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Nutzung der Digitalisierung zur Produktivitätsverbesserung in industriellen Prozessen unter Berücksichtigung arbeitswissenschaftlicher Anforderungen

  • 2021
  • Buch

Über dieses Buch

Im Rahmen der Digitalisierung/Industrie 4.0 wird mit Cyber-Physischen Produktionssystemen ein digitales Abbild realer Industrieprozesse geschaffen als Grundlage vielseitiger Ansätze zur Verbesserung der betrieblichen Prozesse und deren Produktivität.

In diesem Buch wird auf die Erwartungshaltungen an die Digitalisierung/Industrie 4.0 aus arbeitswissenschaftlicher, volks- und betriebswirtschaftlicher Perspektive eingegangen und die hohe Bedeutung dieser technologischen Entwicklung in Forschung und Praxis beleuchtet. Ergänzend wird auf ausgewählte Praxisbeispiele Bezug genommen. Um die betriebliche Umsetzung von Digitalisierung/Industrie 4.0 zu erleichtern, wird ein Klassifikationsschema entwickelt, welches ergänzt wird durch einen ganzheitlichen Ansatz in Form eines Vorgehensmodells. Letzteres betrachtet Digitalisierung/Industrie 4.0 aus einer arbeitswissenschaftlichen Perspektive und basiert auf dem Lean Management. Die Anwendung wird anhand einer Fallstudie beschrieben.

Inhaltsverzeichnis

  1. Frontmatter

  2. Kapitel 1. Einleitung

    Marc-André Weber
    Der Fachtext untersucht die Relevanz und Entwicklung von Produktivitätsstrategien unter Nutzung der Digitalisierung in industriellen Produktionsumgebungen. Es wird die kontinuierliche Evolution der Digitalisierung seit den 1960er Jahren beleuchtet und wie sie die Gestaltung von Produktionsumgebungen und -prozessen verändert hat. Der Text stellt einen arbeitswissenschaftlichen und betriebswirtschaftlichen Klassifikationsansatz vor, der in ein mehrstufiges Vorgehensmodell integriert wird, um die Digitalisierung zielgerichtet einsetzen zu können. Empirische Erhebungen und Fallstudien aus der deutschen Metall- und Elektroindustrie ergänzen die theoretischen Überlegungen. Besonders hervorgehoben werden die Chancen und kritischen Aspekte der Digitalisierung für industrielle Produktionsbetriebe, sowie langfristige Entwicklungen und offene Forschungsfragen.
  3. Kapitel 2. Produktivität, Produktivitätsmanagement und Produktivitätsstrategien

    Marc-André Weber
    Das Kapitel 'Produktivität, Produktivitätsmanagement und Produktivitätsstrategien' beleuchtet die Geschichte und Bedeutung des Produktivitätsbegriffs, der bereits 1766 von François Quesnay eingeführt wurde. Es unterscheidet zwischen volkswirtschaftlichem und betriebswirtschaftlichem Verständnis von Produktivität und betont die zentrale Rolle der Digitalisierung zur Optimierung von Prozessen. Das Produktivitätsmanagement wird als durchgängige Verbesserung betrieblicher Aktivitäten beschrieben, wobei der Regelkreis des Plan-Do-Check-Act-Ansatzes eine zentrale Rolle spielt. Besonderes Augenmerk wird auf die strategische Ausrichtung und die Integration von Produktivitätsstrategien in die Unternehmensstrategie gelegt. Der Text bereitet damit die Grundlage für die weiterführenden Kapitel, die sich mit arbeitswissenschaftlichen und betriebswirtschaftlichen Einflussmöglichkeiten auf die Produktivität befassen.
  4. Kapitel 3. Traditionelle Ansätze der Produktivitätsbeeinflussung

    Marc-André Weber
    Das Kapitel behandelt traditionelle Ansätze der Produktivitätsbeeinflussung, insbesondere Lean Management und Six Sigma. Diese Methoden sind seit Jahrzehnten bekannt und angewendet, ohne eine starke Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologie. Lean Management, entwickelt bei Toyota, basiert auf fünf Prinzipien und zielt auf die kontinuierliche Verbesserung betrieblicher Abläufe. Six Sigma ergänzt dies durch eine datenbasierte Fehlervermeidung. Die Anwendung dieser Ansätze in der deutschen Industrie wird anhand von Studien untersucht, die zeigen, dass größere Unternehmen weiter fortgeschritten sind als kleinere. Die Rolle des Industrial Engineering wird ebenfalls beleuchtet, das für die koordinierte Umsetzung von Lean Management verantwortlich ist. Das Kapitel schließt mit einem Zwischenfazit, das die Bedeutung der traditionellen Ansätze und die Notwendigkeit ihrer Weiterentwicklung durch Digitalisierung hervorhebt.
  5. Kapitel 4. Grundlagen der Digitalisierung

