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Über dieses Buch

In Deutschland werden mehr als 30 Prozent des Sozialprodukts für Soziales ausgegeben, und der Staat greift mit seiner Sozialgesetzgebung massiv ins Leben seiner Bürger ein. In diesem Buch werden normative Begründungen sowohl für staatliche Umverteilungsmaßnahmen als auch für die Existenz einer Sozialversicherung mit Zwangsmitgliedschaft mit dem analytischen Instrumentarium der modernen Wirtschaftstheorie diskutiert. Dabei werden Gerechtigkeits- und vor allem Effizienzkriterien zugrunde gelegt.

Des Weiteren analysieren die Autoren die einzelnen Elemente des Systems der Sozialen Sicherung (Renten-, Kranken- und Arbeitslosenversicherung, Sozialhilfe, Familienpolitik) systematisch auf ihre Wirkungen hin und vergleichen alternative Gestaltungsformen. Schließlich wird untersucht, wie der Sozialstaat reformiert werden kann, damit er den zukünftigen Herausforderungen, vor allem bedingt durch den demografischen Wandel, standhalten kann.

Für die dritte Auflage wurden der Text gründlich überarbeitet und umfangreiche Ergänzungen vorgenommen, die neueren Entwicklungen Rechnung tragen und den Inhalt des Buches auf den aktuellen Stand der sozial- und verteilungspolitischen Diskussion in der Volkswirtschaftslehre bringen.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Kapitel 1. Einleitung

Zusammenfassung
In Deutschland wie in nahezu allen entwickelten Ländern besteht in der Bevölkerung weitgehende Übereinstimmung im Hinblick darauf, dass der Staat eine soziale Verantwortung trägt, der er durch entsprechende sozialpolitische Maßnahmen nachzukommen hat. Nach allgemeinem Verständnis gilt der Sozialstaat auch heute noch als etwas Positives, während die Etikettierung eines politischen Reformvorschlages als „unsozial“ fast schon einem Totschlagsargument gleichkommt. Dieser Konsens über die prinzipielle Wünschbarkeit sozialstaatlicher Aktivitäten verdeckt aber die erheblichen Unterschiede in den Auffassungen darüber, was überhaupt unter Sozialpolitik zu verstehen ist und wie weit diese reichen sollte.
Friedrich Breyer, Wolfgang Buchholz

Kapitel 2. Gleichheit und Gerechtigkeit

Zusammenfassung
“Gleichheit” ist ein Begriff mit enormer emotionaler Anziehungs- und Schlagkraft. Viele, wenn nicht die meisten, sind der Ansicht, dass größere Gleichheit generell besser als größere Ungleichheit ist. Auch zahlreiche Ökonomen teilen den Wunsch nach einer “gerechten Gesellschaft“, in der die wirtschaftliche Ungleichheit zumindest in Grenzen gehalten wird.
Friedrich Breyer, Wolfgang Buchholz

Kapitel 3. Effizienzorientierte Begründungen für Umverteilung

Zusammenfassung
Üblicherweise beruht die Forderung nach Umverteilungsmaßnahmen auf dem Wunsch nach mehr sozialer Gerechtigkeit, der – wie wir zuvor ausführlich erörtert haben – in Konflikt mit dem Ziel ökonomischer Effizienz zu stehen scheint. Im Gegensatz dazu ist es aber auch möglich, die staatliche Umverteilungspolitik eher funktional zu begründen und redistributive Maßnahmen durch Bezugnahme auf im engeren Sinne ökonomische Ziele zu motivieren.(Vgl. dazu die immer noch aktuelle Übersicht in Boadway und Keen 2000, Kap. 2) Eine Umverteilung wird aus dieser Perspektive nicht etwa deshalb gefordert, weil eine gleichmäßigere Verteilung für sich betrachtet als etwas Gutes gilt, sondern weil man sich dadurch positive ökonomische Effekte insbesondere auf Höhe und Wachstum des Sozialprodukts verspricht.
Friedrich Breyer, Wolfgang Buchholz

