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01.12.2023 | Online Banking | Im Fokus | Online-Artikel

Verbraucher tätigen mehr Finanzgeschäfte online

verfasst von: Angelika Breinich-Schilly

3 Min. Lesedauer

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Bankgeschäfte per Mausklick liegen bei Verbrauchern im Trend, auch wenn es noch digitale Wissenslücken gibt. Selbst Senioren prüfen ihren Kontostand oder begleichen Rechnungen immer häufiger online, zeigen Zahlen der Bafin.

Für viele Deutsche sind Geldtransaktionen und Bankdienstleistungen ohne Online Banking oder die App auf dem Smartphone kaum noch denkbar. Besonders für alltägliche Finanzgeschäfte sind die digitalen Services von Banken und Sparkassen beliebt. Mehr als drei Viertel der 1.000 von einem Meinungsforschungsinstitut für die Aufsichtsbehörde Bafin im Herbst 2022 befragten Personen im Alter zwischen 18 und 79 Jahren haben innerhalb von zwölf Monaten zumindest gelegentlich ihren Kontostand online geprüft oder Rechnungen digital beglichen.

Internationale Datenbasis zur finanziellen Bildung

Die Erhebung ist Teil einer Studie des Internationalen Netzwerks zur Finanziellen Bildung der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Die Bafin hat den deutschen Part mit Fokus auf finanzielle Resilienz, Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Finanzwissen koordiniert und ausgewertet. Ziel ist es, eine international vergleichbare Datenbasis zur finanziellen Bildung und Inklusion zu schaffen. Die länderübergreifenden Ergebnisse werden von der OECD zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlicht.

Der Blick auf die Details zeigt, dass nach den klassischen Online-Banking-Transaktionen wie dem Konten-Check zunächst ein große Lücke klafft. Nur knapp ein Drittel (30 Prozent) nutzt ab und an Webseiten oder Apps, die unterschiedliche Koten bündeln. 27 Prozent zahlten im Zeitraum der vergangenen zwölf Monate im stationären Einzelhandel mit dem Smartphone. Ein Konto online eröffnet oder eine Zahlungskarte per Mausklick beantragt haben hingegen bereits 39 Prozent der Teilnehmenden. Ein gutes Drittel (35 Prozent) hat auf digitalem Weg bereits eine Versicherung abgeschlossen.

Ältere tasten sich an digitale Services heran

Auch wenn ältere Nutzer seltener digitale Finanzdienstleistungen in Anspruch nehmen, so haben im Betrachtungszeitraum 69 Prozent der 60- bis 79-Jährigen wenigstens hin und wieder eine Rechnungen am PC bezahlt (69 Prozent) oder die Umsätze auf dem Konto online überprüft (66 Prozent). 

In dieser Altersklasse bleibt der Griff zum Smartphone an der Ladenkasse aber bislang die Ausnahme: Erst 18 Prozent nutzen diese Zahlungsmethode zumindest gelegentlich. Obwohl erst 16 Prozent auf Online Angebote, die unterschiedliche Finanzkonten bündeln, zugreifen, sagt mehr als ein Drittel (36 Prozent) der älteren Verbraucher, dass digitale Tools die Verwaltung ihrer Finanzen erleichtern. Der Anteil liegt allerdings unter jüngeren Kunden mit 60 Prozent deutlich höher.

Sicherheit steht nicht immer im Fokus 

Dabei verhalten sich die meisten Nutzer besonnen: 95 Prozent der Befragten teilen in den sozialen Medien und im Internet keine Informationen zu ihrer finanziellen Situation. Selbst engen Freunden verraten sie keine Passwörter oder PIN-Nummern für das Bankkonto. 88 Prozent halten es auch für wichtig, vor einer Transaktion im Online-Shop die Sicherheit einer Website zu checken. 

Dennoch haben in einem Zeitraum von zwei Jahren immerhin zwei Prozent ungewollt persönliche Informationen wie Passwörter und PIN-Nummern als Reaktion auf gefälschte E-Mails, Anrufe oder Nachrichten in den sozialen Medien preisgegeben. Und immerhin 19 Prozent der Befragten sind der Meinung, Einkäufe über ein öffentlich zugängliches WLAN seien sicher. 

Wissenslücken bei Verträgen und Kryptos

Noch argloser sind Menschen bei Verträgen, die sie online schließen: 56 Prozent sagen, dass sie das Kleingedruckte in der Papiervariante eher lesen als im Netz. Auch wissen 45 Prozent der Teilenehmenden nicht, dass ein online geschlossener Finanzvertrag nicht zusätzlich auf Papier unterzeichnet werden muss, um rechtsgültig zu sein.

Lücken im Finanzwissen ermittelte die Bafin auch im Hinblick auf Krypto-Assets und Kryptotoken. Von diesen haben mittlerweile 84 Prozent der Befragten zwar schon einmal gehört. Bei der Vorgängerstudie aus dem Jahr 2019 lag der Anteil bei 49 Prozent. Allerdings weiß rund ein Drittel nicht, dass Kryptowährungen kein gesetzliches Zahlungsmittel sind.

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