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Über dieses Buch

Dieser Open Access Band fasst erstmals aktuelle neue Entwicklungen im Öffentlichen Verkehr zusammen und entwirft mit dem Konzept der Öffentlichen Mobilität die konkrete Vorstellung eines zukunftsfähigen Öffentlichen Verkehrs. Neben den neuen Mobilitätsdienstleistungen sowie den politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen werden neue Instrumente vorgestellt, mit denen eine Öffentliche Mobilität zukünftig aktiv gestaltet werden kann. Das Konzept der Öffentlichen Mobilität knüpft an den Anspruch des Öffentlichen Verkehrs an und zeigt, wie unter den veränderten gesellschaftlichen Rahmenbedingungen allen Bürgerinnen und Bürgern Mobilität ökonomisch effizient, ökologisch verträglich und sozial gerecht angeboten werden kann.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Open Access

Einleitung

Zusammenfassung
Bei allen aktuellen gesellschaftlichen Kontroversen scheint eines sicher zu sein, wir leben in Zeiten großer gesellschaftlicher Veränderungen. Manche Beobachter*innen interpretieren die gesellschaftlichen Konflikte sogar als Ausdruck einer allgemeinen Verunsicherung und sehen darin den Beleg für den sich vollziehenden gesellschaftlichen Wandel, so als würden tiefgreifende gesellschaftliche Veränderungen notwendigerweise mit einer Verunsicherung der Bevölkerung einhergehen, die sich dem Wandel nicht gewachsen fühlt. Die vermeintlich neuen sozialen Phänomene wie Antisemitismus, Frauenfeindlichkeit und Rassismus scheinen sich so zu erklären, wenn sie nicht sogar mit einer verängstigten Bevölkerung entschuldigt werden.
Oliver Schwedes

Grundlagen Öffentlicher Mobilität

Frontmatter

Open Access

Daseinsvorsorge und Öffentliche Mobilität: Die Rolle des Gewährleistungsstaats

Zusammenfassung
Der öffentliche Verkehr wird seit Beginn der Bundesrepublik als Aufgabe der Daseinsvorsorge verstanden. Eine Reform des öffentlichen Verkehrs im Sinne unseres Verständnisses von Öffentlicher Mobilität (siehe den Beitrag von Wolking in diesem Band) erfordert daher auch eine zeitgemäße Weiterentwicklung des Konzepts Daseinsvorsorge. Dazu ist es notwendig, ein Verständnis für die gesellschaftliche Funktion dieses verwaltungswissenschaftlichen Begriffs zu erarbeiten.
Oliver Schwedes, Roman Ringwald

Open Access

Integration und Öffentliche Mobilität: Die Rolle der Planung

Zusammenfassung
Nachdem der öffentliche Verkehr in den ersten Nachkriegsjahrzehnten im Zuge der wirtschaftlichen Prosperität stetig an Bedeutung zugunsten des privaten Autoverkehrs verloren hatte, wurde er in den 1970er Jahren wiederentdeckt. Allerdings war das wiedererwachte Interesse der Verkehrsplaner*innen am öffentlichen Verkehr mehrheitlich dadurch motiviert, den rasant wachsenden Autoverkehr zu entlasten, um die Stauanfälligkeit zu reduzieren und damit die ‚freie Fahrt für freie Bürger‘ zu gewährleisten. Damals etabliert sich der verkehrspolitische Konsens, dass der öffentliche Verkehr auch zukünftig als Teil der Daseinsvorsorge, ein Mindestmaß an Mobilität für diejenigen erbringen soll, die sich kein Auto leisten können.
Oliver Schwedes

Open Access

Teilhabe und Öffentliche Mobilität: Die Rolle der Politik

Zusammenfassung
Waren Verkehrspolitik und -planung in der Vergangenheit zumeist beschränkt auf die Verringerung von Raumwiderständen zur Herstellung von reibungslosen automobilen ‚Verkehrsflüssen‘, hat sich durch die Einbeziehung von Gerechtigkeitskonzeptionen und die präzise Unterscheidung zwischen den Begriffen Verkehr und Mobilität sowie den Einbezug des Individuums mit seinen subjektiven Wahrnehmungen die Möglichkeit eröffnet, eine innovative Form von Verkehrsplanung bzw. Mobilitätspolitik zu gestalten.
Stephan Daubitz

Aktuelle Entwicklungen Öffentlicher Mobilität: Neue Entwicklungspfade zu einem menschengerechten Verkehr

Frontmatter

Open Access

Öffentliche Mobilität und neue Mobilitätsdienstleistungen – Rahmenbedingungen und Gestaltungsperspektiven

Zusammenfassung
Der Mobilitätssektor befindet sich in einem umfassenden Transformationsprozess. Gesellschaftliche Makroentwicklungen, wie die Urbanisierung, Individualisierung, demographischer Wandel und Digitalisierung, eröffnen neue Möglichkeiten, führen aber andererseits auch zu erweiterten Anforderungen an das Mobilitätssystem. Die veränderten Rahmenbedingungen auf übergeordneter Ebene stoßen einen Wandel in Hinblick auf das Mobilitätsverhalten, auf das Mobilitätsangebot, aber auch auf die Leitbilder und Strategien der Politik an. Die Debatte um eine Verkehrswende verdeutlicht die Notwendigkeit von Veränderungen des Verkehrssystems. Durch den kontinuierlich hohen Anteil an den Treibhausgasemissionen in Deutschland kommt dem Verkehrssektor, als zweitgrößter Emittent nach der Energiewirtschaft, eine entscheidende Rolle im Kampf gegen den Klimawandel zu.
Christina Wolking

