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Über dieses Buch

Dieses Buch gibt einen Einblick in virtuelle sowie multimediale Möglichkeiten für professionelle Anwendungen, wissenschaftlich basierte Konzepte, Kompetenzentwicklung und Ethikrichtlinien. Anhand von Fallbeispielen wird die multimediale, virtuelle Durchführung von systemisch-lösungsorientierten Begleitprozessen dargestellt. Die Verschränkung virtuellen Coachings mit Trainingsmodulen trägt neuesten Trends in der Weiterbildung Rechnung. Hierfür müssen Anbieterplattformen und Tools bestimmte Voraussetzungen erfüllen, um Sicherheit und Professionalität zu gewährleisten.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Kapitel 1. Einleitung

Coaching als professionelles Format erfreut sich zunehmender Bekanntheit, wird wissenschaftlich erforscht und in unterschiedlichen Kontexten angeboten und durchgeführt. Coaching ist aber auch eine ungeschützte Bezeichnung, sodass es gleichzeitig ein unüberschaubares Angebot an unterschiedlichsten Dienstleistungen gibt, die unter dem Label „Coaching“ firmieren. Eine Trennung von professionellem und unprofessionellem Coaching kann nur erfolgen durch die Definition von Qualitätsstandards und Anforderungen für Qualitätssicherung, von ethischen Richtlinien und wissenschaftlicher Fundierung. Hierzu leisten Hochschulen und Verbände ihren Beitrag, sowie größere Organisationen, die ihre eigenen Qualitätsanforderungen, Beauftragungsprozesse, Ablaufstrukturen und Evaluationen definiert haben. Auf diesem Hintergrund ist die Klärung eines professionellen Verständnisses von „Online-Coaching“ ebenfalls unerlässlich.
Elke Berninger-Schäfer

Kapitel 2. Aktuelle Situation

Professionelles Online-Coaching wird seit etwa 10 Jahren entwickelt und sieht sich noch vielen Vorurteilen und Herausforderungen ausgesetzt. Trotz vieler erfolgreicher Anwendungen und Studien, wird hinterfragt, ob es sich für alle Zielgruppen eignet und ob eine befriedigende Beziehungsgestaltung gelingen kann. Dennoch wird Coaching ein weiter wachsender Markt vorausgesagt. Dies betrifft im Zuge der Digitalisierung auch Online-Coaching, dessen weitere Verbreitung und Entwicklung im Zusammenhang mit der technischen Entwicklung steht. Durch die Digitalisierung aller Lebens- und Arbeitsbereiche entsteht eine Unmenge von Daten, die für unseriöse und wirtschaftliche Zwecke missbraucht werden können. Für professionelle Anwendungen in Coaching, Therapie und Beratung ist daher Datenschutz ein zentrales Thema.
Elke Berninger-Schäfer

Kapitel 3. Die mediengestützte Begegnung

Die medial gestützten Interaktionsmöglichkeiten sind vielfältig geworden und bedienen verschiedene Sinneskanäle. Sie verändern die Wahrnehmung der Wirklichkeit und das soziale Geschehen, indem neue Erlebens- und Erfahrungswelten entstehen, die weitreichend Möglichkeiten der professionellen Beziehungsgestaltung bieten und ein Zugewinn darstellen können, wenn sie richtig eingesetzt werden. Insgesamt entsteht durch das Internet ein neues Kommunikationsverhalten, welches auch Auswirkungen auf face-to-face Begegnungen hat, auf soziale Identität, auf Denken und Wahrnehmung. Den Bedenken einer emotionalen Verarmung, unverbindlicher Begegnungen, Vermeidung intensiver Kommunikation, Schutz durch Distanz und Verlust von Wahrnehmungskanälen kann mit einer Vielzahl von Wirksamkeitsstudien begegnet werden.
Elke Berninger-Schäfer

