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Embedded Finance öffnet Banken die Tür zum Kunden

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Immer mehr Banken sehen in Embedded Finance eine zentrale Schnittstelle zum Kunden - allen voran zu jungen Verbrauchern. Um auf diesem Markt mitzumischen, der den direkten Kontakt am Point of Sale verspricht, brauchen die Institute aber die technischen Grundlagen und kundenzentrierte Produkte.

Mit Embedded Finance erhalten Banken vor allem Kontakt zu jungen Kunden. 


Lange Zeit waren digitales Bezahlen und sogenannte "Buy now, pay later"-Funktionen (BNPL), etwa in Online-Shops, fest in der Hand von Fintechs und Zahlungsdienstleistern wie Paypal. Wenn aber "Technologiekonzerne, Versicherungen oder Drittanbieter nunmehr zunehmend Finanzdienstleistungen anbieten, besteht das Risiko, dass aus Kundensicht eine trennscharfe Abgrenzung der Branchen und damit auch deren Alleinstellungsmerkmale sukzessiv abnehmen", schreibt Detlef Hellenkamp im Buchkapitel "Strukturveränderungen und deren Auswirkungen auf das Bankgeschäft" (Seite 75).

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So sehen mittlerweile auch viele Banken im digitalen Bezahlen eine direkte Schnittstelle zum Kunden. 85 Prozent der 120 vom Lösungsanbieter Credi2 befragten Bankentscheider halten diese Kontaktpunkte für wichtig oder sogar sehr wichtig. "In Zeiten, in denen der persönliche Kontakt in der Bankfiliale auf ein Minimum reduziert oder ganz zurückgefahren wird, liefern ihnen digitale Bezahlmethoden eine Vielzahl von Daten und damit Cross-Selling-Potenziale", erläutert Christian C. Waldheim, Co-CEO bei Credi2. 

Mit Embedded Finance Geschäftsmodelle transformieren

Auch Bankexperte Hellenkamp sieht in Embedded Finance Möglichkeiten für Kreditinstitute, "im Kontext von Plattformen, eigene Geschäftsmodelle zu transformieren, beispielsweise durch die Integration von Bezahl- und Finanzierungsfunktionen in die Prozess- und Wertschöpfungsketten von Online-Anbietern".

Dabei spielt der Kundenkontakt eine zentrale Rolle. Denn 80 Prozent der Studienteilnehmer gehen davon aus, dass ihr Institut im Wettbewerb mit Fintechs und Zahlungsdienstleistern den Kontakt zum Kunden nicht mehr herstellen kann, wenn er einmal abgebrochen ist. Knapp ein Fünftel ist der Auffassung, die Kundenschnittstelle sei bereits verloren gegangen. Dabei könnten Banken gerade hier ihre Vorteile ausspielen, meint Waldheim. "Sie punkten mit Fachwissen, langjährigen Beziehungen zum Kunden und ihrem Image als vertrauenswürdiger Marke." 

BNPL-Angebote als Teil der Customer Journey

Über BNPL-Funktionen gelangen die Institute an den Point of Sale - im Online-Shop oder auch direkt an der Ladenkasse: "Als Bestandteil der Customer Journey sind sie dort, wo der Kunde sie braucht. Vor allem für die Generation Y und Z ist es heute eine Selbstverständlichkeit, schnelle und einfache Finanzierungslösungen zu erhalten und Waren in flexiblen Raten zu bezahlen", erklärt Waldheim. 

So hat zum Beispiel die Deutsche Bank ein eigenes API-Programm gegründet. "Das dafür geschaffene Team befasst sich gezielt mit der Entwicklung von Schnittstellenprodukten für Partnerunternehmen", schreibt der Programmverantwortliche Joris Hensen in seinem Best-Practice-Bericht der Zeitschrift "Bankmagazin" (Ausgabe 6 | 2022). Und im nächsten Schritt werde das Institut ein eigenes Embedded-Finance-Angebot konzipieren. 

Umfassende API-Strukturen schaffen

"Die Öffnung von Geldhäusern gegenüber Drittunternehmen sowie die Entwicklung digitaler Ökosysteme bieten allen Beteiligten Wachstumspotenzial", erläutert Hensen. Um die Chancen von Embedded-Finance-basierten Geschäfsmodellen zu heben, müssen Banken und ihre Partnerunternehmen allerdings Strukturen für eine API-zentrierte Geschäfstätigkeit anlegen. Der Innovationsmanager, der das Programm der Bank Anfang 2015 mitbegründet hat, nennt drei wesentliche Erfolgsfaktoren: 

  1. Die technischen Grundlagen schaffen: Premium-APIs und voll digitalisierte Prozesse als Basis für Embedded Finance
  2. Die Zielgruppe kennen und verstehen: Produktmanagement und Entwicklung im Blick
  3. Kundenzentrierte Produktentwicklung: Innovation durch Partnerschaften

Zudem brauche die Bank eine zeitgemäße interne Infrastruktur, erklärt Hensen und führt aus: 

Ein nahtloses, komfortables Kundenerlebnis wie eine Kontoeröffnungsstrecke mit integrierter Identitätsprüfung kann erst entstehen, wenn alle nötigen Prozesse durchgehend digitalisiert sind. Eine interne API-first-Strategie hilf dabei, die Digitalisierung mit entsprechender Priorität zu versehen. Nach diesem Prinzip werden bei der Entwicklung neuer digitaler Bankprodukte bereits bestehende APIs und Komponenten wiederverwendet oder die nötigen Schnittstellen von Anfang an mitentwickelt. So können Entwicklungszeiten und -kosten gesenkt sowie Partnern ein effizienter Zugang zu Diensten und Daten geboten werden."

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