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Über dieses Buch

Organisationaler Wandel wird in der Literatur meist aus einer Top-down-Perspektive heraus diskutiert, obwohl in der Unternehmenspraxis die Verantwortung für die erfolgreiche Weiterentwicklung des Unternehmens in einer sich ständig verändernden Umwelt häufig allen Mitarbeitern zugesprochen und daher erwartet wird, dass sie sich mit eigenen Ideen einbringen, auf Fehler und Verbesserungspotenziale hinweisen und somit selbst zu Initiatoren von Veränderungsprozessen werden. Juliane Stahl greift Mitarbeiterinitiativen als Ausgangspunkt für organisationalen Wandel auf und liefert eine umfassende und tiefgreifende organisationstheoretische Analyse von Bottom-up-Wandel. Zur Erklärung, wie mitarbeiterinduzierte Veränderungsprozesse erfolgreich durchgesetzt werden können, werden die Koalitions- bzw. Anreiz-Beitrags-Theorie herangezogen, wonach hierfür notwendige Unterstützungsleistungen von den zu Beteiligenden nur dann erbracht werden, wenn sie von der Vorteilhaftigkeit überzeugt sind. Die vorgestellte anreiz-beitrags-theoretische Konzeption wird anschließend in ein agentenbasiertes Simulationsmodell überführt und ihre Schlüssigkeit belegt. Die Ergebnisse zeigen, dass es für erfolgreiche Veränderungsprozesse auf wandlungsfördernde Rahmenbedingungen und besondere Konstellationen der zu Beteiligenden ankommt, und lassen sich somit in konkrete Gestaltungsempfehlungen umsetzen.​

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

1. Einleitung und Erkenntnisinteresse

Zusammenfassung
Fragen des Wandels, der Anpassung und tiefgreifender Umbrüche, geplanter oder auch evolutionärer Entwicklungen von Unternehmen stellen einen zentralen Problembereich betriebswirtschaftlicher Forschung dar. Gleichzeitig sind hohe Misserfolgsraten ein Indikator dafür, dass trotz der nahezu unerschöpflichen Literatur zu diesem Thema noch viele Fragen im Hinblick auf eine erfolgreiche Gestaltung von Veränderungsprozessen offen sind.
Juliane Stahl

2. Konzeptionelle Grundlagen organisationaler Veränderungsprozesse

Zusammenfassung
In der Literatur findet sich im Zusammenhang mit Wandel – häufig synonym zu „Veränderung“ – eine Vielzahl von Begriffen. Wandel lässt sich zunächst ganz allgemein als „alteration of one state to another“ charakterisieren. Aus diesem zunächst sehr weit gefassten Begriffsverständnis und der Vielschichtigkeit des Phänomens „organisationaler Wandel“ ergibt sich die Notwendigkeit, den Untersuchungsgegenstand im Hinblick auf die Fragestellung zu konkretisieren. Hierfür finden sich in der Literatur verschiedene Perspektiven, die zumeist anhand von Gegensätzlichkeiten diskutiert werden.
Juliane Stahl

3. Koalitionstheoretische Betrachtung organisationaler Veränderungsprozesse

Zusammenfassung
Aufbauend auf BARNARDs Überlegungen zur Organisation als soziales System und Koalition aller an ihr partizipierenden Gruppen sowie der anreiz-beitragstheoretischen Erweiterung durch MARCH/SIMON formulieren CYERT/MARCH ein Organisationskonzept, welches das betriebliche Entscheidungsverhalten prognostizieren und erklären soll, wie Organisationsziele entstehen und worauf Unterschiede zwischen Zielen zurückzuführen sind.
Juliane Stahl

4. Konzeption des Koalitionsgewinns in organisationalen Veränderungsprozessen

Zusammenfassung
In KAPITEL 3.2.2 wurden Koalitionen als Zweckgemeinschaft konzipiert, in die die Mitglieder aus unterschiedlichen Motiven ihre Beiträge für ein gemeinsames Ziel einbringen. Andernfalls könnte der Einzelne weder den gemeinsamen Zweck noch die individuellen Interessen erreichen. SCHIRMER bezeichnet dies als „Bedingung der Überadditivität“, d.h. die eingebrachten Beiträge bewirken zusammen ein Synergiepotenzial, indem die Gesamtwirkung der Beiträge unter bestimmten Bedingungen größer sein kann als die Summe der einzelnen Beiträge. Um eben diesen Zusammenhang konzeptionell zu erfassen, soll die Vorteilhaftigkeit der Koalitionsbildung mit dem Begriff „Koalitionsgewinn“ belegt werden.
Juliane Stahl

5. Simulation des Koalitionsgewinns als Anreiz-Beitrags-Gleichgewicht

Zusammenfassung
Unter Computersimulation ist eine Methode der Benutzung von Computersoftware zu verstehen, die die Funktionsweise von Prozessen, Systemen und Ereignissen aus der realen Welt modelliert. Sie erlaubt, aus bestimmten Anfangsbedingungen und Parameterkombinationen Schlussfolgerungen zu ziehen, weshalb es in manchen Fällen sinnvoll ist, zu simulieren anstatt am Realsystem zu experimentieren.
Juliane Stahl

6. Schlussbetrachtung

Zusammenfassung
Im Allgemeinen bestimmt sich der wissenschaftliche Beitrag einer Arbeit aus der Qualität der Forschungsfrage, die ein signifikantes Problem innerhalb der adressierten Literatur aufgreift. Die vorliegende Arbeit hatte zum Ziel, organisationale Veränderungen zu erklären, die von Mitarbeitern ausgehen, deren Stellenbeschreibungen solche Aktivitäten weder beinhalten noch entsprechende organisatorische Weisungsund Entscheidungskompetenzen einräumen. Auch wenn das Realphänomen „organisationaler Wandel“ in der Literatur nach wie vor intensiv diskutiert wird, finden sich hierzu bisher kaum tiefergehende Analysen, die über den Prozess an sich oder die Rahmenbedingungen Auskunft geben, weil meist nur aus einer Top-down- Perspektive heraus diskutiert wird. Mit der Arbeit wurde eine alternative Sichtweise auf organisationale Veränderungsprozesse aufgezeigt, indem eine Erklärung für die Entstehung und den Verlauf von Mitarbeiterinitiativen gegeben wurde.
Juliane Stahl

Backmatter

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