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03.03.2014 | Online Banking | Im Fokus | Onlineartikel

Bewegung bei den Dispo-Zinsen

Autor:
Barbara Bocks
1:30 Min. Lesedauer

Die Höhe der Dispo- und Überziehungs-Zinsen von Kreditinstituten stehen immer wieder in der öffentlichen Kritik. Manche Häuser haben darauf bereits reagiert.

Bundesverbraucherminister Heiko Maas will die Dispo-Zinsen senken. Das berichtete kürzlich die "Welt am Sonntag". Bisher hatten Union und SPD im Koalitionsvertrag lediglich vereinbart, dass Kreditinstitute ihre Kunden bei einem negativen Kontostand warnen und ihnen günstigere Alternativen anbieten sollen, wenn das Konto längere Zeit im Minus bleibt. Maas plädiert außerdem dafür, ein Online-Vergleichsportal einzurichten. Er glaubt, dass die Website helfen wird, die Zinsen zu senken. Die Idee dazu war schon Mitte August vergangenen Jahres aufgekommen.

Um den Dispo-Zins zu senken, haben Verbraucherschützer bereits 2012 Regelungen vorgeschlagen, wie die Bankmagazin-Autorinnen Anja Kühner und Anita Mosch in ihrem Beitrag "Die Welt im Zinskeller" beschreiben. Bevorzugt genannt werden folgende Maßnahmen:

eine Zinsdeckelung, also ein Prozentsatz, der zum Leitzins hinzugerechnet wird.

eine Zinsbremse, die bewirkt, dass ein Anstieg nicht in voller Höhe an die Verbraucher weitergegeben wird.

Überziehungszinsen abgeschafft

Manche Banken wagen erste Schritte in Richtung niedrigerer Verzugszinsen. So hat die Ing-Diba laut "Welt am Sonntag" im Februar diesen Jahres den Überziehungszins abgeschafft. Dieser fällt an, wenn das Dispo-Limit überschritten ist. Künftig gilt nur noch der Dispo-Zins. Auch die Volksbank Mittelhessen geht diesen Weg. "Die Volksbank Mittelhessen verzichtet bereits seit Anfang des Jahres 2014 auf den Zinsaufschlag für geduldete Überziehungen. Wer sein Girokonto im Soll führt, zahlt nach aktuellem Stand einen Dispo-Zins in Höhe von 8,73 Prozent", erklärt ein Sprecher des Instituts.

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Angesichts der Aufregung um die Dispo-Zinsen gibt Irina Kummert, geschäftsführende Gesellschafterin von IKP Executive Search, im Online-Interview mit Springer für Professionals aber zu bedenken: "Dass einige Banken höhere Zinsen für Dispositionskredite nehmen als andere, ist kein Feld von Ethik und Moral, sondern von Markt." Niemand müsse Überziehungszinsen von über 13 Prozent akzeptieren, wenn es für jedermann zugängliche Alternativen gebe.

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