Kapitel 4. Coaching und seine Entwicklung

Trotz einer hohen Interdisziplinarität in der Anwendung und in der wissenschaftlichen Verankerung von Coaching, können bestimmte Kennzeichen eines professionellen Coachingverständisses beschrieben werden. Coaching wird mehrheitlich als eine systematische, strukturierte, ressourcenaktivierende, ziel- und lösungsorientierte Prozessbegleitung verstanden. Die Betrachtung der Entwicklungsgeschichte von Coaching und Trendstudien zeigen, dass insbesondere Online-Coaching und Online-Professionalität, die vorhergesagte, weitere Segmentierung des Coachingfeldes nach Themen und Zielgruppen und die anstehende Formatdifferenzierung bedienen werden. Die Professionalität entsteht durch eine konzeptuelle Verankerung von Coaching, die ethische Haltung der Coachs, ihre Fähigkeit zur gezielten Prozesssteuerung und ihr Methoden- und Formatrepertoire.
Elke Berninger-Schäfer

Kapitel 5. Zum Begriff Online-Coaching

Im Markt und in der Literatur herrscht Begriffsvielfalt (e-coaching, remote-coaching, I-Coaching, virtuelles Coaching usw.), egal ob es sich um telefonieren, chatten, mailen, Videocalls, um die Bereitstellung von Dokumenten, um die Arbeit über kollaborative Plattformen oder die Anwendung von Online-Tools, z. B. Fragesets oder Aufstellungsfiguren handelt. Die Wahl des Begriffes Online-Coaching wird aus der Entwicklung des Online-Lernens begründet und bezieht sich auf den Einsatz von multimedialen Kommunikationstechnologien. Die Zunahme der medial vermittelten Interaktionsmöglichkeiten erhöht auch die Möglichkeiten, computergestützt über verschiedene Medien (multimedial) professionelle Coachingprozesse zu gestalten und hierfür diverse Online-Tools einzusetzen.
Elke Berninger-Schäfer

Kapitel 6. Übersicht vorhandener Angebote

Einträge im Internet zu Online-Coaching und verwandten Begriffen finden sich in Millionenhöhe bei den Suchmaschinen Google und bing. Einige Beispiele konkretisieren die unsortierte Vielfalt, die diese Begriffe darstellen. Das professionelle Niveau, das sich dahinter verbirgt, ist ebenfalls sehr unterschiedlich. Daher wird ein Stufenmodell vorgeschlagen, welches eine Klassifikation und Einschätzung von Angeboten ermöglicht. Die einzelnen Stufen werden mit Beispielen hinterlegt, ausgehend von Medienkommunikation (Stufe I), über unspezifische Plattformen (Stufe II), einzelne zwei- und dreidimensionale Online-Tools und Prozessabläufen für Coaching (Stufe III) bis hin zu einer integrierten Coachingplattform, die alle vorherigen Stufen einschließt, Datensicherheit gewährleistet und wissenschaftlich erforscht wird.
Elke Berninger-Schäfer

Kapitel 7. Wirkfaktoren im Coaching

Die Wirksamkeit von Coaching ist in vielen empirischen Studien belegt worden. In der Forschungsliteratur gelten einige unspezifische Wirkfaktoren als gesichert, wie z. B. die Beziehungsgestaltung, die Ressourcenaktivierung, die Lösungsorientierung und die Zielfokussierung. Ausgehend vom Schema- und Musterbegriff werden Musterzustände beschrieben, die mit einer neuronalen Aktivierung von bestimmten Gedanken, Gefühlen, Köperreaktionen und Verhaltensweisen einhergehen. Die Musterzustandsänderung wird als zentraler Wirkfaktor im Coaching abgeleitet. Hinzu kommen spezifische Wirkfaktoren im Online-Coaching, wie z. B. Selbstoffenbarung, Einflussnahme, Identität, Selbstreflexion und die Gestaltung emotionaler Nähe. Wenn mit Avataren in 3-D-Welten gearbeitet wird, spielen Wirkfaktoren wie Presence, Immersion, Involvierung und die Avatargestaltung zusätzlich eine große Rolle.
Elke Berninger-Schäfer