    Marc-André Weber
    Der Beitrag 'Grundlagen der Digitalisierung' untersucht die Nutzung moderner technischer Systeme zur Steigerung der Produktivität und Effizienz in der Industrie. Es wird die historische Entwicklung der Digitalisierung beleuchtet, beginnend mit der Nutzung von Großrechnern in den 1950er Jahren bis hin zur heutigen Vernetzung über das Internet. Besondere Aufmerksamkeit wird der vierten industriellen Revolution, Industrie 4.0, gewidmet, die durch die Verschmelzung von physischer und virtueller Welt gekennzeichnet ist. Die Digitalisierung wird als Treiber für die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie betrachtet und ihre Auswirkungen auf die Arbeitswelt und die Wirtschaft analysiert. Der Text bietet eine Klassifikation der Digitalisierungsansätze und beschreibt die technologischen Möglichkeiten, die zur intelligenten Vernetzung von Maschinen und Menschen führen. Besonders hervorhebenswert ist die detaillierte Darstellung der historischen und volkswirtschaftlichen Aspekte der Digitalisierung, die ein umfassendes Verständnis der Thematik vermittelt.
  6. Kapitel 5. Befragungsstudie zu Produktivitätsmanagement und Nutzung der Digitalisierung

    Marc-André Weber
    Die Befragungsstudie untersucht das Produktivitätsmanagement und die Nutzung der Digitalisierung in der deutschen Metall- und Elektroindustrie. Die Studie basiert auf einer Umfrage unter Fach- und Führungskräften und liefert Einblicke in die aktuellen Praktiken und zukünftigen Erwartungen zur Digitalisierung im Produktivitätsmanagement. Die Ergebnisse zeigen, dass die meisten Unternehmen Produktivitätskennzahlen erfassen und dabei auf Vergangenheitsdaten setzen. Echtzeitdaten und der Datenaustausch mit anderen Standorten und Unternehmen sind weniger verbreitet, aber geplant. Die Studie hebt hervor, dass die Digitalisierung zunehmend als wichtiger Faktor für das Produktivitätsmanagement angesehen wird, insbesondere zur Unterstützung traditioneller Ansätze wie Industrial Engineering und Lean Management. Die Befragungsergebnisse geben einen umfassenden Überblick über die aktuelle Lage und die zukünftigen Entwicklungen im Bereich Produktivitätsmanagement und Digitalisierung in der Metall- und Elektroindustrie.
  7. Kapitel 6. Strukturierung von Produktivitätsstrategien auf Basis der Digitalisierung

    Marc-André Weber
    Das Kapitel 'Strukturierung von Produktivitätsstrategien auf Basis der Digitalisierung' entwickelt einen umfassenden Ordnungsrahmen zur Klassifikation technologischer Ansätze der Digitalisierung. Dieser Rahmen ermöglicht eine systematische Einordnung und Extraktion von Digitalisierungsstrategien, die zur Steigerung der Produktivität in industriellen Prozessen beitragen. Der Fokus liegt auf der Verbesserung der Informationsversorgung und der Reduktion von Aufwänden in der Datenhandhabung. Der Ordnungsrahmen wird durch verschiedene Stufen der Datenverarbeitung und -nutzung erweitert, um eine genaue Zuordnung zu ermöglichen. Besonders hervorgehoben wird die Anwendung in verschiedenen betrieblichen Funktionsbereichen und die Unterstützung unterschiedlicher Formen der Arbeitsunterstützung. Der Text bietet zudem konkrete Beispiele und Good Practices, die die praktische Anwendung des Ordnungsrahmens verdeutlichen.
  8. Kapitel 7. Umsetzungsansätze für Produktivitätsstrategien auf Basis der Digitalisierung

    Marc-André Weber
    Der Fachbeitrag behandelt die Umsetzungsansätze für Produktivitätsstrategien auf Basis der Digitalisierung und stellt ein mehrstufiges Vorgehensmodell vor. Dieses Modell umfasst die Evaluation und Anpassung der grundlegenden Voraussetzungen sowie die Integration der Digitalisierung in Geschäftsmodelle und -prozesse. Besonders hervorzuheben ist die Berücksichtigung von arbeitswissenschaftlichen und betriebswirtschaftlichen Aspekten, die in traditionellen Modellen oft vernachlässigt werden. Das Modell wird anhand von elf Handlungsfeldern erläutert, die verschiedene Aspekte der Digitalisierung abdecken, wie Arbeitsgestaltung, Arbeitsorganisation und Datensicherheit. Die Praxisbeispiele und Erfahrungen aus der deutschen Metall- und Elektroindustrie verdeutlichen die praktische Umsetzung und die erzielten Erfolge. Das Vorgehensmodell bietet eine strukturierte Herangehensweise, die sowohl für Unternehmen mit geringer als auch mit fortgeschrittener Digitalisierungserfahrung geeignet ist.
  9. Kapitel 8. Produktivitätspotenziale am Beispiel der Mensch-Roboter-Kollaboration