Kapitel 4. Effizienzgründe für die Existenz einer Sozialversicherung

Zusammenfassung
In fast allen entwickelten Ländern der Erde existieren Sozialversicherungen gegen elementare Lebensrisiken, die durch staatliche oder halbstaatliche Trägerschaft und Zwangsmitgliedschaft für die gesamte Bevölkerung oder doch große Bevölkerungsgruppen gekennzeichnet sind. Insbesondere der auf den einzelnen Bürger ausgeübte Zwang bedarf in einer ansonsten freiheitlich verfassten Gesellschaft einer triftigen Begründung, die nach Möglichkeit einen Effizienzvorteil nachweist. Einen geeigneten Ausgangspunkt jeder Effizienzbetrachtung bildet der Erste Hauptsatz der Wohlfahrtsökonomik.
Friedrich Breyer, Wolfgang Buchholz

Kapitel 5. Rentenversicherung

Zusammenfassung
Während der Mensch im Laufe seines gesamten Lebens Konsumgüter zum Lebensunterhalt benötigt, ist seine Fähigkeit, durch eigene Arbeit zur Erstellung dieser Güter beizutragen, in den verschiedenen Lebensphasen sehr unterschiedlich ausgeprägt. Abgesehen von krankheitsbedingten Unterbrechungen der Leistungsfähigkeit, können insbesondere Kinder und alte Menschen keinen oder nur einen geringen Beitrag zum eigenen Lebensunterhalt leisten.
Friedrich Breyer, Wolfgang Buchholz

Kapitel 6. Kranken- und Pflegeversicherung

Zusammenfassung
Medizinische Güter und Dienstleistungen sind keine öffentlichen, sondern private Güter. Individuen können von der Nutzung dieser Güter ausgeschlossen werden und die Produktionsfaktoren, die in die Behandlung des einen Patienten fließen, stehen für einen anderen Patienten nicht zur Verfügung. Es herrscht somit bei medizinischen Gütern und Dienstleistungen auch Rivalität im Konsum.
Friedrich Breyer, Wolfgang Buchholz

Kapitel 7. Arbeitslosenversicherung und Grundsicherung

Zusammenfassung
In den meisten OECD-Mitgliedsländern existiert eine Arbeitslosenversicherung in staatlicher oder halb-staatlicher Trägerschaft mit obligatorischer Mitgliedschaft für unselbstständig Beschäftigte. Eine Ausnahme stellt Dänemark dar, wo die Mitgliedschaft zwar freiwillig ist, jedoch die Leistungen nur zu einem geringen Anteil aus Mitgliedsbeiträgen und überwiegend durch staatliche Zuschüsse finanziert werden, sodass die Mitgliedschaft aus der Sicht der meisten Arbeitnehmer höchst attraktiv ist. Die einzelnen Systeme unterscheiden sich allerdings erheblich in ihren Leistungen, sowohl im Hinblick auf die Bezugsdauer als auch im Hinblick auf die Höhe und die Bemessung am früheren Arbeitseinkommen (vgl. Abschn. 7.2).
Friedrich Breyer, Wolfgang Buchholz

Kapitel 8. Familienpolitik

Zusammenfassung
Ein wichtiger Zweig der Sozialen Sicherung besteht in der staatlichen Förderung der Familien, früher „Familienlastenausgleich“ genannt. Im Jahre 2010 wurden im Rahmen einer groß angelegten Evaluation durch wirtschaftswissenschaftliche Forschungsinstitute (vgl. Bonin u. a. 2013) ca. 200 Mrd. Euro oder 8 % des Bruttoinlandsprodukts den familienbezogenen Leistungen im weiteren Sinne zugerechnet (siehe Tab. 8.1).
Friedrich Breyer, Wolfgang Buchholz

Kapitel 9. Nachhaltigkeit des deutschen Sozialsystems in einer alternden Bevölkerung

Zusammenfassung
In den vorherigen Kapiteln haben wir vor allem Theorien der Wirkung sozialer Sicherungsysteme behandelt, die allgemein gültig sind und keine spezifische historische Situation betreffen. In diesem abschließenden Kapitel, das sich an die Kap. 5 und 6 anschließt, soll nun untersucht werden, ob die konkrete Lage Deutschlands zu Beginn des 21.
Friedrich Breyer, Wolfgang Buchholz

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