Kapitel 8. Prozesssteuerung im Coaching und Online-Coaching

Die Kennzeichen eines Coachinggespräches sind Metakommunikation, Beziehungsgestaltung, die Steuerung eines ziel- und lösungsorientierten Prozesses und Evaluation, wobei es sich nicht um ein lineares Vorgehen handelt, sondern um einen Ablauf mit vielen Rückkoppelungsschleifen. Prozessmodelle beziehen sich einerseits auf die Gestaltung eines Coachingauftrages als Ganzes, von der Kontaktaufnahme bis zur Abschlussevaluation und andererseits auf den Ablauf der Coachingeinheiten innerhalb des Gesamtprozesses. In einer Coachingeinheit wird ein aktuelles Anliegen reflektiert und geklärt, sowie zu umsetzbaren Zielen und Lösungen geführt. Im Phasenablauf der Karlsruher Schule werden dabei die empirisch fundierten Wirkfaktoren im Coaching gezielt umgesetzt. Dieser Prozessablauf wird online mit bestimmten Tools gestaltet. Prozessmodelle werden vielfach beschrieben und sind sich häufig in einer allgemeinen Form sehr ähnlich. Coachingprozesse werden im Rahmen von Coachinggesprächen gesteuert bzw. bei asynchronen Online-Vorgehensweisen auch in einer zeitlich verzögerten Interaktion zwischen Coachs und KlientInnen.
Elke Berninger-Schäfer

Kapitel 9. Kompetenzen für Online-Coaching

Professionelles Online-Coaching erfordert von Coachs, dass sie Kompetenzen für Online-Kommunikations- und Medienverhalten zusätzlich zu ihren Coachingkompetenzen entwickeln. Hierzu gehören insbesondere die Medienkompetenz als Medienwissen und instrumentelle Fähigkeit im Umgang mit dem Computer, die Kompetenz zur Medienkommunikation, hier insbesondere eine medienbezogene Lese-Hör-Sprech- und Schreibkompetenz, aber auch das Beherrschen der Sprache im Netz unter Beachtung der Netikette. Der Einsatz der verschiedenen Kommunikationskanäle ist unerlässlich, wenn im Online-Coaching wertschätzende und empathische Beziehungen die Basis des Geschehens ist, welches ggf. anliegen- personen- und situationsabhängig mit verschiedenen Medien gestaltet werden muss. Hinzu kommt die Kompetenz Online-Tools zu kennen, zu beherrschen und sinnhaft einsetzen zu können, z. B. von Chat, Whiteboard, Präsentation, Soziogramm, Bildmaterialien, Aufstellungsfiguren, Ressourcenbaum, Inneres Team bzw. von 3-D-Welten.
Elke Berninger-Schäfer

Kapitel 10. Coachingformate

Die Definition der Begriffe Format und Setting wird angereichert durch die Auflistung unterschiedlicher Settingfaktoren, welche die Rahmung des Coachings darstellen. Hierzu gehören z. B. die Beauftragungsform, die Auswahl und Anbindung der Coachs (intern/extern), die Art der Kontaktaufnahme, der Kontext, der Themenbezug und der kulturelle Hintergrund. Hinzu kommen verschiedene Formatkriterien, wie z. B. Art der Maßnahme, Einbettung, Zeitdauer, Häufigkeit, beteiligte Rollen, Methodeneinsatz, Ort, Medieneinsatz und die Prozessstruktur. Anhand von Beispielen zu verschiedenen Online-Coachings in Gruppen und Teams, beim Konfliktcoaching Online, bei der Online-Transferunterstützung und weiterer Formate werden die unterschiedlichen Kombinationsmöglichkeiten der Setting- und Formatkriterien dargestellt, deren Umsetzung eine Format- und Designkompetenz der Coachs erfordern.
Elke Berninger-Schäfer

