abzubauen und realistische Einschätzungen zu ermöglichen. "Aufklärung und praktische Erfahrung wirken beschleunigend für den Markhochlauf. Wissensdefizite zu den finanziellen und technischen Rahmenbedingungen von E-Lkw müssen abgebaut werden", schlussfolgert Hacker.
Ladeinfrastruktur bleibt zentrales Hemmnis
Dabei sind die praktischen Voraussetzungen für den Einsatz batterie-elektrischer Lkw in vielen Fällen günstiger als häufig angenommen, so die Studie. Die Standzeiten würden bei der großen Mehrheit der Fahrzeuge für eine regelmäßige Batterieladung ausreichen. Die Mehrheit der Unternehmen beschäftige sich mit der Beschaffung von batterie-elektrischer Lkw.
Gleichzeitig bliebe die Ladeinfrastruktur ein zentrales Hemmnis: Jedes zweite Unternehmen nenne fehlende öffentliche Ladepunkte als Grund, keine E-Lkw zu beschaffen, während rund ein Viertel der Unternehmen mit eigenem Depot Investitionen in eine eigene Ladeinfrastruktur plane. Dabei erwäge etwa ein Drittel den Einsatz von E-Lkw bis 2030. Flexible Finanzierungsmodelle wie Leasing oder Finanzierungskauf könnten den Hochlauf batterie-elektrischer Lkw zusätzlich beschleunigen.