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11.06.2018 | Oberflächentechnik | Nachricht | Onlineartikel

Lufthülle lässt Schiffe leichter durchs Wasser gleiten

Autor:
Nadine Klein

Eine Luftbeschichtung, die den Reibungswiderstand von Schiffen reduziert, entwickeln Forscher aus ganz Europa im Projekt AIRCOAT. Dabei nutzen sie den Salvinia-Effekt, der es erlaubt, unter Wasser eine Luftschicht dauerhaft zu halten.

Das Projekt AIRCOAT(Air Induced friction Reducing ship COATing) zielt darauf, eine passive Luftschmiertechnologie für Schiffe zu entwickeln, die zum Schutz der Meere und der Atmosphäre beiträgt. Es ist am 1. Mai 2018 gestartet und läuft drei Jahre. Als Projektkoordinator fungiert das Fraunhofer-Center für Maritime Logistik und Dienstleistungen CML in Hamburg. Eine auf den Schiffsrumpf aufgebrachte selbstklebende Folie erzeugt eine dünne Lufthülle, die den Reibungswiderstand wesentlich verringert und gleichzeitig als physikalische Barriere zwischen Rumpfoberfläche und Wasser wirkt. Dadurch lassen sich Kraftstoffverbrauch und Abgasausstoß des Schiffs beträchtlich reduzieren. Die Luftschicht vermindert auch die Abstrahlung von Schiffslärm. Überdies verhindert sie die Ansiedlung von Meeresorganismen am Schiffsrumpf sowie die Freisetzung von bioziden Substanzen aus darunterliegenden Beschichtungen ins Wasser.

Bei der innovativen Luftbeschichtung handelt es sich um eine bionische Anwendung. AIRCOAT basiert auf dem Salvinia-Effekt, den der Botaniker Professor Wilhelm Barthlott von der Universität Bonn und der Physiker Professor Thomas Schimmel vom KIT gemeinsam entdeckt haben. Dieser Effekt ermöglicht es bestimmten Pflanzen wie den Schwimmfarnen (Salvinia) auch unter Wasser zu atmen. Dazu halten sie eine dünne Luftschicht auf der Oberfläche ihrer Blätter, die haarartige Strukturen aufweist und extrem wasserabweisend ist. Das Projekt setzt diesen Effekt nun technologisch auf einem selbstklebenden Foliensystem um.

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