Kapitel 11. Qualität im Online-Coaching

Um Qualität zu beurteilen, werden Anforderungen an Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität von Online-Coaching definiert. Als Vorläufer werden die Qualitätsstandards verschiedener Verbände herangezogen und mit den Qualitätsanforderungen an medienvermittelte Kommunikation und Interaktion verknüpft. Es zeigt sich, dass der Einsatz einer professionell entwickelten Plattform für Online-Coaching bereits viele Qualitätskriterien erfüllen kann und muss. Hinzu kommt die Qualifizierung der Coachs, die an einem Lehrgangsbeispiel dargestellt wird. Die hierbei zu schulenden Kompetenzen werden differenziert, sowie die Ethikrichtlinien an die sich professionelle Online-Coachs halten müssen. Diese beziehen sich auf die Grundhaltung und das Menschenbild, fachliche und technische Kompetenzen, Vertraulichkeit, Transparenz und Integrität.
Elke Berninger-Schäfer

Kapitel 12. Medienkonzeption für Online-Coaching

Die Gestaltung der virtuellen Umgebung, in welcher Online-Coaching abläuft, hat Auswirkungen auf das Geschehen und die interagierenden Personen. Die Informationsverarbeitung, wenn es darum geht, neue Perspektiven zu gewinnen oder kreative Ideen zu entwickeln, wird dadurch unmittelbar beeinflusst. Gleichzeitig ist darauf zu achten, Mehrdeutigkeiten und Komplexität zu reduzieren. Multimedia (sowohl visuelle als auch auditive Reizverarbeitung) geht mit Multicodalität (Sprache und Bild) einher und ist nur in bestimmten Situationen hilfreich. Neben den medialen Gestaltungsprinzipien, wie Multimediaprinzipien, Kontiguitätsprinzip, Kohärenz- und Modalitätsprinzipt, uva, sind auch individuelle Präferenzen zu beachten. Coachs müssen hierfür über entsprechende mediale Kompetenzen und technische Möglichkeiten verfügen. Hinzu kommt ihr Wissen über Barrierefreiheit und Datensicherheit.
Elke Berninger-Schäfer

Kapitel 13. Vor- und Nachteile von Online-Coaching

Zeit- und Ortsunabhängigkeit, Mobilität und Flexibilität, engmaschige Begleitung on-the-job, hohe Effektivität und Effizienz sind nur einige Themen, die für Online-Coaching sprechen. Die Möglichkeit anonym zu bleiben, neue Beauftragungsformate und Business-Modelle für Coaching, Niederschwelligkeit und die Kombination mit virtuellen Lernumgebungen machen Online-Coaching zu einem zukunftsfähigen Format, welches in einer digitalisierten Welt seinen selbstverständlichen Platz hat. Wichtig dabei ist es jedoch, die möglichen Nachteile im Blick zu haben. Hierzu gehören beispielsweise die Abhängigkeit von Internetverbindungen und die technische Ausstattung. Die Gefahr von Missverständnissen, interkulturelle Unterschiede in der Zeischensprache und mangelnde Professionalisierung der Coachs, die ihr face-to-face Verhalten unverändert ins Online-Geschehen transferieren, gehören zu den Gefahren des Online-Coachings. Hilfreiche Tipps zeigen auf, wie ihnen begegnet werden kann.
Elke Berninger-Schäfer

Kapitel 14. Schlussbemerkungen

Professionelles Online-Coaching hat inzwischen einen Reifegrad entwickelt, der seinen Einsatz als qualitätsgesichertes Vorgehen rechtfertigt. Formate, Konzepte und Methoden entwickeln sich weiter und werden wissenschaftliche erforscht. Hierzu werden Forschungsfragen formuliert. Die Ausführungen lassen den Schluss zu, dass Online-Coaching das Standardvorgehen im Coaching werden wird. Dies entspricht der Digitalisierung unserer Lebens- und Arbeitswelten.
Elke Berninger-Schäfer

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