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15.10.2021 | Nutzfahrzeuge | Nachricht | Onlineartikel

Projekt plant Hochleistungsladen für elektrischen Fernverkehr

Autor:
Patrick Schäfer
2 Min. Lesedauer

Im Projekt Hola arbeiten 16 Partner an einer Schnelllade-Infrastruktur für schwere Lkw im Fernverkehr. Das Ziel ist ein emissionsarmer Langstreckentransport ohne Reichweitenbeschränkung.

Im Projekt "Hochleistungsladen im Lkw-Fernverkehr" (Hola) unter der Schirmherrschaft des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) soll eine Hochleistungs-Ladeinfrastruktur für den batterie-elektrischen Lkw-Fernverkehr geplant, errichtet und betrieben werden. Dafür sollen an vier Standorten entlang der Bundesautobahn A2 zwischen Berlin und dem Ruhrgebiet je zwei Hochleistungsladepunkte mit dem sogenannten Megawatt Charging System (MCS) aufgebaut werden. 

Die Standorte werden zunächst mit CCS-Ladepunkten für Lkw unter vollständiger Nutzung der Spezifikation geplant und errichtet, bevor in der zweiten Phase die Installation und Inbetriebnahme des MCS erfolgt. Dabei soll die Ladeleistung von zunächst etwa 450 kW auf bis zu 1.000 kW ansteigen. Die Ladepunkte auf Autobahn-Raststätten, Logistikzentren und Betriebshöfen sollen anschließend im realen Logistikbetrieb getestet werden. 

In der Theorie ergibt sich eine unendliche Reichweite

Die TU Berlin unterstützt das Vorhaben und übernimmt Evaluation und Optimierung des Betriebskonzeptes. Das Fachgebiet Methoden der Produktentwicklung und Mechatronik beschäftigt sich seit 2012 mit dem Hochleistungsladen von Elektrofahrzeugen und überträgt die Ergebnisse jetzt auf Elektro-Lkw. "Es sind Messungen an den Fahrzeugen von vier verschiedenen Lkw-Herstellern auf der gesamten Autobahn A2 zwischen Ruhrgebiet und Berlin durchzuführen. Außerdem muss an den Ladestationen entlang der A2 und an den Standorten der Logistikpartner gemessen werden. Als 'Datendrehscheibe' aller Projektpartner müssen die Forscher der TU Berlin diese heterogenen Daten aus verschiedenen Quellen einheitlich auswerten und analysieren", sagt Fachgebietsleiter Professor Dr.-Ing. Dietmar Göhlich.

Die gesetzlich vorgeschriebenen Pausen zwischen zwei Fahreinsätzen reichen theoretisch aus, um die elektrisch betriebenen Lkw mit Hochleistungsladestationen für den nächsten Streckenabschnitt komplett aufzuladen. Damit ergäbe sich eine fast unendliche Reichweite der Fahrzeuge. "Wir sind gespannt, inwieweit wir das auch in der Praxis über einen längeren Zeitraum nachweisen können", sagt Dietmar Göhlich.

Realer Betrieb voraussichtlich ab 2023

Das Konsortium umfasst 16 Partner aus Industrie und Forschung, dabei übernehmen das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI) die Konsortialführung und, als Konsortialpartner, die Technologieberatung P3 Automotive GmbH die Projektleitung. Die Lkw werden von den Herstellern Daimler Truck, MAN und Scania sowie Volvo gestellt. Bei einer Projektlaufzeit von dreieinhalb Jahren soll mit der Aufnahme des Realbetriebes in der Logistik im Herbst 2023 begonnen werden.

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