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Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Einleitung

Einleitung

Zusammenfassung
Allen wissenschaftlichen Studien über die dramatischen Folgen der Zerstörung der natürlichen Lebensgrundlagen zum Trotz, wird das Ausmaß der Bedrohung der menschlichen Zivilisation durch die globalen Umweltprobleme immer noch unterschiedlich beurteilt. Während einige Wissenschaftler und Politiker keine ernste Bedrohung der natürlichen Umwelt erkennen können und einen Öko- Optimismus fordern (Maxeiner; Mirsch 2001), sehen andere die Zerstörung der natürlichen Lebensgrundlagen der Menschheit als unausweichlich (Taylor 1971). Das vorliegende Buch folgt keiner dieser Extrempositionen. Ein plumper Öko-Optimismus, der die Risiken der eingeschlagenen wirtschaftlichen und technischen Entwicklung negiert, entspringt möglicherweise einer selektiven Wahrnehmung oder einer kurzsichtigen Interessenpolitik. Andererseits zeigt die Geschichte, dass die Menschheit immer wieder in der Lage ist, mit zunehmender Gefahr auch Lösungen zu ihrer Beseitigung zu finden. Wie wir noch sehen werden, sind viele Techniken für eine nachhaltige Entwicklung bereits vorhanden (z.B. Nullenergiehäuser, die keine fossilen Energieträger zur Raumbeheizung und Warmwassererzeugung benötigen). Allerdings werden sich diese Techniken ohne politisch-rechtliche Instrumente nicht auf den Märkten durchsetzen können, da Produkte und Techniken heute die falschen Preissignale aussenden.
Holger Rogall

Grundlagen

Frontmatter

1. Nachhaltigkeit — was heißt das eigentlich

Zusammenfassung
Bereits seit der ersten Umweltschutzkonferenz der Vereinten Nationen 1972 in Stockholm wird in Fachkreisen die Frage diskutiert, ob das menschliche Leben und Wirtschaften auf einen Punkt zusteuert, an dem es Gefahr läuft, sich seiner eigenen natürlichen Grundlagen zu berauben (vgl. grauen Kasten).
Holger Rogall

2. Ökonomische Grundlagen

Zusammenfassung
Von wenigen Ausnahmen abgesehen (zu nennen sind die französischen Physiokraten, David Ricardo und Thomas Malthus im 18. und 19. Jahrhundert sowie Wilhelm Kapp im 20. Jahrhundert) maß die Ökonomie dem Erhalt der natürlichen Ressourcen keine wesentliche Bedeutung zu. Auch wenn sich einzelne Vorläufer der Forderung nach einer nachhaltigen Nutzung der natürlichen Ressourcen bereits im Altertum (römische und persische Wiederaufforstungsprogramme) und in den europäischen Kolonien der Neuzeit finden lassen, spiegelten sich diese Ansätze in den Lehrbüchern dieser Zeit nicht wider. Erst im Zuge der UN-Umweltkonferenz 1972 in Stockholm, der Erd-Öl-Preiskrise 1973/74 und der ersten Studien über die „Grenzen des Wachstums“ (Meadows 1972) rückte ins Bewusstsein, dass die natürlichen Ressourcen endlich sind und von der Menschheit übernutzt werden. In diesem Zeitraum entstand auch die neoklassische Umweltökonomie.
Holger Rogall

3. Instrumente einer nachhaltigen Entwicklung

Zusammenfassung
Bei zwei großen Untersuchungen in den 90er Jahren wurde deutlich, dass sich hohes Umweltbewusstsein und umweltschädliches Verhalten keinesfalls ausschließen. Überspitzt formuliert, könnte man die Forschungsergebnisse sogar wie folgt zusammenfassen: Je umweltbewusster sich jemand fühlt, umso schlechter fällt tendenziell seine persönliche Umweltbilanz aus.
Holger Rogall

4. Akteure einer zukunftsfähigen Entwicklung

Zusammenfassung
Um eine Übersicht über die Rolle der wichtigsten gesellschaftlichen Akteursgruppen für eine nachhaltige Entwicklung zu erhalten, wurde 2002/03 eine Untersuchung über die Interessen und Mittel zur Interessendurchsetzung ausgewählter Akteursgruppen durchgeführt (Rogall 2003). Hierzu wurden die Akteursgruppen und Akteure in direkte und indirekte Akteure gegliedert. Entscheidendes Kriterium war hierbei die Frage, inwieweit die Akteure in der Lage sind, politisch-rechtliche Instrumente (Gesetzesnormen) in Kraft zu setzen.
Holger Rogall

5. Zwischenfazit

Zusammenfassung
Die heute dominierenden Produktions- und Konsumstile bringen Umweltprobleme mit sich, die im Begriff sind die natürlichen Lebensgrundlagen zu zerstören. Das Ausmaß der Stofffreisetzungen (Emissionen), des Ressourcen- und Energieverbrauchs sowie der Flächeninanspruchnahme ist mit den Prinzipien der Nachhaltigkeit nicht vereinbar (Deutscher Bundestag 2002/07: 35). Nach den Erkenntnissen der Umweltökonomie kann diese Fehlentwicklung aufgrund der Faktoren des Marktversagens nicht von alleine oder über eine stärkere Information der Konsumenten und Unternehmen beseitigt werden.
Holger Rogall

