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Über dieses Buch

In diesem Sammelband wird die Situation der öffentlichen Verwaltung in Brasilien und Deutschland analysiert. Es wird diskutiert, welche aktuellen Herausforderungen sich für sie stellen. Die Autorinnen und Autoren fokussieren dabei verwaltungsinterne Prozesse ebenso wie die Beziehungen zur Außenwelt – aus politikwissenschaftlicher und soziologischer Sicht. Die Themen der Beiträge reichen von der politischen Transformation in Brasilien bis hin zur deutschen Debatte um die Modernisierung der Verwaltung. Durch die ländervergleichende Analyse von Feldern wie Ausbildung, Bürgerbeteiligung, Umgang mit Minderheiten und Korruption soll ein wechselseitiger Dialog zwischen beiden Ländern angestoßen werden.​

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Öffentliche Verwaltung in Brasilien und Deutschland – Einleitung des deutschsprachigen Bandes

Zusammenfassung
Die Idee zu diesem Sammelband wurde auf dem 17. Internationalen Brasilianischen Kongress für Soziologie (XVII Congresso Brasileiro de Sociologia) geboren, der vom 20.-23. Juli 2015 in Porto Alegre stattfand. Professor*innen und Doktorand*innen der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung des Landes Nordrhein-Westfalen (FHöV NRW) waren zu einer Round-table Diskussion zum Thema „Sociology and Public Administration.
Katrin Möltgen-Sicking, Henrique Ricardo Otten, Malte Schophaus

Ausbildung für die öffentliche Verwaltung

Frontmatter

Ausbildung der Beamten in Brasilien

Zusammenfassung
Die Beamten spielen für den Staat eine entscheidende Rolle, denn nur durch sie können die Regierungen auf den drei Ebenen des Staatsaufbaus (föderal, einzelstaatlich, kommunal) ihre Kompetenzen wirksam zur Geltung bringen. Nach Boschi und Gaitan (2012, S. 12) geht es dabei um die „Fähigkeiten der relevanten Akteure (Exekutive, Legislative und Bürger), die Entscheidungs- und Allokationsmuster zu garantieren, die sich zur Bewältigung der Themen eignen, die auf der wirtschaftlichen und sozialen Tagesordnung der Länder stehen.“ Hinsichtlich der Public Policy beinhalten solche Kompetenzen des Regierens die Fähigkeit, politische Maßnahmen so zu steuern, dass sie effektiv, effizient und nachhaltig sind, um die vorgezeichneten Ziele zu erreichen (Grindle 2004; Bernardi 2006).
Letícia Schabbach, Marília Ramos

Ausbildung für die (kommunale) Verwaltung in Deutschland

Zusammenfassung
In Deutschland waren im Jahr 2015 von den 81,4 Millionen Einwohnern ca. 40,3 Millionen erwerbstätig und von diesen waren mehr als 4,6 Millionen im öffentlichen Dienst beschäftigt. Mehr als jeder achte Erwerbstätige ist also beim Bund, den 16 Ländern, den Städten, Gemeinden und Kreisen, den Sozialversicherungen und deren zugehörigen Ämtern, Betrieben und Einrichtungen tätig. Fast jeder dritte dieser Beschäftigten arbeitet für den kommunalen Bereich (Statistisches Bundesamt 2016a, S. 349, 360).
Bernhard Frevel

Politische Partizipation und öffentliche Verwaltung

Frontmatter

Politische Partizipation und öffentliche Verwaltung: Formen der Bürgerpartizipation in den brasilianischen Kommunen

Zusammenfassung
Thema dieses Beitrags ist das Verhältnis zwischen der öffentlichen Verwaltung und der politischen Partizipation in brasilianischen Kommunen. Seit die brasilianische Verfassung von 1988 die Militärdiktatur abgelöst hat, erfolgt die für liberale Demokratien typische politische Partizipation über regelmäßige Wahlen.
Soraya Vargas Côrtes

Politische Partizipation und öffentliche Verwaltung in Deutschland – Bürgerbeteiligung auf kommunaler Ebene und deren Bedeutung für die Verwaltung

Zusammenfassung
Wozu dient die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Thema „politische Partizipation“ in einem Sammelband, der sich mit der öffentlichen Verwaltung in Deutschland und Brasilien befasst? Ist es nicht Aufgabe der öffentlichen Verwaltung als Exekutive, die von den Parlamenten beschlossenen Gesetze umzusetzen oder die von den Bürgern, etwa im Rahmen von Referenden, entschiedenen Maßnahmen zu administrieren? Sind Verwaltung, Politik und Bürger nicht „Gegenspieler“ in einem Kräftedreieck, die mit unterschiedlichen Zielsetzungen und Ressourcen operieren? Oder kann die Verwaltung eine aktive Rolle im Zusammenhang mit der Beteiligung von Bürgern an politischen Entscheidungsprozessen einnehmen, diese gegebenenfalls sogar initiieren, moderieren und unterstützen oder gar beeinflussen?
Katrin Möltgen-Sicking

Die Beziehungen zwischen Sozialen Bewegungen und der öffentlichen Verwaltung

Frontmatter

Städtische Soziale Bewegungen und deren Verhältnis zur brasilianischen Staatstätigkeit

Zusammenfassung
In Brasilien spielen Soziale Bewegungen seit jeher eine zentrale Rolle, sowohl bei der Rückkehr zur Demokratie – die die Verkündung der 1988er Verfassung (die sogenannte „bürgerliche Verfassung“) zeitigte – als auch heute im Kampf um allgemeine Bürgerrechte.
Vanessa Marx

