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08.04.2016 | Oberflächentechnik | Im Fokus | Onlineartikel

KTL-Beschichter setzt auf BHKW

Autor:
Kathrin Uzunoff


Die Prozessbäder der kathodische Tauchlackierung (KTL) benötigen einen hohen Energieeinsatz, um die erforderlichen Temperaturen permanent einhalten zu können. Sowohl ökologisch als auch ökonomisch lag daher bei einem KTL-Beschichter der Einsatz eines Blockheizkraftwerks nahe.

Energiekosten-Einsparung und ein um circa 27 Prozent und 558 t jährlich reduzierter CO2-Ausstoß – das ist die ökologische und ökonomische Projektbilanz eines bei Holzapfel Coating Westerburg in Betrieb genommenen Blockheizkraftwerks. Damit werden sich die Investitionskosten in Höhe von 450.000 EUR innerhalb von circa 2,5 Jahren amortisieren. 

Die Holzapfel Coating Westerburg GmbH (HCW), ein Unternehmen der Holzapfel Group, ist Spezialist für KTL-Beschichtung. Die ebenmäßig schwarze KTL-Beschichtung wird vor allem auf Bauteile aus der Automobilindustrie wie beispielsweise Sitzführungsschienen aufgebracht. Für eine hochwertige Beschichtung spielt auch die Temperatur in den Prozessbädern eine große Rolle.

Komplexer Prozess in der Projektierung

Die Temperaturen müssen je nach Art des Prozessbades konstant hoch bei 55 °C bis 70 °C liegen; ein Aktivierungsbad muss sogar gekühlt statt beheizt werden, da es maximal 45 °C aufweisen darf. Das permanente Einhalten dieser Temperaturen verbraucht das ganze Jahr über entsprechende Mengen an Energie. Sowohl ökologisch als auch ökonomisch lag daher der Einsatz eines Blockheizkraftwerks nahe, um den Energieverbrauch und damit die Energiekosten dauerhaft zu senken.

Die komplexen Produktionsprozesse des KTL-Beschichters HCW erforderten eine umfassende Analyse der Wärmebedarfsstruktur, um den Wärmeeinsatz mit Einführung des Blockheizkraftwerks gezielt zu verbessern. Dazu wurde mittels Ultraschallmessung eine Bäderanalyse vorgenommen. Unter Zuhilfenahme von Strom- und Gaslastgängen wurde außerdem eine durch ein externes Ingenieurbüro eigenentwickelte Simulation des BHKW-Betriebsverhaltens erstellt. Die Ergebnisse dieser Simulation bildeten eine solide Grundlage zur Wahl der BHKW-Größe.

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Neben dem eigentlichen Einbau des BHKWs wurden Maßnahmen wie etwa Eingriffe in das hydraulische System (Wassersystem) an den KTL-Anlagen vorgenommen. Zudem wurde die Wärmeabgabe in den verschiedenen Bädern durch eine Verbesserung der Regelungstechnik, moderne Pumpentechnologie und neue Wärmetauscher so optimiert, dass das Gesamtverbrauchsszenario positiv beeinflusst wird.

Da die KTL-Anlagen im 3-Schicht-Betrieb laufen, kommt das wärmegeführte BHKW auf eine mittlere Laufzeit von 21,5 Stunden pro Werktag und belädt dabei den gut 5 m hohen, 10000 l fassenden Pufferspeicher. Dieser wiederum versorgt die Bäder mit Heizwasser. Der vom BHKW erzeugte Strom wird nahezu zu 100 Prozent von HCW selbst verbraucht und macht über die Hälfte des Gesamtstrombedarfs des KTL-Beschichters aus. 

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