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Über dieses Buch

Sarah Schmid zeigt auf, dass zerfallende oder fragile Staaten nicht pauschal als Räume der Anarchie begriffen werden können, sondern in Abwesenheit des Staates Ordnungsleistungen durch nicht-staatliche Akteure erbracht werden. Am Beispiel Afghanistans und Kolumbiens illustriert die Autorin die Prämissen, aber auch die Grenzen einer öffentlichen Gütererbringung durch nicht-staatliche Akteure am Beispiel der Politikfelder Sicherheit, Rechtsstaatlichkeit und Wohlfahrtsstaatlichkeit und beleuchtet, welche hybriden Formen politischer Organisation sich daraus ergeben.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Kapitel 1. Einleitung

Zusammenfassung
„Was anders sind also Reiche, wenn ihnen die Gerechtigkeit fehlt, als große Räuberbanden?“ (Augustinus 2007, S. 173). Das im 5. Jahrhundert nach Christus von dem Kirchenlehrer Augustinus verfasste Werk De Civitate Dei wird primär mit Blick auf die staats- und moralphilosophischen Überlegungen, die in diesem Zitat anklingen, rezipiert. Der deutsche Diplomat Georg Boomgaarden verweist jedoch darauf, dass Augustinus an dieser Stelle gleichzeitig eine empirische Realität abbildet, die auch im 21.
Sarah Schmid

Kapitel 2. Theoretische Diskussion

Zusammenfassung
Die in Kapitel 1.2.1 der Einleitung skizzierten Ansätze illustrieren einen grundlegenden Paradigmenwechsel im Hinblick auf die Wahrnehmung von Staatlichkeit. Formen der Staatlichkeit, die vom Idealtypus des westlichen Nationalstaates im OECD-Raum abweichen, werden nicht mehr a priori als negativ perzipiert oder als rein evolutionäre Zwischenschritte auf dem Weg zur konsolidierten Staatlichkeit wahrgenommen. Der Heterogenität und Persistenz dieses Phänomens wird folglich erstmals Rechnung getragen. Hierin liegt auch der bahnbrechende Charakter dieses Forschungsstrangs begründet.
Sarah Schmid

Kapitel 3. Empirie

Zusammenfassung
Als Brückenpfeiler zwischen Asien und Europa kommt Afghanistan eine enorme geostrategische Bedeutung zu, die über die Jahrhunderte immer wieder das Interesse expansiver Großmächte weckt. Von einem afghanischen Staat avant la lettre kann jedoch erst ab 1747 gesprochen werden, als Ahmad Shah Durrani in Kandahar zum Anführer einer paschtunischen Stammeskonföderation gekürt wird und – gegen den Widerstand regionaler Großmächte – seine Herrschaft sukzessive auf das komplette Territorium des heutigen Afghanistans ausdehnt. Ein genuines Nationsbewusstsein ist zu diesem Zeitpunkt zwar noch nicht vorhanden, erstmals kann Afghanistan jedoch als ein von den persischen Dynastien und dem Mogulreich distinktes politisches Vielvölker-Konstrukt identifiziert werden (Rubin 2013, S. 112-113; Murtazashvili-Brick 2016, S. 36-40).
Sarah Schmid

Kapitel 4. Fazit und Ausblick

Zusammenfassung
Die vorliegende Analyse zeigt auf, dass nicht-staatliche Akteure in Afghanistan partiell einen funktionalen Beitrag zur Gütererbringung leisten. Ausmaß und Qualität der Gütererbringung variieren dabei von Akteur zu Akteur jedoch deutlich. So weisen die Taliban im Rechtssektor ein positives Leistungsprofil auf, der Befund für das Politikfeld Sicherheit bleibt hingegen ambivalent und die Wohlfahrtsstaatlichkeit bildet die schwächste Dimension.
Sarah Schmid

Backmatter

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