Zur Kooperation Sozialer Bewegungen mit öffentlichen Verwaltungen in Deutschland

Zusammenfassung
Soziale Bewegungen und öffentliche Verwaltungen können – zumindest hinsichtlich der Organisationsform – gegensätzlicher nicht sein. Soziale Bewegungen sind lose Zusammenhänge von Menschen und Organisationen, die auf Basis einer geteilten Identität sozialen und kulturellen Wandel herbeiführen möchten (Rucht 1994b; Snow, Soule & Kriesi 2004). Öffentliche Verwaltungen hingegen sollen eine kollektive Ordnung aufrecht erhalten, sie dienen der Bestandssicherung einer bestehenden politischen Herrschaft und der Durchsetzung ihrer Ziele (Mayntz 1982, S. 42ff.).
Malte Schophaus

Migration, Minderheiten und die öffentliche Verwaltung

Frontmatter

Brasilien: Die Last der Vergangenheit und Projekte für die Anerkennung und Integration von Minderheiten

Zusammenfassung
Im neunzehnten Jahrhundert war Brasilien, wie auch Preußen, eine führende Regionalmacht, die sich mit der Annexion von Nachbarländern ausdehnte. Am Anfang des Jahrhunderts kämpfte beispielsweise Portugal und später Brasilien (nach dessen Unabhängigkeitserklärung 1820) gegen Argentinien um den Besitz jener Region, die später das Gebiet von Uruguay ausmachen sollte. Uruguay wurde 1828 als Pufferstaat zwischen den beiden größeren Ländern gegründet.
Karl Monsma

Deutschland – Interkulturelle Öffnung der öffentlichen Verwaltung in einem „Einwanderungsland wider Willen“

Zusammenfassung
Der folgende Beitrag befasst sich mit der Rolle der öffentlichen Verwaltung in der Migrationsgesellschaft Deutschland. Dabei soll eine sozialhistorische Analyse skizzieren, wie sich die Haltung in Deutschland zu Wanderungsfragen entwickelt hat. Erst mit einem Blick auf die Geschichte staatlicher und gesellschaftlicher Praktiken im Umgang mit Migration lässt sich sodann die Frage beantworten, wie die öffentliche Verwaltung in Deutschland migrationsgesellschaftliche Themen und Herausforderungen heute bearbeitet und inwiefern sich das staatliche Handeln in dieser Hinsicht verändert hat.
Henrique Ricardo Otten

Korruption in der öffentlichen Verwaltung

Frontmatter

Korruption des öffentlichen Sektors in Brasilien: Eine Übersicht

Zusammenfassung
Ziel dieses Beitrags ist es, eine Übersicht über die Literatur zur Korruption des öffentlichen Sektors in Brasilien zu geben – ein Thema, das seit einigen Jahren viel Aufmerksamkeit erregt. Es ist hier aber angesichts der Komplexität und der ständigen Weiterentwicklung der Korruptionsforschung nicht beabsichtigt, das Thema erschöpfend zu behandeln, sondern es geht darum, einen kurzen Überblick über die bestehende Forschung zur Korruption des öffentlichen Sektors zu gewinnen. Die Übersicht gliedert sich entlang dreier miteinander verbundener Untersuchungsbereiche, die die Demokratie in Brasilien seit den späten 1980er Jahren betreffen: Korruptionsindikatoren, institutionelle Ursachen der Korruption und Reformen zur Korruptionsbekämpfung.
Luciano Da Ros

Korruption im deutschen öffentlichen Dienst: Spannungsfelder und Problembereiche

Zusammenfassung
Sucht man nach Beispielen für besonders korrupte Gesellschaften, so fällt der Blick sicherlich nicht zuerst auf Deutschland. Im Index von Transparency International nimmt Deutschland im Jahr 2016 Platz 10 ein (Transparency International 2017). Gerade die Erfahrungen mit dem Nationalsozialismus, aber auch mit dem System in der DDR haben zur besonderen Orientierung des modernen Deutschlands hin zum Prinzip des Rechtsstaates geführt.
Carsten Stark

Aktuelle Herausforderungen

Frontmatter

Aktuelle Herausforderungen für die öffentliche Verwaltung in Brasilien

Zusammenfassung
Dieser Beitrag analysiert die Herausforderungen, denen sich die brasilianischen öffentlichen Einrichtungen heute stellen müssen. Diese Herausforderungen ergeben sich aus der Gliederung des Staates und der Verfassung der politischen Institutionen, die die Reichweite und die Ergebnisse von Vorschlägen zur Änderung der Verwaltungsstrukturen bestimmt haben. Unter den Institutionen, die von Bedeutung für die Auswirkungen solcher Vorschläge waren, sind die folgenden hervorzuheben: die präsidentielle Koalitionsregierung, der dreistufige Föderalismus, die Dezentralisierung der Politik, die brasilianische Bundesverfassung und die historischen Muster der Beziehungen zwischen Staat und Gesellschaft.
Letícia Schabbach

Aktuelle Herausforderungen der öffentlichen Verwaltung in Deutschland

Zusammenfassung
Von Niklas Luhmann als „altes, ewig neues Thema“ beschrieben, ist die Geschichte der öffentlichen Verwaltung in Deutschland immer auch die Geschichte ihrer Reformen. Dieser Beitrag wird zunächst die Reformbemühungen seit den 1960er Jahren nachzeichnen, ehe der Blick auf die aktuellen und kommenden Herausforderungen für die öffentliche Verwaltung gerichtet wird.
Rainer Frey, Thorben Winter

Backmatter

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