    Marc-André Weber
    Das Kapitel 'Produktivitätspotenziale am Beispiel der Mensch-Roboter-Kollaboration' untersucht die Möglichkeiten der Mensch-Roboter-Kollaboration (MRK) zur Steigerung der Produktivität in industriellen Produktionsprozessen. Es beginnt mit einer allgemeinen Einführung in die MRK und deren Abgrenzung zu anderen Formen der Roboternutzung. Anschließend wird eine Fallstudie vorgestellt, die die Integration von MRK in einen Montageprozess beschreibt und die Produktivitätswirkung durch einen Vorher-Nachher-Vergleich aufzeigt. Das Kapitel beleuchtet auch die technischen und organisatorischen Anforderungen sowie die notwendigen Sicherheitsmaßnahmen und Qualifizierungsbedarfe für den Einsatz von MRK. Besonders hervorhebenswert ist die detaillierte Beschreibung der technischen und organisatorischen Anforderungen sowie die praktische Anwendung von MRK in einer Fallstudie, die konkrete Einblicke in die Umsetzung und die damit verbundenen Vorteile bietet.
  10. Kapitel 9. Chancen und kritische Aspekte der Digitalisierung

    Marc-André Weber
    Das Kapitel beleuchtet die Chancen und kritischen Aspekte der Digitalisierung in der Industrie. Es wird hervorgehoben, dass Digitalisierung nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit und Produktivität von Unternehmen steigern kann, sondern auch neue Geschäftsmodelle und Arbeitsplätze schafft. Allerdings werden auch die Herausforderungen und Risiken, wie hohe Einführungskosten, Sicherheitsbedenken und die Notwendigkeit einer guten Datenbasis, detailliert analysiert. Besondere Aufmerksamkeit wird der Balance zwischen traditionellen Produktivitätsmethoden und neuen digitalen Ansätzen gewidmet. Das Kapitel schließt mit praktischen Handlungsempfehlungen, die Unternehmen bei der erfolgreichen Umsetzung der Digitalisierung unterstützen sollen.
  11. Kapitel 10. Ausblick auf weitere Forschung und technologische Entwicklungen

    Marc-André Weber
    Das Kapitel behandelt zukünftige Forschungsfragen und technologische Entwicklungen im Kontext der Digitalisierung. Es werden offene Forschungsfragen identifiziert und konkrete Ansätze zur weiteren Untersuchung vorgeschlagen. Ein Schwerpunkt liegt auf der Quantifizierung von Produktivitätspotenzialen durch Digitalisierungsmaßnahmen und der Entwicklung von Qualifizierungsangeboten, die Lean Management und Digitalisierung kombinieren. Zudem wird ein Ausblick auf zukünftige technologische Entwicklungen gegeben, insbesondere auf die Rolle der künstlichen Intelligenz und bionischer Ansätze in der industriellen Produktion. Diese Themen werden detailliert diskutiert und bieten wertvolle Einblicke in mögliche langfristige Entwicklungen und deren Potenziale.
  12. Kapitel 11. Fazit

    Marc-André Weber
    Dieser Fachbeitrag untersucht die Entwicklungen und Möglichkeiten der Digitalisierung in industriell geprägten Produktionsumgebungen. Ein zentrales Anliegen ist die Nutzung digitaler Technologien zur Steigerung der Produktivität, wobei traditionelle Methoden des Industrial Engineerings und Lean Managements ergänzt und verbessert werden. Die Kennzahl der Produktivität spielt sowohl auf volks- als auch auf betriebswirtschaftlicher Ebene eine große Rolle und beschreibt das Verhältnis von qualitativen und quantitativen Outputfaktoren zu Inputfaktoren. Das Management der Produktivität erfolgt in einem Regelkreis aus Planung, Umsetzung, Kontrolle und Steuerung und sollte strategisch in die Unternehmensziele integriert sein. Der Beitrag stellt ein Klassifikationsschema für verschiedene technische Ansätze der Digitalisierung vor und entwickelt ein mehrstufiges Vorgehensmodell zur Umsetzung von Digitalisierungsmaßnahmen. Dieses Modell zielt explizit auf eine produktivitätssteigernde Wirkung ab und berücksichtigt arbeitswissenschaftliche sowie betriebswirtschaftliche Anforderungen. Durch Fallstudien und empirische Erhebungen werden konkrete Anwendungsszenarien und Empfehlungen für die Umsetzung der Digitalisierung in industriellen Betrieben aufgezeigt. Besonders hervorgehoben wird die Künstliche Intelligenz als nächste Stufe der technologischen Weiterentwicklung, die langfristig auch bionische Produktionsprozesse in Betracht zieht.
  13. Backmatter

Titel
Nutzung der Digitalisierung zur Produktivitätsverbesserung in industriellen Prozessen unter Berücksichtigung arbeitswissenschaftlicher Anforderungen
Verfasst von
Prof. Dr. Marc-André Weber
Copyright-Jahr
2021
Verlag
Springer Berlin Heidelberg
Electronic ISBN
978-3-662-63131-7
Print ISBN
978-3-662-63130-0
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-662-63131-7

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    Bildnachweise
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