Handlungsfelder

Frontmatter

Vorbemerkungen

Zusammenfassung
Das Zieldreieck der Nachhaltigkeit, wie es hier verstanden wird, umfasst alle Bereiche, die als Essentiales eines menschenwürdigen und dauerhaft aufrechterhaltbaren Lebens der Menschheit in den Grenzen des Umweltraumes zu betrachten sind. Hierzu gehören wie im Kap. I 1.3 beschrieben ökologische, ökonomische und sozial-kulturelle Ziele.
Holger Rogall

1. Energie

Zusammenfassung
Der technische Stand von Gesellschaften wurde immer auch durch die vorhandenen Energieumwandlungstechniken charakterisiert. Die Umwandlung von Primärenergie in Endenergie in Form der Verfeuerung von Holz und anderer an der Oberfläche sammel- und brennbarer Naturmaterialien begann vor ca. 300.000 bis 400.000 Jahren, z.B. in Form von offenen Feuerstellen zur Wärmegewinnung, Essenszubereitung und Abschreckung von Tieren (Geiss 1979: 47). Der Wirkungsgrad dieser Form der Energieumwandlung war außerordentlich schlecht, dennoch blieben die Umweltbelastungen aufgrund der niedrigen Bevölkerungszahl und des geringen Materialeinsatzes vernachlässigbar. Allerdings sind lokale Abholzungen schon aus dem Altertum (China, Persien), dem Mittelalter und der beginnenden Neuzeit (England, Deutschland, Jamaika, Mauritius) bekannt.
Holger Rogall

2. Mobilität

Zusammenfassung
Unter Mobilität wird die Möglichkeit verstanden an alle Orte zu gelangen, an denen man gewünschte Aktivitäten ausführen kann. Die Mobilität eines Menschen wird umso größer, je besser (einfacher, bequemer) er diese Orte erreichen kann. Damit ist Mobilität nicht gleich Verkehr (Fortbewegung mittels Verkehrsmittel). Ein sehr abgeschieden lebender Mensch (Insel, Gebirge), der über einen Pkw verfügt, kann z.B. sehr viele Zeit mit seinem Auto unterwegs sein, und doch eine geringere Mobilität besitzen als ein Mensch in einer Großstadt, der viele gewünschte Orte zu Fuß erreichen kann. Dennoch werden beide Begriffe oft als Synonyme verwendet, ja, Mobilität wird in den Industriestaaten oft mit Automobilität gleichgesetzt (UBA 2002: 193).
Holger Rogall

3. Ressourcenschonung, EcoDesign, Abfall

Zusammenfassung
Die Produkte der industriellen Gesellschaft (hier im umfassendsten Sinne als alle Erzeugnisse verstanden) sind einzeln mehr oder weniger harmlos, in ihrer Menge aber die Quelle fast aller Umweltprobleme. Das gilt insbesondere, wenn man den gesamten Lebensweg der Produkte und ihrer Bestandteile betrachtet: von der Suche, dem Abbau und der Verarbeitung der Rohstoffe, der Fertigung des Produkts, dem Konsum und schließlich der Entsorgung des Produkts sowie zwischen jeder Stufe der Transport. In jeder Phase werden Energie und andere Ressourcen verbraucht, fallen Abfälle und oft Schadstoffe und Emissionen an. Daher werden die drei zusammenhängenden Handlungsfelder Ressourcenschonung, ökologische Produktgestaltung und Abfall in diesem Kapitel zusammenfassend behandelt.
Holger Rogall

4. Wirtschaftspolitik

Zusammenfassung
Aufgabe einer nachhaltigen Wirtschaftspolitik ist es Strategien zu entwikkeln, wie die ökonomischen Ziele des Zieldreiecks der Nachhaltigkeit im Rahmen der Grenzen des Umweltraumes erreicht werden können (vgl. Kap. I. 1.3).
Holger Rogall

Schlusskapitel

Schlusskapitel

Zusammenfassung
Als Ergebnis der Untersuchungen des Buches lassen sich die folgenden Erkenntnisse festhalten: Eine Wahlmöglichkeit zwischen einem „Weiter so“ und dem „Umsteuern in Richtung einer nachhaltigen Entwicklung“ existiert in der Realität nicht, da die derzeitigen Trends nicht zukunftsfähig sind, sondern zu einer Zerstörung der natürlichen Lebensgrundlagen und der Lebensqualität der Menschheit fuhren würden. Die für eine zukunftsfahige Entwicklung der Menschheit notwendige Reduktion des Verbrauchs der natürlichen Ressourcen in den Industrieländern um 80–90% kann ohne drastische neue Maßnahmen in keinem Bereich erreicht werden (Ausnahme: Schadstoffe). Die Grenzen einer nachsorgeorientierten Umweltschutzpolitik zwingen dazu, eine Ökonomie der Nachhaltigkeit einzuleiten. Eine Politik, die zwar auf nachsorgende Techniken nicht ganz verzichtet, aber in ihrem Kern auf die Senkung des Ressourcen- bzw. Naturverbrauchs abzielt. Eine derartige Strategie wird hier ökologische Modernisierung der Volkswirtschaft genannt. Sie umfasst drei Strategiepfade: Effizienz-, Substitutions- und Suffizienzstrategie.
Holger Rogall

Backmatter

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