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28.09.2017 | Nutzfahrzeuge | Nachricht | Onlineartikel

Das größte Elektrofahrzeug der Welt wird ein Muldenkipper

Autor:
Patrick Schäfer

Ein Zementwerk-Betreiber aus der Schweiz plant, aus einem gebrauchten Muldenkipper das größte Elektrofahrzeug der Welt zu machen. Der Komatsu HD 605-7 wird derzeit umgebaut.

Für den Umbau wurden zwei Firmen beauftragt:  Die Firma Lithium Storage GmbH hat bereits Erfahrung mit Elektrolastwagen, während die Kuhn-Gruppe Spezialist für die Muldenkipper von Komatsu ist. Das größte Elektrofahrzeug der Welt mit 45 Tonnen Leergewicht und 65 Tonnen Zuladung soll von zwei Akkupaketen mit insgesamt 700 kWh Speicherkapazität gespeist werden. 

Die zusammen 4,5 Tonnen schweren Akkus des chinesischen Herstellers Shenzen Westart bestehen aus 1440 Nickel-Mangan-Kobalt-Zellen. Auftraggeber für den Elektro-Muldenkipper ist der Zementwerk-Betreiber Ciments Vigier SA, der einen siebenstelligen Franken-Betrag investiert. Zusätzlich wird das Projekt vom Bundesamt für Energie (BFE) gefördert.

Rekuperation soll zu einem Energie-Überschuss führen

Die Idee dahinter: Der Muldenkipper wird rund zwanzig Mal pro Tag für Fahrten von einem Steinbruch hinunter ins Zementwerk und wieder hinauf benötigt. Der Elektroantrieb soll dabei seine Möglichkeit zur Rekuperation gewinnbringend einsetzen. Bei der Talfahrt soll der Elektromotor, der dann als Generator fungiert, das Akkupaket mit etwa 40 Kilowattstunden wieder aufladen, das schont gleichzeitig die Bremsen. 

Mit vollem Akku geht es dann wieder den 13 Prozent steilen Berg hinauf, was circa 10 Kilowattstunden kostet. Diesen Berechnungen zufolge könnte dabei pro Tag ein Überschuss an 200 Kilowattstunden Energie entstehen, der dann ins Netz eingespeist werden könnte.

Weitere große Nutzfahrzeuge denkbar

Sollte sich der Elektro-Muldenkipper im Betrieb bewähren, plant die Firma Ciments Vigier SA den Einsatz von bis zu acht rein elektrischen Fahrzeugen. Auch die Kuhn Schweiz AG überlegt, ob weitere Einsatzgebiete für Elektro-Baumaschinen, etwa im Tunnelbau oder im abgas- und lärmempfindlichen Siedlungsgebiet, sinnvoll wären. 

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