Open Access

Öffentliche Mobilität und neue Formen der Governance: das Beispiel Volksentscheid Fahrrad

Zusammenfassung
Der Anstoß für Deutschlands erstes Fahrradgesetz kam aus der Zivilgesellschaft. Der Impuls entstand aus dem weiterhin ungeklärten Konflikt zwischen der Autofixierung der konservativen deutschen Verkehrspolitik und dem progressiven Wunsch nach einer nachhaltigen Mobilität, die sich an den Bedürfnissen der Bürger*innen orientieren soll und eine Umverteilung des Straßenraumes zugunsten des Radverkehrs erforderte. Dass Verkehr nachhaltiger gestaltet werden muss, war Konsens. Über das Wie gingen die Meinungen stark auseinander.
Dirk von Schneidemesser

Open Access

Öffentliche Mobilität und eine neue Mobilitätskultur – Grundlagen, Entwicklungen und Wege zur kulturellen Verkehrswende

Zusammenfassung
Der vorliegende Beitrag setzt sich aus einer kulturtheoretischen Perspektive mit neuen Mobilitätskulturen und ihrer Bedeutung für die Öffentliche Mobilität auseinander. Wenn es das verkehrsplanerische und -politische Ziel ist, jede*r Bürger*in die gesellschaftliche Teilhabe zu gewähren, aber den dadurch verursachten Verkehr in seinen negativen Auswirkungen zu begrenzen (siehe die Einleitung von Schwedes in diesem Band), dann werden vielfältige und mit Konflikten verbundene Umgestaltungs-, Umverteilungs- und Aushandlungsprozesse geführt werden müssen, die sowohl auf materieller wie auf symbolischer Ebene wirken: Es braucht eine neue Mobilitätskultur.
Maximilian Hoor

Aktuelle Entwicklungen Öffentlicher Mobilität: Neue Instrumente zur Gestaltung eines menschengerechten Verkehrs

Frontmatter

Open Access

Öffentliche Mobilität legitimieren: Das Berliner Mobilitätsgesetz

Zusammenfassung
Seit vielen Jahren hat in Berlin der Fahrradverkehr zugenommen – absolut und auch relativ. Einige behaupten, wegen der kommunalpolitischen Bemühungen, Andere behaupten, trotz dessen. In einigen Gegenden der Stadt nimmt der Radverkehr schon gefühlt einen Anteil von 50 % auf der Fahrbahn, d. h. gegenüber dem Kfz-Verkehr, ein.
Jens Holger Kirchner

Open Access

Öffentliche Mobilität finanzieren: Plädoyer für ein neues Verständnis der Mobilitätsfinanzierung im öffentlichen Verkehr

Zusammenfassung
Mit der Herausbildung integrativer Planungsansätze zur besseren Erfassung des Phänomens stellt sich nicht nur die Frage nach geeigneten Messinstrumenten zur Beschreibung der Komplexität der Bewegung von Menschen in Raum und Zeit. Vielmehr ergeben sich daraus auch gänzlich neue Anforderungen an den Bereich der Governance, d. h. die immateriellen und materiellen Rahmenbedingungen von Mobilität. Zu den immateriellen Rahmenbedingungen gehören die im historischen Kontext verorteten ethischen Begründungen für die Organisation von Mobilität ebenso wie die daraus entstandenen Handlungsmuster und Routinen, d. h. die Mobilitätskultur (siehe den Beitrag von Hoor in diesem Band).
Oliver Mietzsch

Open Access

Öffentliche Mobilität bewerten: Ansprüche an mobilitätsbezogene Mess- und Vergleichsverfahren

Zusammenfassung
Mobilität erstens messen und zweitens bewerten zu können, ist eine Grundvoraussetzung für ihre planungspraktische Operationalisierung. Hierbei gilt es eine Vielzahl an Spezifika zu beachten, welche die Mobilität von klassischen verkehrsplanerischen Mess- und Bewertungsgrößen unterscheidet. Diese mobilitätsspezifischen Besonderheiten führen dazu, dass neue in der Verkehrswissenschaft ungebräuchliche Methoden zur Anwendung kommen müssen. Eine dieser Methoden ist die Indexbildung, welche die Mobilität großflächig messbar und bewertbar macht. Eine zentrale Voraussetzung um den Anspruch einer Öffentlichen Mobilität überprüfen zu können.
Alexander Rammert

Open Access

Öffentliche Mobilität gestalten – Die Mobilitätsberichterstattung

Zusammenfassung
Wie mobil eine Person ist, wird bestimmt von der Anzahl und Qualität ihrer Möglichkeiten – dem Möglichkeitsraum. Die Mobilität von Menschen ist daher von den äußeren, öffentlichen Einflussfaktoren abhängig, die sich aus dem Verkehrssystem selbst als auch aus den räumlichen, gesellschaftlichen und ökonomischen Einflussfaktoren ergeben. Um Mobilität für alle zu gestalten, sind somit die Bedarfe der Bevölkerung und ihre bestehenden Möglichkeitsräume in der Verkehrsplanung zu berücksichtigen.
Sven Hausigke, Carolin Kruse

Open Access

Fazit: Verkehrswissenschaft als Gesellschaftswissenschaft

Ohne Zusammenfassung
Oliver Schwedes
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